AYA Konferenz 2014: Ein Rückblick

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AYA Konferenz 2014: Ein Rückblick

Auf der schönen Insel Ibiza kam eine vielschichtig Mischung von Schamanen, Suchenden und Wissenschaftlern zusammen, um sich über die neuesten Entwicklungen der globalen Verbreitung von Ayahuasca auszutauschen.

Ayahuasca hat die kritische Masse erreicht. Es ist nicht länger das obskure Gebräu aus den Tiefen des Amazonas' - Ayahuasca ist aus dem Wald entkommenen und kam in die urbanen Zentren der Welt. Die rasche Popularisierung hat seine heilenden Kräfte in einem beispiellosen Ausmaß zugänglich gemacht, was einer neuen Form der kosmischen Psychotherapie Vorschub leistet. Jetzt wird die Vermeidung der Fallen der Verbreitung zu einem dringenderen Problem als je zuvor: Die meisten Berufe, insbesondere im Bereich der Medizin und Gesundheit, werden durch einen Verhaltenskodex geregelt, an den die Ärtzeschaft sich hält. Doch im Falle von Ayahuasca hat das Fehlen einer völkerverbindendem Plattform zu unethischen und opportunistischen Praktiken geführt, die nicht nachhaltig sind, wenn Ayahuasca sich weiter in der heutigen Gesellschaft verbreitet. Um diese Fragen zu beantworten und eine einheitliche Stimme zu bilden, hat die Organisation ICEERS die interdisziplinäre AYA Konferenz 2014 erschaffen, auf der ein globales Modell für die Verwendung von Ayahuasca diskutiert und verabschiedet werden kann.

Im Geist der Vereinigung gelang es der Konferenz die verschiedenen Aspekte zu beleuchten, die Ayahuasca umgeben: Stammestraditionen, religiöse Nutzung, persönliche Entwicklung, Psychotherapie, Legalität, Ethnobotanik und vielleicht am wichtigsten - das wissenschaftliche Verständnis des Prozesses.

Aus dem Wald ins Labor

B. caapi

Eines der auffälligsten Elemente der Konferenz war die Vereinigung der traditionellen Kultur mit der modernen Wissenschaft: Die Stammesführer der Kaxinawá und ihre Entourage - in ihre heimischen Gewänder gekleidet - hoben sich ab von den Reihen von Wissenschaftlern, Psychotherapeuten, Forschern und Anwälten. Diese Polarität zog sich durch die gesamte Konferenz, die das ausdrückliche Ziel hatte ethnobotanische Mittel als therapeutische Werkzeuge in der heutigen Gesellschaft zu integrieren. Um dies erfolgreich zu erreichen, wird eine Reihe von Studien notwendig sein, um die Ayahuasca Erfahrung wissenschaftlich abzusichern und zu verstehen.

Die Analyse des Unaussprechlichen ist die harte Nuss, die Forscher auf der ganzen Welt knacken wollen. Mit den neuesten Entwicklungen in der Neurowissenschaft und bildgebenden Technik geginnen sich die Mechanismen der Psychedelika im menschlichen Gehirn langsam abzuzeichnen und werden somit verstanden. Nach Jahrzehnten der Stagnation in diesem Bereich ist es sehr ermutigend zu sehen, mit welcher neuen Kraft die psychedelische Forschung zurückkehrt. Dank Erkenntnissen von Wissenschaftlern wie Dr. Draulio Barros de Araújo, Gabor Mate, Jordi Ribas und vielen mehr, werden die Mechanismen von Ayahuasca immer besser verstanden.

Insbesondere die Beckley Foundation, geleitet von Amanda Feilding, spielt eine Schlüsselrolle bei der Schaffung einer Anzahl von Studien, die einer evidenzbasierten Drogenpolitik den Weg ebnet. Unter den vielen Projekten, die die Stiftung weltweit durchgeführt hat, waren erste fMRI und MEG Studien mit Psilocybin und LSD , die einen Einblick gaben, wie Psychedelika das Gehirn beeinflussen und ihre Wirkung entfalten. Über die Grenzen der neurologischen Forschung hinweg ist die Stiftung auch damit beschäftigt, die praktischen Anwendungen dieser Stoffe bei der Behandlung von Krankheiten zu erkunden, die von psychischen Störungen bis zu tödlichen Krankheiten reichen.

Der Verwaltungsrat für Ethnobotanik: Die Ayahuasca Globalisierung thematisieren

Ayahuasca

In diesem entscheidenden Moment wurde der ESC (Ethnobotanical Stewardship Council) ins Leben gerufen, um eine sichere und nachhaltige Zukunft für Ayahuasca und seine Zucht zu fördern. Da sich seine Verwendung verbreitet, müssen viele Hürden überwunden werden: Das Überleben der Amazonaskulturen ist bedroht, Ayahuasca wird übererntet, eine fehlgeführte Drogenpolitik kriminalisiert seine Nutzung und Scharlatane bedrohen seinen Ruf. Die Mission des ESC ist es diesen Herausforderungen zu begegnen, indem ein Dialog zwischen allen Interessengruppen geschaffen wird - Suchende, Erzeuger, Landbesitzer, Experten, Heiler, politische Entscheidungsträger, usw. Durch eine Reihe von Ayahuasca Besprechungen wurden die wichtigsten Fragen der Ethik, Sicherheit und Nachhaltigkeit untersucht und schließlich werden in das Ayahuascaabkommen einfliessen, das ein "globaler Konsens über die Grundsätze und Kriterien für die Durchführung und Anerkennung eines sichereren und nachhaltigeren Ayahuascaanbaus ist, bei dem die weltweit anerkannte beste Vorgehensweise verwendet wird." Einmal umgesetzt, ist das Ziel des Abkommens eine vitale Ayahuascakultur zu etablieren, die auf nachhaltigem Ressourcenmanagement, Gemeindenbildung, Interaktion mit Regierungsbeamten und der formalen Zertifizierung von Zentren zur Umsetzung der Vereinbarung basiert. Erfahre mehr über den ESC auf www.ethnobotanicalcouncil.org.

Ist das alles wirklich nötig?

Das klingt nach verteufelt viel Organisation, Strukturen und Regulierungen. Und es ist eine berechtigte Frage: Ist diese Professionalisierung wirklich notwendig? Offensichtlich sind einige mit dem aktuellen Stand zufrieden und überzeugt, daß die Dinge sich selbst regeln werden, wie sie es immer tun. Und sicher, wenn man die vielen aktuellen Regierungsvorschriften bedenkt, sollte man wirklich hoffen, daß Ayahuasca das gleiche Schicksal erspart bleibt. Aber genau darum geht es: Während sich die Verwendung von Ayahuasca ausweitet, wird es zu Regulierungen kommen - von der einen oder anderen Seite. Zu dieser entscheidenden Zeit ist es wichtig, sich um die Angelegenheit zu kümmern und zu zeigen, daß die Selbstregulierungsmechanismen tatsächlich greifen, um sichere und nachhaltige Rahmenbedingungen zu schaffen, wo staatliche Eingriffe nicht notwendig sind. Zudem ist die Angelegenheit was Ayahuasca betrifft für eine Regierung möglicherweise kaum zu regulieren - hierfür braucht es einen dedizierten globalen Ansatz, der durch den Geist des Dienstes geleitet wird, um auch zukünftig eine blühende Ayahuascazucht zu gewährleisten.

Für weitere Informationen besuche bitte:

www.iceers.org
www.ethnobotanicalcouncil.org
www.beckleyfoundation.org

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