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Cannabis Fördert Das Endocannabinoid-System Nicht (Immer)
3 min

Cannabis Fördert Das Endocannabinoid-system Nicht (Immer)

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Editorials Neuigkeiten

Entgegen der landläufigen Meinung fördert das Rauchen von Cannabis das Endocannabinoid-System nicht wirklich, sondern bewirkt eine Herunterreglung. Lies weiter, um die Auswirkungen dieser Reaktion und die Wahrheit hinter dem “Füttern” des ECSs zu erfahren.

Willkommen bei den Editorials von Zamnesia, wo unser Autor Steven seine Meinung zu allem teilt, was im Zusammenhang mit der Cannabis-, CBD- und Smartshop-Branche steht. Beachte bitte, dass es sich in all diesen Artikeln um die Ansichten des Autors handelt, die nicht unbedingt die Auffassung von Zamnesia als Unternehmen widerspiegeln. Falls Du unserem Autor und unserem Team etwas mitteilen möchtest, hinterlasse bitte einen Kommentar.

Cannabis-Enthusiasten denken oft, dass die Verwendung von Cannabis das Endocannabinoid-System (ECS) “füttert” oder “fördert”. Während Phytocannabinoide wie THC Endocannabinoide imitieren können, sind ihre Wirkungen nicht immer vorhersehbar. In der Tat können Cannabinoide wie THC das Endocannabinoid-System stören und herunterregulieren, was nicht unbedingt eine gute Sache ist.

Dein Endocannabinoid-System funktioniert wahrscheinlich von alleine gut

Dein Endocannabinoid-System Funktioniert Wahrscheinlich Von Alleine Gut

Das Endocannabinoid-System besteht aus drei Hauptteilen:

  • Endocannabinoide Anandamid und 2-AG
  • Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2
  • Enzyme, die zur Synthese, zum Transport und zur Metabolisierung von Endocannabinoiden verwendet werden

Unser Körper produziert Endocannabinoide auf natürliche Weise als Reaktion auf unsere innere und äußere Umgebung.

Wenn wir zum Beispiel Angst oder Gefahr spüren, produziert der Körper Adrenalin und Cortisol, zwei Stresshormone, die unsere Kampf-oder-Flucht-Reaktion auslösen. In diesen Situationen produziert unser Körper jedoch auch Endocannabinoide, um den Stress und Cortisolspiegel zu reduzieren und unseren Körper wieder zu beruhigen.

Neben der Stressreaktion ist das Endocannabinoid-System auch an der Bildung von Erinnerungen beteiligt, reguliert den Hunger und das Energieniveau, vermittelt Entzündungen und vieles mehr.

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Leider gibt es unter Cannabis-Enthusiasten ein weit verbreitetes Missverständnis, dass die Verwendung von Cannabinoiden wie THC dazu beitragen kann, das Endocannabinoid-System “anzutreiben”. Das ist leider sehr irreführend. Das Endocannabinoid-System ist, wie die meisten physiologischen Systeme, sehr streng reguliert und so konzipiert, dass es ohne externen Einfluss wie Phytocannabinoide fehlerfrei funktioniert.

Wie Phytocannabinoide das Endocannabinoid-System wirklich beeinflussen

Wie Phytocannabinoide Das Endocannabinoid-System Wirklich Beeinflussen

THC ist die wichtigste Verbindung in Cannabis und von den 400 chemischen Bestandteilen in der Pflanze bei weitem diejenige, über die wir am meisten wissen. In modernen Cannabissorten ist es auch die am weitesten verbreitete Verbindung und erreicht in den Blüten manchmal einen Gehalt von über 30%.

THC ist dem Endocannabinoid Anandamid strukturell sehr ähnlich und bindet perfekt an CB1-Rezeptoren. Wenn dies der Fall ist, wird das Endocannabinoid-System herunterreguliert. Dies bedeutet, dass es natürlicherweise weniger Endocannabinoide und weniger Cannabinoidrezeptoren produziert.

Dies geschieht, weil das Endocannabinoid-System sehr streng kontrolliert ist und nicht überaktiv werden soll. Ein überaktives Endocannabinoid-System kann sehr schädlich sein und wurde mit schwerwiegenden Krankheiten wie dem Stoffwechselsyndrom, chronischen Entzündungen und vielem mehr in Verbindung gebracht.

Eine Herunterregulierung des Endocannabinoid-Systems kann im Laufe der Zeit negative Auswirkungen haben. Da der Körper weniger Endocannabinoide und Rezeptoren produziert, kann er eine Abhängigkeit von THC und anderen Phytocannabinoiden entwickeln. Diese Abhängigkeit kann die Fähigkeit des Körpers beeinträchtigen, sich selbst zu regulieren und auf Dinge wie Angst und Stress, die richtige Bildung von Erinnerungen und jeden anderen Prozess zu reagieren, an dem das ECS auf natürliche Weise beteiligt ist.

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Was ist mit anderen Cannabinoiden als THC?

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Leider gibt es noch viele Dinge, die wir über Cannabis nicht wissen. Sogar CBD wird trotz des Hypes, den es umgibt, immer noch schlecht verstanden. Die Forscher haben viele Fragen zu den wichtigsten Wirkmechanismen und wie diese die Wirkung und das therapeutische Potenzial beeinflussen.

Was wir jedoch wissen, ist, dass CBD eine geringe Bindungsfähigkeit für beide Cannabinoidrezeptoren aufweist. Stattdessen scheint es unter anderem auf Serotonin-, Gamma- und Vanilloidrezeptoren zu wirken. Es blockiert auch einige Rezeptoren wie GPR55, von denen gezeigt wurde, dass sie an der Regulierung der Knochenmasse beteiligt sind. Schließlich kann CBD tatsächlich als Wideraufnahmehemmer für Anandamid wirken und einen vorübergehenden Anstieg der Endocannabinoide im Körper verursachen.

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Muss man sein Endocannabinoid-System mit Cannabis füttern?

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In den meisten Fällen lautet die Antwort nein. Dein Endocannabinoid-System benötigt keine Phytocannabinoide, um richtig funktionieren zu können. Wie wir bereits gesehen haben, kann die Verwendung von Cannabinoiden wie THC die Fähigkeit Deines Endocannabinoid-Systems beeinträchtigen, von alleine richtig zu funktionieren. Dies kann besonders in prägenden Jahren wie der Pubertät problematisch sein und ist der Grund, warum Menschen während dieser Jahre kein Cannabis konsumieren sollten.

Denke daran, dass Dein Endocannabinoid-System wie die meisten anderen physiologischen Systeme so konzipiert ist, dass es von ganz allein fehlerfrei funktioniert. Alle gesunden Erwachsenen sollten über ein funktionierendes, streng reguliertes Endocannabinoid-System verfügen, das nicht durch THC oder ein anderes Phytocannabinoid “gefüttert” oder “angetrieben” werden muss.

Eine Anmerkung zur Cannabinoid-Therapie

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Wie ich bereits erwähnt habe, ist das Endocannabinoid-System wirklich wichtig, um die Reaktion unseres Körpers auf Veränderungen in unserer internen und externen Umgebung auszugleichen. Wenn dieses System nicht aktiv ist, tritt eine Krankheit auf. Und hier kann sich die Verwendung von Phytocannabinoiden tatsächlich als vorteilhaft erweisen.

Wissenschaftler glauben, dass der klinische Endocannabinoid-Mangel das Herzstück einer Vielzahl von Erkrankungen sein kann. Unter diesen Umständen kann die Verwendung von Cannabis dazu beitragen, das “fehlerhafte” Endocannabinoid-System eines Patienten zu unterstützen. Obwohl die Forschung in diesem Bereich noch vorläufig ist, zeigt sie, dass es einige Ausnahmen von der oben genannten Regel gibt. Wenn es um das therapeutische Potenzial von Cannabis geht, gibt es viel, das wir nicht wissen und wenig, das wir wissen. Während Cannabinoide wie THC und CBD echte medizinische Eigenschaften haben, sind sie jedoch nicht erforderlich, damit das ECS einwandfrei funktioniert.

Steven Voser

Geschrieben von: Steven Voser
Steven Voser ist ein Emmy Award nominierter Journalist mit viel Erfahrung auf dem Buckel. Dank seiner Leidenschaft zu allem, was mit Cannabis zu tun hat, widmet er jetzt viel von seiner Zeit der Erkundung der Weed-Welt.

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