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Geschichte: Ritueller Gebrauch von Peyote

TipiDer kleine Kaktus Lophophora williamsii - oder besser bekannt als Peyote - fand in den indianischen Traditionen weit verbreitete Verwendung. Der Kiowa Stamm ist hierbei besonders interessant, weil sie Peyote sehr früh als zeremonielles Sakrament annahmen und wegen ihrer Rolle bei der Verbreitung der Pflanze unter anderen Stammesgruppen.

Es ist allgemein anerkannt, daß das Volk der Kiowa von den nördlichen Ebenen in die südlichen Ebenen migrierte, bevor es schließlich im Jahr 1867 in sein Reservat im Südwesten Oklahomas deportiert wurde. Vor der Deportation lebten die Kiowa vor allem von der Büffeljagd und folgten den Tierherden. Sie waren berühmt als Jäger und Sammler und gefürchtet wegen ihrer weitreichenden Überfälle, die von Mexiko bis nach Kanada reichten.

Der Ursprung der Verwendung von Peyote

Native AmericanWegen des begrenzten natürlichen Lebensraums des Peyote Kaktus, erlernten zuerst die mexikanischen und südwestlichen Stämme seine Verwendung. Peyote stammt aus einer relativ kleinen Region im Süden von Texas und den nördlichen bis zentralen Gebieten Mexikos. Zahlreiche südwestlich lebende Indianerstämme kannten die Pflanze und sie war bei ihnen unter verschiedenen Namen bekannt: "Bei den Kiowa hieß sie Seni, bei den Comanche Wokoni, bei den Mescalero Ho und bei den Tarahumara Hikori."

Es sollte angemerkt werden, daß es zwischen den Stämmen schon immer zu einem sehr aktiven kulturellen Austausch kam. Sei es für Überfälle, die Jagd, den Handel oder für die territoriale Exploration - es gab immer einen stammesübergreifenden Austausch von Informationen. Die drei Stämme, die im natürlichen Lebensraum des Peyote Kaktus' lebten, haben ihr Wissen über die Pflanze weitergegeben und so gab es schließlich sechs Stämme, von den man weiß, daß sie Peyote zeremoniell verwendeten - die Carrizo, Lipan Apache, Mescalero, Tonkawa, Karankawa und die Caddo. Mit den Worten von Omer Stewart: "Innerhalb dieser sechs Stämme in den Vereinigten Staaten finden wir den Ursprung der Peyote Zeremonie. Zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts sind dies die Stämme, die in oder in der Nähe des natürlichen Vorkommens von Peyote lebten. Alle waren mit seinem rituellen Gebrauch vertraut."

Es gibt Hinweise darauf, daß vielen dieser Stämme, insbesondere den Mescalero, Peyote seit Jahrzehnten bekannt war. "Für mindestens ein Jahrhundert hatten sie Gebieten besetzt oder haben sie überfallen." Es gibt Aufzeichnungen aus dem Jahr 1649, die Peyote Rituale des Carrizo Stammes beschreiben - darunter "eine Zeremonie, in der die ganze Nacht hindurch in einem Kreis gesungen und getrommelt wurde."

Die Oklahoma Ära

Als Oklahoma 1830 in Folge des Gesetzes zur Umsiedlung der Indianer zum Teil des indianischen Territoriums bestimmt wurde, wurden zahlreiche Stämme in diese Gebiete umgesiedelt - unter ihnen die Kiowa. "Bis 1874 hatten die 'wilden Indianer der Ebenen' oder was von ihnen übrig geblieben war, sich den zivilisierten Stämmen in Oklahoma angeschlossen. Peyote war bei vielen dieser Stämme bekannt."

Sobald der Peyote Kult Oklahoma erreicht hatte, veränderte sich die Zeremonie deutlich, weg von seinen Ursprüngen in Mexiko. Mit den Worten von Stewart: "Die Peyote Zeremonie in Oklahoma war anders als frühere mexikanische Peyote Zeremonien. Es gab keinen Aderlaß, es gab fast kaum Tanz, die Leute saßen da wie bei einer Versammlung, es gab keine trunkene Benommenheit. Es war eine Angelegenheit von Familie und Freunden, mit Singen und Beten und mit all seiner Fremdheit für Außenstehende, hatte es für seine Teilnehmer einen hohen moralischen Wert, wie den, der einen sozialen Hilfsdienst auszeichnet. Zwar war bei den frühen Peyote Zeremonien kein christliches Symbol zu sehen, mit der möglichen Ausnahme des Kreuzes, doch man könnte sagen, daß sie eine christliche Atmosphäre hatten [...] Es war die zivilisierte Manifestation der Zeremonien der Ureinwohner, die in die Oklahoma Zeremonie integriert wurde und nicht die primitiven, unzivilisierten Aspekte."

Es war in Oklahoma, wo der Grundstein für die Native American Church gelegt wurde. Am Anfang war es schwierig, genug von dem Sakrament zu erhalten, da sie weit weg von seinem natürlichen Lebensraum lebten. Und in Texas Peyote zu sammeln war sehr riskant, weil sich zu dieser Zeit kein Indianer in Texas aufhalten durfte. Doch durch mutige Ausflüge nach Texas wurde schließlich eine stetige Versorgung mit Peyote etabliert.

Im Jahr 1880 wurde das Leben in den Reservaten stabiler und der Peyote Kult verbreitete sich rasch. Sein Einsatz blieb Missionaren und indianischen Agenten der US Regierung nicht verborgen, die versuchten, den Peyote Kult zu unterdrücken. Nach einem langen Kampf, um seine Rechtmäßigkeit zu erhalten, wurde 1918 schließlich die Native American Church gegründet. Und die Kiowa "waren offenbar die aktivsten Verfechter der neuen Religion."

Die Native American Church

Native American Church (NAC)Die Bemühungen, die Peyote Zeremonie legal und unbeschränkt praktizieren zu dürfen, führte schließlich zur Gründung der Native American Church. Heute genießen Mitglieder der Kirche rechtlichen Schutz und die Freiheit, die Peyote Zeremonie frei und ohne Beschränkungen durchzuführen. Insbesondere erklärte der "American Indian Religious Freedom Act" von 1978 die Verwendung, den Besitz und Transport von Peyote für "ausschließlich traditionelle und zeremonielle Zwecke im Zusammenhang mit der Ausübung einer traditionellen indianischen Religion" als rechtmäßig. Es wird geschätzt, daß die Kirche heute mehr als 300.000 Mitglieder zählt und die Mitgliedschaft ist in der Regel den Nachkommen der einheimischen Stämme vorbehalten.

 

 Zamnesia

Peyote Kaktus