Die Skythen & Cannabis

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Kategorien : BlogCannabisKunst & Kultur

Skythen und Cannabis


Die Skythen nutzten Cannabis und Hanf für Kleidung, Essen, sowie religiöse Rituale und führten die Droge weitreichend kreuz und quer in Europa und Asien ein.

Ungeachtet der Prohibition des 20. Jahrhunderts werden Cannabis und Hanf von der Menschheit seit Jahrtausenden für viele Verwendungszwecke genutzt. Viele dieser Anwendungen waren nützlich - wie die Nutzung von Hanf für Kleidung. Cannabis war jedoch noch nie "nur" ein eindimensionaler Rohstoff. Mehr als eine religiöse Sekte und Gesellschaft weit über die modernen Rastafari in Jamaika hinweg reichend verwendeten Cannabis für religiöse Zwecke. Hindus, Buddhisten und Sikhs - alle nutzten sie die Droge für religiöse Zwecke.

So tat es auch eine Stammesgruppe, die man die Skythen nennt, die den Gebrauch von Cannabis womöglich von einer dieser Religionen in ihre eigene Kultur übernommen haben. Der früheste historische Beleg von Cannabis weist darauf hin, dass diese Droge schon vor 10.000 Jahren in sowohl Japan, als auch Osteuropa gefunden werden kann. Abgesehen davon waren die Skythen möglicherweise diejenigen, die angesichts der Größe des Einflusses des Stammes die regelmäßige Nutzung der Droge sowohl in europäischen, als auch fernöstlichen Kulturen und Religionen einführten. Sie waren auf jeden Fall die Gruppe von Menschen, die anfingen, Cannabis regelmäßig im alltäglichen Leben zu verwenden, wie auch damit zu handeln.

DIE CANNABIS TRAGENDEN NOMADEN

Die Skythen waren eine Gruppe von kriegerischen eurasischen Stämmen, die mindestens eintausend Jahre vor der Geburt Christi existierten und während römischer Zeit zu Bekanntheit aufstiegen - speziell zwischen 700-100 v. Chr. Sie streiften durch Europa und Asien und etablierten wichtige Handelsrouten, die Europa mit dem Fernen Osten verbanden. Archäologische Belege ihrer Existenz wurden vom Mittelmeer bis Zentralrussland und Asien gefunden.

Ihre Mobilität erlaubte ihnen außerdem, ihre Kultur - einschließlich des Gebrauchs von Cannabis - über die antike Welt zu verbreiten. Es gibt signifikante Beweise, dass sie die Kultur waren, die sowohl Cannabis, als auch Hanf in Europa einführten, sowie die Idee von Cannabis als rituelle Droge durch mittelöstliche Kulturen und Religionen trug. Einige der frühesten Daten, die belegen, dass Cannabis in Europa genutzt wurde, stammen von einer Urne, die nahe dem modernen Berlin entdeckt wurde. Sie datiert zurück auf 500 v. Chr. - oder anders ausgedrückt - den Höhepunkt des skythischen Einflusses in der Region.

Da sie vorwiegend eine nomadische Kultur waren, hinterließen sie keine Städte oder Behausungen. Tatsächlich stammt das meiste, was man über sie weiß, von dem griechischen Historiker Herodot, genauso wie von ihren Grabhügeln, die immer noch überall in der eurasischen Region gefunden werden. Abgesehen davon hielten sie zudem Vieh, das mit ihnen zog. Die weniger nomadischen Stämme bauten sowohl Hanf, als auch Cannabis an. 2013, in einem atemberaubenden Fund in Russland, wurden das erste Mal tatsächliche physische Nachweise für ihre Nutzung von inhaliertem Cannabis entdeckt, ebenso wie für medizinischen und landwirtschaftlichen Hanf.

ALLTÄGLICHER NUTZEN

Hanf Kleidung

Wie viele andere Kulturen verwendeten die Stämme Hanf für Kleidung. Laut Herodot war die Kleidung der Skythen von hoher Qualität und "Leinen so ähnlich, dass nur eine sehr erfahrene Person sagen könnte, ob sie aus Hanf oder Flachs gefertigt war; jemand, der Hanf noch nie zuvor gesehen hatte, würde sicherlich vermuten, es wäre Leinen".

FEUER UND WEIHRAUCH

Die Skythen nutzten Cannabis auch als Medizin und zur Entspannung (zum Vergnügen). 2013 stießen Archäologen während dem Bau einer Stromleitung im Süden von Russland auf ein Gräberfeld. Das Gräberfeld wurde dann geheimgehalten, um es vor Plünderern zu schützen, da die Goldartefakte für die nächsten zwei Jahre entnommen wurden. Als Wissenschaftler eine chemische Analyse der in den ausgegrabenen Goldschalen gefundenen Rückstände durchführten, entdeckten sie ebenfalls echte Beweise dafür, dass Herodots Schriften über ihre Nutzung des Krauts für andere Zwecke als Kleidung und Essenszubereitung auch zutreffend waren.

Gemäß seinem Buch Histories: "Sie machen eine Hütte, indem sie drei Stöcke im Boden befestigen, die sich zueinander neigen und darüber wollige Filze spannen, die sie so anordnen, dass sie so eng wie möglich passen; innerhalb der Hütte wird eine Schüssel über dem Boden plaziert, in die sie mehrere glühend heiße Steine legen und dann ein paar Hanfsamen hinzufügen. Die Skythen nehmen einige dieser Hanfsamen und unter die Filzabdeckungen kriechend werfen sie sie auf die glühend heißen Steine; es fängt sofort an zu rauchen und gibt so einen Dampf ab, wie ihn kein griechisches Dampfbad überteffen kann; die Skythen jauchzen entzückt auf und dieser Dampf dient ihnen anstatt eines Wasserbades; da sie niemals ihre Körper mit Wasser waschen."

DAS HEILIGE KRAUT

Heilige Kraut

Eine Menge wurde über die Stämme und deren Nutzung von Cannabis für religiöse Zwecke geschrieben. Zauberer verbrannten die weiblichen Cannabisblüten, um in Trance zu verfallen und andere "mystische" Erfahrungen hervorzubringen. Cannabis wurde zudem in aufwendigen Gräberfeldern gefunden, begraben mit den Toten, um ihnen den Übergang in die nächste Welt zu erleichtern. Auf einem dieser Felder an den Grenzen von Sibirien und der äußeren Mongolei entdeckten Archäologen einen Graben von etwa 50 Meter im Quadrat und 6 Meter Tiefe, gefüllt mit den Skeletten von Pferden, einem einbalsamierten Mann und einem mit verbrannten Marihuanasamen befüllten Kessel.

Herodot schreibt auch, dass die Skythen glaubten, Cannabis habe magische Kräfte. Hanf wurde außerdem ins Feuer geworfen, um böse Geister abzuwehren.

GLEICHHEIT DER GESCHLECHTER

Eine kämpfende Skythenfrau

Frauen spielten eine unübliche Rolle in der skythischen Gesellschaft. Viele von ihnen kämpften Seite an Seite mit den Männern, waren tätowiert und ihnen wurde laut dem griechischen Historiker Diodor als Kind die rechte Brust entfernt, damit sie starke Brustmuskeln entwickelten und dadurch Schwerter mit größerer Stärke schwingen konnten.

Beide Geschlechter waren ebenso hochqualifiziert im Bogenschießen vom Pferderücken. Die Überreste von sowohl männlichen, als auch weiblichen Schamanen wurden des Weiteren mit Cannabissamen und Artefakten gefunden, die diese enhielten. Frauen nutzten Cannabis anscheinend auch, um Menstruationskrämpfe zu behandeln und Cannabis wurde außerdem in geschlossenen Zelten verbrannt, die dazu verwendet wurden, diejenigen zu "reinigen", die Zeit in ihnen verbrachten. Archäologische Ausgrabungen haben zudem Kochgefäße mit den Ablagerungen von Hanf und Hanfsamen zu Tage gefördert, die immmer noch an der Metalloberfläche anhafteten.

DIE GRÜNDER DER MODERNEN CANNAKULTUR

Als die skythische Kultur begann, systematisch von dem Römischen Reich herausgefordert zu werden, starb ihr Einfluss zusammen mit den Stämmen selbst aus. Ungeachtet dessen dauerte die Nutzung von Cannabis in anderen Kulturen an, mit denen sie in Kontakt gekommen waren, beginnend mit den Römern, bis zu den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Hierin war der Stamm gewiss eine der einflussreichsten Gruppen von Leuten, die das Wissen über die Pflanze - und all ihre Verwendungen - in die moderne Zeit trugen.

 

         
  Marguerite Arnold  

Geschrieben von: Marguerite Arnold
Mit ihrer jahrelangen Erfahrung in der Schriftstellerei hat sich Marguerite der Erforschung der Cannabis-Industrie und den Entwicklungen der Legalisierungsbewegung gewidmet.

 
 
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