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Wie Verschiedene Lebensmittel Mit Drogen Interagieren
6 min

Wie Verschiedene Lebensmittel Mit Drogen Interagieren

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Dir würde verziehen, wenn Du nicht groß drüber nachdenkst, vor einem LSD-Trip Grapefruitsaft zu trinken, doch es könnte überraschende Auswirkungen haben. Die in bestimmten Lebensmitteln präsenten Verbindungen interagieren mit jenen, die in Drogen stecken, was zu einer Reihe von verschiedenen Nebeneffekte führt. Hier lernst Du sie kennen.

Drogen sind zwar notwendig, um psychoaktive Wirkungen hervorzurufen, aber sie sind keineswegs der einzige Faktor, der die Qualität der Erfahrung bestimmt, oder ob sie überhaupt eintritt. Wenn Drogen im Körper eine Wirkung entfalten, hängt das von den Interaktionen von vielen verschiedenen Chemikalien ab.

Viele gängige Lebensmittel enthalten Verbindungen, die mit verschiedenen Drogen interagieren und ihre Wirkung drastisch verändern können – zum Guten oder zum Schlechten.

Warum ist es wichtig, Interaktionen zwischen Lebensmitteln und Drogen zu kennen?

Warum Ist Es Wichtig, Interaktionen Zwischen Lebensmitteln Und Drogen Zu Kennen?

Interaktionen zwischen Lebensmitteln und Arzneimitteln sind in der Regel unbedenklich, da die Konzentration der Verbindungen in Lebensmitteln, die mit Medikamenten in Wechselwirkung treten können, meist so gering ist, dass sie keine nennenswerten Auswirkungen haben. Dies ist jedoch nicht immer der Fall.

Es gibt bestimmte freiverkäufliche Arzneimittel, die mit einer Liste von Lebensmitteln einhergehen, die bei ihrer Einnahme nicht konsumiert werden dürfen. Einige häufige Wechselwirkungen zwischen Lebensmitteln und Medikamenten sind:

  • Gemüse mit hohem Vitamin-K-Gehalt (grünes Blattgemüse) verringert die Fähigkeit von Aspirin, das Blut zu verdünnen

  • Milchprodukte verringern die Aufnahme von Antibiotika

  • Alkohol interagiert mit Insulin

Es gibt noch viele andere Wechselwirkungen zwischen Lebensmitteln und Arzneimitteln, die mit weniger häufig verwendeten Medikamenten in Verbindung stehen, wovon einige ziemlich schwerwiegend sein können. Aber was ist mit Freizeitdrogen? Können Lebensmittel mit den Drogen interagieren, die wir zum Spaß nehmen?

Interagieren Drogen miteinander?

Interagieren Drogen Miteinander?

Interaktionen zwischen Drogen sind gängiger und können unglaublich gefährlich sein, manchmal sogar tödlich. Oft kommen in Lebensmitteln dieselben Verbindungen wie in miteinander reagierenden Drogen vor – oder werden zumindest von ihnen abgeleitet worden sein.

Eine sehr gängige Interaktion zwischen zwei Freizeitdrogen ist die zwischen Alkohol und Kokain. Wenn sich Kokain und Ethanol (Alkohol) in der Leber vermischen, bilden sie Cocaethylen. Kokaethylen hat eine stärkere und euphorischere Wirkung als Alkohol oder Kokain allein. Die andere Seite der Medaille ist, dass die Kombination als kardiotoxischer gilt und das Risiko eines sofortigen Todes um das 18- bis 25-fache erhöht.

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Welche Lebensmittel interagieren mit Cannabis?

Doch zurück zu den Lebensmitteln und dem Lieblingsgemüse vieler Menschen: Cannabis. Es gibt Interaktionen zwischen Lebensmitteln und Cannabis, doch diese fallen eher moderat aus. Einige von ihnen mögen erstrebenswert sein, andere eher weniger. Im Folgenden widmen wir uns den Mechanismen von drei der häufigsten Interaktionen.

Myrcen-haltige Lebensmittel

Myrcen-haltige Lebensmittel

Myrcen ist ein Monoterpen, das in vielen Dingen (einschließlich Cannabis), aber auch in Früchten wie Mango und Kräutern wie Thymian vorkommt. Du hast vielleicht schon davon gehört, dass Menschen Cannabis mit Mango aufpeppen. Nun, dies ist der Grund.

Es wird angenommen, dass Myrcen die Fähigkeit von THC erhöht, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren, und die Zeit der Passage um bis zu fünf Sekunden verkürzt.[1] Aber was haben Lebensmittel damit zu tun? Obwohl es lediglich eine Vermutung ist, nehmen einige an, dass der Verzehr von Myrcen-reichen Nahrungsmitteln die Wirkung von Cannabis beeinflussen kann. Anekdotischen Berichten zufolge tritt der Rausch schneller ein, ist stärker und hält länger an.

Auch wenn das hier oben Angeführte nicht belegt ist, hat sich gezeigt, dass variierende Myrcen-Gehalte in Cannabis zu sehr unterschiedlichen Highs führen. Wenn Du Dich je gefragt hast, warum einige Cannabissorten eine energetische (Sativa) und andere eine stark sedierende (Indica) Wirkung haben – Myrcen scheint dabei eine Rolle zu spielen. Sorten mit mehr als 0,5% Myrcen wirken eher sedierend, während Sorten mit weniger als 0,5% eher aufmunternd wirken.[2]

Schokolade

Schokolade

Die meisten Menschen sind sich einig, dass es eine angenehme Erfahrung ist, wenn man berauscht Schokolade isst. Je nach Art der Schokolade greift diese Kombination aber tiefer, als einfach nur heißhungrig den Zucker zu genießen.

Dunkle, unverarbeitete Schokolade enthält Theobromin, von dem angenommen wird, dass es den Anandamid-Spiegel im Körper erhöht. Anandamid ist ein natürlich vorkommendes Endocannaboid, das vom Körper produziert wird. Anandamid bindet an die CB1- und CB2-Rezeptoren und es wird angenommen, dass THC an ebendiese Rezeptoren bindet, indem es die Form von Anandamid nachahmt. THC löst jedoch einen psychoaktiven Rausch aus, wohingegen Anandamid lediglich angenehme Gefühle hervorruft.

Trotz ihrer Ähnlichkeiten wird angenommen, dass ein erhöhter Anandamid-Spiegel einigen der eher negativen Wirkungen von THC entgegenwirken kann. Deshalb geht man davon aus, dass CBD an der Seite von THC vorteilhaft ist (CBD erhöht ebenfalls den Anandamid-Spiegel).[3]

Und so wird angenommen, dass der Konsum dunkler Schokolade in Kombination mit THC-haltigem Cannabis den Rausch insgesamt entspannender macht und ein angenehmeres, entspanntes Gefühl hervorruft.

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Alkohol

Alkohol

Natürlich ist Alkohol eine Droge und somit ist die Interaktion zwischen Alkohol und Cannabis eine Interaktion zwischen zwei Drogen. Da sie wahrscheinlich eine der gängigsten der Welt ist, ist sie definitiv eine Erwähnung wert. Wer schon einmal Alkohol getrunken und Cannabis geraucht hat, der weiß, dass sie ihre Wirkungen gegenseitig verstärken können – und das ist keineswegs immer angenehm!

Ethanol erhöht die Aufnahme von THC zu einem hohen Grad. Das Blutplasma von Personen, die nach dem Konsum von Alkohol Cannabis konsumiert haben, enthält deutlich mehr THC als das von Personen, die keinen Alkohol konsumiert haben.[4]

Obwohl viele Menschen diese Kombination genießen, ist beim Kombinieren von Drogen immer Vorsicht geboten, vor allem, wenn es darum geht, die jeweilige Wirkung zu verstärken. Was isoliert angenehm sein kann, kann in Verbindung mit etwas anderem schnell unangenehm oder sogar gefährlich werden.

Welche Lebensmittel interagieren mit Halluzinogenen?

Welche Lebensmittel interagieren mit Halluzinogenen?

Die oben genannten Wechselwirkungen zwischen Lebensmitteln und Cannabis sind eher geringfügig und führen in der Regel nicht zu tiefgreifenden Veränderungen des Erlebnisses. Bei Halluzinogenen ist dies jedoch nicht der Fall. Tatsächlich können die Wechselwirkungen zwischen Lebensmitteln und Halluzinogenen unglaublich stark sein und sollten nicht angestrebt werden, außer Du weißt wirklich, was Du tust.

Banisteriopsis caapi

Banisteriopsis caapi ist eine der Zutaten eines berühmten Gebräus, das von bestimmten Kulturen in Mittel- und Südamerika verehrt wird. Diese Rebe wirkt jedoch nicht alleine, sondern ist Teil einer Mischung, die nur gemeinsam die notwendige chemische Reaktion hervorruft. Aber was geht da vor sich?

Diese Rebe enthält einen Monoaminoxidase-Hemmer (MAOI), der es Psychotria viridis, dem zweiten  Hauptbestandteil des Gebräus ermöglicht, seine begehrten Wirkungen zu entfalten. Allein genommen wird Psychotria viridis im Körper sofort durch Monoaminoxidase-Enzyme abgebaut und entwickelt daher keine Wirkung. Das MAOI in Banisteriopsis caapi ermöglicht also im Wesentlichen, dass die Verbindung in Psychotria viridis auf das Gehirn und den Körper einwirkt.

Hinweis: MAO-Hemmer wirken nicht nur auf Psychedelika, sondern können mit einer ganzen Reihe von sehr gängigen Nahrungsmitteln (Bananen, Käse usw.) interagieren. Falls Du in irgendeiner Form MAO-Hemmer einnimmst, ist es daher wichtig zu untersuchen, was Du gemeinsam mit ihnen konsumieren kannst und was nicht. Einige dieser Wechselwirkungen können tödlich sein!

Grapefruitsaft

Grapefruitsaft wirkt ebenfalls als ein MAOI und kann die Konzentration bestimmter Drogen im Blut um das bis zu Fünffache erhöhen.[5] Daher kann er die Wirkung von Drogen wie LSD und Magic Mushrooms massiv verstärken, die beide von MAOs beeinflusst werden.

Lass Dich aber nicht dazu hinreißen, vor einem Trip jede Menge Grapefruitsaft in Dich reinzuschütten. Es ist wahrscheinlich keine gute Idee, die Dosis eines LSD- oder Pilztrips um den Faktor fünf zu erhöhen und seine Dauer zu verlängern. Es kann gefährlich sein, an der Fähigkeit Deines Körpers herumzubasteln, fremde Substanzen abzubauen.

Andere Zitrusfrüchte

Die Säure in anderen Zitrusfrüchten, wie zum Beispiel Zitronen, kann Psilocybin in Psilocin umwandeln. Der hohe Psilocin-Gehalt von frischen Pilzen ist direkt für den Körper verfügbar. In getrockneten Pilze ist die verfügbare Menge an Psilocin gering, so dass das Psilocybin in ihnen erst in Psilocin umgewandelt werden muss, bevor der Körper es aufnehmen kann.

Dies passiert im Körper, kann durch Trinken eines säurehaltigen Getränks (Orangensaft, Zitronensaft) neben der Einnahme von Pilzen jedoch beschleunigt werden. Wenn Du diese Reaktion außerhalb Deines Körpers herbeiführen möchtest, kannst Du sogar die Zitronentechnik (Lemon-Tek) anwenden, bei der Du eine starke Psilocin-Lösung trinkst, statt Deine Pilze zu essen. Wende sie an, wenn Du auf ein schnelleres, härter einschlagendes High aus bist.

Konsum von Koffein mit anderen Drogen

Konsum Von Koffein Mit Anderen Drogen

Manche schlagen vor, zusammen mit Deinen Freizeitdrogen Kaffee oder eine andere Koffein-haltige Quelle zu nehmen. Obwohl dies gut sein könnte, raten wir davon ab. Bei Psychedelika verschlimmert Koffein unangenehme Angstgefühle und macht es schwerer, sich zu beruhigen. Außerdem verringert die stimulierende Wirkung von Koffein die Abgedrehtheit des Highs, ohne das High insgesamt abzumildern.

Bei Stimulanzien ist Koffein noch weniger ratsam. Stimulanzien erhöhen den Blutdruck und setzen das Herz unter Druck, was auch für Koffein gilt. Die Kombination mehrerer Stimulanzien kann sehr gefährlich sein und sollte vermieden werden.

Sollte man Lebensmittel nutzen, um die Intensität eines Rausches zu verstärken?

Die Verwendung von Lebensmitteln zur Steigerung der Intensität von Freizeitdrogen sollte mit Vorsicht angegangen werden. Bei Cannabis sind die Auswirkungen weniger schwerwiegend und in einer sicheren Umgebung sollte es kein Problem für Dich sein, mit einigen Wechselwirkungen zu experimentieren.

Bei anderen Drogen sollte man es jedoch besser sein lassen. Bei Psychedelika zum Beispiel kannst Du einfach die Dosis erhöhen, wenn Du einen stärkeren Rausch erleben willst. Das ist sicherer, als die Dosis durch eine Interaktion zu erhöhen, die weniger vorhersehbar ist und sehr lange andauern kann. Das Letzte, was Du willst, ist ein schlechter Trip, der unendlich andauern könnte.

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Welche Lebensmittel reduzieren die Intensität eines Rausches?

Vielleicht möchtest Du einen Rausch auch mal abmildern – und es gibt einige Möglichkeiten, dies mit Hilfe von Lebensmitteln zu tun. Ob es sich hierbei streng genommen um Wechselwirkungen zwischen Lebensmitteln und Drogen handelt oder nicht, kommt drauf an. Jedenfalls gibt es einige Möglichkeiten.

  • Schokolade – wie bereits erwähnt, können die Anandamid-produzierenden Eigenschaften von dunkler Schokolade tatsächlich einige der unschöneren Wirkungen von THC ausgleichen.

  • Stark zuckerhaltige Lebensmittel – Zucker beschleunigt den Stoffwechsel und hilft dem Körper, Drogen schneller zu verarbeiten. Außerdem fühlen sich Menschen dadurch allgemein besser. Insbesondere ein Trip auf Zauberpilzen wird durch Zucker beeinträchtigt.

  • Trip-Stopper – Zamnesias eigene Trip-Stopper wurden entwickelt, um Dich zu beruhigen und die Intensität eines Rausches zu verringern, damit Du wieder runterkommen kannst.

  • Wasser! Wasser ist eines der größten Allheilmittel der Natur, also wenn Du Dich jemals zu berauscht fühlst, solltest Du unbedingt etwas von dem guten Zeug trinken.

Essen und Freizeitdrogen: Ein Denkanstoß

Essen Und Freizeitdrogen: Ein Denkanstoß

Wie Du sehen kannst, können Lebensmittel potenziell einen tiefgreifenden Einfluss auf die Qualität Deines Highs haben. Sie könnten einen sanften Trip zu etwas viel Stärkerem machen oder einem starken Zug die Härte nehmen.

Wechselwirkungen zwischen Lebensmitteln und Drogen sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden und Du solltest Dich gründlich informieren, bevor Du sie ausprobierst. Dass ein Lebensmittel oder Getränk harmlos erscheint, heißt nicht, dass es keine unerwarteten und manchmal unerwünschten Wirkungen haben kann.

Max Sargent
Max Sargent
Max schreibt seit über einem Jahrzehnt und ist in den letzten paar Jahren in den Cannabis- und Psychedelika-Journalismus eingestiegen. Durch seine Arbeit für Unternehmen wie Zamnesia, Royal Queen Seeds, Cannaconnection, Gorilla Seeds, MushMagic und viele mehr hat er in der Branche umfassende Erfahrung gesammelt.
Haftungsausschluss:
Wir erheben keine medizinischen Ansprüche. Dieser Artikel wurde nur zu Informationszwecken verfasst und basiert auf Studien, die von anderen externen Quellen veröffentlicht wurden.

Externe Quellen:
  1. Russo EB. Taming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid entourage effects. Br J Pharmacol. 2011;163(7):1344-1364. doi:10.1111/j.1476-5381.2011.01238.x - https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  2. Surendran S, Qassadi F, Surendran G, Lilley D, Heinrich M. Myrcene-What Are the Potential Health Benefits of This Flavouring and Aroma Agent?. Front Nutr. 2021;8:699666. Published 2021 Jul 19. doi:10.3389/fnut.2021.699666 - https://www.ncbi.nlm.nih.gov
  3. Hudson R, Renard J, Norris C, Rushlow W, Laviolette S. Cannabidiol Counteracts the Psychotropic Side-Effects of Δ-9-Tetrahydrocannabinol in the Ventral Hippocampus through Bidirectional Control of ERK1–2 Phosphorylation. The Journal of Neuroscience. 2019;39(44):8762-8777. doi:10.1523/jneurosci.0708-19.2019 - https://www.jneurosci.org
  4. Lukas S, Orozco S. Ethanol increases plasma Δ9-tetrahydrocannabinol (THC) levels and subjective effects after marihuana smoking in human volunteers. Drug Alcohol Depend. 2001;64(2):143-149. doi:10.1016/s0376-8716(01)00118-1 - https://www.sciencedirect.com
  5. Bailey DG, Malcolm J, Arnold O, Spence JD. Grapefruit juice-drug interactions. Br J Clin Pharmacol. 1998;46(2):101-110. doi:10.1046/j.1365-2125.1998.00764.x - https://www.ncbi.nlm.nih.gov
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