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Die Überraschenden Vorteile Der Kombination Von Cannabis Und Chilis
7 min

Die Überraschenden Vorteile Der Kombination Von Cannabis Und Chilis

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Cannabis entspannt Körper und Geist. Chilis dagegen senden einen Schub durchs zentrale Nervensystem und wecken die Sinne. Doch trotz ihrer Differenzen arbeiten die beiden Pflanzenarten unglaublich gut zusammen. Beide enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, die auf das Endocannabinoid-System abzielen, was sie zum perfekten Paar für Edibles macht.

Cannabis kann den Verstand beruhigen, den Körper entspannen und ein erfüllendes und kreatives Erlebnis bieten. Chilis lösen dagegen ein brennendes Gefühl aus, aktivieren sensorische Nervenenden, die mit Schmerzen in Verbindung stehen, und entfachen durch Dopamin-Ausschüttung ein wohliges Erlebnis.

In Anbetracht dessen könnte man meinen, dass sich die Wirkungen dieser beiden Pflanzenarten grundsätzlich unterscheiden. Doch in einem anderen Sinne können Cannabis und Chilis durchaus auf ähnliche Weise mit dem Körper interagieren, was für eine überraschend gute Zusammenarbeit der beiden sorgt. Lass uns die Ähnlichkeiten dieser Pflanzen erkunden, wie sie beide mit dem Endocannabinoid-System interagieren und wie Du sie zusammen verwenden kannst.

Haben Cannabispflanzen und Chilis etwas gemeinsam?

Haben Cannabispflanzen und Chilis etwas gemeinsam?

Nachdem Du einen Joint geraucht hast, legst Du vielleicht gerne Musik auf, führst tiefe Gespräche mit Freunden, meditierst oder schaust einen Film. Wenn Du eine Gabel Essen voller Chili isst, verbringst Du die nächsten Minuten vermutlich damit, Dir Milch reinzukippen, auf Linderung zu hoffen und Dir die Tränen aus den Augen zu wischen.

Wie können diese beiden Pflanzen also etwas gemeinsam haben? Nun, ihre Gemeinsamkeiten beruhen auf den von ihnen gebildeten Chemikalien. Neben den offensichtlichen Empfindungen, die sie auslösen, zielen die sekundären Pflanzenstoffe dieser Pflanzen beide auf Zielrezeptorstellen ab, die das Endocannabinoid-System (ECS) bilden.

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Was Ist Das Endocannabinoid-System?

Das "Fundament" des ECS besteht aus CB1- und CB2-Rezeptoren, sowie internen Cannabinoiden, die diese Rezeptoren aktivieren, zusammen mit den Enzymen, die sie synthetisieren und abbauen. Dieses System arbeitet in Harmonie zusammen, um das biologische Gleichgewicht des Körpers aufrechtzuerhalten, was in der Kurzform als Homöostase bezeichnet wird.

Eine unendliche Fülle der in Cannabisblüten vorkommenden Moleküle imitieren unsere eigenen Cannabinoide. Zum Beispiel imitiert THC das Endocannabinoid Anandamid, was es in die Lage versetzt, an den CB1-Rezeptor zu binden und so seine psychoaktive Wirkung zu erzeugen. Auch das Cannabinoid und Terpen Beta-Caryophyllen erreicht eine Aktivierung des CB2-Rezeptors durch dieses biomimetische Vorgehen.

Das erweiterte Endocannabinoid-System umfasst weitere Moleküle und Rezeptorstellen im gesamten Körper. Dazu gehört der Transiente Rezeptor-Potential-Kationenkanal der Unterfamilie V (für Vanilloid), Subtyp 1 (kurz TRPV1), der in sensorischen Nervenfasern, Gefäßzellen und glatten Muskelzellen vorkommt. Diese Rezeptoren können nicht nur die Schärfe von Chilis feststellen, sondern sind auch an der Regulation von Körperfunktionen wie Entzündungen, Verdauung und Temperatur[1] beteiligt.

Als aktiver Bestandteil von Chilis verursacht das Molekül Capsaicin nach einem Bissen von Chili-scharfem Essen das typische belebend brennende Gefühl. Capsaicin bindet aktiv an den TRPV1-Rezeptor und wirkt somit als Mittel, das zur Aktivierung des Endocannabinoid-Systems beiträgt. Diese Eigenschaft teilt das pikante Molekül mit dem nicht-psychoaktiven CBD. Durch Anbindung an diesen Rezeptoren erzeugen diese Moleküle physiologische Veränderungen, die dazu beitragen, den Körper zu beruhigen und die Muskeln zu entspannen[2].

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Capsaicin kann auch dazu beitragen, Glücks-Neurotransmitter weiter zu steigern. Nach Aktivierung des CB1-Rezeptors verursacht das THC eine Flut aus Dopamin in das Gehirn und hebt folglich auch die Stimmung. Capsaicin steigert ebenso das Dopamin, wenn auch auf einem anderen Weg. Der Körper nimmt die Aktivierung von TRVP1 als schädliche Reize wahr und setzt somit Endorphine frei, um den Schmerz zu lindern. Dieser chemische Gegenschlag führt zu einem Kribbeln oder High, in dem viele Chili-Freaks gerne schwelgen.

Wie man Chilis und Cannabis in Lebensmitteln kombinieren kann

Wie man Chilis und Cannabis in Lebensmitteln kombinieren kann

Cannabis-Edibles erzeugen ein ausgeprägteres High, das länger anhält. Du kannst einfach Chilis zu einem mit Cannabis angereichertem Gericht hinzufügen, um für einen zusätzlichen Kick sekundärer Pflanzenstoffe zu sorgen. Rezepte wie das für die scharfe Ganja-Sauce machen sich die stimulierende Wirkung beider Pflanzen auf das Endocannabinoid-System zunutze.

Passe die Menge an Cannabutter und Chilis einfach an, um zwischen einer milden Sauce mit sanftem Erlebnis bis hin zu einer Sauce, die Dir die Zunge abfackelt und Deinen Verstand in einer andere Dimension schickt, variieren zu können. Die Kombination aus Cannabutter und Chilis kannst Du aber auch zu zahlreichen anderen Gerichten hinzufügen wie zum Beispiel zu Curry, Stir-Fry, Pho-Suppe und Chili con/sin Carne.

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Welche Vorteile bieten Chilis in Lebensmitteln?

Neben der Tatsache, dass sie die Endocannabinoid-System-Rezeptoren aktivieren, stecken Chilis auch voller Nährstoffe, die unterschiedliche physiologische Rollen im Körper spielen. Diese feurigen Früchte kommen auch unserem Darm und somit einem Organ zugute, das die Gesundheit des ganzen menschlichen Körpers untermauert.

Ernährung

Vorteile von Chilis in Lebensmitteln: Ernährung

Während Du das Gefühl der Hitze erträgst, die über Deine Zunge strömt, solltest Du Dir bewusst machen, dass Du Deinem Körper gerade einen großen Gefallen getan hast. Chilis enthalten eine breite Vielfalt an Vitaminen, Mineralien und anderen Molekülen. Dazu gehören:

  • Vitamin C: Chilis enthalten große Mengen dieses essentiellen Nährstoffs und starken Antioxidans, das dazu beiträgt, freie Radikale zu neutralisieren.

  • Vitamin B6: Dieser wichtige Nährstoff spielt eine grundlegende Rolle bei der Umwandlung der von uns verzehrten Lebensmittel in nutzbare Energie und hilft dem Nervensystem und dem Stoffwechsel, zu funktionieren.

  • Kalium: Unser Körper ist auf dieses Elektrolyt für eine einwandfreie Funktion angewiesen. Es ermöglicht den Nerven, Impulse zu senden, und den Muskeln, sich zusammenzuziehen.

  • Kupfer: Das in der westlichen Ernährung kaum vorkommende Kupfer hilft bei der Bildung roter Blutkörperchen, bewahrt gesunde Knochen und unterstützt die Eisenaufnahme.

  • Lutein: Dieser Nährstoff kommt hauptsächlich in jungen grünen Chilischoten vor und spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit der Augen.

  • Capsanthin: Dieser Nährstoff ist ein wichtiges Carotinoid in Chilis und dient dem Körper als starkes Antioxidans.

Darmgesundheit

Vorteile von Chilis in Lebensmitteln: Darmgesundheit

Der Darm ist weitaus mehr als nur ein bloßes Verdauungsorgan und spielt für unsere Gesundheit insgesamt eine fundamentale Rolle. Der Darm ist die Heimat einer großen Mikroben-Population, die zusammen das Mikrobiom bildet. Diese Organismen helfen uns, Entzündungen zu stillen, uns gegen Krankheitserreger zu verteidigen und unsere Nahrung zu verdauen.

Eine Störung des Mikrobioms verursacht einen als Dysbiose bekannten Zustand, der im Verlauf zu chronischen Erkrankungen beitragen kann. Interessanterweise binden Cannabinoide wie THC an die CB1-Rezeptoren im Darm an und können dort eine Veränderung hin zur Darmdysbiose verhindern[3].

Auch Capsaicin interagiert mit dem Endocannabinoid-System des Darms. Durch Bindung an TRPV1 steigert das Molekül den Anandamid-Spiegel, der auf die gleichen Cannabinoid-Rezeptoren wie THC wirkt. Capsaicin hilft, das Endocannabinoid-System des Darms zu modulieren[4], indem es den Gehalt unserer internen Cannabinoide beeinflusst.

Wie sich Chilis als Begleitpflanzen nutzen lassen

Wie sich Chilis als Begleitpflanzen nutzen lassen

Chilis und Cannabis haben auch außerhalb des menschlichen Körpers eine spezielle Beziehung. Wie sich herausstellt, geben die beiden Pflanzenarten im Garten die perfekten Begleitpflanzen ab. Im Gegensatz zu den Monokulturen in der großflächigen Landwirtschaft können sich Heimgärtner die Macht der Polykultur zunutze machen – den Anbau verschiedener Sorten Seite an Seite – , um so die Biodiversität und Pflanzengesundheit zu verbessern.

Grower können Chilis in nahem Abstand zu ihrem Grasbeet anpflanzen und sowohl Cannabis als auch Chilis gedeihen gut in warmem und leicht feuchtem Klima. Wenn Du in einer warmen Gegend näher zum Äquator lebst, werden die beiden zusammen im Freien richtig aufblühen.

Pflanze sie einfach in Hochbeete mit ausreichend Abstand zueinander, so dass sie sich voll entwickeln können, ohne sich in die Quere zu kommen. Wenn Du in einer kühleren Gegend lebst, werden sie zusammen in einem Gewächshaus oder Folientunnel eine bessere Leistung abliefern. Pflanze sie in Beete oder baue sie nah beieinander in getrennten Behältern an.

Welche Vorteile bieten Chilis als Begleitpflanzen?

Welche Vorteile bieten Chilis als Begleitpflanzen?

Sowohl Cannabis als auch Chilis haben eine einzigartige Wirkung auf ihre unmittelbare Umgebung. Diese Arten bilden Allianzen mit verschiedenen nützlichen Mikroben in der Erde, so dass sich das Nahrungsnetz im Boden Deines Gartens verbessert, wenn Du sie zusammen anpflanzt.

Auch locken Chilis unterschiedliche Insektenarten in Deinen Anbaubereich. Bienen haben eine Schwäche für Chilis. Diese summenden Bestäuber bewirken Wunder in Deinem Garten und helfen bei der Bestäubung Deiner Cannabispflanzen, wenn Du vorhast, zu züchten. Doch Chilis locken nicht nur die guten Insekten an, sondern halten zugleich auch die Schadinsekten in Schach.

Schädlingskontrolle

Capsaicin hinterlässt auf der menschlichen Zunge ein brennendes Gefühl, also stell Dir vor, was es mit Insekten anstellt. Chilis sind wirksam bei der Abwehr bestimmter Schädlingsarten, einschließlich der cannabisliebenden Aschgrauen Höckereule und Spinnmilben. Grower können zudem ihre Chili-Früchte zur Herstellung ihres eigenen natürlichen Insektenabwehrmittels nutzen. Mixe einige gemahlene Chilis mit Knoblauch, Zwiebel und Wasser. Vermische die Zutaten in einem Mixer, siebe sie durch ein Seihtuch und Du hast Dein eigenes natürliches Schädlingsspray.

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Geringe Auswirkungen

Chili-Pflanzen sind eine von vielen Pflanzenarten, die Cannabis als großartige Begleiter dienen. Sie bieten einen natürlichen und organischen Weg, um Schädlinge von Deinen wertvollen Blüten fernzuhalten. Anstatt Deinen Garten mit schädlichen Pestiziden einzunebeln und Dein Bodenleben damit abzutöten, kannst Du die von Mutter Natur bereitgestellten Pflanzen nutzen, um diesen Job auf die harmloseste Weise erledigen zu lassen.

Kann man Chilis mit Gras rauchen?

Kann man Chilis mit Gras rauchen?

Wo Du die Pflanzen jetzt ohnehin schon zusammen anbaust, kannst Du Deine Chilis auch mit Gras rauchen, oder?

Auf keinen Fall. Auch wenn Chilis viele Aspekte der Cannabispflanze verbessern, sollten Grower niemals ihre Schoten rauchen. Capsaicin reizt derart die Lungen, dass es die Gesetzeshüter als Waffe in Form von Abwehrspray einsetzen. Das Molekül wirkt auch als reizender Bestandteil im Bärenspray. Du kannst uns vertrauen, dass Du das Gefühl von Capsaicin in Deiner Lunge nicht erleben möchtest. Rauche niemals Chilis.

Wie beeinflussen andere Lebensmittel Cannabis?

Wie beeinflussen andere Lebensmittel Cannabis?

Chilis, Peperoni, scharfe Paprika, Pfefferschoten oder wie auch immer Du sie nennen magst, sind nicht das einzige Lebensmittel, das das Endocannabinoid-System beeinflusst und die Art und Weise verändert, wie Gras auf uns wirkt. Eine ganze Reihe von Pflanzen beeinflusst unsere Physiologie auf ähnliche Weise und kann das Cannabis-High sowohl verstärken als auch vermindern. Dazu gehören:

  • Schwarzer Pfeffer: Das Piperin in schwarzem Pfeffer hilft, die CBD-Aufnahme zu erhöhen[5].

  • Rosmarin und Hopfen: Diese Kräuter enthalten Beta-Caryophyllen, ein Cannabinoid und Terpen, das den CB2-Rezeptor aktiviert[6].

  • Karotten: Du hast richtig gelesen. Dieses leuchtend orangefarben Gemüse enthält Falcarinol, ein Molekül, das an den CB1-Rezeptor anbindet[7].

  • Echinacea: Echinacea ist ein Kraut, das häufig zur Bekämpfung von Erkältungen verwendet wird und Alkamide enthält, die auf den CB2-Rezeptor abzielen.

  • Ingwer: Dieses würzige und wärmende Kraut enthält die sekundären Pflanzenstoffe Gingerol und Zingeron, die ähnlich wie Capsaicin den TRPV1 aktivieren.

  • Trüffel: Diese teuren Pilzlebensformen passen hervorragend zu Nudelgerichten. Zudem enthalten sie Anandamid, das Endocannabinoid, das als "Glücksmolekül" bekannt ist.

Neben Cannabis wirken auch andere Pflanzenarten im Garten synergistisch. Diese Begleitpflanzen helfen Dir, nützliche Insekten anzuziehen, Schädlinge abzuwehren und die Gesundheit Deiner Anbaufläche insgesamt zu verbessern. Zu diesen Begleitpflanzen gehören:

Chilis und Cannabis: das perfekte Paar?

Chilis und Cannabis: das perfekte Paar?

Die Forschungen zu Chilis, dem Endocannabinoid-System und der menschlichen Physiologie befinden sich noch in einem frühen Stadium. Doch die uns bisher vorliegenden Daten sehen vielversprechend aus. Bis mehr wissenschaftliche Studien verfügbar sind, haben Chilis auf jeden Fall einen Platz neben Cannabis verdient, egal, ob in der Küche oder im Garten.

Zamnesia

Geschrieben von: Zamnesia
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Externe Quellen:
  1. Frontiers | The Role of Transient Receptor Potential Vanilloid 1 in Common Diseases of the Digestive Tract and the Cardiovascular and Respiratory System | Physiology - https://www.frontiersin.org
  2. Beyond Cannabis: Plants and the Endocannabinoid System - PubMed - https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  3. Scoping Review and Meta-Analysis Suggests that Cannabis Use May Reduce Cancer Risk in the United States - https://www.liebertpub.com
  4. Endocannabinoid system acts as a regulator of immune homeostasis in the gut | PNAS - https://www.pnas.org
  5. The effect of piperine on oral absorption of cannabidiol following acute vs. chronic administration - PubMed - https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  6. Beta-caryophyllene is a dietary cannabinoid | PNAS - https://www.pnas.org
  7. Beyond Cannabis: Plants and the Endocannabinoid System - PubMed - https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov

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