Führender Psychiater fordert Reklassifizierung von Psychdeli

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Führender Psychiater fordert Reklassifizierung von Psychdeli

Laut einem führenden britischen Psychiater sollten psychedelischen Drogen wie LSD und Pilze gesetzlich neu eingestuft werden, um eine weitere Erforschung der möglichen therapeutischen Anwendungen...

... zu ermöglichen.

Mit einer wachsenden Anzahl von Studien, die darauf hindeuten, daß psychedelische Drogen Erkrankungen behandeln könnten, bei denen traditionelle Pharmazeutika keinen Erfolg haben, wächst der Druck auf Regierungen, die rechtlichen Beschränkungen zu lockern, die sie umgeben. Dieser Druck hat sich gerade verdoppelt, denn James Rucker, einer der führenden britischen Psychiater und Ehrenlehrbeauftragter am Institut für Psychiatrie, Psychologie und Neurowissenschaften am King's College London, fordert die Regierung auf psychedelische Drogen neu einzustufen.

In einem Artikel im "British Medical Journal" erlärt Rucker, daß die Behörden "ihre unnötig restriktive Einstufung in Klasse 1, Anhang 1" ändern sollten. Die aktuelle Einstufung bedeutet, "daß es für Psychedelika keine anerkannte medizinische Verwendung gibt und sie das größte Potenzial haben Schäden anzurichten, obwohl die Forschung Beweise für das Gegenteil erbracht hat".

Aber nicht nur das, Rucker weist auch darauf hin, daß Psychedelika (in Großbritannien) gesetzlich noch eingeschränkter sind als Heroin oder Kokain, trotz der Tatsache, "daß es keine Hinweise darauf gibt, daß psychedelische Drogen suchtbildend sind, es wenig Hinweise darauf gibt, daß sie in einer kontrollierten Umgebung schädlich sind und es viele historische Belege dafür gibt, daß ihre Verwendung bei weit verbreiteten psychiatrischen Erkrankungen von Nutzen sein könnte".

Das Gesetz steht dem Fortschritt im Weg

Rucker erklärt weiterhin, daß die psychedelische Forschung vielversprechende Ergebnisse bei der Behandlung von Angstzuständen, Zwangsstörungen, Abhängigkeiten und Cluster Kopfschmerzen erbracht hat. Doch trotz dieser Erkenntnisse bleibt die Erforschung der Psychedelika nach wie vor ein Mammutprojekt.

Wie die Dinge stehen, muss jedes Institut in Großbritannien £5.000 (€6.960) an Lizenzgebühren bezahlen, wenn es eine Klasse 1 Droge besitzen möchte, was mit regelmäßigen Polizeikontrollen verbunden ist. Dann muss besagtes Institut die Droge auch noch kaufen. Im Falle von Psilocybin gibt es nur ein zugelassenes Labor in der Welt, daß es derzeit für klinische Studien herstellt und es kostet £100.000 (€139.940) pro 1g. Das sind äußerst unrealistische Kosten und macht es für Wissenschaftler fast unmöglich die Wahrheit über diese Drogen aufzudecken.

Es "bedeutet, daß die klinische Forschung mit Psychedelika das 5-10-fache wie die Erforschung weniger eingeschränkter (aber wesentlich schädlicherer) Drogen wie Heroin kostet." Das Ergebnis ist, daß "fast alle Geldgeber sich unwohl dabei fühlen die Erforschung der Psychedelika zu finanzieren."

Rucker fordert den Beirat über den Missbrauch von Drogen in Großbritannien und der 2016 UN Sondertagung der Generalversammlung über Drogen auf "zu empfehlen, daß Psychedelika in Klasse 2 umgestuft werden, um eine umfassende, evidenzbasierte Bewertung ihres therapeutischen Potentials zu ermöglichen".

Es zeigt wieder einmal mehr, daß der Ball in Sachen psychedelischer Forschung ins Rollen gekommen ist und wohl kaum noch zu stoppen ist - trotz finanzieller Hindernisse. Die Unterstützung, die sie erhält wächst von Tag zu Tag und mehr und mehr prominente Wissenschaftler sind bereit ihre Stimme für sie zu erheben. Vielleicht ist es an der Zeit für die Regierung auf sie zu hören und sie beendet diese Einschränkungen durch so irrwitzige und unrealistische Kosten.

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