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Pflanzen, Die Ebenfalls Cannabinoide Enthalten
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Cannabinoide Gibt Es Nicht Nur In Der Cannabispflanze

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Falls Du denkst, dass Cannabinoide nur in Cannabis vorkommen, ist es Zeit, diese Auffassung zu ändern! Es gibt viele Pflanzenarten, die Cannabinoide, Terpene und Cannabimimetika enthalten. Da Cannabinoid-basierte Behandlungen immer häufiger werden, ist es wichtig zu wissen, wo man alternative Quellen fundet. Lies weiter, um mehr zu erfahren.

Was medizinische Behandlungen auf Cannabinoid-Basis angeht, steht die Cannabispflanze wegen der Fülle, die sie an diesen einzigartigen Verbindungen in sich trägt, weiterhin an vorderster Front. Cannabinoide interagieren mit dem Endocannabinoid-System (ECS) des menschlichen Körpers, um eine breite Palette von Wirkungen auslösen. Dafür sind das mit dem THC einhergehende bewusstseinserweiternde und Hunger auslösende High oder die beruhigenden und therapeutischen Fähigkeiten von CBD nur zwei Beispiele von vielen. Denn tatsächlich produziert die Cannabispflanze über einhundert verschiedene Cannabinoide und obwohl wir nur von wenigen wirklich wissen, wie sie wirken, scheint doch jedes einzelne ganz spezifische Fähigkeiten zu haben.

Cannabinoide Gibt Es Nicht Nur In Der Cannabispflanze

Glücklicherweise gibt es noch einige andere Pflanzen[1] und Substanzen, die nicht nur Cannabinoide enthalten, sondern auch weitere Verbindungen, die auf dieselbe Weise wie Cannabinoide wirken und infolgedessen mit unserem ECS interagieren. Es dürfte Dich überraschen, wenn Du erfährst, dass diese Verbindungen im Küchenschrank zu finden sind oder von Natur aus in Deinem Garten wachsen. Die Bedeutung alternativer Cannabinoid-Quellen ist groß: Cannabinoide entwickeln sich nicht nur in wachsendem Maße zu einer normalen Ergänzung bestimmter Therapien, sondern können auch dazu beitragen, das Phänomen des klinischen Endocannabinoid-Mangels (CED) zu bekämpfen.

Die Wichtigkeit Alternativer Quellen Für Cannabinoide

Die Wichtigkeit Alternativer Quellen Für Cannabinoide

Obwohl die Cannabispflanze, insbesondere im Vergleich mit anderen Pflanzen, die höchste Konzentration an Cannabinoiden aufweist, ist es nicht unbedingt einfach, an diese Verbindungen heranzukommen. Die Ansichten über Cannabis fallen nach wie vor sehr unterschiedlich aus, weshalb Anbau und Ernte der Pflanze in den meisten Teilen der modernen Welt nach wie vor illegal sind. Auch die Erforschung der Cannabinoide ist angesichts der tabuisierten Natur von Cannabis schwierig durchzuführen und darin liegt ein weiterer bedeutender Hemmschuh für die Entwicklung von Behandlungen auf Cannabinoid-Basis.

Die Erforschung der Cannabinoide ist dabei in zweierlei Hinsicht von Bedeutung. Zunächst einmal gelten Cannabinoide als neuartige Option für die Behandlung von Krebs, Parkinson, Morbus Crohn, Reizdarmsyndrom, Arthritis, Depression und vieler weiterer Erkrankungen. Da sich gezeigt hat, dass der Einsatz von Cannabinoiden im Vergleich zu einigen gängigen pharmazeutischen Optionen meist geringere Nebenwirkungen aufweist, wird der Wunsch nach einem natürlichen Ansatz stärker.

Darüber hinaus vertreten Forscher mittlerweile die Auffassung, dass viele chronische Erkrankungen damit zusammenhängen, dass der Körper nur unzureichend in der Lage ist, Endocannabinoide zu bilden. Falls sich diese Hypothese als zutreffend erweisen sollte, könnte ein solcher klinischer Endocannabinoid-Mangel[2] durch Ergänzung mit externen Cannabinoiden behoben werden. Die Phytocannabinoide aus Cannabis und weiteren Pflanzen sind ideale Kandidaten für diese Vorgehensweise.

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An manche kommt man vielleicht schwerer heran als an andere, aber meist sind alle diese Pflanzen oder Substanzen legal. Darüber hinaus enthalten sie durchweg Verbindungen, die auf irgendeine Weise mit dem ECS interagieren können.

Im Küchenschrank

Im Küchenschrank

 

Schokolade (Theobroma Cacao)

Wie oft lässt uns ein harter Arbeitstag nach einem Schokoriegel greifen? Dieser Griff belegt immer wieder, dass es sich bei der besänftigenden und beruhigenden Wirkung von Schokolade (und hier speziell von dunkler Schokolade) nicht nur um ein Ammenmärchen handelt. Eine 1996 durchgeführte Studie[3] ergab, dass Schokolade "wohl Lipide enthält, die chemisch und pharmakologisch mit Anandamid verwandt sind". Anandamid ist ein Endocannabinoid, das aufgrund des natürlichen Hochgefühls, das es auslöst, häufig auch als "Molekül der Glückseligkeit" bezeichnet wird. Weiterhin gibt es Belege für die Annahme, dass auch noch weitere Verbindungen in Kakao mit dem Enzym Fettsäureamid-Hydrolase (abgekürzt FAAH) interagieren.

FAAH wird vom Körper produziert, um der Produktion von Anandamid entgegenzuwirken. Indem wir die Produktion von FAAH blockieren und somit den Abbau von Anandamid einschränken, können wir das "natürliche Hochgefühl“ der Schokolade genießen.

Schwarzer Pfeffer (Piper Nigrum)

Wenn Du noch etwas tiefer in Deinem Küchenschrank gräbst, findest Du sicher diese weitere Substanz, die mit dem ECS interagieren kann. Rein technisch gesehen enthält schwarzer Pfeffer zwar keine Cannabinoide, dafür aber das Terpen β-Caryophyllen (BCP). Terpene sind die Verbindungen, die Cannabis und vielen anderen Pflanzen ihr spezifisches Aroma verleihen. Auch was die Terpene angeht, hat man herausgefunden, dass sie ihre eigenen therapeutischen Nutzen bieten.

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Weil es an CB2-Rezeptoren bindet, hat β-Caryophyllen zum Beispiel potentiell[4] entzündungshemmende Eigenschaften. Andere Terpene wie etwa Myrcen haben ebenfalls die Fähigkeit[5] gezeigt, beruhigende Wirkungen zu erzielen, als man sie in Rattenmodellen untersuchte.

Im Garten

Im Garten

 

Sonnenhut (Echinacea)

Echinacea ist in Gärten, Blumenbeeten und auf Fensterbänken häufig anzutreffen und wird wegen seiner attraktiven Blüten angebaut. Betrachtet man den Sonnenhut jedoch im Mikroskop, entdeckt man, dass die Pflanze noch über ganz andere Fähigkeiten verfügt – in ihrem Inneren gibt es nämlich Verbindungen, die man als Cannabimimetika bezeichnet.

Cannabimimetika sind auf molekularer Ebene nicht dasselbe wie Cannabinoide, lösen aber im ECS eine ähnliche Reaktion aus. Echinacea wird seit Jahrhunderten als Heilmittel gegen Erkältungen und Müdigkeit eingesetzt. Man nimmt an, dass ein Teil seiner Wirksamkeit darauf beruht, dass es in bestimmter Hinsicht hilft, unser Immun- und Entzündungssystem zu regulieren.

In Freier Natur

In Freier Natur

 

Lebermoos (Radula Marginata)

Diese zur Gattung der Kratzmoose gehörende Pflanze ist insofern einzigartig, als dass sie beim Verzehr ähnliche Wirkungen wie THC erzeugt (wenngleich diese auch viel milder ausfallen). Dies ist jedoch nicht etwa das Ergebnis von THC, sondern einer ähnlichen Verbindung namens Perrottetinen. Man vermutet, dass Perrottetinen auf dieselbe Weise wie THC an CB1-Rezeptoren bindet. Radula marginata hat jedoch einen deutlichen Vorteil – zumindest derzeit ist es noch legal.

Jambú (Acmella Oleracea)

Jeder von uns hat irgendwann einmal unter Zahnschmerzen gelitten. Vor der Einführung der modernen Medizin mussten die Menschen ganzheitliche Methoden anwenden, um sich etwas von den Schmerzen erholen zu können. Dabei bevorzugte man Jambú, weil die Pflanze beim Kauen im Mund ein Gefühl der Betäubung vermittelt.

Die Universität Cambridge[6] hat die Pflanze inzwischen untersucht und festgestellt, dass sie eine Verbindung namens N-Isobutylamid enthält. Man vermutet, dass diese Verbindung an CB2-Rezeptoren bindet und insoweit hilft, Schmerzen und Entzündungen zu regulieren. Es besteht die Hoffnung, dass sich Jambú durch die Nutzung seiner Fähigkeiten zu einer natürlichen Alternative zu synthetischen Schmerzmitteln entwickeln könnte.

Es Gibt Noch Mehr Pflanzen

Es Gibt Noch Mehr Pflanzen

Die eben aufgeführten Pflanzen repräsentieren nur einen Ausschnitt aus einer Vielzahl von Pflanzenarten, die Cannabinoide oder ähnliche Verbindungen enthalten. Mit unserem Verständnis von Cannabinoiden wächst auch die Bedeutung alternativer Cannabinoid-Quellen. Wenn man bedenkt, dass einige dieser Pflanzen Verbindungen produzieren, die wie Cannabinoide wirken, ist es für die Zukunft der Behandlungen auf Cannabinoidbasis unerlässlich, genau zu verstehen, wie sie funktionieren und wo sie zu finden sind. Wer weiß, welche künftigen Behandlungsformen möglich sind, wenn wir erst gelernt haben sollten, die Fähigkeiten von Cannabimimetika nachzuahmen und zu nutzen!

Lucas

Geschrieben von: Luke
Luke ist ein Teilzeit-Autor und Vollzeit-Visionär. Ein anonymer Psychonaut, der mit Anzug und Krawatte in der Gesellschaft untertaucht, arbeitet daran den Massen evidenzbasierte Rationalität zu bringen.

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Wir erheben keine medizinischen Ansprüche. Dieser Artikel wurde nur zu Informationszwecken verfasst und basiert auf Studien, die von anderen externen Quellen veröffentlicht wurden.

Externe Quellen:
  1. Phytocannabinoids beyond the Cannabis plant – do they exist? - https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2931553/
  2. Clinical Endocannabinoid Deficiency Reconsidered: Current Research Supports the Theory in Migraine, Fibromyalgia, Irritable Bowel, and Other Treatment-Resistant Syndromes - https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5576607/
  3. - https://www.sacredchocolate.com
  4. Beta-caryophyllene is a dietary cannabinoid | PNAS - https://www.pnas.org/content/105/26/9099.long
  5. Central effects of citral, myrcene and limonene, constituents of essential oil chemotypes from Lippia alba (Mill.) n.e. Brown. - PubMed - NCBI - https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12587690
  6. - https://www.cam.ac.uk

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