Entkräftet: Wie Cannabis Die Männliche Fruchtbarkeit Beeinflusst

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Entkräftet: Wie Cannabis Die Männliche Fruchtbarkeit Beeinflusst

Nicht alle haben die Chance neues Leben zu schaffen. Einige Studien würden Dich glauben lassen, dass Cannabis die Fruchtbarkeit verringern kann. Doch eine genauere Analyse verspricht das Gegenteil.

Heutzutage begegnet man überall Angstmacherei über Cannabis. Nach diesen Quellen sind fehlende Motivation, schlechtere Gesundheit und Unfruchtbarkeit alle Teil der Trefferliste für regelmäßige Nutzer von Marihuana. Trotz dieser negativen Stereotypen, werden weiterhin zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht, die vorteilhafte Anwendungen und gesundheitsfördernde Wirkungen zeigen, die die Cannabinoide im Cannabis auf den menschlichen Körper haben können. Schauen wir uns einen der beunruhigendsten Aspekte der Gesundheit an, den Cannabis angeblich beeinflusst: Fruchtbarkeit oder eher ein Mangel davon. Schlechte Fruchtbarkeit kann die Hoffnung vieler Menschen oder Frauen zerstören, die versuchen ein Kind zu bekommen, daher ist es ziemlich alarmierend eine Studie zu sehen, die eine Verbindung zwischen dem regelmäßigen Rauchen von Marihuana und einer Abnahme der Spermienzahl bei jungen Männern suggeriert. Aber ist alles so, wie es scheint? Wir sind nicht so sicher.

CANNABIS: DEINE CHANCEN VERTROCKNEN?

Nun, niemals eine, die in das Gesicht der Wissenschaft lacht, wurde eine Arbeit im American Journal of Epidemiology veröffentlicht, die einige interessante Ergebnisse präsentiert - Erkenntnisse, die darauf hindeuten würden, dass ja, Cannabis die Spermienzahl verringert.

Die Studie nahm über den Zeitraum von 2008 bis 2012 eine Stichprobe von 1.215 dänischen Männern zwischen 18-28 Jahren. Die Daten wurden bei einer obligatorischen medizinischen Untersuchung von Männern gesammelt, der sie sich unterziehen müssen, um ihre Fitness für den Militärdienst zu bestimmen. Das Verfahren bestand darin eine Samen- und Blutprobe bereitzustellen, sowie eine körperliche Untersuchung. Im Rahmen der Untersuchung wurde ihnen eine Reihe von Fragen zum Lebensstil gestellt, die die Verwendung von Drogen in den letzten drei Monaten betrafen, wobei 45% der Teilnehmer zugaben, dass sie Marihuana geraucht hatten. Es wurde festgestellt, dass diejenigen, die es regelmäßig (einmal pro Woche) rauchten, eine 29%ige Reduktion der Spermienzahl aufwiesen. Nutzer, die berichteten, dass sie neben Cannabis auch noch andere Drogen konsumieren, hatten eine um 55% reduzierte Spermienzahl und eine um 52% niedrigere Spermienkonzentration. Diese Arbeit spricht später den Zusammenhang zwischen Tabak und verminderter Fruchtbarkeit an. Selbst unter Einbezug dessen, zogen die dänischen Forscher trotzdem eine Verbindung zwischen Marihuana und niedrigerer Spermienanzahl.

DAS ÜBLICHE PROBLEM: WARUM DIESE STUDIE FEHLERHAFT IST

Das Problem, mit dem sich Studien wie diese konfrontiert sehen, sind unkontrollierbare Faktoren, die nicht berücksichtigt werden können. In diesem Fall zielen die gestellten Fragen einfach auf den Cannabiskonsum im allgemeinen Sinne ab. Cannabis, wie wir wissen, ist eine komplexe organische Substanz die eine ganze Reihe von Cannabinoiden enthält, die den Körper und Geist auf ganz unterschiedliche Weise beeinflussen - abhängig von der Konzentration und Verhältnissen der einzelnen Cannabinoide. Unter der Annahme der allgemeinen Bezeichnung von Marihuana, kann die Forschung nicht näher bestimmen, was "im" Cannabis diese verringerte Spermienzahl verursachen könnte. Verschiedene Sorten können in ihrer genetischen Aufmachung große Unterschiede aufweisen. Dies ist jedoch ein Faktor, der in der überwiegenden Mehrheit der Studien an Cannabis, sowohl negativen, als auch positiven, nicht berücksichtigt wird. Es gibt sehr wenige, die sich tatsächlich die Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten von Cannabis angesehen haben.

Die Stichprobengröße ist ebenfalls ein Faktor, wenn man die Gültigkeit der Ergebnisse ansieht. Da die Veränderung der Hormonproduktion und die direkten Auswirkungen auf die Spermamenge von Mensch zu Mensch verschieden sind, können Ernährung, Bewegung und das genetische Erbe, alle eine Rolle bei den jeweiligen Mengen spielen. Nicht nur das, in den verschiedenen Stadien des Lebens können diese Mengen auch variieren. Eine deutlich größere Probenmenge ist erforderlich, aus Männern verschiedener Nationalitäten und/oder Bereichen des gleichen Landes. Dies würde es ermöglichen eine breitere und vielfältiger angelegte Probenmenge zu verwenden, wenn man versucht festzustellen, ob Marihuana einen Einfluss auf die männliche Fruchtbarkeit hat.

Darüber hinaus stellten die Forscher fest, dass "Wir die Möglichkeit nicht ausschließen können, dass Männer, die Marihuana verwenden, im Allgemeinen einen ungesünderen Lebensstil und Gesundheitsverhalten haben, was ebenfalls ihre Samenqualität und Hormonspiegel beeinflussen können."

Diese Aussage weist auf einen der größten Fehler in dieser und vielen ähnlichen Studien hin. Denn es wird lediglich eine Korrelation hergestellt, keine Ursächlichkeit. Es ist unmöglich, aus einer Umfrage abzuleiten, ob Cannabis wirklich die Ursache ist. Es könnte auch einfach nur so sein, dass dänische Männer, die regelmäßig kiffen, auch sehr wenig Bewegung bekommen oder schlecht essen. Mit dieser Art von Beweisen ist es schwer zu Verallgemeinerungen zu kommen - man braucht eine konkrete Ursache und Wirkung. Das soll nicht heissen, dass diese Studie keinen Wert hat; sie gibt uns sicherlich einen guten Einblick in eine mögliche Verbindung, aber dies muss noch viel genauer untersucht werden.

GEGENTEILIGE STUDIE: TIEFERE ANALYSE SAGT DAS GEGENTEIL

Nun da wir einige der Einschränkungen verstehen, mit denen sich die Forschung konfrontiert sieht, was zeigen die Ergebnisse, wenn die Dinge spezifischer werden? Eine neue im FASEB Journal veröffentlichte Studie untersuchte, wie CB2-Rezeptoren stimuliert werden könnten, um zu helfen Spermien zu produzieren, nicht etwa sie einzuschränken oder ihre Anzahl zu reduzieren, wie bisher angenommen.

Diese Entwicklung dreht sich um das überall in unserem Körper verbreitete Endocannabinoid-System. Als Teil des Endocannabinoid-Systems kann man diese Rezeptoren in so ziemlich jeder Zelle des Körpers finden. Sie werden in der Regel durch CBD und CBN angeregt, statt durch die psychoaktive Komponente THC.

Während die Studie nicht unbedingt behauptet, dass Cannabis für die Fruchtbarkeit gut ist, zeigt sie, dass Cannabinoid-Rezeptoren bei der männlichen Fruchtbarkeit eine Rolle spielen können und dass die richtige Anwendung und Konzentration von Cannabinoiden von entscheidender Bedeutung für das Verständnis ist. Die Studie beinhaltete drei verschiedene Gruppen von Mäusen. Der ersten Gruppe wurde ein spezieller Aktivator für den CB2-Rezeptor (JWH-133) verabreicht, während der zweiten Gruppe ein Inhibitor für den gleichen Rezeptor und der dritten Gruppe eine Kochsalzlösung gegeben wurde. Die erste Gruppe, der der CB2-Aktivator gegeben wurde, zeigte eine Beschleunigung in dem "Spermatogenese" genannten Prozess. Das ist der Prozess, bei dem sich aus Keimzellen Samenzellen entwickeln, etwas, das beim Menschen mehr als zwei Monate in Anspruch nehmen kann.

Es ist erwähnenswert, dass dies ein Forschungsthema ist, das immer noch in den Kinderschuhen steckt, aber es könnte den Weg für eine andere Mentalität in Bezug auf den Konsum von Cannabis ebnen. Da mehr und mehr Studien veröffentlicht werden, die die Auswirkungen von Cannabinoiden auf unseren Körper untersuchen, können wir hoffen Cannabis besser zu verstehen und wie es zur Verbesserung der Lebensqualität eingesetzt werden kann. Es ist nur allzu leicht anzunehmen, dass Cannabis eine schädliche Droge ist, wenn diese Haltung von Regierungen und Medien eingenommen wird; Negativität züchtet Negativität, aber indem der Fokus auf die Forschung gerichtet wird, können wir beginnen, das Leben der Menschen zu verbessern. Gibt es einen besseren Weg es zu verbessern, als den Menschen eine Chance zu geben neues Leben zu schenken?

 

         
  Lucas  

Geschrieben von: Lucas
Lucas ist ein Teilzeit-Autor und Vollzeit-Visionär. Ein anonymer Psychonaut, der mit Anzug und Krawatte in der Gesellschaft untertaucht, arbeitet daran den Massen evidenzbasierte Rationalität zu bringen.

 
 
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