Neue Studie Über Die Auswirkungen Von Cannabis Auf PTBS Beginnt Endlich

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Neue Studie Über Die Auswirkungen Von Cannabis Auf PTBS Beginnt Endlich


Dr. Sue Sisley, die schon länger ein Pionier bei der Erforschung von Cannabis zur Behandlung von PTBS bei Veteranen ist, kommt in ihrer bahnbrechenden Forschung endlich einen Schritt weiter.

Dr. Sue Sisley vom Scottsdale Research Institute in der Stadt Phoenix in Arizona hat kürzlich sowohl einen großen persönlichen Erfolg, als auch einen für die Patienten errungen, denen sie beabsichtigt zu helfen. Ihre medizinische Studie, die Cannabis zur Behandlung von posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) bei Veteranen verwendet, ist nach vielen Fehlstarts und Sackgassen endlich einen Schritt weiter. Im Jahr 2014 wurde Sisley an der University of Arizona gefeuert und dies nur zwei Monate nachdem sie die staatliche Zulassung einholte, um Zugang zu den Cannabis-Vorräten der U.S.-Regierung von deren Farm in Mississippi zu erhalten. Sie erhielt im Jahr 2010 eigentlich die Erlaubnis der FDA (Federal Drug Administration) zur Erforschung dieses Themas. Sisley ist in der Folge zu der führenden Stimme für weitere medizinische Forschung an Cannabis geworden, sowohl im Allgemeinen, als auch im Besonderen zur Behandlung von PTBS in den USA.

Sisleys Studie ist allerdings nicht die einzige medizinische Untersuchung, die auf dem Weg ist, den Einfluss von medizinischem Marihuana speziell auf dieses schwer zu behandelnde Leiden zu erkunden. In Kanada startet die University of British Columbia ebenfalls das landesweit erste Experiment bezüglich Cannabis und PTBS.

Solche Fortschritte in diesen beiden Ländern sind der rasenden Geschwindigkeit zu verdanken, mit der die medizinische Forschung dort einhakt, wo der Krieg gegen die Drogen scheitert - insbesondere bei den staatlich geförderten Studien. Erst im letzten Jahr wurde es amerikanischen Regierungsärzten unter Androhung der Vertragskündigung ausdrücklich verboten medizinisches Cannabis bei der Behandlung ihrer Veteranen auch nur zu thematisieren.

Sisleys Studie wird vom Staat Colorado gefördert - mit Hilfe von Steuergeldern vom legalen Cannabis-Markt des Staates - und wird gemeinschaftlich von Forschern der Johns Hopkins University, MAPS (Multidiciplinary Association for Psychedelic Studies), der University of Pennsylvania und der University of Colorado durchgeführt.

PTBS UND DIE EU

PTSD brain

Die posttraumatische Belastungsstörung ist ein Leiden bei Menschen, die regelmäßig überwältigender Gewalt ausgesetzt waren und deshalb Flashbacks, Angst und eine Unfähigkeit zu schlafen erleben. In anderen Worten ausgedrückt, erlebt das Gehirn eine Flut an Aktivität, die für das Unbehagen der Leidenden verantwortlich ist. Dieses Leiden wird häufig bei ehemaligen Soldaten beobachtet und ist in den USA mindestens ein führender Grund für die Arbeitsunfähigkeit von Veteranen. Während es in Europa keinen derartigen Schlachtruf für eine medizinische Reform und Behandlung mit Cannabis gab, da weltweit weniger Europäer in Kriegsgebieten dienen, so war insbesondere PTBS doch einer der Hauptpunkte an der Front der Pro-Cannabis-Forschung, die hier durchgeführt wurde. Beispielsweise wurden vor fünf Jahren in Deutschland von Forschern aus Bonn aussagekräftige Anzeichen auf eine deutlich verbesserte Lebensqualität bei von PTBS und chronischen Schmerzen Betroffenen nach Verabreichen der Droge vorgelegt.

Heute ist PTBS ein Leiden, bei dem medizinisches Cannabis verschrieben wird, sofern es dort legal ist. In Deutschland, das ab nächstem Jahr neue Pläne mit der Droge haben und sie durch die Krankenversicherung absichern wird, ist PTBS bereits eines der Gebrechen, die abgedeckt sein werden und rund 5.000 Patienten (die nicht alle an PTBS leiden) nehmen schon irgendeine Form von THC, obgleich in Form von Tabletten, Sprays oder Tropfen.

Das ist besonders wichtig, wenn man das Übergewicht an Anti-Legalisierungs-Studien in Europa am Ende des letzten Jahrhunderts bedenkt. Schweden führte im Jahr 1987 eine berüchtigte Studie an über 50.000 Soldaten durch, die ebenfalls Cannabis verwendeten, und dies nur, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass es Schizophrenie und Psychosen auslöst. Eine deutsche und zwei neuseeländische Studien aus den späten 1990ern kamen zu demselben Ergebnis. Eine weiträumig veröffentlichte britische Studie aus dem Jahr 2011 mit zehn Jahre gesammelten Daten von 1.923 deutschen Jugendlichen legte einen starken Zusammenhang zwischen dem Gebrauch von Cannabis bei Jugendlichen und Psychosen nahe.

Allerdings wird diese Art von Forschung heutzutage sogar in Europa vernachlässigt, sowie weiträumig diskreditiert und das aus einem einfachen Grund. Solche Studien untersuchten minderjährige Teilnehmer oder begrenzten die Auswahl auf Menschen, die bereits unter schwerwiegenden psychologischen Zuständen litten, mit dem Fokus, dass sie diese Drogen nehmen und nicht darauf, warum sie dies tun und inwiefern der Gebrauch die Symptome beeinflusst.

Seit Anbruch dieses Jahrhunderts haben die meisten Forscher, sowohl in den USA, als auch in Europa, dazu tendiert zu erklären, warum so eine breite Masse an Menschen diese Droge verwendet und wie Cannabis Symptome von psychologischen Leiden bis zu chronischen Schmerzen lindern oder sogar stoppen kann. Im Jahr 2012 fanden deutsche Forscher von der Universität Köln heraus, dass Marihuana sogar eine der effektivsten erhältlichen antipsychotischen Drogen ist, einschließlich für unter einer "Psychose" leidende Menschen. Sogar die Kritik der Universität Heidelberg über exisitierende Forschung des Gebrauchs von Cannabis, die letztes Jahr in der Zeitschrift Deutsches Ärzteblatt International veröffentlicht wurde, konzentrierte sich eher auf die freizeitliche, als auf die medizinische Verwendung und legte dabei ihren Fokus auf den Zusammenhang von Sucht und Persönlichkeitszügen und -störungen. Die Autoren der Studie waren noch immer nur fähig festzustellen, dass insgesamt 9% aller Konsumenten Zeichen einer "Abhängigkeit" zeigten.

WIE HILFT CANNABIS PTBS PATIENTEN?

Medizinisches Cannabis ist anekdotenhaft als eine der effektivsten Drogen gegen PTBS bekannt, insbesondere da Konsumenten sich im Falle einer besonders starken Attacke nicht überdosieren können. Forscher glauben, dass Cannabis in dieser Gruppe von Patienten so erfolgreich ist, weil es das Gehirn daran hindert automatisch und unbewusst Zugang zu schmerzhaften Erinnerungen oder von Schmerzen selbst zu erhalten, was dann eine Vielzahl schmerzlicher psychologischer und physischer Effekte auslöst, einschließlich Angst, Furcht, Wut, Depression oder Mangel an Appetit.

IST CANNABIS DIE EINZIGE OPTION?

Von PTBS Betroffene, die Marihuana unter medizinischer Überwachung erhalten, zeigen beachtliche Fortschritte an allen Fronten. Allerdings schließt die für Betroffene effektivste Behandlung auch die psychologische Beratung mit ein, einschließlich kognitiver Verhaltenstherapie. Es wird den Patienten ebenfalls beigebracht, wie sie bewusst schmerzliche Gedanken oder Erinnerungen durch positivere Bilder und Gedankengänge auszutauschen und insgesamt ein gesünderes Leben zu führen (einschließlich regelmäßigem Training und unterstützende gesunde Ernährung). Abhängig davon in welchem Land Du lebst, kann es auch schwierig sein Ärzte zu finden, die gewillt sind diese Droge für irgendein Leiden zu verschreiben. Es ist extrem wichtig medizinische Unterstützung zu finden, die gewillt ist mit Dir zu arbeiten.

 

         
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