Die Theorie vom berauschten Affen und der menschlichen Evolution

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Die Theorie vom berauschten Affen und der menschlichen Evolution

Wenn Du Europäer bist, stehen die Chancen gut, daß Du Darwin und die Evolutionstheorie kennst. Weniger wahrscheinlich ist hingegen, daß Du von Terence McKenna's Theorie des "berauschten Affen" gehört hast. Glücklicherweise sind wir hier, um die Wissenslüc

Terence McKenna war ein amerikanischer Philosoph, der es zu seiner Lebensaufgabe gemacht hatte, die Beschaffenheit des Bewußtseins und den Gebrauch hochwirksamer Psychedelika zu erforschten. In vielen seiner Bücher tauchen ausgefallene Theorien auf, wobei eine besonders interessante sich damit beschäftigt, wie Psychedelika die menschliche Evolution geprägt haben könnten und letztendlich dazu beitrugen, daß der Homo erectus sich zum Homo sapiens entwickelte. Sie ist heute bekannt als "The Stoned Ape Theory of Human Evolution" (Die Theorie vom berauschten Affen und der menschlichen Evolution).

Die Theorie

Laut McKenna's Theorie, die er in seinem Buch "Die Speisen der Götter" skizziert, entstand mit dem Verschwinden des nordafrikanischen Dschungels gegen Ende der jüngsten Eiszeit eine weite Steppenlandschaft. Unsere Vorfahren, die zuvor auf Bäumen gelebt hatten, wurden nun mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Er führt an, daß unsere Ahnen Tierherden folgten, um diese zu erlegen und somit zwangsläufig auch von dem lebten, was das Land, über das die Herden gezogen sind, sonst noch zu bieten hatte. Es sei sehr wahrscheinlich, daß sie beim Verfolgen der Tiere in deren zurückgelassenem Dung Zauberpilze fanden. Es war die Aufnahme der Pilze in den Speiseplan der frühen Menschen, von der angenommen wird, daß sie dazu geführt hat, daß wir an die Spitze der Nahrungskette befördert wurden.

Alex Grey - The Visionary Origin of Language

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Wie bitte?!? Wie halfen uns diese Pilze bei unserer Entwicklung?

Nun, zunächst einmal verbesserten laut McKenna geringe Dosen Psilocybin das Sehvermögen und daraus sei ein enormer evolutionärer Vorteil bei der Jagd entstanden. Es sei viel einfacher für sie geworden, ihre Beute zu finden und zu verfolgen. Dies würde bedeuten, daß der Gruppe ein größeres Nahrungsangebot zur Verfügung gestanden hätte und hätte damit zu einer besseren Gesundheit und einer höheren Reproduktionsrate innerhalb der Gruppe geführt – was so ziemlich das ist, worauf es bei der Evolution eben ankommt.

Ein weiterer Vorteil sei, daß Psilocybin in etwas höheren Dosen sexuell stimulierend wirkt, was verständlicherweise eine höhere Anzahl an Nachkommen zur Folge hätte. Noch höhere Dosen können die Art wie wir denken verändern und Grenzen zum einstürzen bringen. Wenn dies bei unseren Vorfahren der Fall war, dann hätten hohe Dosen die Bindung innerhalb der Gruppe gefestigt, die Empathie füreinander gefördert und die Gruppe als Ganzes gestärkt.

Was zudem sehr interessant an dieser Theorie ist, ist die Behauptung McKennas, daß die psychoaktive Stimulation der Zauberpilze die sprachliche Kommunikation begünstigt hätte. Das an sich ist schon ein revolutionärer Gedanke. Im Grunde war er der Überzeugung, daß die Pilze das sprachliche Denken und die Entwicklung von Worten förderte und so schließlich die komplexe Sprache hervorbrachte.

Wie Du siehst, ist dies eine sehr interessante Theorie. Sie könnte einigen recht abwegig erscheinen, aber sie ist nicht völlig unwahrscheinlich. Diese Theorie besagt nicht, daß andere falsch sind und daß dies der genaue Ablauf unserer Entwicklung war, sondern eher, daß der Gebrauch von Zauberpilzen, neben vielen anderen, ein einflußreicher Faktor war.

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