Britische Unterhausabgeordnete Fordern Legalisierung Von Cannabis Als Arzneimittel

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Britische Unterhausabgeordnete Fordern Legalisierung Von Cannabis Als Arzneimittel

Politische Gruppierungen drängen das Vereinigte Königreich zur Legalisierung von Cannabis als Arzneimittel. Sie fordern die Milderung von Strafen unnötiger Kriminalisierung und befürworten eine vernünftige Regulierung.

Es ist eine ziemlich aufregende Zeit für die Marihuananindustrie auf der ganzen Welt und nun gedenkt das Vereinigte Königreich Cannabis zu legalisieren. Die überparteiliche Parlamentariergruppe drängt das britische Innenministerium dazu, Cannabis von „Schedule 1" in „Schedule 4" neu einzustufen. Dies würde Marihuana in die selbe Kategorie wie Steroide und Beruhigungsmittel setzen. Es könnte zudem Patienten erlauben, einen begrenzte Menge an Cannabispflanzen für den Eigengebrauch zu züchten. Das derzeitige Gesetz besagt, dass Marihuana als Arzneimittel keinen medizinischen Wert besitzt und dass jeder, der mit der Substanz erwischt wird, wegen Besitz verurteilt werden kann, was eine mögliche Höchststrafe von fünf Jahren Gefängnis und unbegrenzte Geldstrafen bedeuten kann. Noch schlimmer sieht es für Händler und Produzenten von Cannabis aus, diese könnten mit bis zu 14 Jahren Gefängnis bestraft werden.

DIE STUDIE

Die überparteiliche Parlamentariergruppe hat Professor Mike Barnes gebeten dabei zu helfen, den möglichen Nutzen von Marihuana zu begutachten. Im Mai 2016 verfasste er eine Arbeit mit dem Titel „Cannabis: The Evidence for Medical Use" (Der Nachweis medizinischen Nutzens von Cannabis) und sammelte gehörige Nachweise über die durch Cannabis bewirkte Linderung von folgenden Symptomen:

- Chronische Schmerzen: Diese treten bei ca. 11% der Erwachsenen und 8% der Kinder auf. Sie können sich negativ auf die Lebensumstände auswirken, darunter fällt u.a. der Beruf, tägliche Aktivitäten, Beziehungen, allgemeines Wohlbefinden, Schlaf und der allgemeine Gesundheitszustand.

- Spastiken: Ein nachteiliges Symptom bei einer Vielzahl neurologischer Störungen, inklusive Multiple Sklerose, Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Rückenmarksverletzungen, Motoneuronenerkrankungen und andere neurologische Störungen. Sie äußern sich durch Muskelverkrampfungen, typischerweise in den Beinen, sie können jedoch auch in anderen Teilen des Körpers auftreten.

- Übelkeit und Erbrechen: Normalerweise im Zuge einer Chemotherapie

- Angstzustände: CBD minimiert Angstzustände, während THC normalerweise den gegenteiligen Effekt bewirkt.

Er hat darüber hinaus mittelgradige Nachweise zur unterstützenden Wirksamkeit bei folgenden Symptomen gefunden:

- Schlafstörungen: Somnolenz, Müdigkeit und Schlaf wird gefördert.

-Appetitmangel: Bei Zuständen, in welchen das Verlangen nach Essen durch Medikamente reduziert ist, wird der Appetit angeregt.

- Fybromialgie: Tritt bei 2-8% der Bevölkerung auf, vorzugsweise bei Frauen, im Verhältnis von 8:1. Typisches Merkmal ist erhöhtes Schmerzempfinden unter Druck. Andere Symptome sind Müdigkeit, Schlafstörungen und Kognitive Probleme, im Besonderen Schwierigkeiten mit dem Gedächtnis.

- PTBS: Die Intensität traumatischer Erinnerungen wird reduziert, das Einschlafen so erleichtert und Angstzustände werden bei dem Durchleben von Flashbacks abgeschwächt.

- Symptome bei Parkinson: Es gibt in Großbritannien ungefähr 125.000 an Parkinson erkrankte Menschen. Motorische Symptome verbesserten sich, u.a. Zittern, Unbeweglichkeiten, Bradykinesie (Verlangsamung der Bewegungsabläufe) und zudem zeigten sich Erleichterungen bei Problemen mit Schlaf und Schmerzen.

DIE POLITIK

Ungefähr 24 US-Bundesstaaten, Kanada und ca. 11 europäische Länder erlauben die Nutzung von Cannabis zu medizinischen Zwecken. „End Our Pain", eine Gruppe von Aktivisten für die Nutzung von Cannabis als Arzneimittel, haben herausgefunden, dass 68 Prozent der Bevölkerung die Möglichkeit einer Verschreibung von Cannabis durch Ärzte befürworten. Peter Carrol, der Direktor der Organisation, sagt, "Wir schätzen, dass über eine Million Menschen in Großbritannien Cannabis zu medizinischen Zwecken nützen". Es wurde berichtet, dass mehr als die Hälfte der Mitglieder des Parlaments die Legalisierung von Marihuana für Patienten begrüßen, die medizinische Versorgung benötigen. Sowohl die Green Party als auch die Liberal Democrats fordern seit geraumer Zeit die Legalisierung von Cannabis als Arzneimittel. Zu Beginn dieses Jahres sind die Liberal Democrats noch eine Stufe weiter gegangen und fordern nun zudem die Legalisierung von Cannabis als Genussmittel.

DER PLAN

Der entworfene Bericht legt nahe, dass GB sich die Richtlinien US-amerikanischer Politik zu eigen machen sollte. Es wird gefordert, dass erst ab einem Alter von 18 Jahren, Bestellungen bei lizenzierten Apotheken vorgenommen werden können. Der Anbau zu Hause wäre für den Eigengebrauch oder für kleinere gesellschaftliche Clubs mit Genehmigung legal, aber Markenbildung, Promotion oder Bewerben von Cannabisprodukten wäre verboten. Der Preis, die Stärke und die Verpackung des verkauften Cannabis' würde von der Regierung kontrolliert werden. Im Vorschlag wird für die Etablierung neuer Regulierungen plädiert, um den Markt überblicken zu können. Als Vorbild sollen hierbei Ofgem (reguliert Gas und Elektrizität) und Ofwat (reguliert Wasser und Abwasser) fungieren.

Der Bericht legt darüber hinaus nahe, dass der Preis und die Stärke der Wirkung von Cannabis in einem Verhältnis zueinander stehen sollten und zwar so, dass die stärker wirkenden Produkte auch mehr kosten. Die Wunschvorstellung hierbei ist, dass Cannabisnutzer zu einem maßvolleren Umgang mit dem Medikament bewegt werden. Zudem wird gehofft, dass die Legalisierung der Droge Steuereinnahmen von einer Milliarde Britischer Pfund und aufwärts generieren wird und die gesellschaftliche Ächtung von Konsumenten abnimmt.

 

         
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