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Die Peyote Zeremonie

Laßt uns einen Blick auf die Struktur eines typischen Peyote Treffens der Kiowa1 werfen. Die Informationen sind abgeleitet von den Beobachtungen und Erinnerungen von Omer Stewart, der an zahlreichen Zeremonien der Kiowa und anderen Stämme teilnahm. In den gesamten Vereinigten Staaten und Kanada gibt es zwei verschiedene Varianten des Rituals - das Cross Fire und Half Moon Ritual.

Viele der Unterschiede zwischen den beiden Varianten sind auf das Rauchen zurückzuführen. Abgesehen davon, daß bei diesem Peyote Treffen kein Tabak geraucht wird, unterscheidet sich das Cross Fire Ritual durch eine stärkere Bezugnahme auf die Bibel, durch das Zeigen der Bibel bei dem Peyote Treffen und dadurch, daß am Ende der ganznächtigen Zeremonie eine Predigt, basierend auf einem Text aus der Bibel, abgehalten wird.

Allerdings gibt es eine Regel, daß es dem Führer der Zeremonie - auch Peyote Chief oder Roadman genannt - "frei steht, das Treffen durchzuführen, wie er es wünscht, was ihm geringfügige Änderungen zugesteht. Nichtsdestotrotz passen fast alle Rituale entweder in das Half Moon oder Cross Fire Muster."

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Vorbereitung für das Ritual

Zwischen 19-20:00 treffen sich die Teilnehmer entweder in einem Haus, Hogan oder Tipi. Die Sitzungen werden nie im Freien abgehalten. Vorzugsweise tragen alle Teilnehmer eine traditionelle indianische Kleidung und haben vor der Teilnahme ein Bad genommen. Es gibt keine anderen einleitenden Vorbereitungen wie etwa Fasten oder Schwitzen. Das letzte Abendessen wird zur regulären Zeit eingenommen. Der feierliche Raum wird von dem Führer und Gastgeber des Treffens eingerichtet, der für das Ritual verantwortlich ist. Er richtet einen Altar her und stellt heilige Objekte bereit, wie etwa einen Vater Peyote, die Instrumente und den Stab der Autorität. In der Regel ist bei den Sitzungen das Kruzifix zu sehen.

Der Fire Chief ist verantwortlich für das zentrale Feuer im Tipi, das angezündet wird, bevor die Zeremonie beginnt. Seine Aufgabe ist es, das Feuer in Gang zu halten und Gebete aufzusagen. Er ist ebenfalls dafür verantwortlich die Personen in und aus dem Zeremonienraum zu führen. Die Reihenfolge, in der die Teilnehmer den heiligen Raum betreten, ist genau festgelegt. Laut dieser Reihenfolge tritt als erster der Chief ein, gefolgt von dem Chief Drummer, dem Cedar Man und dann allen Männern, allen Frauen und Kinder und schließlich dem Fire Chief. Es gibt eine kreisförmige Sitzordnung, bei der Männern und Frauen getrennt sitzen. Die Frauen sitzen meistens hinter den Männern. Die Männer sitzen in der Regel in der Nähe des Gastgebers und die Frauen in der Nähe des Eingangs. Auf jeder Seite des Gastgebers sitzt ein Assistent. Es gibt mindestens zwei Assistenten, manchmal aber auch vier oder mehr.

Sobald jeder sitzt, in der Regel auf einer Decke, beginnt die Zeremonie mit einem Gebet oder einer Rede oder beidem. Der Cedar Man sitzt an der linken Seite des Gastgebers. Die Kiowa verwenden Tabak, der vom Gastgeber zur Verfügung gestellt wird. Der Tabak wird unter Verwendung von Maisschalen und Eichenlaub zu Zigaretten gerollt. Die Zigaretten werden dann geraucht und während der Gastgeber Gebete spricht im Uhrzeigersinn herumgereicht. Der Rauch wird in Richtung Altar geblasen.

Zusammen mit dem Tabak werden Salbei Bündel im Uhrzeigersinn herumgereicht. Diese werden aber nicht verbrannt, sondern zwischen den Händen gerieben und dann gekaut. Nach der Rede und dem Gebet legt der Chief die Utensilien zwischen dem Gastgeber und dem Altar auf den Boden. Zu diesem Zeitpunkt wird das erste Zedernholz ins Feuer geworfen. Die Peyote Knöpfe werden nun beweihräuchert, bevor sie im Uhrzeigersinn herumgereicht werden. Für den Anfang nimmt jeder Teilnehmer 4 Knöpfe. Jeder Knopf wird gekaut, dann in die Hände gespuckt, gerollt, in Richtung Altar gehalten und dann geschluckt.

Zeremonielle Peyote Musik

Musik steht im Mittelpunkt der Zeremonie

Musik ist die zentrale Aktivität bei Peyote Zeremonien und besteht aus Gesang und Trommeln. Es muß darauf hingewiesen werden, daß, da sich der "Peyote Kult" zu einer stammesübergreifenden Aktivität entwickelt hat, die Zeremonien und die Musik zwischen den Traditionen sehr ähnlich sind. Die Lieder werden von einem Stamm zum anderen weitergegeben. Es gibt insbesondere vier Lieder - der "Opening Song," der "Night Water Song," der "Morning Sunrise Song," und der "Closing Song" - die bei den verschiedenen Stämmen gehört werden können, darunter die Kiowa.

In den Zeremonien der Kiowa sind die neben der Stimme verwendeten Instrumente eine Wassertrommel und eine Kürbisrassel. Die Wassertrommel kann durch die Bewegung des Wassers in dem Körper der Trommel einen lebendigen Ton in variabler Tonhöhe erzeugen. Die Wassertrommel wird vor jeder Zeremonie mit Wasser gefüllt und frisch bespannt.

Sobald jeder das Sakrament eingenommen hat, setzt die Musik ein. Die Musik während der Zeremonie folgt einem festen Ablauf. Es gibt einen "Stab der Autorität," einen schön dekorierten Stock von 3-5 Meter Länge, der herumgereicht wird, wobei jeweils die Person, die ihn hält, den Gesang anführt. Zusammen mit dem Stab wird eine verzierte Kürbisrassel und ein Fächer aus Adlerfedern an die gleiche Person weitergegeben. Der Sänger schüttelt auch diese Rassel.

Der Gastgeber beginnt den Gesang mit vier festgelegten Eröffnungsliedern und hält den Stab vor sich. Der Chief Drummer begleitet ihn dabei. Nach den vier Eröffnungsliedern werden die Wassertrommel, die Rassel, der Stab und der Fächer im Uhrzeigersinn weitergegeben. Von jedem Mann im Kreis wird erwartet, vier Lieder zu singen und jedes Lied wird viermal wiederholt. Der Mann zu seiner Rechten begleitet ihn dabei auf der Wassertrommel. Der Sänger hält den Stab in der linken Hand und begleitet sich selbst mit der Rassel in seiner rechten Hand." Traditionell singen die Frauen nicht, noch trommeln sie. Das Trommeln und Singen dauert die ganze Nacht, außer während der Pause des Wasseranrufes um Mitternacht.

Video: Peyote - Opening Song

Allgemeine Eigenschaften der Peyote Musik

In dem Buch "Peyote Musik" listet David McAllester sieben allgemeinen Merkmale der Peyote Musik auf, die sie von anderen Liedern der Stämme unterscheidet:

  1. Die Lieder werden mit einer relativ "milden" Gesangstechnik gesungen.
  2. Sie sind schnell.
  3. Die Begleitung ist im Achteltakt und der selben Geschwindigkeit wie die Stimme gehalten und dienen der Ergänzung des Eindrucks der Geschwindigkeit.
  4. Sie sind einzigartig in der gleichbleibenden Verwendung von ausschließlich Achtel- und Viertelnoten in der Melodie des Gesangs.
  5. Sie haben die üblichen flachen Muster des Ausdrucks, darüber hinaus eine signifikante Häufigkeit gepaarter Muster, eingeschränkten Umfang und ungewöhnlich lange und flache Schlußsätze.
  6. Das Finale zeigt vermehrt eine Verstärkung der Schlußsätze.
  7. Am Ende des typischen Peyote Liedes, ebenso wie das abschließende christliche "Amen," kommt der Satz "er ne neyo wa".

 

Der alte und neue Stil

Es gibt bei den Peyote Liedern einen grundlegenden Unterschied zwischen dem "alten" und "neuen Stil." Die Lieder des alten Stils sind traditionelle Peyote Lieder, wie sie seit Jahrzehnten wiedergegeben und von einer Generation zur nächsten weitergegeben werden.

Lieder des neuen Stils sind neu geschriebene Kompositionen und haben sich erst in den letzten Jahren entwickelt. Sie werden häufig elektronisch verstärkt, insbesondere durch Hall, Harmonisierung und elektronische Instrumente. Die Native American Church2 legt starken Wert auf die Kreation neuer Lieder, so daß jeder ermutigt ist, neue Lieder zu komponieren. Als Folge davon gibt es mittlerweile hunderte neue Peyote Lieder, die zur Verfügung stehen.

Die Wasseranrufe

Wasser kann nicht von jedermann zu jeder Zeit getrunken werden , daher gibt es zwei dem Trinken gewidmete Rituale - die Wasseranrufe. Diese finden zweimal statt, einmal um Mitternacht und einmal am Morgen. Es gibt eine spezielle Pfeife aus Adlerschwingenknochen, die nur für die Wasseranrufe verwendet wird. Nur der Gastgeber spielt die Pfeife. Das Wasser Ritual folgt einem strengen Ablauf: der Gastgeber erinnert an die Trommel, den Stab, die Rassel und anderen Objekte, die herumgereicht wurden. Der Fire Chief schürt das Feuer und legt vier Stöcke der Zeder in das Feuer. Außerdem reinigt er sorgfältig den Altar und den Boden. Der Gastgeber bringt dann einen Eimer Wasser und singt festgelegte Wasserlieder, die das Wasser segnen. Sobald das Wasser gesegnet ist, schüttet er etwas Wasser auf den Boden und gibt dann den Eimer im Uhrzeigersinn herum, damit jeder trinken kann.

Bevor die Zeremonie danach weitergeht, legt der Peyote Chief die Utensilien wieder auf den Boden und verläßt das Tipi für eine kurze Weile, um in die vier Himmelsrichtungen zu beten. Bis zu diesem Zeitunkt wurde nur das Material verwendet, das vom Peyote Chief bereitgestellt wurde, aber nach Mitternacht dürfen die eigenen Fächer und Rasseln verwendet werden. Nun ist die Zeit des Treffens gekommen, zu der alle aufgefordert werden, so viel Peyote wie möglich zu essen, während der Beutel mit den Knöpfen herumgereicht wird. Bevor die Musik wieder aufgenommen wird, sagen alle Männer und Frauen ihre eigenen Gebete laut auf. Niemand verläßt das Tipi, während gesungen, gebetet oder Peyote gegessen wird. Die Musik wird fortgesetzt, bis der Wasseranruf am Morgen erfolgt, der eine Wiederholung des oben beschriebenen Rituals darstellt.

Nachdem die Zeremonie mit Gebeten und dem Verstauen der Utensilien beendet wurde, stellen sich die Teilnehmer in einer Reihe vor der Tür auf und das Essen wird verteilt. Die Reihenfolge, in der die Mahlzeit ausgegeben wird ist: Wasser, Mais, Obst und Fleisch. Das Essen wird zunächst gesegnet und dann gegessen. Die Teilnehmer trinken auch das Wasser aus der Wassertrommel. Gegen 09.00 Uhr verlassen alle das Tipi, um die Sonne zu begrüßen und sitzen dann zusammen, rauchen und unterhalten sich im Tipi. Schließlich wird das Tipi abgebaut und der Altar zerstört.

Glaube, der mit dem Peyote Kult verbunden ist

Unter den indianischen Peyote Nutzern gibt es tendenziell eine Reihe gemeinsamer Überzeugungen. Von diesen ist der zentrale Glaube an den großen Gott oder großen Geist. In zufälliger Reihenfolge, einige andere Glauben:

  • Spirituelle Kräfte sind dem großen Gott unterwürfig;
  • Peyote ist eine spirituelle Kraft, auserwählt um die Indianer zu führen;
  • Peyote ist ein Heilmittel;
  • Das ultimative Ziel des Konsums von Peyote ist Erleuchtung und körperliche Besserung;
  • Dem Einzelnen kann durch gemeinsames Gebet geholfen werden;
  • Das Individuum muß vor der Annäherung an spirituelle Kräfte die eigene Reinheit erlangen;
  • Eine wichtige Funktion des Peyote Treffens ist, zu reinigen;
  • Neue Offenbarungen ermöglichen Änderungen des Rituals;
  • Die Annäherung an spirituelle Kräfte sollte demütig sein;
  • Die heilige Zahl ist vier.

Die Kiowa schätzten besonders die medizinischen Eigenschaften von Peyote und verehrten ihn als Medizin. Sie verwendeten Peyote zur Behandlung von Grippe, Scharlach, Tuberkulose und Geschlechtskrankheiten.

Externe ressourcen:

  1. https://en.wikipedia.org/wiki/Kiowa
  2. https://en.wikipedia.org/wiki/Native_American_Church
  3. Omer C. Stewart, Peyote Religion (Norman: University of Oklahoma Press, 1987)
  4. "The tracks of the little deer" last modified in 1992, www.peyote.org
  5. Willard Rhodes, "Music of the American Indians" (Washington: The Library of Congress, 1982), 15.
  6. Nettl Bruno, Music in Primitive Cultures, (Cambridge:Harvard University Press, 1956)
  7. McAllester David P, Peyote Music. (New York: Viking Fund Publications in Anthropology, 1949)
 
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Peyote Kaktus