SNP Will Medizinisches Cannabis Entkriminalisieren

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SNP Medizinisches Cannabis


Die Scottish National Party zielt darauf ab, Cannabis innerhalb des Vereinigten Königreichs aus medizinischen Gründen zu entkriminalisieren. Dieser politische Schritt versucht, die moderne Wissenschaft zu erfassen und dem Beispiel anderer europäischer Länder zu folgen.

Die Konferenz der Scottish National Party hat vor kurzem ihre Meinung zum medizinischen Marihuana geäußert und fordert, dass es im Vereinigten Königreich entkriminalisiert wird, wobei die Delegierten auf der Konferenz die britische Regierung aufforderten, der schottischen Regierung die Möglichkeit zu geben, das Medikament entsprechend zu klassifizieren. Cannabis wird im Vereinigten Königreich unter dem Misuse of Drugs Act 1971 momentan als Klasse B Substanz angesehen, neben anderen Drogen wie Amphetaminen, Barbiturate und Codein. Diese Klassifizierung bedeutet, dass diejenigen, die eine bestimmte Menge der Pflanze bei sich tragen, für bis zu fünf Jahre eingesperrt werden können, während diejenigen, die damit handeln, bis zu kolossalen 14 Jahren hinter Gittern erwarten können.

Die an Multiple Sklerose (MS) leidende Laura Brennan-Whitefield nahm an der Konferenz teil, wo sie ihre Meinung über das medizinische Potential von Cannabis geäußert und dass es einen Platz in der Behandlung und der Bewältigung von Schmerzen hat.

Laut The Guardian hat Brennan-Whitefield gesagt: "Ich lebe seit neun Jahren mit Multipler Sklerose und die Tatsache, dass ich heute hier stehe und diese Rede halte, bedeutet, dass ich eine der Glücklichen bin."

"In den letzten neun Jahren ist mir sehr klar geworden, dass viele Menschen, die mit MS leben, Cannabis genutzt haben, um mit den Symptomen dieser Krankheit umzugehen. Es ist in der Tat eines der am schlechtesten gehüteten Geheimnisse im Krankenhaus."

Brennan-Whitefield fügte hinzu, "Ich denke nicht, dass, wenn jemand Schmerzen hat, dafür kriminalisiert werden sollte, weil sie oder er versucht, diese Schmerzen zu lindern". Sie drängte die politische Partei dazu "Mitleid und gesunden Menschenverstand" zu nutzen, wenn es um die Problematik von medizinischem Marihuana geht.

Die Verwendung von Cannabis im Bereich des Schmerzmanagements wurde auch für Menschen mit Krebs, Arthritis, Morbus Crohn und Epilepsie als wirksam erachtet und spielt auch eine Rolle in der Palliativmedizin.

Medizinische Cannabis

DIE AKZEPTANZ VON CANNABIS VERBREITET SICH

Obwohl die Entkriminalisierung von Cannabis und sogar sein medizinischer Nutzen noch immer eine Art Tabuthema in den konservativeren Kreisen im Vereinigten Königreich sind, beginnt die Entkriminalisierung und Legalisierung von freizeitlichem und medizinischem Konsum über den europäischen Kontinent hinweg zu fegen. Bis jetzt hat Spanien den freizeitlichen Konsum und medizinisches Marihuana legalisiert, Deutschland hat vor Kurzem medizinisches Marihuana legalisiert und mehrere andere Länder in der EU haben für verschiedene Formen der Legalisierung und Entkriminalisierung gestimmt. Dem ist hinzuzufügen, dass die Hälfte der Vereinigten Staaten jetzt medizinisches Marihuana legalisiert haben, mit anderen Staaten, die sich für die Entkriminalisierung entschieden haben.

Die Forderung der Scottish National Party medizinisches Marihuana zu entkriminalisieren ist ein logischer Schritt, der auf wissenschaftlichen Grundlagen beruht. Die Autorinnen des Buchs Marijuana As Medicine?: The Science Beyond the Controversy sagen: "Cannabinoide haben gezeigt, dass sie in grundlegenden Experimenten mit Schmerzen vielversprechend sind. Die peripheren Nerven, die Schmerzempfindungen wahrnehmen, enthalten reichlich Rezeptoren für Cannabinoide und Cannabinoide scheinen bei Versuchstieren Schmerzen in peripheren Nerven zu blockieren. Es ist noch erfreulicher zu wissen, dass grundlegende Studien darauf hindeuten, dass Cannabinoide und Opiate Schmerzen durch verschiedene Mechanismen unterdrücken. Wenn das der Fall ist, dann könnten auf Marihuana basierende Medikamente vielleicht in Kombination mit Opiaten genutzt werden, um ihre schmerzlindernde Wirkung zu fördern, während ihre Nebenwirkungen eingeschränkt werden."

Zusätzlich wurde in der Fachzeitschrift Therapeutics and Clinical Risk Management ein Artikel mit dem Titel "Cannabinoids in the management of difficult to treat pain" veröffentlicht. Dieser Artikel kam zu dem Schluss: "Cannabinoid Analgetika wurden im Allgemeinen in klinischen Studien mit akzeptablen Nebenwirkungsprofilen gut vertragen. Ihre adjunktive Ergänzungen zum pharmakologischen Instrumentarium für die Behandlung von Schmerzen sind vielversprechend."

Unabhängig von der wachsenden Menge an wissenschaftlicher Literatur, die besagt, dass Cannabis einen Platz in der Schmerzbehandlung als Medizin hat und den vielen Nationen, die diese Fakten jetzt akzeptieren und anwenden, hat sich die Regierung des Vereinigten Königreichs dazu entschieden, in dieser Angelegenheit eine archaische Haltung beizubehalten. Der Grund, warum das so ist, ist schwer zu bestimmen, denn vielleicht eines der stärksten Argumente, um Marihuana als legale Medizin zu verwenden, ist sein beachtliches Sicherheitsprofil. Eine Studie, die im Januar 2015 in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht wurde, dokumentiert, dass man herausgefunden hat, dass Cannabis 114 mal weniger tödlich als Alkohol ist. Diese phänomenale Tatsache demonstriert nicht nur die relative Sicherheit dieser Kräutermedizin, sondern sie hebt auch die unglaubliche Doppelzüngigkeit einer Regierung hervor, die Patienten momentan medizinisches Cannabis für Schmerzen wegen Sicherheitsbedenken verweigert und gleichzeitig ihrer Bevölkerung erlaubt, Alkohol legal kaufen zu können.

Opioide sind in der westlichen Welt die Chemikalien der Wahl im Bereich der pharmazeutischen Schmerztherapie. Allerdings gibt es auch hier riesige Sicherheitsbedenken, weil ihnen nachgewiesen werden kann, dass sie sehr süchtig machen können und potenziell lebensbedrohlich sind. Nach Angaben des Center for Disease Control and Prevention in den Vereinigten Staaten, sind zwischen 1999 und 2014 mehr als 165.000 Menschen im Land an Überdosierungen von verschreibungspflichtigen Opioiden gestorben. Allerdings gibt es weltweit buchstäblich keine dokumentierten Todesfälle, die der Verwendung von Marihuana zugeschrieben werden können.

Es gibt für Schmerzpatienten im Vereinigten Königreich, die die sichere und wirksame Medizin namens Cannabis verwenden möchten, allerdings einen Silberstreifen am Horizont. Nicht nur die Scottish National Party, sondern auch der Leiter der United Kingdom’s Labour Party, Jeremy Corbyn, nehmen die moderne Wissenschaft und den gesunden Menschenverstand an. Corbyn hat gesagt, er werde Schritte zur Verwirklichung dieser Realität machen und sagte: "Ich würde die medizinische Nutzung von Cannabis entkriminalisieren" und fügte hinzu, "es muss einen klugen Ansatz hierzu geben".

 

         
  Luke Sumpter  

Geschrieben von: Luke Sumpter
Luke Sumpter ist ein im Vereinigten Königreich ansässiger Journalist, der auf Gesundheit, alternative Medizin, Kräuter und psychedelische Heilverfahren spezialisiert ist. Er hat bereits für "Reset.me", "Medical Daily" und "The Mind Unleashed" geschrieben und deckt dabei diese und noch weitere Bereiche ab.

 
 
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