Ist Dabbing Gefährlich?

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Ist Dabbing Gefährlich?


Dabbing – eine Form des Konsums von Cannabisextrakten bekommt einen schlechten Ruf. Sind die Gefahren echt?

Unter Dabbing versteht man die Prozedur, Cannabiskonzentrat über einer Hitzequelle zu schmelzen und dabei den Dampf zu inhalieren. Diese Methode des Cannabiskonsums erfreute sich über die letzten Jahre stetiger Beliebtheit und damit auch die Medienberichterstattungen über die „Gefahren“ von Dabbing.

Neben der Aufmerksamkeit, welche die Diskussion und das Streuen von Gerüchten über Dabbing erregt, werden dabei grundlegende Dinge durcheinander gebracht.

Natürlich gibt es ein paar Dinge, die von den KonsumentInnen beachtet werden müssen, aber die negative Berichterstattung über Cannabiskonzentrate ist nicht gerechtfertigt. Dabbing ist sicherlich keine Form von „Marihuana Crack“, wie von vielen Kritikern vehement behauptet wird.

WAS IST BHO? DAS ABC DER EXTRAKTE UND KONZENTRATE

Shatter, Wax, Crumble

Cannabisextrakte sind meistens besser bekannt unter den Namen „Shatter, Wax, Crumble“ oder sogar „Honey Oil“, wobei diese Verallgemeinerungen eher irreführend sind. Es gibt verschiedene Arten von Marihuanaextrakten wie zum Beispiel Hasch, mit CO2 extrahiertes Öl und eine Vielzahl an Tinkturen, die mit Hilfe von Alkohol extrahiert wurden. Das zurzeit beliebteste „Konzentrat“ ist gemeinhin als „Butane Hash Oil“ (oder BHO) bekannt.

Bei der Herstellung von BHO werden Cannabinoide entzündlichen Kohlenwasserstoffen, wie Propan- oder Butangas, in einem geschlossen Zylinder ausgesetzt. Nach dem Verdampfen des Gases bleibt ein hochkonzentrierter Rest übrig, der dann üblicherweise geraucht oder verdampft wird (täglich sind dabei neue Produkte verfügbar, die geschluckt oder sogar auf die Haut gerieben werden können). Das bedeutet, dass sich die ganze Aufregung auf die Konzentrate konzentriert, die geraucht oder verdampft werden.

BHO butane hash oil

Dieser Prozess ist nicht neu und Konzentrate jeglicher Art wurden schnell zum nächsten „großen Ding“ als Freizeitdroge und bei medizinischen KonsumentInnen. Bei sachgemäßer Herstellung und verantwortungsvollem Konsum können Extrakte eine starke und wirkungsvolle Wirkung haben oder sogar als starkes Schmerzmittel dienen.

Aufgrund der Beliebtheit und das nicht nur wegen der steigenden dramatischen Unfälle der Neulinge unter den Herstellern, wurden die Extrakte und ihr Konsum ein heiß diskutiertes Thema.

NICHT ZU HAUSE NACHMACHEN

Die Herstellung von Konzentraten ist keine einfache Sache. KonsumentInnen von Hasch Öl oder jedem anderen Konzentrat sollten ihre Produkte von professionellen Herstellern kaufen, die nur pestizidfreies Marihuana verwenden und darüber hinaus nur zugelassene Produktionsmethoden anwenden (was außerdem dabei hilft, die Reinheit des Produktes zu garantieren). Unerfahrene EinsteigerInnen sollten niemals versuchen, diese Substanz zu Hause herzustellen. Es ist nicht nur sehr gefährlich, sondern unter Umständen auch tödlich. Der Versuch, THC mit Hilfe eines selbstgebauten Systems zu extrahieren, kann ungewollte und sehr gefährliche Explosionen verursachen.

Die steigende Zahl an Unfällen von AmateurproduzentInnen führte tatsächlich zu dem kürzlichen Interesse der Medien an dem Thema und dem Aufruhr in den Schlagzeilen. In Colorado geriet die Lage derart außer Kontrolle, dass der Staat ein Gesetz verabschiedet hat, das die Heimproduktion unter Strafe stellt. Auch die britische Polizei verstärkt zunehmend ihre Bemühungen gegen die Produktion der Substanzen. Einem Bericht der BBC zufolge wurden in den letzten zwei Jahren zwei Todesfälle und 27 Verletzungen direkt mit der Produktion von BHO in Verbindung gebracht.

KONSUM

Miniölpfeife mit Inline Perkolator

Extrakte und Konzentrate sind deshalb so beliebt, weil sie viel stärker als normales Cannabis oder sogar Haschisch sind. Die Menge, die an THC beim Konsum eingenommen wird, beträgt zwischen 50 und 90%. Das High wird als „euphorisch“ beschrieben.

Extrakte (oder Dabs) werden normalerweise in einer Wasserpfeife aus Glas (Rig) konsumiert. Mit Hilfe eines Nagels und einem Gasbrenner wird die Substanz verdampft und dann von den KonsumentInnen eingeatmet. Dazu kann auch eine elektronische Zigarette (ein Vape Pen) benutzt werden.

In den bisherigen Studien ist der Konsum von Dabs nicht gefährlicher als einen Joint zu rauchen, jedoch nur, wenn sachgemäß hergestelltes Konzentrat verwendet wird und es die KonsumentInnen es nicht übertreiben. Dabbing liefert eine viel höhere Konzentration an THC. Wegen der starken Wirkung entwickeln KonsumentInnen viel schneller eine hohe Toleranz. Bisher durchgeführte medizinische Studien zeigen keine größere Gefahr der „Abhängigkeit“ bei Dabbing, als bei anderen Formen des Konsums.

Wie gesagt, es handelt sich dabei um eine Substanz, die aus Pflanzen hergestellt wird, die unter Umständen gefährliche Verunreinigungen (beispielsweise beim Anbau verwendete Pestizide) enthalten könnten. Ein weiterer Grund, warum der Kauf von verlässlichen Quellen so wichtig ist. Sowohl verunreinigtes Marihuana, als auch die mangelhaften Methoden, bei denen das Lösemittel nicht vollständig verdampft wird, sind gefährlich für alle EndverbraucherInnen. Pestizide, die beim Anbau des Marihuanas verwendet wurden, konzentrieren sich durch diese Methode des Konsums sogar noch und somit ist es noch wichtiger zu wissen, wo die ursprüngliche Substanz herkommt und wie sie angebaut wurde. Trotz bisheriger Studien gibt es keine Hinweise darauf, dass das Einatmen des restlichen Butan-Gases zusammen mit dem Konzentrat gesundheitsschädlich ist.

ABER – ÜBERTREIB ES NICHT

Dabbing erzeugt ein sehr intensives High. Während man bei einem Joint keine Überdosis von Cannabis zu befürchten hat, sind einige Fälle bekannt, in denen KonsumentInnen Konzentrate verdampft haben und eine etwas andere Erfahrung bekamen, als sie sich erwartet hatten. KonsumentInnen berichten von Black-Outs, Halluzinationen oder, dass sie auf ungemütliche Weise geplättet waren.

Lass es langsam angehen und benutze Dabs verantwortungsvoll.

MEDIZINISCHE VERWENDUNG

Kapseln infundiert mit Splitter

Während die medizinische Verwendung von Konzentraten eine kontroverse Debatte auslöste – sowohl über deren Produktion und den Gehalt an THC, könnten die interessantesten Anwendungsgebiete von Dabs bisher im medizinischen Bereich liegen. Die Herstellung von Cannabisöl ermöglicht es, die komplette Bandbreite an medizinischen Nutzen von Cannabis auszunutzen – und das für verschiedene Symptome. Der Anbau von Pflanzen, die auf spezielle Erkrankungen oder Symptome zugeschnitten sind, ist oftmals ein ungewisser Prozess. Die Möglichkeit, aus der Cannabispflanze Öl herzustellen, das nachweisliche und messbare Gehalte von verschiedenen Cannabinoiden aufweist, verspricht eine große Zukunft für Cannabis als eine individuelle, medizinische Lösung.

 

         
  Marguerite Arnold  

Geschrieben von: Marguerite Arnold
Mit ihrer jahrelangen Erfahrung in der Schriftstellerei hat sich Marguerite der Erforschung der Cannabis-Industrie und den Entwicklungen der Legalisierungsbewegung gewidmet.

 
 
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