Die Verrücktesten Cannabis-Mutationen 1.0

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Cannabis-Mutationen


Eine Mutation ist der natürliche Weg, um die Karten neu zu mischen. Manchmal kommen dabei neue und aufregende Eigenschaften auf. Wirf einen Blick auf einige der interessantesten Cannabis-Mutationen der Welt, die bisher entdeckt wurden.

WAS SIND CANNABIS-MUTATIONEN?

Mutationen können als die treibende Kraft der Natur für Innovationen verstanden werden. Genau genommen sind sie ein biologischer Fehler, der unter idealen Bedingungen wohl nicht aufgetaucht wäre. Eine Mutation ist die Veränderung einer DNA-Sequenz während der Replikation, was häufig im Aufbau eines neuen Proteins oder in der Modifikation seiner Funktion und Ausprägung resultiert.

Wenn eine Mutation eine Veränderung an einer Cannabispflanze hervorruft, wird sie durch die natürliche Selektion auf ihre Überlebensfähigkeit getestet. Falls sie überlebt und sich reproduzieren kann, ist sie existenzfähig! "Das Überleben des Stärkeren", laut der darwinistischen Theorie. Dieser Mechanismus ist verantwortlich für die wundervolle Vielfalt von Farben, Geschmäckern und Highs der verschiedenen Cannabissorten, die wir so sehr lieben.

Falls andererseits eine Mutation eine neue Variation kreiert, die aus irgendwelchen Gründen nicht überlebensfähig ist, versinkt diese langsam wieder in der Dunkelheit. Mit langsam meinen wir tausende Jahre der natürlichen Selektion.

Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, ist es erwähnenswert, dass einige Gene über mehrere Generationen hinweg übertragen werden können, ohne dabei zum Tragen zu kommen. Sie sind immer noch da, allerdings ohne Einfluss zu haben. Der Genotyp beschreibt die gesamte genetische Zusammensetzung einer bestimmten Sorte, während der Phänotyp die Gene beschreibt, welche auch wirklich am Erscheinungsbild abzulesen sind.

Immer wieder werden schlafende Mutanten entstehen, die von der Natur auf die Probe gestellt werden. Einige sind relativ häufig, andere dagegen sind sehr selten. Einige sind wunderschön, andere wiederum sind einfach nur merkwürdig!

Hier werfen wir einen Blick auf ein paar Mutationen, die bekannt sind.

DUCKFOOT ODER AUCH ENTENFUẞ-CANNABIS

Duckfoot Oder Auch Entenfuß-Cannabis

Diese Mutation wurde so beliebt, dass wir Menschen entschieden, sie am Leben zu halten. Durch selektives Züchten sind heutzutage einige Saatgutbanken in der Lage, Dir den Anbau dieser Eigenart zu ermöglichen.

"Entenfuß" ist Cannabis-Slang für "Pinnatifidofilla". Diese Mutation ist auch unter den Namen "einfache Blattmutation", "handförmig gelappt" oder "schwimmhäutiger Fuß" bekannt. Sie wurde zum ersten Mal 1922 in "The Journal of Heredity" von Walter Scott Malloch beschrieben, welcher die Vererbung der Geschlechter bei verschiedenen Arten studierte.

Diese Mutation wurde zu einer richtigen Sorte, als Lyster Dewey 1916 zum ersten mal dieses rezessive Gen isolierte. Die ursprüngliche Sorte wurde Ferramington getauft, nach ihren Eltern - Kymington (einer ausgewählten Minnesota #8) und einer Landrasse, die ganz aus dem italienischen Ferrara kam. Es wird vermutet, dass diese Mutation aus Ferrara stammt.

AUSTRALISCHES BASTARD-CANNABIS

Australisches Bastard-Cannabis

Australisches Bastard-Cannabis (ABC) ist ein weiteres gutes Beispiel dafür, wie eine natürliche Mutation dem Cannabiskonsumenten nützen kann. Dabei ist schon komisch genug, dass diese Mutation den ganzen Weg aus "Down Under" hinter sich hat.

In der Mitte der 70er Jahre durchlief diese Mutation im australischen Sydney mehrere Wellen von Zuchtzyklen.

Der Verlust der gezahnten Blätter, das kurze stoppelige Wachstum und die insgesamt rebenähnliche Erscheinung machten diese Mutation zu einem exzellenten Kandidaten für Cannabisexperimente. Trotz des geringen Gehalts an THC ist die Züchtung zu einer stärkeren Form möglich, wobei sie immer noch die unauffällige Erscheinung aufweist. Das ist genau das, was passierte und weshalb diese Mutation auch so berühmt wurde.

Es gab viele Versuche die Gene dieser Pflanze zu isolieren und zu einer wirklichen Sorte zu heranzuzüchten. Allerdings ist noch mehr Arbeit vonnöten, bis sie kommerziell nutzbar ist.

QUIRLSTÄNDIGE BLATTSTELLUNG (DREIBLÄTTRIGE KEIMLINGE)

Quirlständige Blattstellung (Dreiblättrige Keimlinge)

Dies ist eine der Mutationen, die aus dem Nichts vorkommen kann. Falls sie es tut, ist es Dein Glückstag! Dann kannst Du dieses besondere Vergnügen erleben. Obwohl sie relativ oft vorkommt, hat es bis heute niemand geschafft die Gene zu isolieren. Einige denken zuerst, dass sie Erfolg haben, doch diese Mutation scheint genauso willkürlich zu verschwinden, wie sie auftaucht.

Die quirlständige Blattstellung hat die Ausbildung von drei Blättern und drei individuellen Trieben an jedem Nodium zur Folge. Dadurch entsteht ein viel buschigeres Erscheinungsbild und potenziell höhere Erträge.

Könnte dies das magische "vierblättrige Kleeblatt" der Cannabiswelt sein?

REBEN-CANNABIS

Reben-cannabis

Hier fangen die Mutationen an, interessanter und noch merkwürdiger zu werden. Reben-Cannabis ist eine Abwandlung des zuvor genannten ABC - eine seltene Erscheinung, die aufzutauchen scheint, wenn man sie mit einem Genpool kreuzt, der eine andere nicht identifizierte Mutation beinhaltet.

Das Ergebnis ist eine Form von Cannabis, die anfängt, sich wie der nahe Verwandte Hopfen zu verhalten. Dieser ist nämlich eine Kletterpflanze. Der Hopfen, Humulus lupulus, ist Mitglied der Familie Cannabaceae. Bei dieser Mutation bildet die Cannabispflanze dünnere und verlängerte Stiele aus, die sich spiralförmig umeinander wickeln. Dieses Verhalten der Spiralbildung ist alles andere als üblich für Cannabis und es zeigt die nahe Verwandtschaft zum Hopfen.

Es ist insgesamt eine sehr interessante und inspirierende Mutation.

KRIECHENDES CANNABIS

Wir bewegen uns nun im dunklen Bereich der Mutationen. Wenn ein Cannabisbaum in der Mitte des Waldes umfällt, macht er ein Geräusch? Was ist, wenn die Pflanze so groß ist, dass die Seitentriebe sich vollständig herunterbiegen und dann am Boden neue Wurzeln ausbilden?

Das ist exakt das, was in der Wildnis gefunden wurde. In tropischen Regionen, die eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen, gibt es bestimmte Sativas mit diesem bizarren Wachstum.

Sie werden stark verlängerte Stämme ausbilden, die eher wie Reben aussehen, als typische Cannabisstiele. Durch das zunehmende Gewicht biegen sie sich nach unten und falls sie den Boden berühren, bilden sie dort neue Wurzeln aus! Sobald sie im Wurzelbereich Halt finden, wächst die Pflanze mit neu gewonnenem Eifer weiter - fast so, als würde sie Tentakel ausbilden und versuchen sich fortzubewegen.

Über diese Mutation ist nur wenig bekannt, doch sie hält ein gewisses Potential für Züchter bereit.

FUCHSSCHWANZ

Fuchsschwanz Cannabis

Der Fuchsschwanz ist für einige ein heikles Thema. Wir wissen nun, dass dies verschiedene Gründe haben kann - von reiner Genetik bis hin zu Hitzestress, Schädlingsbefall, NPK-Düngern und anderen Nährstoff-Boostern.

Fuchsschwänze können generell als plötzliche Wachstumsschübe an der Spitze des Buds beschrieben werden, die spiralförmig hervortreten - genau wie der Schwanz eines kleinen Fuchses. Ein sehr typisches Phänomen in Zuchtzelten überall auf der Welt.

Diese Mutation hatte einen schlechten Ruf und, um ehrlich zu sein, es ist nicht die gepriesenste Eigenschaft. Es ist optisch relativ seltsam und es kann sowohl negative als auch positive Auswirkungen auf die Produktivität haben.

In einigen Fällen wird das weniger ansprechende Aussehen durch unglaubliche Ernten kompensiert. In anderen Fällen ist das genaue Gegenteil der Fall. Die besten Züchter identifizieren diesen Phänotypen und lernen ein sorgfältiges Nährstoffprogramm zusammenzustellen, um massive Ernten zu erhalten. Falls man etwas falsch macht, kann sich die Überdüngung stark negativ auswirken.

Es besteht keine Gefahr für die Pflanze, falls diese Mutation auftritt und die Qualität des Marihuanas bezüglich des Geschmacks und der Wirkung ist nicht beeinträchtigt.

Wenn es das direkte Resultat der eigenen Genetik ist, wird dieser Phänotyp dünne kleine Pflanzen mit kleinen Blütensträngen produzieren. Dies gefällt niemandem wirklich.

Auf der anderen Seite können einige gegen Phosphor tolerante Sorten anfangen, das Fuchsschwanz-Wachstum anzunehmen, nachdem sie in der letzten Hälfte der vegetativen Phase mit PK-Dünger behandelt wurden. Wähle den richtigen Zeitpunkt und möglicherweise erhältst Du Buds, die im Grunde aus massiven Bündeln von kompakten kleinen Fuchsschwänzen bestehen und so groß wie ein Baseball sind.

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