Tagebuch Eines Cannabisanbauers Teil 3: Die Blüte erwacht


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Die Blüte erwacht


Stolz präsentieren wir Teil 3 des Tagebuchs des Cannabisanbauers Top Shelf Grower. In diesem Beitrag schauen wir uns die Blütezeit und ihre Gefahren an und wie ein bisschen Fürsorge trotzdem zu einem erstklassigen Geniesservorrat führen kann.

EIN FROSTIGER WINTER UND EIN HEISSER VORRAT

Das Wetter draußen war und ist wirklich schrecklich diesen Winter, aber in meinem gemütlichen Cannabis-Garten war es entzückend. In meiner letzten Nachricht aus dem Anbauzelt war es das Ende der Vegetationsperiode und ich war gerade dabei meine photoperiodischen Cannabispflanzen für die Blüte von einem 18-Stunden Lichtzyklus auf einen 12-stündigen umzustellen.

An diesem Nachmittag, an dem ich tosend den aktuellen Bericht mit Blick auf die schneebedeckten Sierra Nevada Berge schreibe, erfüllt das süße Aroma von Strawberries und Kush mein Apartment. Ich habe gerade einen fetten Probejoint mit dem gerade trocken gewordenen Strawberry Phänotypen der Purple Berry Kush geraucht.

Mmmm, das letzte Mal, als O.G Kush so dekadent lecker geschmeckt hat, war, als ich mich mit ihr bekiffte und wie festgewurzelt im McDonalds saß, während ich einen magischen Erdbeer-Milchshake verschlang.

Oh Gott, wie sehr ich mir wünsche, dass es ein McDonalds am Fuße einer dieser Berge gäbe. Egal, kommen wir zurück zum Punkt, denn ich möchte Dir gerne die Geschichte erzählen, wie ich einen tollen Vorrat an Purple Berry Kush & ein kleines bisschen Mega Power Plant zum Blühen gebracht habe. Also los geht’s.

FRÜHE BLÜTE (WOCHE 1-3) EIN PAARE FRÜHE SORGEN UND VERZWEIFELTE MASSNAHMEN

Ich will nicht lügen. Die Blüteperiode hat größtenteils reibungslos angefangen, aber die Purple Berry Kush Pflanze, bei der ich Fimming angewendet habe, hat ein paar anfängliche Sorgen bereitet und benötigte eine heilende Beschneidung, bevor sie sich beruhigte.

Eine Cannabisplanze am 3. Tag der Blüte zu kappen steht eigentlich außer Frage, aber außergewöhnliche Umstände erfordern manchmal außergewöhnliche Maßnahmen. Ganz am Anfang des Blütezyklus', wortwörtlich ein oder zwei Tage nach dem Wechsel in den 12-12 Rhytmus, begann eine der Purple Berry Kushs sich gen Himmel zu strecken, während die andere vertikale Stränge entwickelte und somit ins Horizontale hinaus wuchs. Schnell kam ich zur Schlussfolgerung, dass die Mega Power Plant, die fast ausschließlich aus Indica besteht und gedrungen wirkt, so gut wie keine Chance hat, mitzuhalten und meine Hoffnung auf ein gleichmäßiges Wachstum wurden zerschmettert.

Wenn nicht etwas Drastisches mit der Purple Berry Kush und den riesigen Lücken zwischen den Internodien geschah, würde ich richtige Probleme bekommen – mit dem potentesten Phänotypen im ganzen Anbauzelt, wie ich später herausfand. Aber am dritten Tag der Blüte war ich mir dessen nicht bewusst und war beunruhigt, dass diese Purple Berry Kush eine gestreckte, spindeldürre Enttäuschung sein würde.

Beide Mega Power Plants auf leere umgedrehte Blumentöpfe zu setzten glich den Unterschied zwischen den beiden Pflanzen und der stämmigeren Purple Berry Kush aus. Was die Kush mit dem Fimming angeht, wusste ich was zu tun ist, aber ich mochte es kein bisschen. Die Uhr tickte, also schnitt ich ein Bündel gerade neu wachsender Colas mit einem gnadelosen Topping ab, um alle vier Pflanzen auf das gleiche Level zu bringen.

Dann fügte ich ein sehr spätes (Low Stress Training) LST hinzu und Gott sei Dank – ein paar Wochen später fand ich eine sich erholende Pflanze vor. Es war eine riskante Strategie, die aber gut geklappt hat und der richtige Schritt war.

Cannabis plant growth

VORBEREITUNG AUF DIE BLÜTE (WOCHE 1-3)

Das einzige Trimming, das ich während der Blüte an meinen Cannabispflanzen durchführe, ist das “Lollipoppen”. Egal, um welche Sorte es sich handelt, ich versuche die größtmöglichen Knospen zu bekommen und blättriges Popcorn zu vermeiden. In Woche 3 entferne ich die unteren Blütenstände und die Spitzenknospen überschattenden Fächerblätter, damit die Pflanze sich darauf konzentrieren kann klobige Blütencluster zu produzieren.

Neben dem Hochlagern der Mega Power Plants und dem Kampf mit einer der Purple Berry Kushs waren die einzigen weiteren Kopfschmerzen, die ich in den ersten 3 Wochen der Blüte hatte, etwas, das Donald Rumsfeld wahrscheinlich als das „unbekannte Bekannte“ bezeichnen würde.

Die reduzierte Hitze, die meine 600W Full Spectrum Dorm Grow LED abstrahlte, machte es einfach, optimale Temperaturen zu erhalten, in der Regel zwischen 23-26°C. Leider wurde die hartnäckig hohe Luftfeuchtigkeit zu einem weiteren Grund der Sorge. Selbst während der 12 Stunden Beleuchtung stieg die RH auf bis zu 65%. Viel zu hoch für die Marihuanablüte. Zum Glück war ich in der Lage dem mithilfe von 8 billigen, aber effektiven Luftentfeuchtern entgegenzuwirken. Nicht der Plugin-Typ, sondern die Sorte aus dem 1€ Shop. Du kennst bestimmt die kleinen Plastikboxen, die mit kleinen weißen Bällen gefüllt sind, die wie Perlit aussehen. Auch das Einschalten der Heizung für ein paar Stunden während der dunklen Phase führte gegen Ende der dritten Woche schließlich zu einer perfekten Temperatur von 25°C und 50% RH.

MITTE DER BLÜTE (WOCHE 4-6) EIN MIX VERSCHIEDENER PHÄNOTYPEN UND EIN MISSGESCHICK

“Pour some sugar on me” heißt es in dem tollen Def Leppard Song und als der Blütezyklus voranschritt, begannen alle vier Pflanzen vor Harz zu glänzen. Alles war prima in Woche 4 und bis zum Ende von Woche 5 sah alles gut aus im Cannabisgarten.

Ich arbeitete mich langsam durch die Nährstoffe, als ich bemerkte, dass die Mega Power Plant in der Blüte sehr empfindlich auf Nährstoffe reagierte und nur ganz leichte Düngung benötigte. Während die viel größeren Purple Berry Kushs, obwohl sie definitiv viel kräftiger waren, höchstens die Hälfte dieser Stärke benötigten und somit auch eher eine leichte bis mittelhohe Dosis an Nährstoffen benötigten.

Ich bin mir nicht sicher, ob diese geringen Nährstoffansprüche auf die Sorte, das LED-Spektrum des Lichts oder beides zurückzuführen ist. Der weitere Anbau wird irgendwann dieses Rätsel lösen, aber gegenwärtig bleibt es ein Mysterium, das darauf wartet gelöst zu werden.

“Dumm ist, wer dummes tut” – Forrest Gump. Ihr könnt mich ruhig Forrest nennen. Eines Abends, nach einem Weihnachtsbesäufnis, wie es manche nennen würden, stolperte ich ins Anbauzelt, mit einem Sandwich in einer Hand und einer angemischten Düngung für meine Mega Power Plant in der anderen, zumindest dachte ich das.

Das Steak und das Ei aus der Mikrowelle im Ketchup Sandwich war hervorragend. Das Düngen der Pflanze hingegen eher nicht so. Nachlässig gab ich die stärkeren Nährstoffe, die für die Purple Berry Kushs bestimmt waren den kleinen Mega Power Plants. Überdüngung, ob versehentlich oder nicht, war meine nächste selbstgebaute Hürde, die es zu überwinden galt.

Ein Abwerfen und Gilben der Blätter war nicht das, was ich brauchte und das Ausspülen mit klaren Wasser, gefolgt von leichter Düngung in Form von Melasse nahm eine ganze Woche in Anspruch, bis der Schaden schließlich repariert war. Dies fügte der Blüte eine Woche hinzu und verhinderte die Ernte nach 7 Woche der Blüte, obwohl ich mir sicher bin, dass das mit einer sehr schnell wachsenden Mega Power Plant möglich ist.

Darüberhinaus bin ich mir sicher, dass ich den Ertrag der Mega Power Plants mit diesem Malheur reduziert habe, aber um ehrlich zu sein hatte ich schon lange zuvor realisiert, dass der Großteil meiner Ernte von den Purple Berry Kushs kommen würde, da sie die Mega Power Plant von Anfang an in den Schatten stellten. Beide Mega Power Plants erinnerten mich an Northern Lights, aber ich glaube, dass nur ein SOG mit großen Mengen einen annehmbaren Ertrag von dieser Sorte erzielen kann.

Mega Power Plant buds

Zwei deutlich unterschiedliche Phänotypen von Purple Berry Kush garantierten eine köstliche Vielfalt bei der Ernte. O.G Kush beeinflusste fast alle Attribute und Charakteristika. Am aufälligsten ist dabei das Kerosin-Aroma, das von den neon-grünen Klumpen ausgeht. Die andere Purple Berry Kush zeigte etwas, was ich nur als doppelte Dosis Erdbeer-Husten bezeichnen kann. Fruchtig-süße Erdbeerdüfte und bunte, mit Haaren und Harz übersäte Blüten sorgten für einen verrückten Kontrast unter den Phänotypen.

SPÄTE BLÜTE (WOCHE 7-8): IMMER MIT EINER SPÜLUNG ABSCHLIESSEN

In Woche 7 wusste ich, dass ich gutes Cannabis in meinen Händen hielt und eine frostige Reihe an Phänotypen. Den einzigen Zweifel, den ich hatte, war der Ertrag. Ich wusste, dass die Purple Berry Kush Seite des Zeltes einen guten Vorrat an Feinschmecker-Kush liefern würde. Wie immer war es die Mega Power Plant Seite, die mich störte.

Während der 2 finalen Wochen fragte ich mich wie ein verwirrter Derek Zoolander oftmals laut, “Was ist das? Ein Vorrat für Ameisen! Er muss mindestens dreimal größer sein als das!

Um einen klaren und schmackhaften Rauch zu garantieren, spüle ich meine Cannabispflanzen in den letzten zwei Wochen des Blütezykluse immer mit Wasser, in der Regel Wasser aus Flaschen. Während dieser finalen Phase ist es normal, dass Zeichen des Alterungsprozesses auftreten, da Du nicht nur Nährstoffrückstände ausspülst, sondern die Blätter gelb werden und die Knospen anschwellen, zudem muss auch das Chlorophyll zersetzt werden.

Erntet man die Knospen zu grün, kann das den Geschmack ruinieren, aber an Tag 56 glitzerten die Blüten jeder Pflanze vor Trichromen – eine Mischung aus milchig-weißen und bernstein-reifen Trichromen sollte ich hinzufügen. Schon wieder rätsele ich über den schnellen Wuchs dieser Sorten. Lag es an ihrer Natur alleine oder an dem Lichtspektrum der LEDs? Schon wieder muss ich auf weitere Untersuchungen warten, um die Antwort zu finden.

Die Qualität der Blüten war durchgehend absolut spitze und das Maniküren war leicht, da sowohl die Purple Berry Kushs, als auch die Mega Power Plants fette Nuggets mit geschwollenen Blütenkelchen produzierten, die klebriges Harz absonderten. Ich war extra vorsichtig, um die Behandlung der Blüten so gering wie möglich zu halten.

TROCKNEN UND NACHBEHANDELN: NOCH MEHR UNKONVENTIONELLE METHODEN/VERRÜCKTHEIT UND EIN MUTIGES VERSPRECHEN

Um die Knospen zu trocknen, bin ich dieses Mal etwas kreativ geworden und habe mir Sushi Holzbretter gekauft, die sich perfekt zum Trocknen eignen und bequem in einen Kleiderschrank passen. Dann habe ich zusammen mit drei mit kleineren Nuggets gefüllten Papiertüten noch einen weiteren Luftentfeuchter dazugestellt.

Cannabis Buds drying

Nach zwei Wochen langsamen Trocknens bei 20°C und 45% RH hatte ich endlich die Chance diesen vortrefflichen Vorrat anzutesten. Ich nahm ein paar Nuggets von jeder Sorte zum Rauchen und ließ den Rest für 2-4 Wochen in Einweckgläsern, um ihn haltbar zu machen und maximale Potenz und maximalen Geschmack zu erreichen.

Am Ende des Tages war der Ertrag im Großen und Ganzen OK; 202 Gramm wie vereist aussehendes, sehr potentes und geschmackvolles Marihuana. Beide Mega Power Plants waren einfach zu klein, um etwas hervorzubringen. Außerdem müssen Punkte abgezogen werden, da die Purple Berry Kushs nicht lila waren, aber wenigstens hatte ich einen leckeren Vorrat an Strawberry Kush.

Mega Power Plant Drying

Die genaue Analyse und die Rauchberichte müssen bis zur nächsten Episode warten. In der Zwischenzeit führe ich einen intensiven Geschmackstest mit 20g (5g von jeder Pflanze durch) und widerstehe dem Bedürfnis den ganzen Stoff zu rauchen, bevor er haltbar gemacht ist. Außerdem spiele mit dem Gedanken, diesen klebrigen Vorrat in Feinschmecker-Extrakte zu verwandeln.

Im finalen Part 4 warten ein paar abgefahrene Strawberry Kush Konzentrate auf Dich, das kann ich versprechen. Bis zum nächsten Mal hoffe ich, dass meine Erlebnisse wenigstens etwas unterhaltsam waren. Sagen wir das Leben der Kush ist über mich gekommen, nächster Stopp: Traumland …

 

         
  Top Shelf Grower  

Geschrieben von: Top Shelf Grower
Der ursprünglich aus Dublin in Irland stammende Veteran der Cannabiszucht amüsiert sich zur Zeit in Südspanien. Er widmet sich zu 100% den Top-Shelf Berichterstattungen, bis er entweder gefangen oder getötet wird.

 
 
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