Ist Es Möglich, Vom Rauchen Oder Essen Von Cannabis Zu Halluzinieren?


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Halluzinieren Cannabis


In vielen fiktiven Filmen und Legenden wird von dem Halluzinieren durch Cannabis erzählt. Viele dieser Geschichten wollen aber bloß Aufmerksamkeit erregen, dadurch bekommt die Öffentlichkeit aber oft einen falschen Eindruck. Aber, ist denn nun irgendetwas an den Gerüchten der halluzinatorischen Macht von Cannabis dran?

Ist es möglich durch den Konsum von Cannabis zu halluzinieren? Nun ja, das kommt wohl darauf an, wen man das fragt. Einige Konsumenten haben in einer einzelnen Session riesige Mengen Cannabis in Bongs, Blunts und Joints geraucht und dabei nicht halluziniert. Es gibt aber auch die typischen Berichte in Foren, in denen behauptet wird, dass einige schon nach dem Konsum von geringen Mengen Cannabis visuelle Halluzinationen wahrgenommen haben. Viele Filme der Popkultur stellen Cannabis dar, als sei es mit LSD vergleichbar; bei diesen Darstellungen erfährt der Konsument oft bereits nach einem einzelnen Zug an einem Joint einen ausgewachsenen psychedelischen Trip. Diese Darstellungen entsprechen aber natürlich nicht der Realität und sind oft so überzogen, dass sie sogar dem Image von Cannabis schaden. Aber gibt es denn nun etwas Handfestes? Gibt es Beweise dafür, dass man von Cannabis halluzinieren kann? Gibt es, doch nicht in der Art, wie Du vielleicht vermutest.

WAS FÜHRT ZU HALLUZINATIONEN?

Was Führt Zu Halluzinationen?

Eine Halluzination ist eine Erfahrung, in der man etwas wahrnimmt, das in der Realität nicht direkt vorhanden ist. Vielerlei Pflanzen und Pilze enthalten chemische Stoffe, die zu Halluzinationen führen können. Diese Drogen können die Wahrnehmung von Objekten verfälschen und das Verhalten des Konsumenten in gewisser Weise beeinflussen. Cannabis ist nicht als Halluzinogen eingestuft. Gras ist aber psychoaktiv und kann, unter Anbetracht der psychologischen Wirkungen, die es hervorrufen kann, die Wahrnehmung beeinflussen.

WANN IST ES WAHRSCHEINLICH ZU HALLUZINIEREN?

Die Begriffe Set und Setting sind die ausschlaggebenden Faktoren bei einem psychedelischen Trip. Das Set ist die psychologische Verfassung des Konsumenten und das Setting ist die Umgebung/das Umfeld, in dem die Erfahrung stattfindet. Diese Faktoren sind von größter Wichtigkeit, wenn man eine psychedelische Reise anzutreten in Erwägung zieht. Obwohl Cannabis kein wirkliches Halluzinogen ist, ist es dennoch ratsam das Umfeld für den Konsum mit Bedacht zu wählen, da dieses einen starken Einfluss auf die Wirkungen und die psychoaktiven Aspekte des Highs haben kann. Wenn man eine psychedelische Erfahrung anstrebt, wird dazu geraten eine bestimmte Zielsetzung zu verfolgen und sich mental auf die Erfahrung vorzubereiten.

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Die Art des Cannabiskonsums kann auch einen Einfluss auf die psychedelischen Aspekte haben. Raucht man Cannabis, setzen die Wirkungen zwar schneller ein, sie schwachen aber auch schneller wieder ab. Beim Konsum von Esswaren tritt die Wirkung erst später ein, dafür hält sie aber auch länger an und ist oftmals stärker als beim Rauchen.

EIN BISSCHEN HINTERGRUNDWISSEN

Hintergrundwissen Cannabis

Cannabis wird seit tausenden von Jahren von den Menschen genutzt und es wurde bereits auf unzählige Arten und aus verschiedensten Gründen konsumiert. Die vielleicht älteste Berichterstattung, die mit halluzinieren durch Cannabis in Verbindung gebracht werden kann, stammt aus dem 11. Jahrhundert und steht mit dem islamischen Herrscher Hassan-i-Sabbah in Verbindung.

Die Legende besagt, dass Hassan-i-Sabbah einer Gruppe unwissender Anhänger Haschisch gab, um sie so in einen veränderten Bewusstseinszustand zu befördern. Nachdem die Wirkungen der Droge eingesetzt hatten, führte er die nun ziemlich berauschte Gruppe in einen prächtigen Garten, der voller bezaubernder Frauen war. Er nutzte das umwerfende Setting, die verführerischen Frauen und die Wirkungen der Droge, um sein Gefolge davon zu überzeugen, dass sie nun im Paradies seien. Im Anschluss erklärte er den Männern dann, dass die einzige Möglichkeit, um an diesen Ort zurückzukehren, der Kampf in seinem Namen sei.

Hassan-i-Sabbah gründete einen Orden von Assasinen, auch bekannt als Hashshashin. Diese Gruppe war eine mittelalterliche Organisation, die im mittleren Osten ihr Unwesen trieb. Obwohl der Name des Ordens an das Wort Hasch erinnern mag, besagen Quellen, dass der Ausdruck „Hashishi“ diese Leute abwertend als „Ausgestoßene“ oder „Trümmer“ bezeichnet.

Diese Legende wurde von Marco Polo aus der Region mitgebracht, es ist also auch gut möglich, dass einige Fakten im Laufe der Zeit übertrieben oder verdreht wurden. Diese Geschichte beweist zwar nicht, dass die Gruppe durch den Einfluss von Haschisch halluziniert hat, sie kann aber als ein Beispiel für die kraftvollen Wirkungen von Cannabis und seinen Einfluss auf die individuelle Wahrnehmung angesehen werden.

WIE STEHT ES MIT ESSWAREN?

Cannabis Esswaren

Lass uns nun einen weiteren Blick in die Geschichte werfen und uns das Getränk Bhang etwas genauer anschauen. Dieses Getränk wird während der Holi Feierlichkeiten in Indien getrunken; in einigen Regionen Indiens wurde es im Laufe der Geschichte auch bei anderen religiösen Ritualen konsumiert. Es wurde berichtet, dass hinduistische Mönche die bewusstseinsverändernden Wirkungen von Bhang nutzen, um in Bewusstseinszustände der transzedentalen Meditation zu verfallen. In der Regel wird dieses Getränk aus Milch, Butterschmalz, Mangos, indischen Gewürzen und natürlich Cannabis hergestellt.

Bhang ist ein Beispiel für ein trinkbares Cannabisprodukt, das durch den Verdauungstrakt metabolisiert wird und demnach anders als gerauchtes Cannabis wirkt. Gerauchtes Cannabis passiert schnell die Blut-Hirn-Schranke in Form von THC, gegessenes Cannabis begibt sich auf einen anderen Weg. Wenn man es isst, passiert das THC die Leber und wird in 11-Hydroxy-THC umgewandelt. Dieser Prozess führt schlussendlich dazu, dass ein High ausgelöst wird, das länger und intensiver wirkt. Wenn Cannabis imstande dazu ist einen Menschen zum Halluzinieren zu bringen, dann auf jeden Fall in gegessener Form.

In einer wissenschaftliche Veröffentlichung, die im British Journal of Addiction erschienen ist, wird berichtet, dass Bhang halluzinatorisches Verhalten verursacht. Es gilt aber auch zu erwähnen, dass bei den Personen, über die in dieser Veröffentlichung berichtet wurde, nach dem Konsum des Getränkes auch psychotische Symptome beobachtet werden konnten. Cannabis ist dafür bekannt, bei manchen Menschen eine kurzzeitige psychotische Episode auszulösen, ein Symptom eines derartigen Zustandes können definitiv auch Halluzinationen sein.

CANNABISARTEN

Cannabisarten

Auch die Art des Cannabis', das man konsumiert, hat einen Einfluss auf die psychoaktive Wirkung, die man schlussendlich erfährt. Qualitativ hochwertiges Cannabis aus einem professionellen Anbau wird höhere THC-Werte haben und daher auch psychoaktiver wirken. Verwendet man Extrakte, wie beispielsweise Öle oder Tinkturen, ist mit noch stärkeren Wirkungen zu rechnen. Hasch ist auch eine gute Wahl, wenn man ein klares und stark psychoaktives High bewirken möchte. Synthetischem Cannabis, das sind Cannabinoide die im Labor hergestellt wurden, wird auch eine starke Wirksamkeit nachgesagt. Diesen synthetischen Cannabinoiden wurden aber auch verheerende Nebenwirkungen nachgewiesen, die sogar tödlich sein können!

CANNABISSORTEN, DIE BEWUSSTSEINSVERÄNDERND WIRKEN KÖNNEN

Im Anschluss stellen wir ein paar extrem starke Sorte vor, die Dir bei der Erkundung der psychoaktiven Seite von Cannabis von Nutzen sein können.

MARIONBERRY KUSH

Marionberry Kush ist ein indicadominierter Hybrid, der durch die Kreuzung von Rasberry Kush und Space Queen entstanden ist. Diese Sorte bewirkt durch ihren THC-Gehalt von bis zu 23% ein stark psychedelisch anmutendes High.

AMNESIA HAZE

Amnesia Haze ist eine schmackhafte Sorte, die mit einem süßen Zitrusgeschmack besticht. Sie ist für ihr energetisches High bekannt, das bereits am Pychedelischen kratzt. Dieses High ist besonders erhebender Natur und beschwört Glückseligkeit und Euphorie herauf, wenn man sich der Erfahrung mit der richtigen geistigen Haltung aussetzt. Bei dieser Sorte gibt es einen kraftvollen THC-Gehalt von bis zu 22%.

JACK THE RIPPER

Jack The Ripper ist eine starke Sativa-Sorte, die mit ihrem hohen THC-Gehalt von 18% punkten kann. Wenn man sie in großen Mengen konsumiert, wird man bei dieser Sorte ein High mit dem psychedelischen „Etwas“ erfahren können. Durch die sativadominierte Natur dieser Sorte ist auch energiegeladene Kreativität mit im Paket.

GREAT WHITE SHARK

Great White Shark ist eine Sorte, die durch die Kreuzung von Super Skunk mit brasilianischen und indischen Genen entstanden ist. Diese Sorte hat einen THC-Gehalt von 17% und bewirkt dennoch ein stark mental und physisch wirkendes High, das außerdem sehr betäubend wirkt.

SCHLUSSFOLGERUNG

Cannabis ist keine halluzinogene Droge, wie beispielsweise Zauberpilze oder LSD. Cannabis ist psychoaktiv und kann euphorische Gefühle und äußerst interessante Gedankengänge anregen. Es scheint schwierig bis unmöglich zu sein, durch den Konsum von Cannabis Halluzinationen zu erfahren, es sei denn, dass eine Person visuelle oder auditorische Halluzinationen als Symptom einer psychotischen Episode erlebt.

Wenn man extrem high ist, können die mentalen Effekte dazu führen, dass man die Realität etwas anders wahrnimmt, diese Wirkungen sind aber genau genommen keine Halluzinationen.

Luke Sumpter

Geschrieben von: Luke Sumpter
Luke Sumpter ist ein im Vereinigten Königreich ansässiger Journalist, der auf Gesundheit, alternative Medizin, Kräuter und psychedelische Heilverfahren spezialisiert ist. Er hat bereits für "Reset.me", "Medical Daily" und "The Mind Unleashed" geschrieben und deckt dabei diese und noch weitere Bereiche ab.

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