Studie: Cannabis Könnte HIV Bekämpfen

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Studie: Cannabis Könnte HIV Bekämpfen

Bei einer neuen Forschungsarbeit wurde festgestellt, daß Cannabis möglicherweise eine Therapie für HIV/AIDS sein könnte, wobei es hilft, den Schaden der Krankheit am Immunsystem zu minimieren.

Pillen, die Cannabis enthalten, werden bei Patienten mit HIV seit langem als verschreibungspflichtiges Medikament eingesetzt. Cannabis wurde in erster Linie als Appetitanreger eingesetzt, der die Gewichtsabnahme durch die Krankheit reduziert. Neue Forschungsergebnisse, die in der Zeitschrift AIDS Research and Human Retrovirus veröffentlicht wurden, haben herausgefunden, daß seine Verwendung noch weiter gehen könnte - es hat positive Auswirkungen auf Tiere, die an der Infektion leiden.

Was ist HIV?

HIV steht für Human Immunodeficiency Virus. Obwohl von ihm angenommen wird, daß er weniger tödlichen Viren (wie der Erkältung) sehr ähnlich ist, verfügt HIV über einen sehr deutlichen Unterschied zu seinen Cousins. Dieser Unterschied ist, daß, während das menschliche Immunsystem die meisten Viren aufspüren und beseitigen kann, es dies wegen seiner Natur bei HIV nicht kann. Im Gegensatz zu anderen Viren, greift HIV die weißen Blutzellen (die Zellen, die Infektionen abtöten) direkt an und nutzt sie, um sich zu vermehren. Dies führt zu einer allmählichen Abnahme und Zerstörung des Immunsystems, was den an HIV Leidenden für andere opportunistische Erkrankungen anfällig macht, die sonst abgewehrt werden würden. Um es noch schlimmer zu machen, ist das HIV Virus einer der sich am schnellsten entwickelnden Organismen, der den Menschen bekannt ist - was es extrem schwer macht, es zu kontrollieren.

Was ist AIDS?

Wenn das Immunsystem eines an HIV Leidenden zerstört ist, werden sie medizinisch als am Acquired Immuno-Deficiency Syndrome, kurz AIDS, Erkrankte bezeichnet. AIDS gilt als das letzte Stadium der HIV Infektion, wobei das Immunsystem derart geschädigt wurde, daß opportunistische Infektionen lebensbedrohlich werden und häufig zum Tod des Patienten führen.

THC stärkt die Zellen des Immunsystems

In der Studie, um die es geht, wurde festgestellt, daß mit HIV infizierte Affen, denen über einen Zeitraum von 17 Monaten THC gegeben wurden, Anzeichen einer geringeren Schädigung des Immunsystemgewebes im Darm zeigten - ein Bereich, der bekannt dafür ist, Schäden durch die HIV Infektion aufzuweisen. Es wurde ebenfalls festgestellt, daß diese positive Wirkung sich auf Genebene abspielte, was etwas Licht auf die unbekannten Mechanismen wirft, die bei der Infektion eine Rolle spielen.

Ein überraschend positives Ergebnis

Diese aktuelle Studie wurde durchgeführt, um die positiven Ergebnisse aus früheren Experimenten, die von dem gleichen Team durchgeführt worden waren, weiter zu erforschen. Im Jahr 2011 fand Dr. Molina von der Louisiana State University heraus, daß mit HIV infizierte Affen, die mit THC behandelt worden waren, bessere Überlebenschancen hatten, erhöhte Werte von Zellen des Immunsystems hatten und bei ihnen weniger Gewichtsverlust zu verzeichnen war. Es war ein völlig unerwartetes und erfreuliches Ergebnis. Dr. Molina beschrieb die Ergebnisse wie folgt:

"Als wir mit der Studie begannen, dachten wir, es würde die Viruslast erhöhen, wir dachten, es würde die Anzahl der Lymphozyten drastisch verringern, aber das ist nicht, was wir sahen. Wenn überhaupt, sieht es so aus, als könnte es zu einer vorteilhaften Immunmodulation kommen, vor allem in den frühen Stadien der Infektion. Ich denke, daß es ein großes Interesse daran gibt, zu versuchen, die spezifischen, durch Rezeptoren vermittelten Ereignisse zu verstehen, die von Marihuana bewirkt werden. Und insbesondere mit dem Schwerpunkt auf die CB2 Rezeptoren."

Traditionell wurde immer gedacht, daß die Wirkstoffe im Marihuana das Immunsystem hemmen, so daß man vom Cannabis nie wirklich vermutet hätte, daß es eine mögliche Therapie für HIV Patienten sein könnte. Erst seitdem jüngst etliche Marihuana Mythen zerstreut wurden, haben Wissenschaftler begonnen, die Fakten in Frage zu stellen. Da immer mehr Forschungsergebnisse nahe legen, daß das Immunsystem vom Endocannabinoidsystem profitieren kann, scheint es für die Wissenschaftler, die HIV erforschen, nur logisch, zu untersuchen, wie die Aktivierung der CB1 und CB2 Rezeptoren (die Rezeptoren im Körper, die von Cannabis aktiviert werden) mit der Infektion interagieren.

Was dies bedeutet, ist, daß wir wohl bald klinische Studien mit HIV Patienten sehen könnten, bei denen Cannabis zur Anwendung kommt. Es ist noch ein langer Weg und viele andere Institutionen und Wissenschaftler wollen ihre eigene Forschung in diesem Bereich betreiben, bevor sich etwas bewegt - aber die Ergebnisse sind so weit schon sehr ermutigend. Die Wissenschaft hat gerade mal an der Oberfläche der wahren Natur von Cannabis gekratzt und ständig werden neue und spannende Anwendungsmöglichkeiten entdeckt!

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