Pilze: eine Medizin zur Behandlung von Depressionen?

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Pilze: eine Medizin zur Behandlung von Depressionen?

Wenn Du noch nicht von ihnen gehört hast, magische Pilze oder Zauberpilze sind natürlich wachsende Pilze und stellen ein sehr beliebtes Endogen und Freizeitdroge dar

Wenn Du noch nicht von ihnen gehört hast, magische Pilze oder Zauberpilze sind natürlich wachsende Pilze und stellen ein sehr beliebtes Endogen und Freizeitdroge dar, die von Menschen im gesamten Lauf ihrer Geschichte eingenommen wurde. Nun wird weltweit ihr Wirkstoff Psilocybin von medizinischen Teams auf dessen Fähigkeit untersucht, schwere Depression zu behandeln.

Chemiker und Ärzte erforschen die Wirkungen, wobei sie vermuten, daß Psilocybin, zusätzlich dazu, daß es an die Serotonin Rezeptoren andockt, wobei die Teile des Gehirns reagieren, die bei Depressionen oft überaktiv sind und diese in einem sicheren Umfang hemmen und es damit den Patienten erlauben, "eingegrabene" negative Gedanken und übermäßige Selbstverurteilung zu bekämpfen.

Ein medizinisches Team um Dr. David Nutt, Professor am Imperial College in London, hat schlüssige Beweise erbracht, daß Psilocybin tatsächlich den vorderen cingulären Cortex hemmt, einen der dabei beteiligten Teile des Gehirns und in einer Reihe von klinischen Tests mit durchschnittlichen, körperlich gesunden, aber emotional gestörten Menschen, wurde festgestellt, daß es dafür gesorgt hat, daß diese Menschen sich besser fühlen. Nutt beschrieb positive Ergebnisse in einem Zeitraum von weniger als Wochen. Er und sein Forschungsteam stellten noch dazu fest, daß das Bewußtseinsnetzwerk oder Ruhezustandsnetzwerk, ein weiterer dieser überaktiven Teile, auf den Wirkstoff der Zauberpilze reagiert. Nutt beschreibt die Symptome eines überaktiven Bewußtseinsnetzwerks als extreme Selbstverurteilung, Mangel an Selbstwertgefühl, sich wiederholende negative Gedanken und Gefühle des totalen persönlichen Versagens.

Die ermutigenden Beweise sind jedoch von einem entmutigenden Hindernis betroffen. "Rotes Tuch", wie Nutt es nennt oder die so strikte Strafverfolgung im Vereinigten Königreich bei den Klasse A Stoffen, daher benötigen Hersteller eine spezielle und sehr teure Lizenz. Die Studien seines Teams würden, laut Nutt, für alle Kontroll- und experimentellen Studien nur ein paar hundert Pfund benötigen. Aber da die erforderliche Lizenz so schwer zu bekommen ist, wollen pharmakologische Unternehmen statt dessen fast 100.000 Pfund berechnen. Eine derartig hohe Summe sprenge ihr Budget, also haben Nutt und sein Team sich entschieden, weiter für das Recht auf seine Verwendung in medizinischen Studien zu kämpfen.

Nutt sprach jüngst darüber auf der UK Festival of Neuroscience Konferenz, wobei er die Lächerlichkeit des "Roten Tuches" beschrieb, "Schlupflöcher" und politische Schwierigkeiten rund um die unlogische Einordnung von Klasse A Drogen und der sogar noch schädlicheren Durchsetzung ihrer Gesetze. Er kommentierte, daß die Gesetze mit wenig Rücksicht auf legitimen medizinischen Nutzen verabschiedet wurden, womit potenzielle Entdeckungen zum Wohle der finanziellen und politischen Unterstützung ausgeklammert würden.

Depressionen, zitierte Nutt, seien in Europa die Nummer eins der führenden Ursachen von Erkrankungen und ihre derzeitigen Behandlungsmethoden sind insgesamt meistens um ein Drittel weniger effektiv. Er berief sich auf der Konferenz auf seine Beweise auf den vorderen cingulären Cortex und das Bewußtseinsnetzwerk und daß er glaube, daß er und sein Team über das Potenzial für sehr vorteilhafte Fortschritte verfüge, aber die aktuelle Politik des "Roten Tuches" in Bezug auf die britischen Drogengesetze behindere seine Forschung und die der medizinischen Gesellschaft.