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Was Ist TAC Und Warum Ist Es Wichtig?
5 min

Was Ist TAC Und Warum Ist Es Wichtig?

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Mit der weltweiten Lockerung der Cannabisgesetzgebung erfahren wir immer mehr darüber, was dieses vielseitige Kraut zu bieten hat. Der TAC-Wert (Total Active Cannabinoids) einer Sorte liefert einen besseren Einblick in den gesamten Cannabinoidgehalt der Pflanze und ermöglicht dem Nutzer, seine Cannabiserfahrung fein abzustimmen.

Da sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf andere Cannabinoide als THC richtet, ist es nur verständlich, dass Cannabisnutzer das volle Ausmaß der Cannabinoide kennen wollen, die sich in ihren Sorten präsent sind.

Zum Glück mancher ist dies in Regionen mit etablierten Cannabismärkten tatsächlich der Fall. Anstatt einfach nur den THC-Gehalt anzugeben, wird bei jeder Sorte der Gesamtgehalt an aktiven Cannabinoiden (TAC) aufgeschlüsselt, so dass Nutzer genau entscheiden können, welche Art von Rauch sie erleben möchten.

Was bedeutet Total Active Cannabinoids (TAC)?

Was Bedeutet Total Active Cannabinoids (TAC)?

Total Active Cannabinoids sind genau das; eine Zahl, die die gesamte Bandbreite an vorhandenen Cannabinoiden in einer bestimmten Cannabissorte angibt. In der Praxis umfasst TAC nur Cannabinoide, die von aktuellen Testmethoden erfasst werden können, so dass wahrscheinlich auch noch weitere vorhanden sind. Das "active" bezieht sich auf die Tatsache, dass sie in irgendeiner Weise die Wirkung der jeweiligen Sorte beeinflussen, auch wenn wir die genauen Mechanismen jedes einzelnen Cannabinoids noch nicht kennen.

TAC und der Entourage-Effekt

Warum ist TAC wichtig? Es hat mit dem Entourage-Effekt zu tun. Diese Theorie besagt, dass Cannabischemikalien in Gegenwart eines anderen Wirkstoffs synergetische Effekte erzielen, die größer als die Summe ihrer Einzelteile sind. Während beispielsweise THC und CBD für sich genommen einzigartige Wirkungen erzielen, führen sie zu einer Vielzahl unterschiedlicher physiologischer Erfahrungen, wenn sie zusammen konsumiert werden.

TAC zielt im Wesentlichen darauf ab, einen Hinweis darauf zu geben, wie dieser Entourage-Effekt aussehen könnte. Für jene, die sich als medizinische Cannabisnutzer sehen, ist der TAC-Wert sogar noch wichtiger. Für Genussnutzer stellt er eine Möglichkeit dar, ihren Rausch besser zu gestalten.

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Total Active Cannabinoids vs. Total Aerobic Count

Total Active Cannabinoids Vs. Total Aerobic Count

Innerhalb der Cannabisbranche gibt es auch etwas, das als Total Aerobic Count bekannt ist – "TAC". Dieser Begriff sollte jedoch nicht mit Total Active Cannabinoids verwechselt werden. Total Aerobic Count beschreibt eine Maßnahme, mit der die Mikrobenzahl einer Cannabisprobe bestimmt wird.

Dieser Vorgang ist allerdings nicht sehr aufschlussreich, da er für sich nicht die Art der vorhandenen Bakterien bestimmt. Viele Grower verwenden beispielsweise Bacillus subtilis, ein organisches Fungizid, um ihre Pflanzen zu schützen. Dies kann zu einem hohen Total Aerobic Count führen, ohne dass dies auf eine tatsächliche Präsenz von Krankheitserregern hindeutet. Ebenso schließt ein niedriger Wert die Präsenz gefährlicher Bakterien nicht aus.

Welche Cannabinoide sind in Cannabis enthalten?

Welche Cannabinoide Sind In Cannabis Enthalten?

Solltest Du also das Glück haben, Weed mit einer genauen TAC-Angabe zu bekommen, welche Cannabinoide sind dann wahrscheinlich darin aufgeführt? Es gibt mindestens 113 bekannte Cannabinoide in Cannabis, von denen nur wenige wirklich gut verstanden werden. Die meisten von ihnen werden in einer TAC-Angabe jedoch nicht auftauchen. Im Folgenden siehst Du die häufigsten Angaben, die Dir begegnen werden.

THC

Dies ist natürlich jenes Große. In den meisten Cannabissorten ist Δ-9-Tetrahydrocannabinol (THC) das dominante Cannabinoid und eben jenes, das für das High verantwortlich ist. Es interagiert hauptsächlich mit den CB1-Rezeptoren im menschlichen Körper, indem es Anandamid nachahmt (eines der körpereigenen Endocannabinoide), das ebenfalls an diese Rezeptoren bindet. THC ist jedoch viel stärker und für den Körper schwieriger abzubauen – daher das High.

CBD

Cannabidiol (CBD) ist das am zweithäufigsten vorkommende Cannabinoid in Cannabis und das zweitberühmteste. In den letzten Jahren ist das Interesse an CBD erblüht, und das aus gutem Grund. Während THC direkt mit Cannabinoidrezeptoren interagiert, schlägt CBD einen eher indirekten Weg ein. Es hemmt FAAH, eine Fettsäure, die für den Abbau von Anandamid verantwortlich ist und erhöht so die Konzentration dieses "Glücksmoleküls" im Körper. Aus diesem Grund verursacht es selbst kein High, zieht jedoch potentiell starke Effekte nach sich.

CBC

Cannabichromen ist ein wenig bekanntes und schlecht verstandenes Cannabinoid. Welche Rolle es genau spielt, ist nicht klar. Was wir jedoch wissen, ist, dass es eine stärkere Affinität zu CB2-Rezeptoren zu haben scheint, während THC leichter an CB1-Rezeptoren bindet. Was das jedoch? Selbst wenn die Antwort darauf noch aussteht, wird angenommen, dass die Präsenz von CBC in Cannabis über den Entourage-Effekt dessen Potential für eine ganzheitliche Effektivität erhöhen könnte.[1]

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CBG und CBGA

Cannabigerolsäure (CBGA) ist das erste Cannabinoid, das in der Cannabispflanze gebildet wird und stellt jenes dar, von dem andere abstammen, darunter CBG.

Obwohl der aktuelle Forschungsstand zu diesen Verbindungen minimal ist, beginnen Forscher endlich damit, das Potential von CBG und CBGA zu ermitteln. Neben der Interaktion mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System scheint CBG einzigartige Wechselwirkungen mit α-2-Adrenozeptoren und 5-Hydroxytryptamin-Rezeptoren einzugehen.[2] Es ist noch zu früh, um sagen zu können, welche Auswirkungen diese Wechselwirkungen haben, doch sie öffnen die Tür zu faszinierender neuer Forschung.

CBDV

Cannabidivarin kommt in kultivierten Cannabissorten nur in Spurenmengen vor. In wild wachsenden Indicas Zentralasiens ist es jedoch in Unmengen zu finden. Welche Wechselwirkungen es genau mit dem Körper eingeht, ist noch ziemlich vage, doch aufgrund seiner ähnlichen chemischen Struktur wie CBD wird angenommen, dass es ähnliche Effekte hervorruft.

Royal CBDV Automatic (Royal Queen Seeds) feminisiert

(4)
Eltern: Solomatic x Durban Poison
Genetik: Ruderalis/Indica/Sativa
Blütezeit : 8-9 wochen von der Saat bis zur Ernte
THC: 0-1%
CBD: 5%
Blütentyp: Autoflowering

Andere Verbindungen in Cannabis

Andere Verbindungen In Cannabis

Obwohl Cannabinoide Verbindungen sind, die in einer TAC-Angabe angezeigt werden, findet man in Cannabis auch Terpene, Flavonoide und sogar Fettsäuren. Obwohl diese Verbindungen zum Großteil noch weniger bekannt als Cannabinoide sind, wird davon ausgegangen, dass sie eine Rolle beim Entourage-Effekt spielen könnten.

Terpene

Terpene sind die Chemikalien in Cannabis, die ihm seinen unverwechselbaren und durchdringenden Geschmack verleihen. Terpene sind jedoch keineswegs ein Alleinstellungsmerkmal der Cannabispflanze. Tatsächlich werden sie von den meisten Pflanzen produziert. Hast Du Dich jemals gefragt, warum der Geruch von OG Kush dem eines Pinienwaldes so ähnelt? Weil sie beide dasselbe Terpen in Hülle und Fülle enthalten – Pinen!

OG Kush (Zamnesia Seeds) feminisiert

(64)
Eltern: Chemdawg x Lemon Thai x Pakistani Kush
Genetik: 75% Indica / 25% Sativa
Blütezeit : 8-9 wochen
THC: 19%
CBD: 3%
Blütentyp: Photoperiodisch

Die in Cannabis präsenten Terpene kommen überall in der Natur vor, weshalb Cannabis so viele Aromen aufweist, die mit Begriffen wie blumig, fruchtig und weiteren beschrieben werden können. Viele Jahre lang wurde davon ausgegangen, dass Terpene der Cannabiserfahrung nur Gerüche beisteuern; jegliche physiologischen Effekte wurden der Kraft des Geruchs zugeschrieben.

Heute wissen wir jedoch, dass Terpene auf eine Weise mit dem Körper interagieren können, die die Wirkung von Cannabinoiden und des Endocannabinoid-Systems insgesamt beeinflusst. So hilft Myrcen (das einen moschusartigen, würzigen Geschmack aufweist) beispielsweise THC, die Blut-Hirn-Schranke schneller zu überwinden, was zu einem schnelleren Wirkungseintritt führt.

Einige bemerkenswerte Cannabisterpene sind:

  • Pinen – erzeugt pinienähnliche Düfte und Aromen

  • Linalool – ein beruhigender Duft, der auch in Lavendel zu finden ist

  • Limonen – verleiht Cannabis dieses berühmte, intensiv zitronige Aroma

  • Eukalyptol – verleiht Eukalyptus seinen unverwechselbaren Geruch

Flavonoide

Bei Pflanzen spielen Flavonoide gewöhnlich die Rolle von Pigmenten. Es ist bekannt, dass sie nach dem Konsum eine antioxidative Wirkung entfalten. Welche Rolle sie bei Cannabis genau spielen, ist jedoch unklar. Dies liegt daran, dass Cannabis großteils verdampft oder geraucht wird und nicht bekannt ist, ob Flavonoide diesen Prozess überstehen oder ob sie über die Lunge aufgenommen werden können.

Fettsäuren

Das Verständnis der Fettsäuren in Cannabis ist mager. Es hat sich jedoch gezeigt, dass sie unter bestimmten Bedingungen die Bindungsaffinität des Endocannabinoids 2-AG mit CB1- und CB2-Rezeptoren verstärken können.[3] Ob sich diese Erkenntnisse auf den normalen Cannabiskonsum verallgemeinern lassen, ist derzeit unklar. Ihr Potential, den Entourage-Effekt zu beeinflussen, verdient jedoch sicherlich weitere Aufmerksamkeit.

THC vs. TAC

THC Vs. TAC

Hier ist der entscheidende Unterschied zwischen diesen beiden Akronymen: THC ist ein Phytocannabinoid, während TAC ein Maß für die Gesamtkonzentration von Cannabinoiden in Cannabisproben sind. Wenn THC in einer bestimmten Sorte enthalten ist, wird es auch in der TAC-Deklaration aufscheinen.

Kenne den TAC-Wert

Kenne Den TAC-Wert

Wie Du sehen kannst, ist es äußerst nützlich, den TAC-Wert Deines Cannabis zu kennen, wenn Du Deine Erfahrung verbessern möchtest. Natürlich ist dies mit dem Vorbehalt verbunden, dass wir nicht wirklich verstehen, was viele der Cannabinoide tatsächlich tun. Doch das soll nicht heißen, dass man nicht mit verschiedenen Verhältnissen experimentieren kann, um herauszufinden, welche Konzentrationen bestimmter Cannabinoide am besten zu einem passen.

Für medizinische Cannabisnutzer ist die Kenntnis der Werte des TAC mehr als nur eine Frage davon, wie man das beste High erlebt. Bislang sind die Mechanismen, durch die Cannabinoide bestimmte Erkrankungen beeinflussen oder nicht beeinflussen können, wenig bekannt. Dies ändert sich jedoch; und in dem Maße, in dem wir ein besseres Verständnis für die Verwendung spezifischer Cannabinoide erlangen, könnte TAC zu einem immer aussagekräftigeren Maß für die aus Cannabis gewonnenen Therapeutika werden.

Max Sargent
Max Sargent
Max schreibt seit über einem Jahrzehnt und ist in den letzten paar Jahren in den Cannabis- und Psychedelika-Journalismus eingestiegen. Durch seine Arbeit für Unternehmen wie Zamnesia, Royal Queen Seeds, Cannaconnection, Gorilla Seeds, MushMagic und viele mehr hat er in der Branche umfassende Erfahrung gesammelt.
Haftungsausschluss:
Wir erheben keine medizinischen Ansprüche. Dieser Artikel wurde nur zu Informationszwecken verfasst und basiert auf Studien, die von anderen externen Quellen veröffentlicht wurden.

Externe Quellen:
  1. Udoh M, Santiago M, Devenish S, McGregor I, Connor M. Cannabichromene is a cannabinoid CB 2 receptor agonist. Br J Pharmacol. 2019;176(23):4537-4547. doi:10.1111/bph.14815 - https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  2. Nachnani R, Raup-Konsavage WM, Vrana KE. The Pharmacological Case for Cannabigerol. J Pharmacol Exp Ther. 2021;376(2):204-212. doi:10.1124/jpet.120.000340 - https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  3. Ben-Shabat S, Fride E, Sheskin T, et al. An entourage effect: inactive endogenous fatty acid glycerol esters enhance 2-arachidonoyl-glycerol cannabinoid activity. Eur J Pharmacol. 1998;353(1):23-31. doi:10.1016/s0014-2999(98)00392-6 - https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
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