Kombination Von Johanniskraut Und 5-HTP: Risiken Und Nutzen


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Kombination Von Johanniskraut Und 5-HTP


Johanniskraut und 5-HTP sind in manchen Fällen effektiv bei der Behandlung von leichten bis mittelschweren Depressionen. Man könnte vermuten, dass die Kombination dieser beiden Mittel eine gute Idee ist, es gibt aber einige Faktoren, die man vor der gemeinsamen Einnahme unbedingt beachten sollte!

Laut der Weltgesundheitsorganisation leiden weltweit 350 Millionen Menschen unter Depressionen, die zudem als Grundlage für vielerlei andere Erkrankungen gelten. Unter Depression versteht man einen Zustand, der mit Gefühlen der Verzweiflung und des Pessimismus' in Verbindung steht. Oftmals wird dieser Zustand auch von Selbsthass und einer niedrigen Wertschätzung für die eigene Person begleitet.

Einige typische Merkmale dieser Erkrankung sind ein geringes Interesse an alltäglichen Aktivitäten, ein geringer Energiehaushalt, wiederkehrende Gedanken über den Tod und Selbstmord, ein ungesunder Schlafzyklus und ein gemindertes Hungergefühl.

In einem Versuch, die depressiven Symptome zu lindern, bekommen viele Menschen von ihren Ärzten Antidepressiva verschrieben. Diese Medikamente können zwar gewissen Individuen bei der Behandlung ihrer Symptome von Nutzen sein, sie haben aber auch schwerwiegende Nebenwirkungen, wie beispielsweise Gewichtszunahme, Übelkeit, Schlaflosigkeit, Potenzstörung und vieles mehr.

Es gibt auch natürlichere Möglichkeiten, die Symptome zu lindern; Johanniskraut und 5-HTP sind zwei dieser Möglichkeiten. Beide dieser potentiellen Behandlungsmethoden können erwiesenermaßen die Stimmung heben und man kann sie sogar kombinieren. Bevor man das tut, sollte man allerdings einige Vorsichtsmaßnahmen treffen!

DIE URSACHEN FÜR DEPRESSION

Die Ursachen Für Depression

Allem Anschein nach gibt es vielerlei Variablen, die bei einer Depression eine Rolle spielen. Man vermutet, dass diese Erkrankung nicht das bloße Resultat eines einzigen Auslösers ist. Eine der verbreitetsten psychologischen Theorien zu Depressionen ist als "erlerntes Hilflosigkeitsmodell" bekannt.

Dieses Modell wurde von dem Psychologen Martin Seligman im Jahr 1965 durch die Beobachtung von Hunden in stressreichen und mit Schmerz verbunden Situationen aufgestellt. Seligmans Theorie zufolge haben Menschen mit Depressionen die Hilflosigkeit erlernt und glauben, dass sie selbst nur wenig oder überhaupt keine Kontrolle über ihr externes Umfeld haben.

DIE MONOAMINHYPOTHESE

Auf der anderen Seite gibt es allerdings auch die hoch angesehene physiologische Theorie, die als "Monoaminhypothese" bekannt ist und die Ursache von depressiven Verstimmungen der Hirnchemie zuschreibt. Laut dieser Hypothese könnte eine Unausgeglichenheit der Neurotransmitter, wie beispielsweise Serotonin, die Ursache von Depressionen sein.

Dazu kommt noch, dass Mangelerscheinungen, die durch eine schlechte Ernährung auftreten können, zu einer Unausgeglichenheit der biologischen Funktionen führen können und somit zu Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen beitragen können. Oftmals wird bei Patienten mit derartigen Erkrankungen ein Mangel an Vitamin B und Fettsäuren festgestellt.

Da wir nun ein wenig genauer wissen, was Depressionen sind, ist es an der Zeit, näher darauf einzugehen, inwiefern Johanniskraut und 5-HTP als Behandlungsmethoden eingesetzt werden können. Wir werden zuerst die Wirkungen dieser potentiellen Behandlungsmittel separat begutachten und dann darauf eingehen, wie man sie gemeinsam einsetzen kann, um noch bessere Resultate zu erzielen.

JOHANNISKRAUT

Johanniskraut

Johanniskraut, Hypericum perforatum, ist ein natürliches Mittel, das die Stimmung heben kann und somit für die Behandlung von depressiven Symptomen in Frage kommt. Es wird behauptet, dass die Wirkungen dieser Pflanze ähnlich den Wirkungen von Antidepressiva sind - zum aktuellen Zeitpunkt ist die genaue Beweislage aber noch schwammig.

Die wissenschaftlichen Untersuchungen zu der Eignung dieser Pflanze für die Behandlung von Depressionen sind widersprüchlich, es gibt allerdings einige Ergebnisse, die darauf hinweisen, dass Johanniskraut wirksamer als ein Placebo ist.

Eine Studie mit dem Titel „Johanniskraut gegen Depressionen - Übersicht und Metaanalyse von randomisierten klinischen Studien“, die im "British Medical Journal" veröffentlicht wurde, hat erforscht, ob Johanniskraut bei der Behandlung von Depressionen effektiver als ein Placebo ist.

Die Studie kam zu dem Schluss, dass Johanniskraut bei der Behandlung von Depressionen in gewissem Maße wirkungsvoll ist und in einigen Fällen den Placebos überlegen war. Die Autoren der Studie schlussfolgern: „Die Hinweise lassen vermuten, dass Hypericum-Extrakte bei der Behandlung von leichten bis mittelschweren Verstimmungen effektiver als Placebos sind.“

WEITERE UNTERSUCHUNGEN

Weitere Untersuchungen

Neben diesen Studien spricht eine Publikation des University of Maryland Medical Centre an, inwiefern Johanniskraut einen Einfluss auf Depressionen und die Stimmung hat. Die Autoren dieser Studie erläutern, dass die Wirkungen der Chemikalien der Pflanze, wie beispielsweise Hypericin, Hyperforin und gewisse Flavonoide, noch nicht vollkommen verstanden werden.

Einige Forscher behaupten aber, dass diese Stoffe auf ähnliche Art wie SSRI-Medikamente wirken. Diese behandeln Depressionen, indem sie den Serotoninspiegel im Gehirn erhöhen - dies bewerkstelligen sie durch die Blockierung der Wiederaufnahme dieses Neurotransmitters.

Einige Untersuchungen haben ergeben, dass Johanniskraut ebenso wirksam wie die weitverbreiteten SSRI-Medikamente Prozac, Celexa und Zoloft ist.

Johanniskrautextrakt mit einem Hypericin-Gehalt von 0,3% kann man in einer Dosierung von täglich 900-1800mg einnehmen. Man sollte aber beachten, dass Johanniskraut zu Wechselwirkungen mit anderen eingenommenen Medikamente führen kann - aus diesem Grund sollte man auch unbedingt Nachforschungen darüber anstellen, ob es für einen selbst überhaupt geeignet ist.

Wenn Zweifel bestehen, sollte man auf jeden Fall mit seinem Arzt sprechen!

5-HTP

Natural 5-HTP

5-HTP ist ein chemisches Nebenprodukt der Aminosäure L-Tryptophan. Dieses Mittel wird bei vielerlei Beschwerden verschrieben, wie beispielsweise Schlafstörungen, Angstzustände, Migräne und Essstörungen, die zu Übergewicht führen.

In Bezug auf Depressionen kann 5-HTP ähnliche Linderung wie die verbreiteten Antidepressiva bewirken und somit die Symptome einer Depression lindern. Nachdem Tryptophan metabolisiert wurde, entsteht im Körper 5-HTP, das dann weiter zu Serotonin verarbeitet wird und sich auf das Nervensystem auswirkt.

Da 5-HTP ein Nebenprodukt von Tryptophan ist, steht die Vermutung nahe, dass man durch eine erhöhte Aufnahme dieser Aminosäure auch zu erhöhten Werten dieses Stoffes im Körper kommen kann. Das stimmt zwar in gewisser Hinsicht, ist aber nicht die ganze Wahrheit.

Nahrungsergänzungsmittel steigern die 5-HTP Werte, wie es durch reine Nahrungsaufnahme nur schwierig zu erreichen ist und sind somit imstande, selbst gegen Depressionen vorgehen zu können, da Schlaf, Stimmung, Angstzustände, Appetit und Schmerzempfinden merklich verbessert werden.

Studien weisen darauf hin, dass 5-HTP ebenso wirksam wie die verbreiteten Antidepressiva ist und allem Anschein nach viel weniger Nebenwirkungen hat.

Eine typische Dosierempfehlung für 5-HTP ist die Einnahme von dreimal täglich 50-100mg. Idealerweise vor der Einnahme einer Mahlzeit.

DIE KOMBINATION VON JOHANNISKRAUT UND 5-HTP

Nun haben wir erläutert, wie diese Mittel unabhängig voneinander gegen die Symptome von Depressionen agieren können - aber können sie auch zusammen funktionieren?

Dank der Tatsache, dass 5-HTP der Grundstoff für die Erzeugung von einem der Neurotransmitter ist, der dafür verantwortlich ist, die Stimmung zu heben und der Tatsache, dass Johanniskraut zu einer besseren Stimmung führen und die visuelle und kognitive Wahrnehmung steigern kann, sind diese beiden Mittel in der Tat eine stark wirksame Kombination.

WIRKUNGEN UND NUTZEN

Erfahrungsberichte weisen darauf hin, dass die Kombination dieser beiden Mittel zu einem weiten Spektrum von Resultaten führen kann. Einige Nutzer berichten, dass es zu Hyperaktivität führen kann, andere Nutzer berichten bei geringen Dosierung von rein positiven Effekten.

NEBENWIRKUNGEN

Obwohl diese Kombination möglicherweise einige Vorteile birgt, wird durch die gemeinsame Einnahme dieser beiden Mittel auch das Risiko eines sogenannten Serotonin-Syndroms gesteigert. Dieses kann zu Verwirrung, Veränderung des Blutdrucks und schwerwiegenden Schäden, wie beispielsweise einem Herzinfarkt führen!

Aus diesem Grund wird tunlichst darauf hingewiesen, dass man vor der Kombination dieser beiden Mittel unbedingt mit seinem Arzt sprechen sollte. Insbesondere, wenn man auch noch andere Medikamente zu sich nimmt.

Solltest Du Dich dennoch für die Einnahme dieser Kombination entscheiden, ist es ratsam, mit geringen Dosierungen zu beginnen und diese nur sehr behutsam und vorsichtig zu erhöhen. Vor dem Gespräch mit dem Arzt sollte man sich aber in keinem Fall drücken!

Luke Sumpter

Geschrieben von: Luke Sumpter
Luke Sumpter ist ein im Vereinigten Königreich ansässiger Journalist, der auf Gesundheit, alternative Medizin, Kräuter und psychedelische Heilverfahren spezialisiert ist. Er hat bereits für "Reset.me", "Medical Daily" und "The Mind Unleashed" geschrieben und deckt dabei diese und noch weitere Bereiche ab.

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