Deutsche Regierung Beschließt Legalisierung Von Medizinischem Cannabis

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Kategorien : BlogEuropaMedizinisches Cannabis

Medizinische Cannabis Deutschland


Deutschland hat eine monumentale Entscheidung zu medizinischem Cannabis getroffen: Es wird für alle, die es wirklich benötigen, denkbar einfach zugänglich - Deutschland wird somit zu einem der fortschrittlichsten Länder, was Cannabis betrifft.

Um von den präsidialen Übergängen in den Vereinigten Staaten nicht in den Hintergrund gedrängt zu werden, hat die deutsche Bundesregierung am 19. Januar ihre eigenen weltbewegenden Nachrichten verkündet. Obgleich es vielleicht insgesamt weniger eindrucksvoll als der Aufstieg von Donald Trump ins Weiße Haus sein mag, könnten Fürsprecher der Legalisierung weltweit anderer Meinung sein. Die Vorgänge im Einzelnen? Das deutsche Parlament hat die Legalisierung des Konsums von Cannabis als Arzneimittel beschlossen und dies darüber hinaus drch die Krankenversicherung abzudecken.

Obwohl an dieser Entwicklung bereits seit etwa einem Jahr gearbeitet wurde, war sich niemand vollkommen sicher, wann die Regierung dies offiziell beschließen würde - und darüber hinaus, ob die Regierung eine Abdeckung durch die Krankenversicherungen ermöglichen würde.

Der nun beschlossene Ansatz ist, was die Legalisierung von Cannabis betrifft, sogar unter allen Ländern der progressivste. Dies bedeutet in anderen Worten, dass Deutschland schneller als andere Länder voranschreitet und die medizinische Wirksamkeit von Cannabis offiziell anerkennt und es zudem mit dem Beginn der formellen "Legalisierung" voll in das flächendeckende Gesundheitssystem integriert.

WODURCH WIRD SICH DEUTSCHLAND UNTERSCHEIDEN?

Deutschland in der Welt des Cannabis

Es ist zwar in anderen Ländern möglich, verschriebenes medizinisches Marihuana zu kaufen (beispielsweise in vielen US-Bundesstaaten, in Israel und in Kanada), doch der deutsche Ansatz ist nicht nur der umfassendste, sondern er bedeutet auch, dass deutsche Patienten durch das reguläre medizinische System so kostengünstig wie sonst nirgendwo auf der Welt auf medizinisches Cannabis zugreifen können. Die Tatsache, dass das Arzneimittel auf Bundesebene neu klassifiziert wird, bedeutet per Definition, dass es nicht mehr zu den "illegalen" Substanzen gehört.

Im Vergleich dazu sind Patienten in den Vereinigten Staaten nicht nur größtenteils gezwungen ihre legalen Arzneimittel selbst bar zu bezahlen, Ganja ist zudem weit davon entfernt, in irgendeiner Weise von der Krankenversicherung abgedeckt zu werden, da das Arzneimittel immer noch als "Schedule I" Substanz eingestuft ist.

In Kanada beginnt sich das System zu verändern (die medizinische Nutzung wurde letztes Jahr auf Bundesebene legalisiert), aber die Krankenkassen ziehen eine Abdeckung nur allmählich in Betracht (obwohl auch hierbei eine Veränderung erwartet wird, angetrieben durch die Entwicklung in Deutschland, als auch durch föderale Bestrebungen in Kanada, Cannabis als Genussmittel zu legalisieren).

Israel hat Kliniken bei bestimmten Schmerzen die Ausgabe des Arzneimittels ermöglicht, stellt aber, wie auch Kanada, Überlegungen einer umfangreicheren Vergabe durch Allgemeinärzte und Apotheken an. Das deutsche Modell scheint diese Idee aufzugreifen und unmittelbar in die Tat umzusetzen, vom Zeitpunkt der von der Bundesregierung beschlossenen Legalisierung des Konsums als Arzneimittel an.

WAS IST HIER DIE TRAGWEITE DER LEGALISIERUNG ALS ARZNEIMITTEL?

Medizinische Cannabis Rezept

Die erste Konsequenz ist, dass jeder Arzt das Arzneimittel verschreiben und man das Rezept bei jeder Apotheke einlösen kann. Das spezielle Genehmigungsverfahren, das der Fluch vieler Patienten war, die bislang versucht haben, ein Rezept zu erhalten, wird verworfen.

Die zweite Auswirkung ist das Entgegenwirken der hohen Kosten für Cannabis - Patienten werden entweder gar nichts oder 10 Euro im Monat für ihre Rezepte bezahlen müssen. Der Unterschied zu den gegenwärtigen Kosten - die ungefähr 1.500 Euro im Monat betragen - wird sich auf kranke Patienten offensichtlich erleichternd auswirken, die aufgrund ihrer Einschränkungen oftmals keinen Arbeitsplatz haben.

Die Anfangshürde in Deutschland wird es sein, Ärzte zu finden, die gewillt sind, das Arzneimittel zu verschreiben. Trotz des Konservatismus der medizinischen Industrie gibt es hierin auch ein weit verbreitetes Verständnis darüber, dass Cannabis medizinisch nützlich sein kann und dass es unter richtiger Aufsicht, bei chronischen Krankheiten einen riesigen Unterschied machen kann, besonders bei Krankheiten, die von konventionelleren Arzneimitteln nicht wirkungsvoll behandelt werden können.

Einstweilen wird die große Menge an Cannabis von einem kanadischen Exporteur - Canopy Canada mit der deutschen Zweigstelle MedCann GmbH - geliefert, der im letzten Sommer die Lizenz zum landesweiten Import und Vertrieb erhielt. Ab dem Jahr 2018, sobald die deutsche Agentur für Cannabis eingerichtet ist, wird die deutsche Regierung damit beginnen, inländisch anbauen zu lassen.

Was diese Entwicklung auch bedeutet, sind neue Impulse für eine Reform zu Cannabis als Genussmittel, auf die Befürworter schon seit über einer Dekade drängen.

Berlin scheint bereit, den ersten Schritt in diese Richtung zu machen - wobei es sowohl eine deutsche Stadt, als auch ein deutsches Bundesland ist. Es ist zu erwarten, dass der erste Testlauf für das Genussmittel noch dieses Jahr ansteht. Allerdings beobachten andere deutsche Städte, die genug haben von den im Freien stattfindenden Drogenmärkten, die vor allem um die Hauptbahnhöfe florieren, die Entwicklungen in Berlin und erwarten auch selbst einige stark eingeschränkte, wenn nicht sogar sehr limitierte "Experimente mit dem Genussmittel" stattfinden lassen zu können - wenn auch nur, um den Schwarzmarkt einzudämmen.

DIE DEUTSCHEN KÖNNTEN DIE GLOBALE DISKUSSION ÜBER DIE LEGALISIERUNG VERÄNDERN

Globale Cannabis-Legalisierung

Bislang ist Israel vorangegangen, was offizielle, wissenschaftliche Studien zu Cannabinoiden in der Medizin betrifft. Diese Stellung könnte nach den weltbewegenden Neuigkeiten vom Januar in naher Zukunft von Deutschland herausgefordert werden. Die Auswirkung von Cannabinoiden, nicht nur auf die Behandlung von Krankheiten, sondern auch hinsichtlich der Möglichkeit, die Kosten der Gesundheitsversorgung insgesamt zu verringern, steht vermutlich mit im Fokus dieses investigativen und wissenschaftlichen Vorhabens, insbesondere wenn man in Betracht zieht, wie hoch das Potential möglicher Patienten in Deutschland ist (mindestens eine Million Menschen).

Darüber hinaus ist es sehr wahrscheinlich, dass andere Länder, allen voran die Vereinigten Staaten, die Entwicklungen genau beobachten werden, auch im Hinblick auf die anstehenden Entscheidungen vieler Bundesbehörden, wann, wie und ob Cannabis neu klassifiziert werden sollte.

Die Deutschen werden nach der Entscheidung des Parlaments jedoch nicht der Situation ins Auge sehen müssen, der die Amerikaner heute gegenüberstehen - sogar drei Jahre nach der "experimentellen" Legalisierung in Bundesstaaten. Niemand wird aufgrund des "Konsums illegaler Drogen" gefeuert werden, wenn man seine Medikamente von einem Arzt erhält. Die Patienten können ihre Medikamente von ihren lokalen Apotheken oder den größten Drogerieketten beziehen. Was noch besser ist: Ihre Versicherung, egal ob privat oder gesetzlich, wird ihnen bei der Finanzierung helfen.

All das ist an und für sich ein enormer Sieg für alle, die sich Reformen zu Cannabis wünschen.

 

         
  Marguerite Arnold  

Geschrieben von: Marguerite Arnold
Mit ihrer jahrelangen Erfahrung in der Schriftstellerei hat sich Marguerite der Erforschung der Cannabis-Industrie und den Entwicklungen der Legalisierungsbewegung gewidmet.

 
 
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