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Der Einfluss Deiner Gene Auf Dein High
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Der Einfluss Deiner Gene Auf Dein High

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Von Toleranz über die Cannabissorte zu ... DNA? Die Forschung stellt die komplexen genetischen Faktoren dar, die Dein High beeinflussen können.

Fühlst Du schon was? Diese typische Frage hat eine kompliziertere Antwort, als man annehmen würde.

Cannabis beeinflusst uns auf vielfältige Weise. Es kann uns dabei helfen, zu entspannen, uns aufzumuntern und sogar Symptome chronischer Krankheiten lindern. Von einer Person zur nächsten sind Beziehungen zu Gras ebenso verschieden, wie wir es untereinander sind. Zwei Menschen, die dieselbe Sorte rauchen, könnten trotzdem enorm unterschiedliche Erfahrungen erleben. Die Frage lautet also, warum?

Wie high wir werden können, kann von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden. Die neueste Forschung zeigt, dass viele von ihnen genetischen Ursprungs sein könnten.

FAKTOREN, DIE DEIN HIGH BEEINFLUSSEN

Lass uns zuerst mit den Grundlagen anfangen, danach werden wir zu den moderneren Erkenntnissen kommen. Fragst Du Dich, warum Dein Freund letzte Nacht total bekifft war und Du kaum etwas gespürt hast? Einer (oder mehr) dieser Faktoren könnte der Grund dafür gewesen sein.

TOLERANZ

TOLERANZ

Ah, Toleranz. Sie ist wie ein lästiger Schatten, der nicht aufhört, Dir zu folgen, und darauf wartet, Dein High zu ruinieren. Wenn Du ein regelmäßiger Raucher bist, stöhnst Du wahrscheinlich bereits auf. Falls Du noch keine Ahnung hast, worüber wir sprechen, werden wir Dir dieses typische Problem etwas erhellen.

Wenn man regelmäßig Cannabis konsumiert, beginnt der Körper, sich "daran zu gewöhnen". Du wirst letztendlich mehr und mehr brauchen, um denselben Effekt zu erreichen. Im Fall von Cannabis ist das lästig, aber nicht gefährlich.

Wenn Du merkst, dass sich Deine Toleranz erhöht, solltest Du vielleicht eine Pause einlegen. Studien[1] zeigen, dass schon ein paar Tage ohne Gras ausreichen, um Deine Toleranz wieder zu senken.

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Es gibt auch andere Dinge, die Dein High und Deine Cannabiserfahrung insgesamt beeinflussen können. Falls Du versuchst, zu ergründen, warum Du Dich ein wenig daneben fühlst (oder überhaupt nichts spürst), sind hier ein paar Fragen, die Du Dir stellen solltest:

HAST DU KÜRZLICH ETWAS GEGESSEN?

HAST DU KÜRZLICH ETWAS GEGESSEN?

Wirst Du high, hast aber den ganzen Tag nichts gegessen, könntest Du Dich benommen und ängstlich fühlen. Dies könnte insbesondere dann zutreffen, wenn Du Esswaren konsumierst.

Wann Du gegessen hast, kann beeinflussen, wie Dein Körper THC und CBD aufnimmt. Die Forschung[2] zeigt, dass eine Dosierung auf leeren Magen Cannabis schneller wirken lassen kann, Dir am Ende aber nur ein kürzeres, weniger potentes und weniger stabiles High gibt.

Um unangenehme Nebenwirkungen zu minimieren, solltest Du diesem klassischen Rat folgen: Gras zusammen mit Nahrung konsumieren. Und nein, der "Brownie"-Anteil von Hasch-Brownies ist nicht das, was wir meinen.

WAS HAST DU SONST NOCH GENOMMEN?

WAS HAST DU SONST NOCH GENOMMEN?

Substanzen zu mischen, kann gefährlich sein und ist generell nicht empfehlenswert. Dies gilt für rezeptpflichtige wie rezeptfreie Medikamente, ebenso wie für Alkohol und Drogen für den Freizeitgebrauch. Gleichwohl ist es nicht zwangsläufig schlecht, Cannabis neben Deinen normalen Medikamenten zu konsumieren. Sorge nur dafür, dass Du über die Sicherheit und potenziellen Wechselwirkungen gut informiert bist. Dein Apotheker kann hierbei eine tolle Hilfsquelle sein.

Nun, wir sind alle erwachsen und was Du Deinem Körper zuführst, ist Deine Sache. Wenn sich Dein Weed aber ein bisschen schwach anfühlt, dann solltest Du überlegen, was Du noch eingenommen hast, das eine Rolle dabei spielen könnte.

BIST DU GESTRESST?

BIST DU GESTRESST?

Wenn Du in letzter Zeit gestresst gewesen bist, kann Dir Cannabis dabei helfen, zu entspannen und Deine Angst[3] zu mildern. Konsumiere dennoch mit Bedacht, weil es ein zweischneidiges Schwert sein kann.

Je nach generellem Stresslevel könntest Du Dich letztendlich auch ängstlich und paranoid fühlen. Wenn Dir also Dein Chef auf den Fersen ist oder Du eine neue Sorte ausprobierst, könnte es klug sein, es langsam angehen zu lassen – bis Du weißt, wie sich das Gras auf Dich auswirkt.

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Wenn Du merkst, dass Du regelmäßig abkackst, könnte es mehr als Stress sein. Genau genommen könnte es Deine DNA sein. Forscher[4] im Vereinigten Königreich haben Gene identifiziert, die die Empfänglichkeit für durch Cannabis hervorgerufene optische Verzerrungen, Paranoia und sogar Psychosen erhöhen könnten.

Was uns zum nächsten Teil dieses Artikels bringt ...

DIE KÜRZLICH ENTDECKTE ROLLE DER DNA

DIE KÜRZLICH ENTDECKTE ROLLE DER DNA

Der menschliche Körper ist eine wunderbare, komplexe Maschine. Von der Augenfarbe über Nahrungsvorlieben bis zur Anfälligkeit (oder Resistenz) für verschiedene Krankheiten entwirft unsere DNA unser einzigartiges genetisches Profil.

Nun, es stellt sich heraus, dass das von uns erlebte High ebenfalls von diesen biologischen Bausteinen bestimmt wird. Neue Forschung weist darauf hin, dass unsere Gene eine entscheidende Rolle dabei spielen, wie sich Cannabis auf jeden von uns auswirkt. Bemerkenswerterweise kann die Wirkung so verschieden sein, wie wir es sind.

DNA UND DAS ENDOCANNABINOID-SYSTEM

DNA UND DAS ENDOCANNABINOID-SYSTEM

Cannabis wirkt hauptsächlich über das Endocannabinoid-System auf den Körper. Dieses System hat zwei Hauptkomponenten: Endocannabinoide genannte Neurotransmitter und die Rezeptoren, die darauf abfahren.

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Was Ist Das Endocannabinoid-System?

Diese Rezeptoren kommen in Zellen im ganzen Körper vor, weshalb Cannabis unsere biologischen Systeme auf vielfältige Weise beeinflusst. Phytocannabinoide wie THC und CBD sind die Verbindungen in Cannabis, die an die Rezeptoren binden. Sie ahmen die auf natürliche Weise produzierten Endocannabinoide unseres Körpers nach.

CB1- und CB2-Rezeptoren sind wie der Doppelschlag des Endocannabinoid-Systems. THC aktiviert hauptsächlich CB1, wodurch wir high werden. Diese Interaktion kann auch den Appetit anregen, Schmerzen lindern und Übelkeit verringern. CBD hingegen wirkt auf indirektere Weise und zeigt Potenzial bei der Behandlung von Angst, bestimmten Formen von Epilepsie und Autoimmunerkrankung.

Wie steht dies also im Zusammenhang mit unserer DNA?

ABWEICHUNGEN IN CB1 UND CB2

ABWEICHUNGEN IN CB1 UND CB2

Die Rezeptorstellen, über die wir gesprochen haben, sind im Grunde von unserem Erbgut verschlüsselte Proteine. Wie in Bezug auf die Augenfarbe können Mutationen in diesem Code unterschiedliche Ergebnisse hervorbringen. Abweichungen in unserer DNA können zu Proteinen führen, die auf verschiedene Weise funktionieren.

Bisher haben Wissenschaftler 15 Abweichungen[5] im menschlichen CB1-Rezeptorprotein und 7 Mutationen[6] im CB2-Rezeptor identifiziert. Manche dieser Abweichungen können unsere Empfindlichkeit für THC und andere Verbindungen in Cannabis beeinflussen. FAAH ist ein weiteres Schlüsselenzym, das Endocannabinoid-Moleküle aufspaltet. Es gibt 11 Mutationen[7] im menschlichen FAAH-Gen, die beeinflussen können, wie unser System Cannabis verarbeitet.

Der Punkt ist, wenn Du die eine Person bist, die immer viel zu high wird, sei nicht beschämt. Du kannst nichts dafür, wenn es an Deiner DNA liegt!

MUTATIONEN IN DER LEBER

MUTATIONEN IN DER LEBER

Die Leber ist für die Verarbeitung einer Vielzahl von Substanzen verantwortlich, die in unseren Körper gelangen, einschließlich Cannabis. Dies trifft vor allem zu, wenn es um den oralen Konsum geht. Wenn Du also ein Liebhaber von Esswaren bist, solltest Du dem Beachtung schenken.

Schlüsselenzyme in der Leber sind für die Umwandlung von THC verantwortlich. Die Blaupause für diese Enzyme ist ein Gen mit mehr als 50 bekannten Abweichungen – es heißt CYP2C9. Nein, das ist kein Droide aus dem neuesten Star Wars-Film. Und ja, Du kannst zu Hause mit einem Gentestset herausfinden, welche Abweichung Du hast!

Falls Du die CYP2C9*3-Variante hast, die häufig bei Menschen mit europäischer Abstammung vorkommt, könntest Du THC eventuell langsamer umwandeln. Das heißt, dass Cannabis in Dir länger und stärker wirken könnte. Eine wissenschaftliche Untersuchung[8] nahm das genauer unter die Lupe. Die Forscher stellten fest, dass Teilnehmer mit zwei Kopien dieser Variante dreimal höhere THC-Werte hatten als jene ohne die Mutation.

ANDERE GENE IM POOL

ANDERE GENE IM POOL

Was Cannabis betrifft, könnten unzählige Variationen im menschlichen Erbgut bestimmen, wie wir high werden/wie high wir werden! So faszinierend diese Enthüllungen auch sind, die Forschung läuft noch. Wir versuchen immer noch, die vollen Auswirkungen dieser neuen Entdeckungen zu verstehen. Eines Tages wird Dir ein einfacher Wischtest möglicherweise ein vollständiges, auf Cannabis bezogenes genetisches Profil liefern können. Leider sind wir noch nicht so weit.

Davon abgesehen ist ein wesentlicher Kernpunkt klar: Wir alle sind anders. Cannabis wirkt auf unsere Körper in einzigartiger und komplexer Weise. Zum Glück sind wir befähigter, je mehr wir darüber lernen. Die wissenschaftliche Forschung kann ein unglaubliches Hilfsmittel für dieses Verständnis sein. Sie kann uns neben der persönlichen Erfahrung helfen, Cannabis auf die Arten zu nutzen, die am besten für jeden von uns funktionieren.

Lass uns bis dahin nett zueinander sein. Mitgefühl und Wissensaustausch sind wesentliche Bestandteile des Hanfi-Codes. Wenn Dein Freund abkackt, während Du in Deinem Element chillst, versuche, nicht Deine Augen zu verdrehen. Lass ihn stattdessen wissen: Es könnten die Gene sein!

Cassie S.

Geschrieben von: Cassie S.
Cassie ist eine Autorin mit Hintergrund in Public Policy. Sie glaubt an Harm Reduction, die Beendigung von Stigmata und evidenzbasierte Praktiken. Dies gilt für psychoaktive Substanzen, aber auch für das Leben allgemein.

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Haftungsausschluss:
Wir erheben keine medizinischen Ansprüche. Dieser Artikel wurde nur zu Informationszwecken verfasst und basiert auf Studien, die von anderen externen Quellen veröffentlicht wurden.

Externe Quellen:
  1. Rapid Changes in CB1 Receptor Availability in Cannabis Dependent Males after Abstinence from Cannabis. - PubMed - NCBI - https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26858993
  2. A phase I study to assess the effect of food on the single dose bioavailability of the THC/CBD oromucosal spray. - PubMed - NCBI - https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23052407
  3. CBD oil for anxiety: Research, benefits, and risks - https://www.medicalnewstoday.com/articles/319622.php
  4. Psychiatric News - https://psychnews.psychiatryonline.org/doi/full/10.1176/appi.pn.2016.3b53
  5. CNR1[gene] - ClinVar - NCBI - https://www.ncbi.nlm.nih.gov/clinvar/?term=CNR1[gene]
  6. CNR2 [gene] - ClinVar - NCBI - https://www.ncbi.nlm.nih.gov/clinvar/?term=CNR2+%5Bgene%5D
  7. faah [gene] - ClinVar - NCBI - https://www.ncbi.nlm.nih.gov/clinvar/?term=faah+%5Bgene%5D
  8. Interindividual variation in the pharmacokinetics of Delta9-tetrahydrocannabinol as related to genetic polymorphisms in CYP2C9. - PubMed - NCBI - https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19005461

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