Drucke Deine eigenen Medikamente - Die Zukunft der Arzneimittelherstellung

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Drucke Deine eigenen Medikamente - Die Zukunft der Arzneimittelherstellung

Du hast vielleicht bereits einen 3D-Drucker zu Hause. Aber jetzt wird die Sache so richtig wild: Man arbeitet an einem "Chemputer" - im Grunde ist es ein 3D-Drucker, der Arzneimittel ausdruckt. Ziemlich cool, oder?

Du hast vielleicht bereits einen 3D-Drucker zu Hause. Aber jetzt wird die Sache so richtig wild: Man arbeitet an einem "Chemputer" - im Grunde ist es ein 3D-Drucker, der Arzneimittel ausdruckt. Ziemlich cool, oder?

Leider kann man den Arzneimitteldrucker noch nicht kaufen. Aber vielleicht bald - Professor Lee Cronin leitet ein Team von 45 Forschern, die daran arbeiten. Nachdem sie über die letzten paar Jahre an der Herstellung großer komplexer Moleküle arbeiteten, wollten sie mit der Technologie noch einen Schritt weiter gehen. Mit einem Strom von Zuschüssen für ihren "Chemputer" überschüttet, können wir erwarten, daß wir bereits in ein paar Jahren Ergebnisse sehen werden.

Von der Theorie zur Praxis

Vor ein paar Jahren, auf einer TED Konferenz, beschrieb Cronin, daß eines seiner Ziele sei, durch die Schaffung evolutionärer Algorithmen in inerter Materie "anorganisches Leben" zu erschaffen. Ein Ableger dieser Linie des Denkansatzes hat sich zu einem ganz neuen eigenen Nebenprojekt für ihn und sein Team entwickelt und das ist, die neue Technologie des 3D-Druckes zu nutzen, um Arzneimittel herunterzuladen und auszudrucken.

Cronin beschreibt, daß der Grund für das Projekt der Wunsch ist, alle theoretische und Labor basierte Arbeit zu einer praktischen Anwendung zu bringen, eine, die einen täglichen Nutzen hat und den Umgang mit Medikamenten auf jeder Ebene ändern könnte. In einer Erklärung beschrieb er seine Absicht mit den Worten: "Im Grunde genommen würde ich gerne für die Entdeckung und den Vertrieb verschreibungspflichtiger Medikamenten tun, was Apple für die Musik tat." Es ist eine ziemlich gewagte Aussage, aber hinter Cronin steht ein Forscherteam der Weltklasse und sie haben in den letzten 10 Jahren Moleküle im Eigenbau erschaffen - also könnte alles möglich sein.

Das Projekt ist noch nicht viel mehr als ein Entwurf auf dem Zeichenbrett, aber es hat eine Menge Potenzial. Bis jetzt hat es bereits viel Denken über den Tellerrand hinaus erfordert. Cronin beschreibt, daß sie einen 3D-Drucker so modifiziert hatten, damit dieser zunächst ein "Miniaturlabor" aus Dichtungsmittel ausdruckt; das ist im Grunde ein Labor, in dem chemische Reaktionen stattfinden, was dem Drucker ermöglicht, in verschiedene Teile davon chemische Farben zu injizieren, um so die Abfolge von Reaktionen auszulösen, die erforderlich sind, um das betreffende Medikament herzustellen.

Diese Tinten bräuchten nur einfache Reagenzien zu sein, aus denen komplexere Moleküle hergestellt werden können. Cronin weist darauf hin, daß die meisten Arzneimittel aus Wasserstoff, Kohlenstoff und Sauerstoff, sowie leicht verfügbaren Inhaltsstoffen wie Paraffin und pflanzlichen Ölen bestehen. Weiter ausführend sagte er: "Mit einem Drucker sollte es möglich sein, daß mit einer relativ kleinen Anzahl von Farben jedes organische Molekül herzustellen sein sollte."

Eine Revolution in Arbeit

Was sind die Folgen einer solchen Maschine? Im Grunde würde sie es jedem, der Zugang zu einem solchen Drucker hat, ermöglichen, ein Medikament herzustellen. Natürlich kommen einem wilde Fantasien vom Ausdrucken alles möglichen, von LSD bis 2C-T-7 in den Sinn - und tatsächlich könnte es gut sein, daß das ist, wohin die Reise geht. Es ist Stoff für einen Science Fiction Roman, aber es könnte in nicht allzu ferner Zukunft Realität werden.

Anders als die die kühnsten Träume eines jeden ernsthaften Psychonauten zu erfüllen, würde ein solcher Drucker die Verfügbarkeit von Medikamenten in Ländern der Dritten Welt revolutionieren. Und das beste daran wäre, daß es den Zugang zu Medikamenten revolutionieren würde, die die Pharmaunternehmen sich weigern, zu produzieren, weil sie nicht patentiert werden können oder keine ausreichend große Nachfrage besteht, um sie rentabel zu machen.

Cronin sagt "Es gibt sehr viele Medikamente, die nicht verfügbar sind, weil die Bevölkerung, die sie braucht, nicht groß genug oder nicht reich genug ist. Dieses Modell würde die Wirtschaftlichkeit verändern, es könnte jedes Medikament kostengünstiger machen." Dies würde effektiv den Zugang zu einem Medikament demokratisieren.

Wie Du Dir vorstellen kannst, ist das Projekt bei verschiedenen Seiten auf großes Interesse gestoßen. Von Pharmaunternehmen, die daran interessiert sind, wie es genutzt und in ihr Geschäftsmodell integriert werden kann, bis hin zu Generälen der NATO, die von der Idee begeistert sind, auf dem Schlachtfeld ein tragbares, grenzenloses Medizinschränkchen zur Verfügung zu haben. Es gibt unendlich viele Anwendungen; es würde sogar die Entdeckung und Synthetisierung neuer Medikamente viel einfacher machen, was völlig neue Wege öffnen würde!

Cronin hofft innerhalb der nächsten Jahre funktionierende Prototypen herzustellen. Prototypen, die man humanitären Stiftungen wie der Bill und Melinda Gates Stiftung vorstellen könnte, die, wie er hofft, wiederum helfen, sie dann für die Entwicklungsländer zu produzieren.

Bedeutet dies, daß wir in Zukunft in der Lage sein werden, zu Hause unsere eigenen Medikamente auszudrucken? Wer weiß, vielleicht ja - aber es gibt zwangsläufig viele rechtliche Folgen, die ein solches Gerät mit sich bringt. In jedem Fall hat es ein revolutionäres Potential.