Neudefinition Von Sucht: Ist alles, Was Wir Wissen Falsch?

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Neudefinition Von Sucht: Ist alles, Was Wir Wissen Falsch?

Es scheint, daß Sucht nicht nur daraus besteht, daß Chemikalien uns in ihren Bann schlagen, denn die Wissenschaft deutet jetzt an, daß da viel mehr vorgeht.

Wenn es um Formen der Sucht geht und wie sie behandelt werden sollten, ist die geläufige Antwort Bestrafung. Von den übergreifenden politischen Maßnahmen des Kriegs gegen die Drogen, bis hin zu der Art wie wir persönlich miteinander umgehen, werden Süchtige mit Verachtung behandelt - mit der Vorstellung, daß eine solche Entfremdung sie zwingen wird, ihre Art zu ändern, sowie als ein Vorbild für andere zu fungieren, auf daß sie nicht den gleichen Fehler machen. Es ist eine Haltung, die die breite Gesellschaft in den letzten hundert Jahren eingenommen hat, aber was ist, wenn das völlig falsch ist?

Das ist, was Johann Hari und andere Pioniere des Fachbereiches nun angehen wollen, in einer Herausforderung unsere Art der Sicht auf eine Sucht als falsch zu erweisen.

EIN AUFSCHLUSSREICHER TED VORTRAG: WIR LIEGEN MIT SÜCHTEN VÖLLIG FALSCH

Hari hat eine lange Zeit die Welt bereist, wobei er süchtige Menschen aus allen Gesellschaftsschichten begegnete. Er hat mit Süchtigen, Dealern, politischen Entscheidungsträgern, Familien der Betroffenen und den Wissenschaftlern gesprochen, die versuchen aufzudecken, wie wir am besten damit umgehen können. Dadurch hat er etwas herausgefunden - etwas, auf das er nicht unbedingt aus war - nämlich daß, wenn überhaupt, unser derzeitiger Umgang mit einer Sucht alles noch schlimmer macht.

Um zu versuchen dies anzusprechen, hat Hari seine Erkenntnisse nach London gebracht, wo er einen leidenschaftlichen und informativen TED Vortrag hielt - der ihm Auszeichnungen und Standing Ovations einbrachte.

In dem Video hier unten bringt Hari zieht einige sehr zum Nachdenken anregende Punkte vor. Zum Beispiel spricht er über Experimente mit Ratten, die zeigen, daß eine Sucht sich nicht ausbildet, wenn das Leben erfüllt ist. Umgekehrt, wenn eine Ratte in einem Käfig mit nichts als der Droge gesetzt wurde, wurde sie schwerst süchtig, bis zu dem Punkt, an dem sie stirbt. Dies wurde durch die Beobachtungen aus dem Vietnamkrieg repliziert. 20% der US-Soldaten nahmen während ihres Einsatzes aktiv Heroin, doch 95% kamen "clean" und ohne Sucht zurück, ohne jede Behandlung oder Therapie. Warum? Weil sie bedeutungsvolle Verbindungen in ihrem Leben hatten, die die Sucht in Schach hielten.

Es fordert die Vorstellung heraus, daß es Chemikalien in Substanzen sind, die die Sucht verursachen, was darauf hindeutet, daß es tatsächlich mehr mit unserem Gemütszustand zu tun hat. Es deutet darauf hin, daß wir, wenn wir von der Gesellschaft und den Lieben um uns herum entfremdet sind, zu Ratten in einem Käfig, also einfach süchtig werden, um mit den Dingen klarzukommen. Unser Geist und Körper suchen Trost an anderer Stelle und werden so süchtig. In gewissem Sinne argumentiert Hari, daß wir uns an diese Substanzen binden, wenn wir nicht über die sozialen Bindungen mit anderen Menschen verfügen. Und wie behandelt die Gesellschaft diese Süchtigen? Sie entfremdet sie noch weiter, indem sie sie bestraft, Verbindungen abbricht und Barrieren aufbaut, die es für Süchtige schwer machen sich zu reintegrieren.

Alle diese Punkte und viele mehr werden von Hari im Video hier unten konkretisiert und wesentlich detaillierter erläutert. Er spricht auch über den Erfolg der Entkriminalisierung in Portugal und daß wir als Gesellschaft grundsätzlich umdenken müssen, um die neuen und immer deutlicher werdenden Hinweise zu akzeptieren, daß Sucht nicht das ist, was wir denken. Wir empfehlen dringend, daß Du es Dir ansiehst, denn es wird herausfordern und ändern, wie Du über Sucht denkst.

EIN WEITERER VISIONÄR? DR. GABOR MATE HAT DIESE PHILOSOPHIE IN DER PRAXIS AUSPROBIERT

Dr. Gabor Mate ist ein weiterer Pionier der neuen Suchtwissenschaft und erklärt, daß eine Sucht im Grunde einfach ein Schmerzmittel ist. Es ist ein Weg, um die Schmerzen des Lebens hinter sich zu lassen, seien sie physisch oder emotional. Und eine Sucht ist nicht einfach Drogenmissbrauch; es kann alles sein, einschließlich Technologie, Arbeitssucht, Einkaufen und sogar Pornos. Es sind alles Wege für den Geist, um zu entkommen. Du wirst nur sehr wenige Menschen mit einer Sucht finden, die keine Sorgen haben oder in irgendeiner Weise traumatisiert sind.

Wieder einmal beruht alles auf den Verbindungen um uns herum und der Art, wie wir uns an die um uns herum binden.

Du kannst in dem Video hier unten einen kurzen Vortrag von Dr. Mate sehen, sowie viel mehr von seiner Arbeit,.