Cannabiskonsum In Den USA Hat Sich In Den Letzten Zehn Jahren Verdoppelt

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Cannabiskonsum In Den USA Hat Sich In Den Letzten Zehn Jahren Verdoppelt

Da sich die Ansichten ändern, wird Cannabis bei Erwachsenen immer beliebter und dies führt zu weit weniger Missbrauch der Droge.

Laut den in zwei riesigen Umfragen gesammelten Daten hat sich die Menge der Amerikaner, die Cannabis konsumieren, in den letzten Jahren mehr als verdoppelt. Wenn man bedenkt, daß sich die Einstellung zugunsten des Endes des Cannabisverbots geändert hat, ist es jedoch nicht wirklich ein Wunder, daß der Konsum gestiegen ist. Es hat die rechtspopulistischen Medien allerdings auch nicht davon abgehalten zu behaupten, daß damit eine schwere Sucht gleich vor der Tür steht. Also dachten wir, wir sollten mal einen genaueren Blick darauf werfen, was da wirklich vor sich geht.

DIE STUDIE

Die fragliche Analyse wurde in der Fachzeitschrift JAMA Psychiatry von Deborah Hasin veröffentlicht, einer Psychiaterin der Columbia University. In der Studie wurde eine große Gruppe von Teilnehmern über ihren Cannabiskonsum befragt - erst im Jahre 2001, dann in 2013. Es wurde festgestellt, daß im Jahr 2001 nur 4,1 Prozent der Menschen regelmäßig Cannabis konsumierten, während der Anteil im Jahr 2013 9,5 betrug.

Interessanterweise wurde in der Studie auch bewertet, wie viele der Teilnehmer eine "Konsumstörung" entwickelt hatten. Es wurde festgestellt, daß der Missbrauch, wahrscheinlich dank der Bildung und einer Veränderung der Haltung, sich insgesamt verringert hat (um 30 Prozent), aber das etwa 6,8 Millionen Amerikaner als Menschen mit einem "Marihuanaproblem" einzustufen sind. Immer her mit den Hassern ...

WARUM DIESE ZAHL BLÖDSINN IST

Werfen wir also einen genaueren Blick darauf. 6,8 Millionen Menschen, deren Leben angeblich durch Marihuana negativ beeinflusst wurde, ist eine hohe Zahl. Zunächst einmal wurden diese Daten durch Befragung von einem Psychiater gesammelt und sollten mit gesunder Skepsis aufgenommen werden - es gibt eine Menge Raum für Fehler, denn die Geschichten wurden nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft und es war keine tatsächliche wissenschaftliche Laborarbeit beteiligt. Dann muss man sich Hasins Definition von "problematischem Umgang mit Marihuana" ansehen, in dem das eigentliche Problem liegt zu.

In der Regel verwendet ein Psychiater die im DMS - einem offiziellen Handbuch für Erkrankungen - beschriebene Definition, wobei zwei von elf Kriterien erfüllt sein müssen, um ein Marihuanaproblem zu diagnostizieren. Allerdings ist die in Hasins Analyse verwendete Definition viel weiter gefasst, als die, die in diesem Buch steht. Beispielsweise würde demnach jeder, der jemals mit Cannabis erwischt wurde, bekifft Auto gefahren ist oder von dem der Partner denkt, daß er zu viel konsumieren würde, so eingestuft werden. Natürlich wären die, die ein echtes Problem haben aufzuhören, auch in den Zahlen enthalten.

Das Problem ist, daß es keine Aufschlüsselung derer gibt, die als jene mit einem Marihuanaproblem gelten, was eine echte Überprüfung verhindert. Es wäre anzunehmen, daß die weniger schwerwiegenden Probleme, wie zum Beispiel mit einer kleinen Menge Dope erwischt zu werden, den größten Teil der Zahlen ausmachen. Dies ist besonders relevant, wenn man bedenkt, daß diese Studie besagt, daß 30 Prozent der Nutzer an einem Marihuanaproblem leiden, während die "National Comorbidity Survey" (landesweite Komorbiditätsumfrage) nahe legt, daß nur 9 Prozent der Nutzer zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihrem Leben eine leichte Abhängigkeit erleben.

Was bedeutet das alles? Nun, es ist sicherlich interessant zu sehen, daß das Konsumverhalten eine steigende Tendenz zeigt, aber man muss mit einer gesunden Skepsis genauer analysieren, welche Schlüsse aus den Umfragedaten gezogen werden. Wie Du hier sehen kannst, haben persönliche Interpretationen dessen, was als Marihuanaproblem anzusehen ist, die Studie verzerrt, dennoch wird sie von den Medien immer noch als akkurat dargestellt. Eines ist aber sicher, der Konsum ist gestiegen und Missbrauch gesunken - trotz dieser schrägen Zahlen. Es zeigt, daß veränderte Ansichten, Bildung und das Ende des Verbots funktionieren.

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