Entlarvt: Warum Cannabis keine Einstiegsdroge ist

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Entlarvt: Warum Cannabis keine Einstiegsdroge ist

Eines der Hauptargumente gegen die Legalisierung von Cannabis ist, daß es angeblich eine Einstiegsdroge ist. Wir sind hier, um einige Kenntnisse aufzuzeigen und Dir zu zeigen, warum dies falsch ist.

Wir haben es alle schonmal gehört: "Rauch kein Marihuana, das ist ein Einstieg zu härteren Drogen." Mütter erschrecken ihre Kinder damit und Cannabisgegner werden nicht zögern, allen und jedem diesen Satz um die Ohren zu hauen. Das Ding ist jedoch, es ist seit langem bekannt, daß es einfach nicht wahr ist.

Entlarvung eines Mythos': Der uralte Fehler von Korrelation und Kausalität

Die Idee, daß Cannabis möglicherweise ein Einstieg zu härteren Substanzen und einer das Leben zerstörenden Sucht ist, ist für eine Durchschnittsperson nicht schwer zu schlucken. Oft wirst Du feststellen, daß, wenn Süchtige ihre Geschichte erzählen, es oft Marihuana ist, das sie zuerst konsumiert haben - was es sehr leicht macht zu einer irrigen Annahmen zu kommen. Aber alle Forschungsarbeiten, die andeuten, daß Cannabis ein Einstieg zu härteren Drogen und einer das Leben ruinierenden Sucht wäre, scheitern daran eine Kausalität aufzuzeigen.

Ja, sicher besteht eine Korrelation, aber praktisch gesehen ist dies kaum von Bedeutung. Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Eisverkäufe und vermehrten Gewaltverbrechen, aber würde man daraus schließen, daß jemand der Eis kauft anfälliger für Gewalt ist? Nein, es gibt eine Reihe von gemeinsamen Faktoren, die diese Zusammenhänge verbinden, ohne daß der eine direkt einen der anderen verursacht. In dem obigen Beispiel ist es heißes Wetter. Heißes Wetter erhöht den Verkauf von Eis und macht die Menschen reizbar und gewaltbereiter. Das Eine führt nicht zum Anderen.

Dieser Argumentation folgend haben die meisten Wissenschaftler die Idee lange aufgegeben, daß Cannabis tatsächlich zum Konsum härterer Drogen führt. Sogar bereits 1999 wurde in einem Forschungsbericht für den US-Kongress festgestellt, daß "es keine schlüssigen Beweise dafür gibt, daß die berauschende Wirkung von Marihuana in kausalem Zusammenhang mit einem anschließenden Missbrauch von anderen illegalen Drogen steht".

Seitdem gab es viele Studien in denen versucht wurde den Zusammenhang näher zu erforschen. Entweder konnte keine Kausalität festgestellt werden oder sie sagen direkt aus, daß es keine gibt. Ein Paradebeispiel für eine Studie die darauf hindeuten würde, daß es keine Kausalität gibt ist die von der US-Bundesregierung jährlich durchgeführte Drogenumfrage. Im Jahr 2009 wurde zum Beispiel berichtet, daß 2,3 Millionen Menschen Marihuana versucht hatten, während nur 180.000 Heroin und 617.000 Kokain versuchten. Wenn Cannabis tatsächlich eine Einstiegsdroge wäre, würden die Zahlen für die beiden zuletzt genannten Substanzen deutlich höher sein.

Woher kommt denn nun die Korrelation?

Der größte Teil der wissenschaftlichen Gemeinschaft ist sich einig, daß Cannabis und der Konsum nicht der Einfluss ist, der den Konsum härterer Drogen verursacht. Aber woher kommt denn nun die Korrelation? Es gibt eine Anzahl von Theorien darüber und die Antwort ist wahrscheinlich eine Kombination von allen.

Der erste Gedankengang ist, daß jene, die Marihuana und harte Drogen konsumieren eine Geisteshaltung haben, daß sie es so oder so machen würden. Das bedeutet, daß diese Menschen ganz allgemein daran interessiert sind ihre Wahrnehmung und ihr Bewusstsein zu verändern. So wie die Sache liegt ist es nicht Marihuana, sonder einfache der Wunsch mit Drogen zu experimentieren, der zu verstärktem Konsum führt.

Die zweithäufigste Theorie ist, daß die Illegalität von Cannabis den Konsum der härteren Drogen fördert. Sich mit zwielichtigen Gestalten in dunklen Gassen abzugeben erhöht die Exposition gegenüber dem illegalen Drogenmarkt und wenn Du den Dealer erstmal näher kennst erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, daß Dir härtere Substanzen angeboten werden.

Ein Beispiel, warum tatsächlich das Verbot die Schuld daran trägt, kann man hier in den Niederlanden sehen. Seitdem Cannabis liberalisiert und geduldet wurde ist die Menge der Jugendlichen, die auf härtere Stoffe zugreifen gesunken (wobei gerade junge Nutzer eine der Hauptängste der Theorie der Einstiegsdroge sind). Tatsächlich fanden sich dank unserer Politik und Praxis in einem Bericht von 2010 Anzeichen für einen "abgeschwächten Einstieg". Es dürfte sehr interessant sein zu sehen, wie sich die Dinge in Orten wie Colorado entwickeln, wo Cannabis vollständig legalisiert wurde. Erste Berichte deuten darauf hin, daß der Konsum von Marihuana wegen der Legalisierung bei Teenagern rückläufig ist, aber wird es dazu führen, daß weniger Menschen auf härtere Substanzen umsteigen? Wir glauben schon.

Natürlich gibt viele mögliche Gründe - so viele, daß man eine Doktorarbeit darüber schreiben könnte - Dinge wie traumatische Ereignisse im Leben, Stress, sozioökonomische Faktoren oder Gruppendruck haben wir noch gar nicht erfasst und die Liste geht noch um einiges weiter. Was wir mit einiger Sicherheit sagen können ist, daß die Faktoren, die Cannabis und härtere Drogen in Verbindung bringen - die so viele Menschen fürchten lässt, daß es als Einstiegsdroge wirkt - soziale Konstrukte sind und kein Ergebnis des Konsums der Pflanze.

ALKOHOL: Der wahre Feind?

Es gibt Studien, die aufzeigen, daß es, wenn überhaupt, tatsächlich Alkohol ist der als Einstieg fungiert - nicht Marihuana. Die Ergebnisse waren so tiefgreifend, daß die Autoren empfohlen den Fokus weg von Dingen wie Marihuana zu richten und Jugendliche über Alkohol aufzuklären.

 ** SEAN – alcohol study - http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1746-1561.2012.00712.x/abstract **

Selbst mit diesen Informationen gibt es Millionen von Menschen, die es schaffen täglich Alkohol zu trinken, ohne mit härteren Drogen weiterzumachen. Das gleiche kann über Cannabis gesagt werden. Wenn eine Hausfrau am Abend ein Glas (oder eine Flasche) Wein genießen kann ohne den Drang zu verspüren sich Heroin zu ballern, sind wir ziemlich sicher, daß ein Kiffer auch verantwortungsvoll einen Joint genießen kann. Es läuft alles auf die Tatsache hinaus, daß, egal wie hart es jemand auch versucht, es gibt keine Hinweise darauf, daß Cannabis eine Einstiegsdroge ist - vieles spricht dagegen. Korrelation bedeutet nicht Kausalität.