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Löwenmähnen-Pilz
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Was Ist Der Löwenmähnen-Pilz?

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Obwohl er in der gesamten nördlichen Hemisphäre wächst, war der Löwenmähnen-Pilz außerhalb Asiens bis vor kurzem relativ unbekannt. Einige Jahrtausende später erkennen jetzt auch die Menschen im Westen, was unsere Freunde im Osten schon lange wissen.

Pilze – es gibt sie schon seit Hunderten von Millionen Jahren, aber erst jetzt bekommen sie die Aufmerksamkeit, die sie wirklich verdienen. Wusstest Du, dass Menschen und Pilze einen gemeinsamen Vorfahren haben? Es ist also an der Zeit, unseren Pilzbrüdern ein wenig positivere Aufmerksamkeit zu schenken. Egal, ob Du Deinen Gaumen erfreuen oder Dein Bewusstsein erweitern möchtest – Pilze können dafür sorgen. Gibt es irgendetwas, das auch nur annähernd so vielseitig wie Pilze ist?

Während wir im Westen diese seltsamen kleinen Wesen vernachlässigt haben, trifft dies für andere Weltregionen nicht zu. Im Osten wurden Pilze für Tausende von Jahren in traditionellen Praktiken verwendet – und diese Praktiken dauern bis heute an. Aber erst seit kurzem haben sie den Weg in den westlichen Mainstream gefunden. Vorhang auf für Löwenmähnen-Pilz!

Was ist der Löwenmähnen-Pilz (Hericium erinaceus)?

Löwenmähnen-Pilz (Hericium Erinaceus)

Der Löwenmähnen-Pilz ist ein fremdartig aussehender Pilz, der noch viele weitere Namen hat: Igel-Stachelbart, Affenkopfpilz, Bartzahnpilz, Satyrbart oder Pom Pom. Die lateinische Bezeichnung lautet Hericium erinaceus. Tatsächlich bedeutet "Erinaceus" in latein "Igel" – was sich auf die vielen "Stacheln" des Pilzes bezieht. Der Löwenmähnen-Pilz wächst in einem dichten Büschel dünner, Sporen produzierender Stacheln, die nach unten baumeln.

Hericium erinaceus ist in der gesamten nördlichen Hemisphäre in Nordamerika, Europa und Asien zu finden und wurde über Tausende von Jahren hinweg in traditionellen ganzheitlichen Praktiken verwendet. Buddhistische Mönche nutzten einst einen Tee aus diesem Pilz, um den Geist zu klären und die Wahrnehmung zu stärken, was ihre meditative Praxis verbessern sollte.

Heutzutage wird Löwenmähnen-Pilz auf der ganzen Welt als Wellness-Ergänzung genutzt; allerdings sind genaue Nutzen und Wirkung aufgrund mangelnder Forschung noch nicht bekannt. Was wir jedoch wissen, ist, dass er – außer Methionin und Tryptophan – alle essentiellen Aminosäuren enthält, die der menschliche Körper benötigt, so dass dieser Pilz als Superfood dienen könnte.

Wo und wie wächst der Löwenmähnen-Pilz?

Wo und wie wächst Löwenmähnen-Pilz

Dieser Pilz ist auf der nördlichen Halbkugel weit verbreitet. Generell findet man ihn am ehesten auf Laubbäumen. Hauptsächlich wächst er auf totem Gehölz, man trifft ihn jedoch auch auch auf lebenden Bäumen an.

Es heißt, der Löwenmähnen-Pilz könne bis zu vierzig Jahre alt werden und würde während dieser Zeit mit Unterbrechungen Früchte tragen. Trägt er gerade keine Früchte, ist auch kein Körper sichtbar, aber man kann sicher sein, dass das Myzel unter der Holzoberfläche fortlebt. Wenn der Pilz allerdings Früchte trägt, tut er dies gegen Ende des Sommers. Die Sporen werden jedoch im Winter bis in den Februar hinein freigesetzt. Im Gegensatz zu einigen anderen Pilzarten können Löwenmähnen-Fruchtkörper Kälte und Frost überleben.

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Wie sieht der Löwenmähnen-Pilz aus?

Wie sieht Löwenmähnen-Pilz aus

Der Pilz sieht tatsächlich ein wenig wie eine Löwenmähne aus. Es handelt sich um eine Anhäufung zottelig aussehender weißer Stacheln, die chaotisch herabhängen. Diese Stacheln, aus denen zu Fortpflanzungszwecken die Sporen freigesetzt werden, sind abhängig von dem speziellen Lebensraum und der befallenen Baumart etwa 1–7cm lang und 1,5–2mm dick. Ob man dieses Aussehen nun schön oder etwas befremdlich findet, ist vielleicht Geschmackssache. Man kann allerdings nicht leugnen, dass es sich sicherlich um bemerkenswerte kleine Dinge handelt.

Ist der Löwenmähnen-Pilz ein Adaptogen?

Ein Hinweis zu Adaptogenen – laut Europäischer Arzneimittel-Agentur gibt es sie gar nicht. Über die angebliche Fähigkeit von Adaptogenen, das kognitive Wohlbefinden zu verbessern und die Homöostase zu unterstützen, liegen zwar einige Studien vor, doch diese waren methodisch mangelhaft und werden daher als nicht vertrauenswürdig eingestuft.

Wer allerdings an Adaptogene glaubt, zählt meist auch den Löwenmähnen-Pilz dazu.

Gründe für die Verwendung des Löwenmähnen-Pilzes

Gründe für Verwendung Löwenmähnen-Pilzes

Es gibt ein paar gute Gründe, diesen Pilz zu verwenden. Manche Menschen finden es lohnend, traditionelle Praktiken fortzusetzen, und sie möchten ihn vielleicht zu diesem Zweck verwenden. Wenn er damals für buddhistische Mönche gut genug war, warum sollte dies nicht auch für uns gelten?

Ein weiterer Grund, den Pilz zu nutzen, ist sein köstlicher Geschmack. Zusammen mit Shiitake ist der Löwenmähnen-Pilz eine Gourmet-Zutat, die in der östlichen Küche Verwendung findet. Es heißt, sein Geschmack erinnere eher an Hummer oder Aubergine. Wenn also schon nichts anderes, ist er sicherlich ein kulinarischer Leckerbissen.

In welchen Formen ist Löwenmähnen-Pilz verfügbar?

Löwenmähnen-Pilz Formen

Wenn Du Löwenmähnen-Pilze in die Finger bekommen möchtest, bist Du nicht auf frische Pilze beschränkt – obwohl diese für kulinarische Zwecke in dieser Form möglicherweise besser als ein dehydrierter Extrakt geeignet sind!

Ganze Pilze

Löwenmähne ist in Form ganzer Pilze erhältlich, entweder frisch oder getrocknet. Frische Exemplare eignen sich am besten zum Kochen, müssen aber sehr schnell verzehrt werden. Getrocknete sind vielseitiger und können zu Tee verarbeitet, gemahlen oder möglicherweise rehydriert werden.

Pulver

In Pulverform ist dieser Pilz mittlerweile sehr verbreitet. Es gibt ihn entweder einfach als Pulver oder als Extrakt. Der Extrakt hat den Vorteil, dass er hochkonzentriert werden kann, was bedeutet, dass er bis zu 30-mal stärker als die entsprechende Menge frischer Löwenmähnen-Pilze sein kann.

Kapseln

Wenn Du eine Einnahmemethode suchst, die sich leicht in einen vielbeschäftigten Tagesablauf integrieren lässt, sind die Kapseln mit Lions Mane (Hericium erinaceus, Igel-Stachelbart) die perfekte Wahl. Sie enthalten festgelegte Dosen an pulverisiertem Lion's-Mane-Pilz und haben die gleichen Vorteile wie die reine Pulverform, sind aber noch einfacher zu handhaben. Schlucke sie einfach mit einem Getränk und fahre mit Deinem Tag fort! Diese Methode eignet sich für alle, die viel zu tun haben, aber trotzdem nicht auf ein bisschen traditionelle Wohltat verzichten wollen.

Tinktur

Löwenmähne ist auch als Pilz-Tinkturen erhältlich. Dies sind ebenfalls Extrakte, die allerdings zu Öl und nicht zu Pulver verarbeitet wurden. Diese können einfach unter die Zunge getropft sowie in Speisen oder in Tee geträufelt werden.

Wirkung und Nebenwirkungen des Löwenmähnen-Pilzes

Vieles von dem, was wir über den Löwenmähnen-Pilz denken, wurde durch traditionelle Praktik an uns weitergegeben. Die wissenschaftlichen Informationen darüber sind derzeit ziemlich begrenzt, obwohl ihr Umfang zunimmt.

Was sind die Nutzen des Löwenmähnen-Pilzes?

Nutzen des Löwenmähnen-Pilzes

Es gibt eine Reihe von Verbindungen in diesem Pilz, die dem Körper zu einem gewissen Grad zugute kommen könnten.

  • Hericenone

Diese finden sich in den Fruchtkörpern des Pilzes. Es gibt sie allerdings auch in vielen anderen Dingen. In Studien an Mäusen[1] wurde gezeigt, dass Hericenone eine starke stimulierende Wirkung auf die Biosynthese des Nervenwachstumsfaktors (NGF) aufweisen.

Was aber ist der Nervenwachstumsfaktor? NGF ist an Wachstum, Proliferation, Erhaltung und Überleben von Neuronen beteiligt. Er übernimmt auch Funktionen im Immunsystem, die mit Entzündungen und der Schmerzwahrnehmung zusammenhängen. Eine weitere interessante Tatsache: NGF wurde in höheren Konzentrationen im Blutplasma[2] von Menschen gefunden, die weniger als 12 Monate in einer Liebesbeziehung waren, wohingegen die Werte bei Menschen, die schon länger in einer Beziehung leben, niedriger ausfallen.

  • Erinacine

Soweit wir wissen, kommen Erinacine am häufigsten im Myzel der Löwenmähnen-Pilze vor. Sowohl innerhalb als auch außerhalb von Pilzen hat man bisher 15 Erinacine identifiziert, von denen mehrere eine starke Wirkungen auf NGF[3] ausüben (Erinacine A, B, C, E, F, H und I). Manche Forscher vermuten, dass die Wirkung stärker als die von Hericenonen ist.

  • Polysaccharide

Löwenmähnen-Pilze sind eine großartige Quelle für Polysaccharide. Hierbei handelt es sich um einen weit gefassten Begriff für das häufigste Kohlenhydrat der Natur. Bei Polysacchariden handelt es sich um Ketten von 10 oder mehr Monosacchariden. Einige Beispiele für Monosaccharide sind Glucose, Fructose und Glyceraldehyd. Allerdings gibt es noch viele weitere. In den Körpern von Tieren, in Pflanzen, aber eben auch in Pilzen dienen sie der Struktur und Speicherung – je nachdem, woraus eine Kette jeweils besteht. Es ist möglich, dass die Polysaccharide in Löwenmähnen-Pilzen eine ungewöhnliche Kette aufweisen.

In Pilzen findet man Polysaccharide meist im Chitin, das ihre Zellwände bildet. Bei Tieren und Pflanzen hingegen bestehen die Zellwände aus Zellulose, der vermutlich am häufigsten vorkommenden organischen Verbindung auf der Erde.

Was sind mögliche Nebenwirkungen des Löwenmähnen-Pilzes?

Nebenwirkungen Löwenmähnen-Pilzes

Die Nebenwirkungen des Löwenmähnen-Pilzes scheinen minimal zu sein und treten zudem nur sehr selten auf. Tatsächlich ist die Tatsache, dass wir so wenig über den Pilz wissen, wahrscheinlich ein Beweis dafür, dass Nebenwirkungen, wenn überhaupt, selten als schwerwiegend genug angesehen werden, um von ihnen zu berichten oder sie aufzuzeichnen.

Davon abgesehen vermuten manche Menschen, dass der Löwenmähnen-Pilz Allergien wie Asthma entgegenwirken könnte.

Ist die Verwendung von Löwenmähnen-Pilz ungefährlich?

Ja. Soweit uns bekannt ist, gibt es keine Berichte über schwerwiegende Nebenwirkungen durch die Einnahme des Pilzes. Und während er in der westlichen Welt nur wenig bekannt ist, wird er in Asien seit unglaublich langer Zeit in der ganzheitlichen und kulinarischen Praxis verwendet. Er ist im Grunde ein weiterer essbarer Pilz.

Kann man vom Löwenmähnen-Pilz high werden?

Nein. Da er keine psychoaktiven Verbindungen (wie etwa Psilocybin oder Psilocin) enthält, kann er auch keine psychedelische Erfahrung auslösen. Das heißt aber nicht, dass es nicht lohnend wäre, ihn zu essen!

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Wie man Löwenmähnen-Pilz verwendet

Löwenmähnen-Pilz verwenden

Löwenmähnen-Pilz kann auf verschiedene Weise verwendet werden. Falls Du gerne mit ungewöhnlichen Zutaten kochst und experimentierst, solltest Du Dir ein frisches Exemplar besorgen. Als Feinschmeckerzutat in der Küche verwendet, zeichnet er sich durch einen ungewöhnlichen und dennoch köstlichen Geschmack aus. Ansonsten kannst Du Dir einen wärmenden Tee mit Löwenmähnen-Pilz-Extrakt gönnen.

Wie auch immer Du ihn einnehmen möchtest, ist es sicher, ihn mit einer Vielzahl von anderen Dingen einzunehmen. Tatsächlich sind "Supermischungen" aus zahlreichen Pilzen erhältlich. Darin werden meist Reishi, Cordyceps, Chaga, Shiitake und weitere kombiniert. Unabhängig davon, für welche Form der Einnahme Du Dich entscheidest, ist es auch sicher, ihn zusammen mit CBD einzunehmen.

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Wie viel Löwenmähnen-Pilz sollte man einnehmen?

Dies hängt davon ab, wie Du ihn einnimmst. Für manche Methoden benötigt man den frischen Pilz, während andere konzentrierte Extrakte erfordern. Bei der Einnahme von Extrakten wird die Dosis viel niedriger ausfallen.

Dosierung

Dosierung Löwenmähnen-Pilz

  • Kapseln: 1–3 Kapseln täglich zu einer Mahlzeit eingenommen.

  • Pulver: 2–4 Gramm täglich. Manche Nutzer schlagen vor, in den ersten Wochen 4 Gramm einzunehmen und den Konsum danach auf 2 Gramm pro Tag zu reduzieren.

  • Getrockneter Pilz: Hier gilt dasselbe wie für das Pulver: Täglich bis zu 4 Gramm sollten ausreichen.

  • Frischer Pilz: In diesem Fall verwendest Du ihn wahrscheinlich zum Kochen. Nimm daher so viel oder so wenig, wie Du benötigst. Du wirst keinen Schaden anrichten, wenn Du mehr als empfohlen verzehrst. Außerdem können getrocknete Pilze bis zu 90% an Gewicht verlieren; 5 Gramm trockene Pilze könnten 50 Gramm frischen Exemplare entsprechen!

Wie lange dauert es, bis der Löwenmähnen-Pilz wirkt?

Es wird empfohlen, den Löwenmähnen-Pilz einige Wochen einzunehmen, bevor Du erwarten kannst, etwas von seiner Wirkung zu spüren.

Wann ist die beste Zeitpunkt, Löwenmähnen-Pilz einzunehmen?

Dieser Punkt ist strittig. Da er über einen langen Zeitraum eingenommen wird und nicht, um eine sofortige, kurzlebige Wirkung hervorzurufen, ist es am wichtigsten, ihn regelmäßig einzunehmen. Integriere ihn also in Deine tägliche Routine und nimm ihn in regelmäßigen Abständen ein, damit es zu einer Gewohnheit werden kann.

Wie man Löwenmähnen-Pilz lagert

Wie man Löwenmähnen-Pilz lagert

Die meisten werden wissen, dass frische Pilze ziemlich schnell matschig werden können. Wenn Du also frische Löwenmähnen-Pilze verwendest, solltest Du sie im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von ein paar Tagen verbrauchen.

Ansonsten sollten alle anderen Formen für unbestimmte Zeit haltbar sein, solange sie in einer geeigneten Verpackung kühl und trocken gelagert werden.

Der Löwenmähnen-Pilz: Wird er seinem epischen Namen gerecht?

Wenn Du Pilze magst, lautet die Antwort: Ja! Obwohl wir nicht genau sagen können, welche Nutzen der Löwenmähnen-Pilz für die Gesundheit hat oder nicht, nehmen viele Menschen ihn regelmäßig ein und schwören auf seine Wirkung. Was wir allerdings wissen, ist, dass dieser Pilz großartig schmeckt. Egal, ob Du ihn zu Ehren alter Kulturen ausprobieren oder einfach nur in der Küche experimentieren möchtest, empfehlen wir Dir, dem Löwenmähnen-Pilz eine Chance zu geben!

Adam Parsons
Adam Parsons
Der professionelle Cannabisjournalist, Texter und Autor Adam Parsons ist ein langjähriger Mitarbeiter von Zamnesia. Mit der Aufgabe, ein breites Themenspektrum von CBD bis Psychedelika und allem dazwischen abzudecken, erstellt Adam Blog-Posts, Leitfäden und erforscht eine ständig wachsende Produktpalette.
Haftungsausschluss:
Wir erheben keine medizinischen Ansprüche. Dieser Artikel wurde nur zu Informationszwecken verfasst und basiert auf Studien, die von anderen externen Quellen veröffentlicht wurden.

Externe Quellen:
  1. https://www.sciencedirect.com
  2. Raised plasma nerve growth factor levels associated with early-stage romantic love - https://www.sciencedirect.com
  3. Erinacines A, B and C, strong stimulators of nerve growth factor (NGF)-synthesis, from the mycelia of Hericium erinaceum - https://www.sciencedirect.com
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