Konsum von Cannabis erhöht Risiko von Angst oder Depression nicht

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Konsum von Cannabis erhöht Risiko von Angst oder Depression nicht

Da Studien keinen Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und einem erhöhten Risiko für die Entwicklung psychischer Störungen zeigt, könnte unsere vielgeliebte Pflanze tatsächlich eine positive und keine negative Wirkung haben?

Die klischeehafte Lethargie und mangelnde Motivation, die oft zusammen Cannabiskonsums dargestellt wird, mag nicht wie ein Partner erscheinen, der einem hilft Probleme mit der psychischen Gesundheit zu bekämpfen. Tatsächlich scheiden sich durch die Stigmatisierung des Cannabiskonsums häufig die Geister bei diesem Thema und es wird behauptet, dass der Pflanze tatsächlich solche psychischen Störungen wie Depressionen, Energielosigkeit und Mangel an Motivation zuzuschreiben sind. Da eine aktuelle Studie keinen erkennbaren Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und dem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Stimmungs- oder Angststörungen zeigt, könnte dies heftig diskutierte Thema endlich zu einem Ende kommen?

Was ist eine Depression?

Wenn man bedenkt, dass die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass weltweit 350 Millionen Menschen an Depressionen leiden, kann es nur eine gute Nachricht für das Klischee sein, dass den Cannabiskonsum umgibt. Depression hat viele Formen und keine zwei Menschen sind auf die gleiche Weise betroffen. Häufige Symptome reichen von einem Gefühl der Hoffnungslosigkeit, bis hin zu Lethargie, sowie die Unfähigkeit sich zu konzentrieren oder negative Gedanken zu unterdrücken. Dies sind nur eine Handvoll der Symptome einer Depression; sie tritt auch noch in verschiedenen Formen auf, was eine Behandlung unglaublich schwierig macht, da sie auf jeden Patienten individuell abgestimmt werden muss. Da diese neueste Studie keinen Zusammenhang zwischen Cannabis und Depression zeigt, könnten die Cannabinoide in Cannabis tatsächlich verwendet werden, um zu helfen Depressionen zu behandeln?

Kein erhöhtes Risiko für Angststörungen

Eine Studie, die in diesem Jahr von der Columbia University durchgeführt wurde, nahm Daten aus einer Stichprobe von 35.000 Erwachsenen über 18 Jahren in den USA, welche Wirkung Cannabis über einen 3-Jahres-Zeitraum hatte. Die im JAMA Psychiatry Magazin veröffentlichte Arbeit beobachtete in zwei Durchgängen, einmal von 2001-2002 und ein weiteres Mal 2004-2005, um den Konsum von Cannabis und vorherrschende psychiatrische Störungen zu verfolgen. Die Zusammenfassung der Untersuchungen zeigten, dass "Cannabiskonsum nicht mit dem erhöhten Risiko der Entwicklung von Stimmungs- oder Angststörungen verbunden war".

Obwohl diese Studie den Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und der Entwicklung von psychischen Störungen negiert hat, zeigte sie eine andere Art von einem erhöhten Risiko. Dieses erhöhte Risiko war die spätere Sucht nach Alkohol, Cannabis oder anderen Drogen und obwohl dies bestätigt, dass eine Verbindung besteht, konnte die Stärke der Beziehung zwischen den beiden nicht festgestellt werden, nur daß eine existierte. Ein weiterer Fall von Korrelation, nicht Kausalität.

Positive Auswirkungen des Cannabiskonsums

Stress ist eine der führenden Ursachen von Depression, die das Endocannabinoid-System beeinflussen. Das Endocannabinoid-System ist das Netz von Rezeptoren in unserem Körper, das mit Cannabis interagiert und hilft Appetit, Schmerzempfindung und Stimmung zu steuern. In einer in der Zeitschrift European Neuropsychopharmacology veröffentlichten Studie wurde festgestellt, dass die Interaktion von THC die Genauigkeit der Signale im Gehirn verringert, wenn es negativen Reizen ausgesetzt wird und daher die Reaktionen auf negative Einflüsse begrenzt. Wenn es bei positiven Stimuli angewandt wurde, war nicht die gleiche Verringerung der Genauigkeit zu sehen, sondern eine Erhöhung der emotionalen Verarbeitung. Es legt nahe, dass die Art und Weise wie Cannabis auf das Endocannabinoid-System einwirkt, für die künftige Behandlung von psychiatrischen Erkrankungen wie Depression relevant sein könnte.

Während es ermutigend ist eine weitere Studie zu sehen, die den Mangel an negativen Auswirkungen von Cannabis auf psychische Störungen wie Depressionen stützt, liegt noch ein langer Weg vor uns, bevor wir die komplexen Wechselwirkungen voll und ganz verstehen. Wir müssen die positiven Effekte viel gründlicher untersuchen, die Cannabis auf die Behandlung von psychischen Störungen, wie Depressionen, haben kann. Eines ist sicher, der Schleier und das Stigma, das die Verwendung von Cannabis umgibt, heben sich langsam, da nun angefangen wird die positive Wirkung zu erkunden, die es haben kann. Nur die Zeit und weitere Studien werden zeigen, wie viel Nutzen Cannabis wirklich haben kann.

 

         
  Lucas  

Geschrieben von: Lucas
Lucas ist ein Teilzeit-Autor und Vollzeit-Visionär. Ein anonymer Psychonaut, der mit Anzug und Krawatte in der Gesellschaft untertaucht, arbeitet daran den Massen evidenzbasierte Rationalität zu bringen.

 
 
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