Blog
Entourage-Effekt
6 min

Was Ist Der Entourage-Effekt?

6 min
Forschung Neuigkeiten

Experten beschreiben den Entourage-Effekt als einen der Hauptakteure hinter den potenziellen Nutzen von CBD. Wenn Du mit diesem Konzept nicht vertraut bist, lass es Dir von uns erklären, damit Du CBD oder Cannabis in vollen Zügen nutzen kannst.

Versuche, eine Google-Suche nach CBD-Öl und seinen potenziellen Vorteilen zu machen. Du wirst wahrscheinlich auf Artikel stoßen, die behaupten, dass die Vollspektrum-Variante die beste Wahl ist.

Unter den drei Arten von Cannabidiol-Extrakten ist Vollspektrum-CBD-Öl das einzige, das THC enthält, die psychotrope Verbindung von Cannabis. Es enthält jedoch nicht mehr als 0,2 oder 0,3% THC, was kein High verursachen kann.

Aber warum ist Vollspektrum-CBD-Öl die am meisten empfohlene Variante? Experten schreiben dies dem Entourage-Effekt zu.

Wenn Du zum ersten Mal davon hörst und nicht weißt, was das bedeutet, mach Dir keine Sorgen. In diesem Artikel erfährst Du, was der Entourage-Effekt ist, was seine potenziellen Nutzen sind und wie Du ihn mit CBD-Öl und Cannabis erreichen kannst.

Der Entourage-Effekt: Eines der großen Geheimnisse von Cannabis

Der Entourage-Effekt

Der Entourage-Effekt ist eine Theorie der chemischen Synergie. Sie weist darauf hin, dass Cannabinoide, Terpene und andere Chemikalien in der Cannabispflanze zusammenwirken, um eine ausgeprägtere Wirkung zu produzieren. Es wird zum Beispiel angenommen, dass THC und CBD wirksamer sind, wenn sie unter bestimmten Umständen zusammen eingenommen werden.

Die Theorie des Entourage-Effekts entstand im Jahr 1998 unter der Leitung des israelischen Cannabis-Chemikaers Dr. Raphael Mechoulam. Im Grunde besagt sie, dass die wahrgenommenen Nutzen von Cannabis aus dem vollständigen Phytokomplex der Cannabispflanze resultieren, auch bekannt als die gesamte Palette der darin enthaltenen aktiven chemischen Verbindungen.

Nun könnte die Idee, THC zusammen mit ihrem Cannabidiol einzunehmen, CBD-Öl-Nutzern Anlass zur Sorge geben. Bedeutet dies, dass man psychotrope Wirkungen erfahren muss? Auf welche Weise ist es CBD zuträglich?

Was ist der Entourage-Effekt?

Da er sich sowohl mit Cannabinoiden als auch Terpenen in Verbindung steht, lass uns tiefer in die Details des Entourage-Effekts eintauchen.

Der Entourage-Effekt und Cannabinoide

Der Entourage-Effekt Und Cannabinoide

Einzelne Cannabinoide erzeugen ihnen eigene Wirkungen. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass die gesamten Auswirkungen in Kombination umfassender sind, als die einer einzelnen Verbindung.

Nehmen wir zum Beispiel THC und CBD. Mehrere Studien mit Fokus auf verschiedene Krankheiten des Menschen haben die einzelne Wirkung dieser Cannabinoide mit der kombinierten Wirkung verglichen und festgestellt, dass die Kombination von THC und CBD effektiver ist[1].

Dies spiegelt sich sogar in der Entwicklung von Sativex wider, einem von der FDA zugelassenen Medikament, das sowohl THC als auch CBD enthält und in über 25 Ländern erhältlich ist. Sativex ist eines der wenigen zugelassenen Arzneimittel auf Cannabinoid-Basis und wurde daher ausführlich[2] untersucht.

Eine Studie aus dem Jahr 2018[3] zu Cannabis und negativen Auswirkungen testete sowohl THC als auch CBD auf ihren wahrgenommenen Einfluss auf die Stimmung. Letztendlich nahmen die Teilnehmer die größten stimmungsbezogenen Verbesserungen wahr, wenn sie eine Sorte mit hohem CBD-Gehalt (>9,5%) und niedrigem THC-Gehalt (<5,5%) rauchten.

Dies sind nur einige Beispiele für mögliche Cannabinoid-Synergien im wissenschaftlichen Umfeld. Aktuelle Erkenntnisse haben dazu geführt, dass Präparate mit mehreren Cannabinoiden beliebter denn je sind.

Verwandter Artikel

Darum Ist Das Verständnis Der Verschiedenen CBD:THC-Verhältnisse So Wichtig

Der Entourage-Effekt und Terpene

Der Entourage-Effekt und Terpene

Abgesehen von Cannabinoiden sind auch die Terpene in Cannabis für die Förderung des Entourage-Effekts verantwortlich. Dies wird durch das Ausprobieren von verschiedenen Sorten deutlich. Warum sonst würden zwei Sorten mit dem gleichen Cannabinoid-Gehalt völlig einzigartige Wirkungen haben? Verantwortlich für das dynamische Geschmacksprofil von Gras sind Terpene, die aber auch ihre eigenen physiologischen Wirkungen zeigen.

Werfen wir einen Blick auf den Zusammenhang zwischen Marihuana und Schlaf. Im Laufe der Jahrzehnte haben Experten eine ziemlich starke Verbindung zwischen den beiden hergestellt. Bereits im Jahr 1972[4] fanden Forscher heraus, dass eine akute Aufnahme von THC den Menschen möglicherweise half, schneller einzuschlafen. Andere Ergebnisse sind ein vermindertes Aufwachen nachdem man eingeschlafen ist und ein erhöhter Tiefschlaf.

Aber ist es nur THC, das den Schlaf fördert? Andere Studien legen das Gegenteil nahe.

Dr. Ethan Russos im Jahr 2011 veröffentlichte und oft zitierte Bewertung[5] “Taming THC” hebt das schlaffördernde Potenzial von Mycren hervor, einem Cannabisterpen, das auch in Hopfen und anderen Pflanzen vorkommt. Russo glaubt, dass dieses Terpen der mögliche Verantwortliche für das mit Marihuana verbundene “Couch-Lock”-Phänomen ist.

Ein weiteres Terpen, das beim Entourage-Effekt eine Rolle spielen soll, ist ß-Caryophyllen. Aus diesem Grund hat Cannabis ein ausgeprägt würziges und moschusartiges Aroma. Und wie Studien[6] nahelegen, besitzt es beruhigende und schützende Eigenschaften, die es ideal für ganzheitliche Nutzer machen.

Verwandter Artikel

Wie Du Cannabis Für Besseren Schlaf Verwendest

Wie fühlt sich der Entourage-Effekt an?

Wie fühlt sich der Entourage-Effekt an?

Durch den Entourage-Effekt wird man sich natürlich abhängig von den jeweiligen Verbindungen unterschiedlich fühlen. Somit besteht das Ziel darin, entweder die Wirkungen der primären Verbindungen zu verstärken oder ihre Nebenwirkungen oder nachteiligen Effekte zu mildern.

Ein klassisches Beispiel hierfür ist die Wechselwirkung zwischen CBD und THC. Mehrere Studien, darunter eine aus dem Jahr 2013[7], verweisen auf das Potenzial von CBD, die negativen Auswirkungen von THC zu begrenzen. Im Allgemeinen wird angenommen, dass CBD die Psychoaktivität von THC dämpft, wenn sie zusammen konsumiert werden, was für ein sanfteres und angenehmeres High sorgt. Allerdings unterstützen nicht alle Befunde diese Annahme.

Eine Studie an 36 Personen aus dem Jahr 2019[8] ergab, dass eine Kombination aus hohem THC- und niedrigem CBD-Gehalt zu einem stärker wahrgenommenem Rausch als THC allein führt. Dies ist keine Bestätigung dafür, dass dies wirklich so ist, aber es legt nahe, dass die Dosis und die Konzentration eine wichtige Rolle dabei spielen, wie man den Entourage-Effekt erlebt. Darüber hinaus wurde in dieser Studie Verdampfen als Konsummethode verwendet, die sich möglicherweise ebenfalls auf die Ergebnisse auswirken könnte.

Macht der Entourage-Effekt high?

Macht der Entourage-Effekt high?

Auch hier kommt es auf die Kombination von Cannabinoiden und Terpenen an.

Wie bereits erwähnt, kann THC in Kombination mit dem Terpen Mycren für den sogenannten Couch-Lock-Effekt verantwortlich sein, an dem sich viele Genussnutzer erfreuen. In diesem Fall könnte man die psychotrope Wirkung der Pflanze auch gleich in vollen Zügen genießen.

Auf der anderen Seite wird ein CBD-Produkt mit einer nur geringen Menge THC (nicht mehr als 0,3%) einen nicht high machen. Stattdessen wird man hauptsächlich die wahrgenommenen Wirkungen von Cannabidiol spüren.

Wie man den Entourage-Effekt erzielt

Es gibt mehrere Wege, den Entourage-Effekt zu erzielen, aber im Folgenden konzentrieren wir uns auf nur zwei dieser Methoden. Die erste beinhaltet die Verwendung von Vollspektrum-CBD-Produkten und die zweite beinhaltet traditionelle Cannabisblüten.

Vollspektrum-CBD-Öl

Vollspektrum-CBD-Öl

Wir haben Vollspektrum-CBD-Öl in unserer Einleitung bereits kurz angesprochen. Wie wir bereits erwähnt haben, nutzt diese CBD-Öl-Variante eine kleine Menge THC (deutlich unter dem berauschenden Schwellenwert), so dass es CBD subtil unterstützen kann, ohne den Nutzer high zu machen. Darüber hinaus enthält Vollspektrum-CBD-Öl auch kleine Mengen nützlicher Cannabinoide wie CBN, CBG und CBC.

Und in Vollspektrum-CBD-Öl sind nicht nur Cannabinoide enthalten: auch Terpene spielen eine Rolle. Seien es Mycren, ß-Caryophyllen, Pinen oder verschiedene andere; sie alle können die Gesamtwirkung eines bestimmten CBD-Produkts beeinflussen. In einem Vollspektrum-CBD-Öl können auch verschiedene Flavonoide enthalten sein.

Im Gegensatz dazu enthält Breitspektrum-CBD-Öl alle oben genannten Verbindungen außer THC. In Breitspektrum-Rezepturen ist die psychotrope Verbindung absolut nicht vorhanden. Dennoch kann der Nutzer vom Zusammenspiel von anderen sekundären Pflanzenstoffe profitieren. CBD-Isolat, die dritte Variante von CBD-Öl, enthält nur CBD. Infolgedessen profitiert der Nutzer nur von den Wirkungen von CBD, ohne den Einfluss des Entourage-Effekts.

Ein wissenschaftliches Beispiel für die potenzielle Wirksamkeit von Vollspektrum-CBD-Öl ist in einer Studie aus dem Jahr 2015[9] an Labormäusen zu sehen.

Die Studie untersuchte zunächst die Wirkungen von CBD-Isolaten, die letztendlich keine klaren Hinweise auf die wahrgenommene Fähigkeiten von Cannabidiol zeigten, das Gefühl von Unbehagen zu blockieren. DBei Vollspektrum-CBD war dies nicht der Fall, was “einen klaren Zusammenhang” zwischen den genannten positiven Reaktionen und den verabreichten Dosen lieferte.

Der Hauptnachteil von Vollspektrum-CBD-Öl besteht darin, dass es aufgrund des winzigen THC-Gehalts eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit gibt, einen positiven Drogentest auszulösen. Wenn Du dies aus beruflichen Gründen vermeiden musst, ist es am besten, bei Breitspektrum-CBD-Produkten oder CBD-Isolaten zu bleiben.

Der Entourage-Effekt mit Cannabis

Der Entourage-Effekt mit Cannabis

Wenn Du Dich dafür entscheidest, Cannabis zu konsumieren, um den Entourage-Effekt zu erzielen, ist es wahrscheinlich besser, wenn Du es verdampfst, anstatt es zu rauchen. Die Hauptgründe: Temperatur und Verbrennung.

Wenn man einen Joint raucht oder an einer Bong zieht, erhitzt man das Pflanzenmaterial der Cannabispflanze bis zur Verbrennung und verbrennt am Ende einen ziemlich großen Anteil der wertvollen Terpene und Cannabinoide der Blüten.

Aber beim Verdampfen erhitzt man die Blüten genau richtig, um das volle Terpen- und Cannabinoid-Profil zu erhalten. Einige Geräte verfügen sogar über eine präzise Temperaturreglung, mit der man direkt auf bestimmte Cannabinoide oder Terpene abzielen kann. Letztendlich holt man das Beste aus seiner Erfahrung heraus und bewahrt gleichzeitig die synergistische Beziehung, die die Wirkung unseres geliebten Krauts aufwertet.

Verwandter Artikel

Die Vorteile Beim Verdampfen: Warum Es Die Intelligentere Wahl Ist

Ist der Entourage-Effekt echt?

Ist der Entourage-Effekt eine reale Sache?

Ob der Entourage-Effekt zumindest im klinischen Kontext quantifizierbar ist, lässt sich derzeit noch nicht mit Sicherheit bestimmen. Um alle möglichen Wechselwirkungen zu untersuchen, müssen umfassendere Untersuchungen durchgeführt werden.

Theoretisch ist der Entourage-Effekt vielversprechend. Es ist jedoch auch wichtig, die Kritikpunkte dagegen zu betrachten. Da es keine ausreichenden Belege für solide Behauptungen gibt, sehen einige Experten darin einen Vermarktungstrick zur Stärkung der Cannabisindustrie.

Davon abgesehen erlebt man den Entourage-Effekt zu einem gewissen Grad, wenn man seine Lieblingssorte raucht. Diese Terpene und Cannabinoide in den Blüten arbeiten zusammen, um dieses spezifische High zu erzeugen, weshalb man sich in diese spezifische Haze, Kush usw. verliebt hat. Darüber, ob “Entourage-Effekt” der beste Begriff ist, um diese Beziehung zu beschreiben, lässt sich argumentieren.

Zamnesia

Geschrieben von: Zamnesia
Zamnesia hat Jahre damit verbracht, die Produkte, das Sortiment und das Wissen rund um alle psychedelischen Dinge weiter zu verfeinern. Angetrieben vom Geiste Zammis, strebt Zamnesia stets danach, Dir genaue, sachliche und informative Inhalte zu liefern.

Über Unsere Autoren
Haftungsausschluss:
Wir erheben keine medizinischen Ansprüche. Dieser Artikel wurde nur zu Informationszwecken verfasst und basiert auf Studien, die von anderen externen Quellen veröffentlicht wurden.

Externe Quellen:
  1. Multicenter, Double-Blind, Randomized, Placebo-Controlled, Parallel-Group Study of the Efficacy, Safety, and Tolerability of THC:CBD Extract and THC Extract in Patients with Intractable Cancer-Related Pain - http://files.iowamedicalmarijuana.org
  2. A Study of the Safety and Effectiveness of Sativex®, for the Relief of Symptoms of Spasticity in Subjects, From Phase B, With Multiple Sclerosis (MS) - https://clinicaltrials.gov
  3. A naturalistic examination of the perceived effects of cannabis on negative affect - https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  4. Delta-9-tetrahydrocannabinol and synhexl: effects on human sleep patterns - https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  5. Taming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid entourage effects - https://bpspubs.onlinelibrary.wiley.com
  6. Taming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid entourage effects - https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  7. Does Cannabidiol Protect Against Adverse Psychological Effects of THC? - https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  8. A randomised controlled trial of vaporised Δ 9 -tetrahydrocannabinol and cannabidiol alone and in combination in frequent and infrequent cannabis users: acute intoxication effects - https://link.springer.com
  9. Overcoming the Bell-Shaped Dose-Response of Cannabidiol by Using Cannabis Extract Enriched in Cannabidiol - https://www.scirp.org

Read more about
Forschung Neuigkeiten
Suche in Kategorien
oder
Suche