Worin Liegen Die Nutzen Der Verschiedenen Cannabinoide?

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 Worin Liegen Die Nutzen Der Verschiedenen Cannabinoide?


Die Cannabispflanze ist eine Schatzkiste der Natur mit lauter Wirkstoffen, die jeweils spezifische Effekte und Nutzen haben können. In diesem Artikel listen wir die Nutzen einiger der wichtigsten Cannabinoide auf, die in der Cannabispflanze gebildet werden.

In letzter Zeit haben die Cannabinoide der Cannabispflanze in den Medien viel Aufmerksamkeit erregt. In diesem Artikel werfen wir einen kurzen Blick auf einige der wichtigsten Cannabinoide, die von der Cannabispflanze produziert werden und führen ihre positiven Wirkungen auf.

WAS SIND CANNABINOIDE?

Bei den Cannabinoiden handelt es sich um eine Gruppe verschiedener natürlicher Chemikalien, die auf Cannabis-Rezeptoren in bestimmten Zellen des menschlichen Körpers einwirken. Es gibt zwei Hauptarten von Cannabinoiden: Phytocannabinoide, die von Pflanzen wie Cannabis produziert werden, und Endocannabinoide, die das Endocannabinoid-System (oder ECS), das bei Menschen und anderen Säugetieren vorkommt, von Natur aus selbst synthetisiert.

Die Cannabispflanze enthält über 400 verschiedene aktive Chemikalien und mindestens 80 davon sind Phytocannabinoide. Wenn diese Cannabinoide vom menschlichen Körper aufgenommen werden, können sie mit unserem Endocannabinoid-System interagieren.

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Dieses System besteht hauptsächlich aus zwei Arten von Endocannabinoid-Rezeptoren: CB1 und CB2. Das ECS spielt eine Schlüsselrolle in einer Vielzahl von chemischen Prozessen, wozu Gedächtnis, Appetit, Schlaf, Emotionen, Stress und viele weitere gehören. Es produziert unter anderem Endocannabinoide wie Anandamid und 2-AG (oder 2-Arachidonoylglycerol).

Sobald sie in den Körper gelangt sind und mit den Rezeptoren des ECS interagieren, können die Phytocannabinoide aus dem Cannabis eine Vielzahl von Wirkungen hervorrufen. Wohlbekannt ist die von THC ausgelöste psychoaktive Euphorie, die mit dem Rauchen oder der sonstigen Einnahme von Cannabis verbunden ist.

Es gibt jedoch noch viele andere Effekte, die auf Cannabinoide zurückzuführen sind. Im Folgenden findest Du eine Liste mit einigen der häufigsten Cannabinoide, die man in der Cannabispflanze vorfindet und einige Informationen darüber, wie sie den Körper beeinflussen können.

Beachte bitte: Wir stellen hier keine medizinischen Behauptungen über Cannabis auf. Dieser Artikel wurde ausschließlich zu Informationszwecken verfasst und basiert auf Recherchen, die von anderen externen Quellen veröffentlicht wurden.

WELCHE EFFEKTE BEWIRKEN DIE VERSCHIEDENEN CANNABINOIDE?

WELCHE EFFEKTE BEWIRKEN DIE VERSCHIEDENEN CANNABINOIDE?

THC

THC ist die wichtigste psychoaktive Verbindung der Cannabispflanze. Es ist bekannt, dass es eine starke Euphorie oder einen "Rausch" erzeugt, aber die Forschung legt nahe, dass es auch eine Vielzahl anderer nützlicher Wirkungen haben kann.

Laut einer 2015 von Forschern aus Brasilien veröffentlichten Studie kann THC das kontextuelle Angstgedächtnis unterbrechen und möglicherweise dazu beitragen, einige der Symptome zu lindern, die mit Erkrankungen wie etwa der posttraumatischen Belastungsstörung einhergehen.

Ein Artikel der US National Academic Press beschreibt, dass THC ebenfalls helfen kann, Schmerzsignale, die an das Gehirn gesendet werden, zu maskieren und so den Schmerz bei einer Vielzahl von Erkrankungen vorübergehend zu betäuben, die von Arthritis bis zu bestimmten traumatischen Verletzungen reichen.

THCA

THCA, oder Tetrahydrocannabinolsäure, ist ein saures Cannabinoid, dessen Struktur THC sehr ähnlich ist. Es induziert jedoch ganz andere Effekte. Zunächst einmal ist THCA nicht psychoaktiv. Dies bedeutet, dass es Dir nicht das kultige "High" beschert, das mit Cannabis assoziiert wird.

Zweitens findet man THCA in höheren Konzentrationen tatsächlich in lebendem Cannabis. Wenn Cannabis geerntet und getrocknet wird, beginnt THCA sich langsam in THC umzuwandeln. Genau wie die anderen Cannabinoide auf dieser Liste hat THCA eine Vielzahl von Nutzen zu bieten.

Eine im Biological and Pharmaceutical Bulletin veröffentlichte Forschungsstudie zeigt auf, dass THCA, ähnlich wie THC und CBD, starke entzündungshemmende Wirkungen besitzt.

Weiterhin belegt eine im Jahr 2012 im Phytomedicine Journal veröffentlichte Studie, dass THCA auch spezifische neuroprotektive Wirkungen aufweist. Diese Studie legt nahe, dass diese Effekte dazu beitragen können, die Gehirnzellen vor den neurodegenerativen Schäden durch bestimmte Erkrankungen zu schützen.

Im Jahr 2013 ergab eine Studie eines italienischen Forscherteams, die im British Journal of Pharmacology veröffentlicht wurde, dass THCA die Ausbreitung maligner Zellen wie bei bestimmten Krebsarten (zum Beispiel Prostatakrebs) verlangsamen kann.

THCA:  Worin Liegen Die Nutzen?

THCV

Tetrahydrocannabivarin ist ein weiteres Cannabinoid, das häufig in der Cannabispflanze vorkommt. Es besitzt ebenfalls eine dem THC ähnliche Struktur (mit lediglich ein paar kleinen Unterschieden), löst aber andere Effekte aus und ist nicht psychoaktiv. THCV beeindruckt mit einer vielversprechenden Liste von positiven Effekten.

Eine im Journal Nutrition and Diabetes veröffentlichte Studie von 2013 hat ergeben, dass THCV bei Versuchen mit fettleibigen Mäusen die Glukoseintoleranz verringern und die Insulinaktivität steigern kann. Die Autoren folgerten, dass THCV eine neue potentielle Behandlung für die Glukoseintoleranz bei Fettleibigkeit darstellt.

Einige Quellen behaupten, dass THCV dazu beiträgt, den Appetit zu unterdrücken und dabei helfen könnte, Gewichtsverlust zu fördern. Laut Dr. Bonnie Goldstein, der medizinischen Direktorin von Canna-Centers, kann THCV CB1-Rezeptoren im Gehirn blockieren und dadurch den Energieverbrauch und Gewichtsverlust steigern sowie den Körperfettanteil senken. Andere Quellen besagen, dass THCV auch zur Reduktion der psychoaktiven Effekte von THC beiträgt.

CBD

CBD gehört eindeutig zu den bekanntesten Verbindungen der Cannabispflanze. Dem Verständnis dieses wichtigen Cannabinoids und seinen zahlreichen vielversprechenden Effekten wurde mittlerweile eine Menge neuer Forschung gewidmet. Ähnlich wie THCV ist CBD eine nicht-psychoaktive Verbindung und soll ebenso in der Lage sein, die psychoaktiven Wirkungen von THC zu senken.

Eine große Anzahl von Studien zeigt, dass CBD helfen kann, Krampfanfälle und Tremor zu reduzieren. Obwohl nicht klar ist, wie die antiepileptische Wirkungen dieses Cannabinoids zustande kommen, deuten vorläufige Forschungsergebnisse darauf hin, dass es in der Lage ist, das synchronisierte, verlängerte Abfeuern von Nervenzellen im Gehirn zu beruhigen, durch das Anfälle verursacht werden.

Ebenso konnte gezeigt werden, dass CBD starke anxiolytische Wirkungen ausübt. Eine Studie aus dem Jahr 2011 von Forschern der Universität von Sao Paolo in Brasilien zeigt, dass CBD zur Linderung von Angstsymptomen bei Patienten mit sozialen Phobien beigetragen hat.

CBD: Worin Liegen Die Nutzen?

CBG

CBG ist ein weiteres nicht-psychoaktives Cannabinoid. Obwohl es in den meisten modernen Cannabissorten nur in Spuren vorhanden ist, verspricht es eine Vielzahl von positiven Wirkungen.

Im Jahr 2015 etwa fanden Forscher der Universität Madrid heraus, dass CBG einige Gene, die bei Mäusen mit der Huntington-Krankheit assoziiert sind, normalisieren kann. Die Forscher ziehen in Erwägung, dass es eventuell auch zum Schutz vor weiteren neurodegenerativen Störungen dient.

Eine weitere Studie, die 2014 im Carcinogenesis Journal veröffentlicht wurde, erbrachte das Ergebnis, dass CBG bei Mäusen das Wachstum von Darmkrebszellen verlangsamen kann.

CBN

Cannabinol ist eine weitere nicht-psychoaktive Verbindung in Cannabis, die ebenfalls durch eine Vielzahl von positiven Wirkungen auffällt.

Laut Steep Hill Labs handelt es sich bei CBN um ein extrem starkes Beruhigungsmittel. Die Forschung ergab, dass 5mg CBN genauso wirksam sind wie eine 10mg Dosis Diazepam, was diese Verbindung zu einer wirkungsvollen Option für Menschen mit Schlafproblemen macht.

Im Rahmen einer Studie, die Forscher der University of Reading im Jahr 2012 durchführten, stellte sich zudem heraus, dass CBN wirkungsvoll den Appetit stimulieren kann. Die an Ratten durchgeführte Forschung belegte, dass CBN den Appetit erhöhte, während CBD den gegenteiligen Effekt hatte.

CBN: Worin Liegen Die Nutzen?

CBC

CBC oder Cannabichromen ist bisher nicht so intensiv untersucht worden, wie einige der anderen Cannabinoide auf dieser Liste. Doch bereits die begrenzte Forschung zu dieser Verbindung offenbart, dass man ihr eine Vielzahl von positiven Wirkungen zuschreibt.

Eine im Jahr 2013 veröffentlichte Studie zeigte, dass CBC die Funktion neuraler Vorläuferzellen verbesserte. Diese Zellen sind selbst erneuernd sowie multipotent und besitzen die Fähigkeit, sich zu einer Vielzahl anderer Zellen zu entwickeln, weshalb sie wesentlich für das Wachstum und die Erholung des Gehirns sind. Die Studie legt nahe, dass CBC helfen könnte, vor neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer zu schützen.

CBDA

Bei CBDA handelt es sich um die saure Form von CBD. Wie THCA kommt es in rohem und lebendem Cannabis vor, das noch nicht ausgehärtet wurde und weist ebenfalls eine Vielzahl von positiven Wirkungen auf.

Eine 2008 in Drug Metabolism and Disposition veröffentlichte Studie zeigte, dass diese Verbindung starke entzündungshemmende Eigenschaften besitzt.

Weitere Studien lassen vermuten, dass CBDA ebenso antiproliferative Wirkungen aufweist und laut einer Veröffentlichung im British Journal of Pharmacology handelt es sich auch um ein Antiemetikum.

CBDA: Worin Liegen Die Nutzen?

CBL

Abschließend noch ein kurzer Hinweis auf ein weiteres wenig untersuchtes Cannabinoid: CBL oder Cannabicyclol. Es ist bekannt, dass CBL als Nebenprodukt des CBC-Abbaus auftritt und daher normalerweise in älteren Weed-Vorräten anzutreffen ist. Nur sehr wenige Studien sind zu CBL durchgeführt worden und es bedarf weiterer Forschung, um dieses Cannabinoid und seine Funktionsweise wirklich zu verstehen.

DEN ENTOURAGE-EFFEKT VERSTEHEN

Es ist zwar wichtig, die Nutzen einzelner Cannabinoide zu verstehen, doch vermittelt dies allein noch kein vollständiges Bild davon, warum Cannabis ein so nützliches Kraut sein kann. Raphael Mechoulam, der hoch angesehene Cannabisforscher, hat schon vor langer Zeit mit seiner Theorie des Entourage-Effektes darauf hingewiesen, dass der Schlüssel zum Verständnis der Cannabinoide und deren Wirkungsweise darin besteht, dass alle Cannabinoide und andere natürliche Verbindungen in der Cannabispflanze ihre Wirkungen bündeln und gegenseitig verstärken, so dass ein wesentlicher Synergieeffekt festzustellen ist.

Steven Voser

Geschrieben von: Steven Voser
Steven Voser ist ein Emmy Award nominierter Journalist mit viel Erfahrung auf dem Buckel. Dank seiner Leidenschaft zu allem, was mit Cannabis zu tun hat, widmet er jetzt viel von seiner Zeit der Erkundung der Weed-Welt.

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