Israel Bereitet Sich Darauf Vor, Cannabis In Apotheken Zu Vertreiben

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Israel Bereitet Sich Darauf Vor, Cannabis In Apotheken Zu Vertreiben


Die israelische Regierung hat entschieden, die nationale, umfassende Marihuanaverteilung an Apotheken im ganzen Land zu erlauben.

Israel, lange der globale Führer in der Cannabisforschung und medizinischen Nutzung der Droge, wird bald erlauben, medizinisches Marihuana in regulären Apotheken anstatt in spezialisierten Schmerzkliniken auszugeben. Die Kliniken wurden Berichten zufolge in den letzten paar Jahren von registrierten Patienten überrannt, die versuchen, die Droge über begrenzte Einrichtungen zu erhalten.

Zusätzlich hat sich die größte Drogeriekette des Landes, Super-Pharm, kürzlich mit der Regierung getroffen, um zu erörtern, wie und wann sowohl die Verteilung als auch der Verkauf von medizinischem Marihuana in über 225 ihrer Apotheken im ganzen Land beginnen kann.

Laut der Regierung wird es keine Beschränkung der Zahl der Drogerien geben, die lizensiert sind medizinisches Gras zu führen, obwohl sie angehalten sind, in strenge Anforderungen für die Lagerung der Droge in den Geschäftsräumen einzuwilligen.

Momentan ist es rund 27.000 Israelis erlaubt, Marihuana zur Behandlung von unterschiedlichen chronischen Leiden zu verwenden.

Die Pharmazeutische Gesellschaft von Israel unterstützt ebenfalls das neue Vorhaben der Regierung.

ANHALTENDE REFORMEN

Israel hat die älteste Cannabisindustrie der Welt. Tatsächlich war es der israelische Wissenschaftler Dr. Raphael Mechoulam, der nicht nur in den 1960ern die Schlüsselbestandteile der Droge entdeckte, sondern später die Existenz des Endocannabinoid-Systems im menschlichen Körper begründete. Das Gesundheitsministerium richtete 1992 ein medizinisches Cannabisprogramm ein.

Medizinische Cannabis

Im Juni diesen Jahres verkündete die israelische Regierung, dass sie Richtlinien für nationale Regulierungen zum Gebrauch von Cannabis als Medizin und zur Forschung einführen wird. Die Regierung verkündete außerdem, dass Gesundheits- und Landwirtschaftsministerium bei allen cannabisrelevanten Dingen kooperieren würden, indem sie eine neue Einrichtung gründen - das Nationale Zentrum für Forschung an medizinischem Cannabis, welches 2017 öffnen soll. Es sind zudem Pläne im Gange, endlich den Freizeitgebrauch zu entkriminalisieren, obwohl nicht-medizinische Nutzer für den Besitz immer noch mit einer Geldstrafe rechnen müssen. Israel hat wie jedes andere Land außer Deutschland immer noch keine Pläne, die Droge vom Anhang I herunterzustufen. Das könnte jedoch auch bevorstehen. Israel, das Land der Start-Ups, schaut sich offensichtlich das Potential der Droge an, nicht nur, um die pharmazeutische, sondern auch um die landwirtschaftliche Industrie zu ändern.

Das bedeutet, dass das Start-Up Ökosystem des Landes unermesslich davon beeinflusst wird. Laut einigen Experten wird innerhalb der nächsten zehn Jahre jeder Beschleuniger oder Gründer im Land zumindest ein cannabisbezogenes Start-Up in seinem Angebot haben - von landwirtschaftlichen Innovationen, über Ortungssysteme, bis hin zu medizinischen Geräten.

VON DER GRAUZONE ZUM GELD

Die neuen Initiativen, einschließlich großflächige Verteilung und Erleichterung von größerem Zugang für medizinische Patienten, werden in Israel als der nächste Schritt angesehen, die Cannabisindustrie vollkommen in den Mainstream zu integrieren, mit weitreichenden Auswirkungen für sowohl Unternehmer, als auch die Regierung. Besonders über die letzten Jahre war Israel das Zentrum für alles, was cannabisbezogene Forschung auf globalem Niveau anbelangt. Vor allem US-Firmen haben über $50 MIllionen in die Erforschung der Droge über in Israel angesiedelte Forschungs- und Entwicklungsbemühungen investiert.

Ende Juli hat das israelische Gesundheitsministerium Richtlinien veröffentlicht, welche die Bedingungen für die Teilnahme in der israelischen Cannabisindustrie festlegen. Daraufhin hat es Bewerbungen von überall her aus dem ganzen Land erhalten - von einzelnen Bauern bis hin zu organisierten Kibbutzim und Moschaw Produktionsgemeinschaften, um anzufangen, die lukrative Pflanze anzubauen. Allein in den letzten zwei Monaten hat das nationale Gesundheitsministerium mehr als 200 Bewerbungen von Firmen erhalten, die hoffen, medizinisches Cannabis anzubauen, zu vertreiben und zu verkaufen.

Das ökonomische Potential von Cannabis ist auch einer der Gründe, warum die Regierung endlich und ausdrücklich Regeln und Richtlinien für die aufkeimende Industrie für kommerzielle Zwecke festgelegt hat. Es ist zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht bekannt, ob Israel auch anfangen wird, die Droge zu exportieren. Bis jetzt hat die Regierung zumindest in der Öffentlichkeit der Idee heftig widersprochen, darauf bestehend, dass nur die Technologie für den Cannabisanbau und nicht die Pflanze selbst im Hauptfokus der israelischen Exporte in diesem Gebiet liegt. Im August schien das Landwirtschaftsministerium jedoch zurückzurudern und verkündete, dass es das Konzept tatsächlich untersucht.

WAS DIES GLOBAL BEDEUTET

Global cannabis

Auf der einen Seite stellt Israel nur sicher, dass seine langaufgebaute Industrie mit den Reformen im Rest der Welt Schritt hält. Kanada hat bereits eine Bundescannabisagentur gegründet und exportiert nun international als medizinisch eingestuftes Cannabis. Deutschland und Australien sind beide nicht weit hinterher an der Regulierungsfront. Es liegt nicht außerhalb des Bereichs des Möglichen, dass insbesondere Deutschland, nachdem es seine eigene regulative Infrastruktur aufgebaut hat, den Export von Cannabis untersuchen wird, genau wie es Autos exportiert.

Israels Forschungs- und Entwicklungsinfrastruktur, sowie seine ausgiebigen Untersuchung der medizinischen Eigenschaften von Marihuana, stellen es allerdings vor alle anderen Länder, wenn es um die klinische Forschung, sowie das Testen geht.

Es ist nicht ganz klar, wie es sich auf die Entwicklung der Bestrebung anderer Länder, inländische landwirtschaftliche Produktionsstätten einzurichten, auswirken wird, sollte sich Israel dazu entscheiden, die Droge zu exportieren, genau wie Kanada es kürzlich entschieden hat - selbst wenn es nur für medizinische Zwecke sein sollte. Importiertes Cannabis ist natürlich teurer als das, was von heimischen Quellen bezogen werden kann.

Aus rein medizinischer Perspektive macht es geschäftlich keinen Sinn, Cannabis zu importieren, das inländisch in irgendeinem Land genutzt wird. Die Droge wird dazu verwendet, die krankesten (und erklärtermaßen ärmsten) Patienten zu behandeln, deren medizinischen Nöte entweder von der nationalen Krankenversicherung oder von der Unterstützung der Regierung abgedeckt werden.

Selbst Israel, das damit begann, Cannabis aus Holland für seine medizinischen Patienten einzuführen, hat genau wegen den niedrigeren Kosten damit angefangen, die Droge heimisch anzubauen. Wenn die Regierung eine Droge exportiert, die von israelischen Patienten gebraucht wird, könnte dies zum Entstehen von zusätzlichen Engpässen im Inland führen.

Kanada, das gerade erst in diesem Jahr die Exportindustrie betreten hat, tat dies auch nur, weil der größte Produzent des Landes nicht genug medizinische Kunden finden konnte.

Israelische Exporte machen hingegen viel mehr Sinn für den ultra Highend-Liebhabermarkt, der sich global entwickelt, besonders da globaler Handel mit Cannabis immer mehr Mainstream wird und der Freizeitkonsum letztendlich so akzeptiert wird, wie die medizinische Verwendung.

Israel könnte ebenso anderswo ein weltweiter Führer bei der Wegbereitung neuer Sorten für Forschung und Entwicklung werden.

NORMALISIERUNG INTERNATIONALER REGULARIEN

Was diese aktuelle Intitiative der Regierung jedoch sicherlich bewirken wird, ist ein weiteres Land, obgleich jenes, welches am längsten mit der Droge experimentiert hat, in einen Raum zu befördern, wo Cannabis, wenngleich nur für medizinische Zwecke, als legitime landwirtschaftliche und medizinische Handelsware angesehen wird.

Dies wird wiederum, wie Kanadas jüngste Entscheidung des Exports seiner eigenen Pflanzen ins Ausland, größere internationale Reformen für den globalen Cannabishandel erzwingen - auch wenn es am Anfang "nur" für die medizinische Nutzung sein wird.

 

         
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