Was bei der Decarboxylierung passiert

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Was bei der Decarboxylierung passiert

Informationen zur Decarboxylierung von Cannabis sind oft bestenfalls lückenhaft, daher haben wir einige nützliche Informationen zusammengetragen, um zu helfen das Verständnis zu erhöhen.

Wenn Du jemals Cannabis roh gegessen hast, in der Hoffnung davon high zu werden, dann war es wahrscheinlich eine enttäuschende Erfahrung für Dich. Das liegt daran, daß Marihuana einen Prozess durchlaufen muss, der als Decarboxylierung bekannt ist, bevor es aktiv ist.

Was ist Decarboxylierung?

Laienhaft ausgedrückt ist Decarboxylierung der Prozess der Erwärmung von Cannabis, um das THC, CBD und die anderen Cannabinoide darin zu aktivieren. Ohne Wärme können diese Verbindungen die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren. Deshalb wird Marihuana geraucht, verdampft, gebacken oder gekocht, bevor es konsumiert wird - es ist ein unerlässlicher Vorgang, wenn Du die Wirkung der Wirkstoffe verspüren willst.

Betrachtet man es ein bißchen näher, ist Decarboxylierung eine chemische Reaktion bei der die COOH Carboxylgruppe der Atome aus dem Cannabis entfernt wird, in Form von H2O Und CO2 (Wasser und Kohlendioxid). Während Cannabis wächst, betreibt es einen Prozess, der als Photosynthese bekannt ist. Während dieses Prozesses wird CO2 absorbiert, das sich dann mit dem freien Wasserstoff in der Pflanze zu Carbonsäure verbindet. Dies wird Carboxylierung genannt. Die wichtigsten Carbonsäuren die hierbei von Interesse sind, sind THCA und CBDA, die die Vorläufer von THC und CBD sind. Während Cannabis wächst, enthält es THCA und CBDA und nicht THC oder CBD. Deshalb kann rohes Cannabis Dich nicht annähernd so high machen wie decarboxyliertes Cannabis.

Der Prozess der Decarboxylierung kann in gewissem Maße mit der Zeit und durch Wärme auf natürlichem Weg auftreten, häufig als ein Prozess bei der Trocknung von Cannabis oder wenn es zu lange gelagert wird. Aber diese natürliche Decarboxylierung ist bei weitem nicht so effizient oder wirksam wie durch menschliches Eingreifen, also beim Rauchen, Verdampfen, Backen oder Kochen. Wenn dies geschieht, wird das CO2 aus den Säuren (THCA und CBDA) gelöst, wodurch sie zu den begehrten Cannabinoiden werden.

Allerdings gibt es einen weiteren Prozess, der hierbei eine Rolle spielt. Ein Prozess, den THC-Enthusiasten tunlichst vermeiden möchten. Bei rund 70% Decarboxylierung beginnt THC zu CBN zu zerfallen und dies in einem höheren Maß als THCA sich in THC umwandelt, was zu einem schnellen und deutlichen Rückgang des THC-Gehalts führt. Es ist auch erwähnenswert, daß sich an dieser Stelle noch nicht umgewandeltes THCA in CBNA verwandelt und CBNA weiter in CBN umgewandelt wird, was den CBN-Gehalt noch schneller ansteigen lässt. THCA kann sich mit der Zeit und wenn sie Luft ausgesetzt wird auch in CBNA verwandeln, was teilweise der Grund dafür ist, warum Marihuana seine Wirksamkeit mit dem Alter oder bei unsachgemäßer Lagerung verlieren kann.

Lass Dich davon aber nicht abschrecken. CBN hat auch seinen Nutzen, insbesondere für medizinisch orientierte Nutzer. CBN ist unter anderem ein Schlafmittel, ein Antioxidationsmittel und ein Mittel gegen Glaukom.

Cannabis decarboxylieren

Wie oben bereits erwähnt, beginnt THC sich bei rund 70% Decarboxylierung zu CBN abzubauen, so daß die Temperatur und Länge der Decarboxylierung abhängig davon ist welche Wirkung Du von Deinem Cannabis erwartest. Wenn Du Cannabis verdampfst oder rauchst ist dieser Punkt so ziemlich irrelevant, da die Decarboxylierung sofort stattfindet und der einzige zu beachtende Punkt (bei der Verdampfung) die richtige Temperatur ist, damit die Cannabinoide nicht zerstört werden. Cannabis zu decarboxylieren ist für diejenigen, die damit kochen oder backen wollen oder Extrakte und Öle herstellen möchten.

Generell gesagt möchtest Du Dein Cannabis für 30 Minuten bis eine Stunde bei etwa 106-120°C decarboxylieren. Viele Menschen werden ihr Cannabis sorglos für eine Stunde bei 118-120°C decarboxylieren und sehen dies in der Regel als Standard an. Eine so hohe Temperatur über diesen langen Zeitraum könnte allerdings nicht wirklich ratsam sein (siehe unten). Ein Hinweis für Puristen: Cannabis sofort bei über 100 Grad Celsius zu decarboxylieren kann dazu führen, daß alle darin verbliebene Feuchtigkeit verkocht und zu zellulären Schäden führt und der Integrität schadet. Um dies zu vermeiden, kannst Du damit anfangen Dein Cannabis für 15-20 Minuten auf 96 Grad Celsius zu erhitzen. Dies sollte ihm die verbleibende Feuchtigkeit entziehen, so daß es sicher wird zu einer höheren Temperaturen zu wechseln.

Die folgende Grafik aus dem "Journal of Chromatography" sollte Dir einen guten Einblick geben wie Temperatur und Zeit sich während der Decarboxylierung auf den THC-Gehalt auswirken. Bedenke jedoch, daß diese Werte in einer sehr kontrollierten Testumgebung ermittelt wurden, wobei ein Marihuanaextrakt "auf einer Glasoberfläche in einem offenen Reaktor" verwendet wurde - aber es sollte Dir eine grobe Orientierung geben. Demnach kannst Du den Zeitraum auf etwa 30 Minuten verkürzen, wenn Du höhere Temperaturen verwendest.

Da haben wir es also! Auch wenn man es nicht wirklich unbedingt wissen muss, kann ein besseres Verständnis über die Decarboxylierung helfen das Wissen über Cannabis und wie seine Chemie sich auf uns auswirkt zu vertiefen - vor allem, wenn Du planst daraus Esswaren herzustellen. Deine Fähigkeiten über die Temperatur und Dauer zu schärfen kann Dir viel mehr Kontrolle über die Potenz geben! Man sollte es nie vergessen, Wissen ist Macht.