Zigaretten, Nicht Cannabis Mit Niedrigerem IQ Verbunden

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Zigaretten, Nicht Cannabis Mit Niedrigerem IQ Verbunden

Oft wurde vermutet, dass ein niedrigerer IQ und schlechtere Leistung in der Schule/Ausbildung Symptome des Cannabiskonsums wären; allerdings zeigen neue Studien dass es tatsächlich Tabak sein könnte, der Fortschritte bei Jugendlichen verlangsamt.

Wir waren alle Opfer der stereotypen Darstellung eines Kiffers; oft langsame, vergessliche Jugendliche, die sehnsüchtig in die Ferne starren. Zusammen mit der übereifrigen Aufmerksamkeit der Medien, würde man meinen, dass Cannabis das Gehirn vergammeln lässt, während man sich dem Spielen von Videospielen hingibt und sich nur noch von Pizza und Snacks ernährt. Nun könnte sich mit den neuesten Studien das Blatt schließlich gewendet haben, denn von Tabak zeigt sich, das er einen größeren Beitrag zu einem niedrigeren IQ unter Jugendlichen leisten könnte.

In einer aktuellen Studie, die von Avon Longitudinal Study of Parents and Children Cohort (ALSPAC) durchgeführt wurde, wurde festgestellt, dass der Cannabiskonsum, im Vergleich zu ähnlichen Jugendlichen, die die Droge nie versucht hatten, keine nennenswerten nachteiligen Auswirkungen auf den IQ hatte. Diese neueste Studie wurde im Journal of Psychopharmacology veröffentlicht und präsentiert einige sehr interessante Ergebnisse, die früheren Studien widersprechen, die in diesem Bereich durchgeführt wurden.

Eine im Jahr 2012 von PNAS veröffentlichte Studie stellte die Behauptung auf, dass der anhaltende Konsum von Cannabis in der Pubertät eine degenerative Wirkung auf den IQ hatte - im Vergleich zu Teilnehmern, die die Droge nicht konsumiert hatten - was beweist, dass sie besonders schädlich für Nutzer ist, die in einem früheren Alter anfangen.

Allerdings zeigte die von der ALSPAC durchgeführt Studie, dass, wenn sozioökonomische Faktoren berücksichtigt wurden, jene, die Cannabis mehr als 50 Mal konsumiert hatten, sich in IQ oder schulischen Leistungen nicht von Jugendlichen unterschieden, die die Droge niemals verwendet hatten. An der Studie nahmen mehr als 2200 Jugendliche teil, wobei IQ-Tests im Alter von 8 und dann später mit 15 Jahren durchgeführt wurden. Von dieser Altersgruppe berichteten 24%, dass sie Cannabis mindestens einmal im Alter von 15 versucht hatten. Zigaretten- und Alkoholkonsum, psychische Symptome in der Kindheit und Verhaltensstörungen wurden als mögliche Variablen berücksichtigt.

Weitere Analysen zeigten stärkere Verbindungen zwischen Zigarettenkonsum und einer insgesamt schlechteren Bildungsleistung, selbst wenn die Cannabiskonsumenten ausgeklammert wurden. Die einfache Tatsache ist, dass der Konsum von Zigaretten oder was noch wichtiger ist, Nikotin, bei Jugendlichen eine größere nachlassende Wirkung auf den IQ und die Bildungsleistung hatte, wenn die anderen Komponenten ausgeklammert wurden.

Diese neue Studie zeigt einige sehr ermutigende Ergebnisse, als der Konsum von Cannabis so genau unter die Lupe genommen wurde. Das uralte Klischee und das oft von den Medien dargestellte Bild, könnte bald ein Ding der Vergangenheit sein, was eine unvoreingenommene Sicht auf die Wirkungen von Cannabis erlauben würde. Allerdings ist diese Studie nicht ohne Mängel. Wenn man bedenkt, dass über 90% der Cannabiskonsumenten in dieser Studie ihr Marihuana mit Tabak mischten, wird es schwieriger die verschiedenen Wirkungen jeder Substanz auf den IQ zu beurteilen. Um die Auswirkungen des Cannabiskonsums auf den IQ weiter zu erforschen, würden wir die Daten von Zigarettenrauchern mit Cannabiskonsumenten vergleichen müssen, die keinen Tabak verwenden.

Ein kleiner Schritt für die Cannabiskonsumenten, ein (etwas) größerer Schritt für die Cannabis-Kultur.

 

         
  Lucas  

Geschrieben von: Lucas
Lucas ist ein Teilzeit-Autor und Vollzeit-Visionär. Ein anonymer Psychonaut, der mit Anzug und Krawatte in der Gesellschaft untertaucht, arbeitet daran den Massen evidenzbasierte Rationalität zu bringen.

 
 
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