Yerba Mate: Alles Über Den Muntermacher Aus Südamerika

Yerba Mate: Alles Über Den Muntermacher Aus Südamerika

Mate-Tee ist ein traditionelles Getränk mit erstaunlichen Eigenschaften. Wir geben Dir einen Überblick über die potenziell gesundheitsfördernden Eigenschaften und darüber, wie Du den Tee mithilfe traditioneller Methoden selbst zubereiten kannst.

WAS IST YERBA MATE?

Yerba Mate, mit wissenschaftlichem Namen Ilex paraguariensis, ist ein Strauch, der zur Gattung der Stechpalmen gehört und in Südamerika beheimatet ist. Die Pflanze wird zu einem Tee weiterverarbeitet, der als Mate-Tee bekannt ist. Das Kräutergetränk wird hauptsächlich in Paraguay, Argentinien, Uruguay, Brasilien, Bolivien und Chile getrunken.

Man findet den Tee aber auch in der westlichen Welt, wo er als gesundes Lebensmittel beworben und verkauft wird. Die Pflanze ist in diversen Energy Drinks enthalten und wird wegen der subtileren und angenehm stimulierenden Wirkung gerne als Ersatz für Kaffee verwendet. Während eine Tasse Kaffee ungefähr 95–200mg Koffein enthält, sind in Yerba Mate nur 30–40mg enthalten.

Im Gegensatz zu herkömmlichem Tee, der als Busch wächst, beginnt das Leben von Yerba Mate als Strauch, der schnell an Größe zulegt und bis zu 15m hoch werden kann. Die Blätter, die vor dem Konsum als Tee getrocknet werden, sind gezackt und 7–110mm lang und 30–55mm breit. Kommerziell wird die Pflanze hauptsächlich in Südamerika angebaut, wobei Brasilien als größter Produzent der Pflanze gilt.

Nach der Ernte werden die Blätter neben offenem Holzfeuer getrocknet, wodurch sie einen angenehm rauchigen Geschmack erhalten. Wie stark der aufgebrühte Yerba-Mate-Tee ist, hängt hauptsächlich vom Geschlecht der verwendeten Pflanze ab. Männliche Pflanzen neigen dazu, geschmackvollere Blätter mit mehr Koffein zu produzieren, wohingegen weibliche Blätter einen subtileren Geschmack und eine unterschwelligere Wirkung besitzen.

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GESUNDHEITLICHER NUTZEN VON YERBA MATE

Die Blätter dieser interessanten Pflanze werden hauptsächlich als Tee getrunken. Wissenschaftler haben allerdings die darin enthaltenen Inhaltsstoffe untersucht und festgestellt, dass sie durchaus medizinisches Potenzial besitzen. Obwohl sich manche der folgenden zitierten Studien auf Versuche an Tieren beziehen, sind sie doch ein recht guter Indikator, was bei Untersuchungen am Menschen entdeckt werden könnte.

  • REICH AN PHYTONÄHRSTOFFEN UND ANTIOXIDANTIEN

Saponine sind eine chemische Stoffgruppe, die in der Pflanze enthalten ist. Es hat sich gezeigt, dass sie eine entzündungshemmende Wirkung besitzen und den Cholesterinspiegel senken können. Ein in dem Magazin BioFactors veröffentlichter Artikel1 deutet darauf hin, dass die in Yerba Mate enthaltenen Saponine chronischen Entzündungen bei Ratten vorbeugen können. Angesichts der Tatsache, dass chronische Entzündungen ein entscheidender Faktor vieler Krankheiten sein können, sollten weitere in vivo Untersuchungen (an Menschen) interessante Ergebnisse zum Vorschein bringen.

Zwei besonders faszinierende Arten von Antioxidantien in Yerba Mate sind Kaffeesäure-Derivate und Polyphenole. Antioxidative Moleküle sind in der Welt der gesunden Ernährung aufgrund ihrer Fähigkeit, durch freie Radikale verursachte Schäden durch Neutralisierung schädlicher Stoffe zu reduzieren, zu wichtigen Schlagwörtern geworden.

Im Körper wird Sauerstoff in zwei einzelne Atome aufgespalten, die in unserem Organismus auf der Suche nach geeigneten Elektronen herumschwirren, um sich mit ihnen zu paaren. Das kann zur Schädigung von Zellen, der DNA und Proteinen beitragen. Antioxidantien können einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor diesem Problem leisten, indem sie diese schädliche Reaktion beenden.

Grüntee ist seit langer Zeit für seinen hohen Gehalt an Antioxidantien bekannt. Yerba Mate könnte dieses beliebte Getränk in dieser Hinsicht allerdings vom Thron stoßen. Ein Artikel2 im Journal of Agriculture and Food Chemistry zeigt, dass Yerba Mate eine hervorragende Quelle für Antioxidantien ist.

  • ER KANN DIE IMMUNABWEHR STÄRKEN

Yerba Mate ist eine gute Quelle für die Mikronährstoffe Vitamin E, Selen, Zink und Vitamin C. Vitamin C kann das Immunsystem stärken, da ein Defizit dieses Mikronährstoffes zu einem Immundefekt führen kann. Mit diesem Thema beschäftigte sich auch ein Artikel3 in der Zeitschrift Gerontology aus dem Jahr 1983.

Jede dieser Substanzen wirkt im menschlichen Körper außerdem als Antioxidans. Sie unterstützen uns nicht nur bei der Neutralisierung freier Radikale, sondern können auch das Immunsystem stärken. Die zusätzliche Einnahme von Antioxidantien kann zahlreiche Immundefekte, die mit dem Alter zusammenhängen, umkehren und die Anzahl weißer Blutkörperchen erhöhen.

  • ER KANN BEIM ABNEHMEN HELFEN

Es ist kein Geheimnis, dass es immer mehr Menschen mit Übergewicht gibt. Durch den modernen westlichen Lebensstil ist es nicht immer leicht, sich Zeit für sportliche Aktivitäten zu nehmen und bei vielen Jobs verbringt man die meiste Zeit des Tages im Sitzen. Sport und die richtige Ernährung sind das A und O, um Gewicht zu verlieren, und bestimmte zusätzliche Nährstoffquellen wie Yerba Mate könnten bei diesem Vorhaben hilfreich sein.

Die Fachzeitschrift Laboratory Animal Research veröffentlichte einen Artikel4, der die Auswirkungen von Yerba Mate auf den Gewichtsverlust bei Mäusen dokumentiert. Es scheint so, als könnte das Kraut durch die Reduzierung des Appetits und Anregung des Stoffwechsels beim Abnehmen hilfreich sein.

Darüber hinaus gab es bereits Studien mit menschlichen ProbandInnen, die einen Eindruck der Auswirkungen von Yerba Mate auf den Gewichtsverlust geben. Es gibt Daten5, die zeigen, dass Yerba Mate die Oxidation von Fett unterstützen und sportliche Aktivitäten effektiver machen kann.

In einer anderen Studie6 wurde über einen Zeitraum von 12 Wochen die Wirkung des Krauts auf die Gewichtsreduzierung getestet. Im Rahmen der randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studie wurde der Body-Mass-Index sowie das Taille/Hüfte-Verhältnis der TeilnehmerInnen gemessen. Eine Gruppe von 15 Personen erhielt Yerba Mate in Form von Kapseln, die zwölf Wochen lang oral eingenommen werden sollten. Die tägliche Dosis betrug dabei 3g.

Es konnte eine signifikante Reduzierung des Körperfetts sowie des Körperfettanteils und des Taille/Hüfte-Verhältnisses im Vergleich zur Placebogruppe beobachtet werden. Die Autoren der Studie kamen zu dem Ergebnis, dass die zusätzliche Einnahme von Yerba Mate eine effektive Behandlungsmöglichkeit für Menschen mit Übergewicht sei.

  • GESTEIGERTE AUFMERKSAMKEIT UND ENERGIE

Eine Tasse Yerba Mate besitzt eine ähnliche Wirkung wie Kaffee und kann die Aufmerksamkeit steigern und dafür sorgen, dass man sich besser auf die jeweilige Aufgabe konzentrieren kann. Verantwortlich dafür ist der Koffeingehalt von Yerba Mate. Konsumenten des Getränks geben allerdings an, die Wirkung sei anders. Sie behaupten, die stimulierende Wirkung von Yerba Mate sei subtiler und erzeuge keinen plötzlichen Energieverlust, wie es bei der nachlassenden Wirkung von Kaffee der Fall sein kann.

Probiere es selbst aus und trinke ein Tasse Yerba Mate, bevor Du das nächste Mal eine Bewerbung schreibst oder ein Buch liest. Schließlich ist es wissenschaftlich7 bewiesen, dass Koffein die Aufmerksamkeit und das Kurzzeitgedächtnis verbessern kann.

  • VIELVERSPRECHENDE WIRKUNG GEGEN VERSCHIEDENE INFEKTIONSKRANKHEITEN

Obwohl noch mehr Forschung nötig ist, um diese Thesen zu untermauern, besitzt Yerba Mate die Fähigkeit, bestimmte Arten von Infektionen durch Bakterien oder Parasiten zu bekämpfen. Es hat sich gezeigt, dass Yerba Mate als natürliches antimikrobakterielles Mittel gegen E.coli wirkt, eine Bakterienart, die für Symptome einer Lebensmittelvergiftung wie Durchfall verantwortlich ist. Die Forscher8, die diese Beobachtungen machten, geben an, dass herkömmlich erhältlicher Yerba Mate das Potenzial besitzt, als antimikrobielles Mittel in Lebensmitteln gegen Krankheitserreger zu wirken.

Yerba Mate kann nicht nur bei der Bekämpfung von E.coli nützlich sein. Das Kraut zeigte9 außerdem eine antifungale Wirkung gegen den Hefepilz Malssezia furfur, der Bei Menschen Schuppen und Dermatitis hervorrufen kann. Es hat sich gezeigt, dass die Wirkung des Krauts mit aktuellen Antimykotika gleichgesetzt werden kann. Das veranlasste Forscher zur Annahme, die topische Anwendung von Yerba-Mate-Extrakt könne als alternatives Antimykotikum gelten.

Yerba Mate kann auch gegen einen etwas größeren invasiven Organismus in Form von Darmparasiten wirksam sein. Diese Lebensformen können Symptome wie Blähungen, Müdigkeit, Flatulenz, Übelkeit und Erbrechen verursachen und durch den Verzehr von kontaminiertem Wasser in den Körper gelangen. Die in der Pflanze enthaltenen Saponine haben antiparasitäre10 Eigenschaften gezeigt.

  • ER KANN DIE GESUNDHEIT DES HERZENS UNTERSTÜTZEN

Yerba Mate kann gut für die Herzgesundheit sein, indem er das Risiko von Herzerkrankungen senkt. Der chemische Cocktail in den Blättern der Pflanze aus Antioxidantien, Polyphenolen und Kaffeesäure-Derivaten kann zum Schutz vor der potenziell tödlichen Erkrankungen beitragen.

Eine in der Zeitschrift Clinical Nutrition veröffentlichte Abhandlung11 untersuchte die kardioprotektive Wirkung von Yerba Mate bei Ratten und es stellte sich heraus, dass durch die Verabreichung des Krauts die myokardiale Dysfunktion reduziert werden konnte, die durch Ischämie (unzureichende Blutversorgung) und Reperfusion (Gewebeschäden, die auftreten, wenn Blut in ein Gewebe zurückfließt) hervorgerufen wird.

Es gibt auch Studien am Menschen, in denen die Wirkung von Yerba Mate auf die Herzgesundheit untersucht wurde. Ein Artikel12 aus dem Jahr 2009, der im Journal of Agricultural Food Chemistry veröffentlicht wurde, dokumentiert eine Studie, in der die Auswirkungen der täglichen Einnahme von Yerba-Mate-Infusionen auf ProbandInnen über einen Zeitraum von 40 Tagen beobachtet wurde.

Man stellte fest, dass durch die Infusion die Lipidparameter bei einigen ProbandInnen verbessert werden konnte. Ebenso wurde der LDL-Cholesterinspiegel gesenkt. Dabei handelt es sich um eine Art von Cholesterin, das mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzerkrankungen in Verbindung gebracht wird.

DIE ZUBEREITUNG VON YERBA MATE

Yerba Mate kann auf verschiedene Arten zubereitet werden. Dabei kommt es darauf an, wie ernst Du das Ganze nimmst und wie traditionell die Zubereitung ablaufen soll.

Die einfachste und simpelste Methode für die Zubereitung von Yerba Mate sind Teebeutel oder man gibt die Blätter in ein Teesieb und trinkt den Tee, sobald er durchgezogen ist.

Alternativ dazu kannst Du Yerba Mate auch auf die traditionelle Art zubereiten. Dafür verwendet man eine Kalebasse als Teetasse. Der Tee wird mithilfe eines Metallstrohhalms mit einem Filter getrunken, der als Bombilla bezeichnet wird. In der Regel wird die Kalebasse zu ungefähr ⅓ mit den getrockneten Blättern aufgefüllt und mit kaltem Wasser aufgegossen sowie oft mit Zitronensaft, Zucker oder Milch verfeinert. Traditionell wird das Getränk, je nach Präferenz, sowohl heiß als auch kalt serviert.

IST YERBA MATE GESÜNDER ALS KAFFEE?

Beide Getränke haben individuelle Vor- und Nachteile. Die Bezeichnung „gesund“ lässt sich nur schwierig nachweisen und es ist schwer zu sagen, welches Getränk gut oder schlecht für die Gesundheit ist. Beide Getränke besitzen jede Menge Mikronährstoffe und Antioxidantien. Für Kaffeetrinker, die ihren Kaffeekonsum einschränken wollen, könnte Yerba Mate allerdings eine gute Wahl sein, um weiterhin ein wohltuendes Ritual zu genießen. Denn eine Tasse Mate-Tee besitzt im Vergleich zu Kaffee deutlich weniger Koffein.

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SICHERER UMGANG UND NEBENWIRKUNGEN

Man geht davon aus, dass Yerba Mate bei gelegentlichem Genuss durch gesunde Erwachsene ein sicheres Lebensmittel ist. Studien13 weisen allerdings darauf hin, dass regelmäßiger Konsum mit verschiedenen Risiken und Nebenwirkungen verbunden ist. Obwohl für genauere Schlussfolgerungen noch mehr Forschungsarbeit nötig ist, wird Yerba Mate mit Speiseröhren-, Kehlkopf- und Mundröhrenkrebs in Verbindung gebracht.

Das könnte an dem Gehalt an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen liegen, die als krebserregende Stoffe gelten. Ein weiterer Grund könnte die heiße Temperatur des Getränks sein. Im Gegensatz dazu hat sich gezeigt, dass manche der Inhaltsstoffe von Yerba Mate vor bestimmten Krebsarten schützen können.

Auch Koffein an sich besitzt Nebenwirkungen. Eine Überdosis Koffein kann zu Kopfschmerzen und hohem Blutdruck führen.

Manche Wirkstoffe von Yerba Mate agieren als Monoami-Oxidase-Hemmer. Menschen, die MAO-Hemmer einnehmen, sollten das Getränk mit Vorsicht genießen und vor dem Konsum mit einem Arzt Rücksprache halten.

Darüber hinaus ist es nicht zu empfehlen, Mate-Tee während der Schwangerschaft zu trinken.

DIE GESCHICHTE VON YERBA MATE

Yerba Mate besitzt eine faszinierende und lange Geschichte. Der Tee wurde das erste Mal vom eingeborenen Stamm der Guarani in Paraguay verwendet und verbreitete sich anschließend auf andere Völker wie den Tupi im Süden Brasiliens. Im Zuge der europäischen Kolonialisierung Amerikas breitete sich der Gebrauch von Yerba Mate weiter aus und das Kraut erreichte benachbarte Regionen und andere Länder. Durch den raschen Anstieg des Konsums war Yerba Mate eine Zeit lang die wichtigste Handelsware Paraguays, sogar noch vor Tabak.

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