Warum wir alle Drogen legalisieren müssen

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Warum wir alle Drogen legalisieren müssen

Das Verbot von Drogen ist eine Last, die uns seit Jahrzehnten niederdrückt; es ist an der Zeit, daß sich etwas ändert.

Während der Krieg gegen die Drogen weiter in sich zusammenfällt, beginnen Regierungen, Wissenschaftler und Einzelpersonen sich alternativen gedanklichen Weltanschauungen zuzuwenden. Eine dieser Strategien, die immer beliebter wird, ist die Idee Drogen komplett zu legalisieren - ja, alle.

Warum? Weil es viel besser funktioniert als ein Verbot. Bevor Du spottest und dies als eine Absurdität abtust, lies vorher die Begründung und Beweisführung.

Die Begründung

OK, nun ist es also soweit, daß einige der intelligentesten und informiertesten Köpfe angefangen haben über das Problem der Drogen nachzudenken und kommen zu dem Schluß der kompletten Legalisierung. Warum? Nun, die komplette Legalisierung hat ein paar theoretische Vorteile. Zum einen hat uns die Geschichte gelehrt, daß die Kriminalisierung eines Produkts, nach dem eine hohe Nachfrage besteht, nur eines tut und das ist nichts anderes als einen Schwarzmarkt zu befeuern. Rechtliche Konsequenzen tun in diesen Situationen sehr wenig, um die Menschen vom Konsum abzubringen und schafft ein unsicheres und nicht reguliertes Umfeld, in dem kriminelle Banden und Syndikate freie Hand haben.

Es gibt kein besseres Beispiel dafür als die Prohibition in den USA, die von 1920 bis 1933 dauerte. Die Prohibition hat nicht bewirkt, daß sich der Alkoholkonsum reduziert, erhöhte die Zahl der Häftlinge, führte zu einem dramatischen Anstieg krimineller Bandenaktivität und aufgrund der schlechten Qualität des Alkohols und einem Mangel an Kontrolle zu einer 400%igen Erhöhung der Todesfälle durch Alkoholvergiftung.

Dann haben wir da noch die Tatsache, daß, wenn eine Substanz, wie eine Droge, verboten ist, die Nutzer wie Kriminelle behandelt werden und nicht wie jemand der potentiell Hilfe benötigt. Jetzt aber zu sagen, daß jeder Drogenkonsument Hilfe braucht, ist ebenso falsch; die, die regelmäßig ein bißchen Gras rauchen oder ab und an mal Psychedelika einwerfen werden Dir sehr wahrscheinlich sagen, wohin Du Dir Deine Hilfe stecken kannst, denn, ganz offen gesagt, sie brauchen sie auch nicht. Wenn man einen Kiffer ein wenig über die Auswirkungen von Gras aufklärt und ihm sichere Wege des Konsums vermittelt, anstatt ihm sein Vorstrafenregister ins Gesicht zu schlagen, ist es potentiell möglich den Konsum zu verringern und verantwortungsvolle Praktiken zu fördern.

Natürlich gibt es Drogenkonsumenten die wirklich Hilfe benötigen, so wie die, die süchtig nach harten Drogen sind und ihrem Körper ernsthaft schaden. In dieser Situation würden sie nicht als Kriminelle behandelt, sondern als Patienten, die medizinische Hilfe benötigen. In jedem Fall ist es unerlässlich, daß eine großangelegte Drogenlegalisierung nicht in ein verbindliches Behandlungsprogramm umgewandelt wird. Ja, einige Drogenkonsumenten haben Probleme, aber bei weitem nicht alle. Eine Zwangsbehandlung bei Drogenkonsum, ähnlich wie sie in Portugal eingeführt wurde, trifft nicht den Punkt: Drogenkonsum ist keine Krankheit.

Ein weiteres Argument für die Legalisierung sind die Kosten. Jedes Jahr werden Milliarden von Euro für die Durchsetzung des Verbots und die Inhaftierung für kleinere Drogendelikte aufgewendet. Stell Dir jetzt einmal vor was getan werden könnte, wenn das Geld und die Zeit für das Gesundheitswesen und Bildung oder die Verfolgung schwerer Straftat ausgegeben würde. Aber die Legalisierung würde nicht nur Geld sparen, sondern würde auch mehr generieren; in Form von Regulierung und Arbeitsplätzen und Steuern, die dadurch geschaffen werden.

Etwas anderes das es zu berücksichtigen gilt, ist, daß Festnahmen wegen Drogendelikten sich in der Regel überproportional auf einen Teil der Gesellschaft konzentrieren und zwar diejenigen, die arm sind oder einer ethnischen Minderheit angehören. Jetzt könnte die erste Überlegungen sein "na ja, vielleicht konsumieren sie mehr?" doch laut verschiedenen Berichten, einschließlich diesem von der Stiftung für Drogenpolitik, Release, ist das falsch. Wenn überhaupt, nehmen weiße Menschen mehr Drogen, werden aber wesentlich weniger wahrscheinlich durchsucht oder verhaftet. Die Legalisierung von Drogen macht diese Frage überflüssig.

Quelle:
http://www.release.org.uk/publications/numbers-black-and-white-ethnic-disparities-policing-and-prosecution-drug-offences

Die Beweisführung

Eines der strahlenden Leuchtfeuer, das möglicherweise zeigen kann daß die Entkriminalisierung und Legalisierung für die Menschen nützlich ist, ist Portugal. In Portugal sind seit jetzt mehr als 10 Jahren alle Drogen entkriminalisiert und dies hat zu einer Revolution beim Drogenmissbrauch und bei der Kriminalität geführt.

Durch die Fokussierung auf die Behandlung, Aufklärung und Prävention statt der Verfolgung von Nutzern ist die Zahl der Drogentoten und Krankheiten in den Keller gegangen - ohne daß sich der allgemeine Drogenkonsum erhöht hat, was viele vor der Entkriminalisierung befürchtet hatten. Aber nicht nur das, da weniger Menschen wegen kleinerer Vergehen im Gefängnis landen ist die Kriminalität gesunken und mit dem Drogenhandel verbundene kriminelle Aktivitäten haben nicht zugenommen.

Mehr Informationen über die Auswirkungen der Entkriminalisierung kannst Du im kürzlich veröffentlichten Bericht von Transform nachlesen, einer in Großbritannien ansässigen Stiftung für Drogenpolitik.

Quelle:
http://www.tdpf.org.uk/blog/drug-decriminalisation-portugal-setting-record-straight

Es ist eine Win-Win Situation. Die Dekriminalisierung von Drogen hatte keine negativen Auswirkungen. Kinder sind nicht gefährdeter, die Kriminalität ist nicht gestiegen, Drogen wurden nicht leichter zugänglich und Ressourcen werden besser genutzt.

Dies zeigt sich auch in zwei sehr aktuellen Ereignissen, in denen die Weltgesundheitsorganisation die Entkriminalisierung aller Drogen gefordert hat und prominente Führer der Welt einen Bericht vefasst haben, in dem sie ein Ende des Krieges gegen die Drogen fordern.

Ein weiteres gutes Beispiel dafür wie die Legalisierung möglicherweise funktionieren könnte ist die jüngst erfolgte Legalisierung von Cannabis in Colorado. Dort ist der Besitz und Konsum von Cannabis für Erwachsene ab 21 Jahren nun legal. Seitdem dieser Schritt unternommen wurde, ist die Kriminalität gesunken, wurden Arbeitsplätze geschaffen und die Gesamtsteuereinnahmen sind gestiegen!

Quelle:

http://rt.com/usa/163644-colorado-marijuana-crime-drop/

Legalisierung im Vergleich zu Entkriminalisierung

Warum also die Legalisierung einer Entkriminalisierung vorziehen? Portugal wählte die Entkriminalisierung und die Dinge scheinen gut zu laufen. Nun, es dreht sich alles um die Kriminalität. Ja, eine Entkriminalisierung hilft sicherlich den Schaden für die Nutzer zu senken und ist sicherlich besser als ein Verbot, spricht aber die zugrunde liegenden Probleme nicht so effektiv an wie die Legalisierung.

Bei einer Entkriminalisierung ist es nicht mehr strafbar eine kleine Menge Drogen zu besitzen, es kann aber dennoch dazu führen daß die Drogen beschlagnahmt werden und ein Ordnungsgeld verhängt wird. Die Herstellung und der Verkauf von Drogen bleiben weiterhin völlig illegal. Das bedeutet, daß es keine Regulierung geben kann und ohne Regulierung kann der Griff der kriminellen Banden nicht gebrochen werden, da es für die Konsumenten keinen sicheren Ort gibt, wo sie Drogen erwerben können. Dadurch wirkt eine Entkriminalisierung lediglich wie ein Trostpflaster, daß uns mit den Auswirkungen des Drogenkonsums besser umgehen lässt, aber ohne daß die Dinge tatsächlich sicherer werden.

Durch die Legalisierung von Drogen können wir sicherstellen, daß sie sicher verwendet werden, dem Verbrechen ein nachhaltiger Schlag versezt wird und Arbeitsplätze geschaffen und Milliarden von Euro für die Wirtschaft generiert werden.