Werden Die Italiener Für Eine Coffee Shop Renaissance Sorgen?

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Werden Die Italiener Für Eine Coffee Shop Renaissance Sorgen?


Das Canapa Café in Rom wird zu Italiens erstem Coffee Shop - aber erwarte nicht die selbe Sorte, wie hier in Amsterdam.

Die Coffee Shop Kultur, die Amsterdams Cannabis Szene ausmacht, ist zu einem inspirierenden globalen Businessmodell und einem Zeichen der Toleranz geworden. Zudem ist es etwas, das sich sehr schlecht nachahmen lässt. Sogar in den Niederlanden selbst. Während 105 von 443 niederländischen Stadtbezirken mindestens einen Coffee Shop haben, bleibt es eine niederländische Innovation. Und sogar in Holland ist es ein Relikt aus einer Zeit, die sich dem Ende zuneigt.

Es gibt viele, die sich gefragt haben, ob die traditionelle Idee eines Coffee Shops ausgestorben ist. Niederländische Behörden, angefangen in Amsterdam, haben begonnen gegen solche Läden vorzugehen, trotz ihrer anhaltenden Popularität. Doch trotz der Probleme, mit denen solche Läden in Holland zu kämpfen hatten, bleiben die Niederländer dennoch allen voraus.

Die Spanier und Engländer experimentieren mit “Smoke Clubs” für Privatleute. In den USA ist dies eine Idee, die schon oft ausgetestet wurde, ist aber wegen dem öffentlichen Konsumverbot in allen Staaten vom Tisch. Oregon hat sogar explizit Coffee Shops verboten, als Cannabis letztes Jahr legalisiert wurde. Auch Kanada, wo eine Reform bevorstehen könnte (jedoch vielleicht erst frühestens 2017), ist es das nächste Land, dass das Konzept mit einigen wenigen „Vapour Lounges“ nachahmt, in denen Kunden die Stoffe ausprobieren können.

Genau wie Zombies, ist es eine gute Idee, die einfach nicht ausstirbt. Gerade im Hinblick auf den Durchbruch der Legalisation – sogar für medizinische Zwecke. In einen freundlichen Laden zu gehen, sich mit Freunden zurückzulehnen und für ein paar Stunden zu kiffen ist so ein ansprechendes Konzept, dass es überall in allen möglichen kreativen Interpretationen ausprobiert wird.

EINE ART HYBRID - ITALIEN BEWEGT SICH VORWÄRTS

Italien steht kurz vor einer echten medizinischen und Freizeit-Reform. Das Land liebäugelte schon in den letzten neun Jahren mit einer Legalisierung. Im Jahre 2013 legalisierte Italien Cannabis für medizinische Patienten und importierte das Medikament aus Holland. Diesen Sommer veröffentlichte die nationale Legislatur einen Gesetzesentwurf, der die Legalisierung von Frezeit-Konsum nicht ausschließt. Der Entwurf wurde jedoch noch nicht genehmigt. Er würde dafür sorgen, dass kleine Mengen für den persönlichen Bedarf wenigstens nicht mehr als illegal gelten. Noch velockender ist jedoch, dass die nationale Cannabis Drogenreform, die in Betracht gezogen wird, es Freizeitkonsumenten erlauben wird bis zu 5 Gramm in der Öffentlichkeit mit sich zu führen, Cannabisclubs mit bis zu 50 Mitgliedern legalisieren und privates, lizenziertes Züchten von kommerziellen Institutionen erlauben. Auch wenn die Legalisierung noch in der Warteschleife steht, hat das Militär des Landes, das für die Kultivierung zuständig war, endlich begonnen medizinisches Marihuana an Krankenhäuser und Apotheken zu verteilen.

Diese klare Bewegung in Richtung einer echten national-föderalen Reform auf zwei Seiten, zusammen mit der Absicht semi-legale öffentliche Plätze für den Konsum zu schaffen, könnte möglicherweise den „Coffee Shops“ die Tür öffnen – im ersten Land außerhalb von Holland. Es ist also sehr deutlich, dass diese Idee in den Köpfen der Unternehmer vom Canapa Café steckt, Italiens erster Teilnehmer im Markt, der gerade erst in Rom eröffnet hat. Während es noch keine Webseite gibt, hat das Café am 10. September offiziell eröffnet. Das Geschäft bietet Hanfprodukte und Geschmackserlebnisse, die auch Cannabisrezepte genannt werden. Es gibt auch einen speziellen Vape Raum, in dem Patienten mit legalen Rezepten sich entspannen und in einem geselligen Umfeld Cannabis rauchen können.

Es ist nicht so, als wäre die Idee eines öffentlichen Konsums etwas grundlegend Neues. Soziale Clubs im Untergrund zielen auf medizinische Konsumenten ab, die sich im Land verbreiten, ähnlich wie das Modell in Spanien. Das Canapa Café versucht jedoch ein Hybrid-Modell zu erschaffen, dass alle Leute beherbergt, die keinen privaten Club besuchen wollen, um zu rauchen. Darüber hinaus ist es deutlich, dass, sobald der rechtliche Aspekt etwas besser definiert ist, Cafés wie diese am Rande der Toleranzgrenze operieren könnten, so ähnlich wie in Holland. Aber womöglich mit etwas mehr Kreativität.

WIESO IST JEDER SO RESISTENT?

Cannabis "Coffee Shops" sind für die meisten Stammkunden ein sehr befreiendes Konzept. Ihre Existenz bedeutet, dass der Konsum von Cannabis eine akzeptierte, soziale Praktik ist. Genau deshalb ist ihre Präsenz auch so bedrohlich und das vor allem für Autoritäten. Cannabis ist trotz des Vormarsches der Reformen in den letzten Jahren dank des globalen Drogenkriegs eine stigmatisierte Substanz, die mit harten Drogen assoziiert wird.

EINE WIEDERGEBURT NACH DER CANNABIS-REFORM?

Die Chancen auf eine Cannabis-Reform garantieren nicht, dass die Coffee Shop Kultur aus Holland eine weitverbreitete Wiedergeburt erleben wird. Die Idee zwingt zum Abwarten und dann Weitersehen, überall wo eine Reform gerade im Gespräch ist. Es könnte sein, dass die sich entwickelnde Industrie in Kanada nächstes Jahr ein neuer globaler Standard wird, aber wo und wie die nächsten Coffee Shops sich entwickeln werden, ist eine ausstehende Frage für Liebhaber auf der ganzen Welt.

Als Resultat gibt es immer mehr "Business-Modelle" und Hybride, die gerade in Italien starten.

WAS KÖNNTE DIE ALTERNATIVE SEIN?

Die Zukunft der Coffee Shops in Europa und anderswo hängt von der medizinischen Reform ab, die auf dem ganzen Kontinent im Gange ist. Es sieht so aus, als wäre die Cannabis-Reform, die der medizinischen Akzeptanz folgt, überall die Norm wäre.

18 Länder in der EU haben Cannabis zu medizinischen Zwecken legalisiert. Es liegt definitiv nicht außerhalb der Vorstellungskraft, dass "Patienten Lounges" sich in den nächsten Jahren weiter verbreiten könnten, auch wenn die Kunden dort kein Marihuana kaufen können. Aber wie verlockend solche Einrichtungen wirklich sein werden, bleibt eine offene Frage. Die Raucher Clubs, die in vielen europäischen Städten existieren, haben lange in einer Grauzone operiert, da sie kein "Marihuana", sondern "Club-Mitgliedschaften" verkaufen. Hybride "Coffee Shops/Clubs" könnten dort Fuß fassen, wo medizinisches Cannabis als weniger gefährlich gilt (und wo deshalb auch die Strafverfolgung von jeder Art Konsum bedeutungslos ist). Jedoch sind "non-profit" Raucher Clubs noch lange keine Cannabis Cafés.

Es ist auch wahrscheinlich, dass dieses Modell in weiteren europäischen Ländern auftaucht, in denen eine Reform voranschreitet, aber wie beliebt und wie besucht sie sein werden, ist noch unbekannt.

 

         
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