Wie Man Autoflowers Anbaut: Der Komplette Leitfaden

Tipps Für Den Anbau Von Autoflowering Cannabis Drinnen Und Draußen

Miguel Antonio Ordoñez
Miguel Antonio Ordoñez
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Unabhängig von seiner Erfahrung ist jeder Cannabisanbauer mit dem umfangreichen Prozess vertraut, der nötig ist, um eine Cannabispflanze aus Samen anzubauen. Je nach Sorte und Anbaumethode kann der gesamte Lebenszyklus einer Cannabispflanze mehrere Monate dauern; es ist ein langwieriger, aber zweifellos lohnenswerter Prozess. Doch Anfang der 2000er Jahre änderte sich der Anbau mit der Einführung von autoflowering Cannabispflanzen. Obwohl ihr anfänglicher Einfluss auf einige Enttäuschungen stieß, wurden Autoflowers so verbessert, dass sie beeindruckende Erträge und phytochemische Profile aufweisen und gleichzeitig viel schneller als konventionelle Cannabispflanzen zur Ernte sprinten.

Im Folgenden dröseln wir auf ein, was für den Anbau von Autoflowers erforderlich ist und was Du während jeder Phase des Anbauzyklus erwarten kannst.

Was sind Autoflowers?

Was sind Autoflowers?

Autoflowering Cannabispflanzen sind solche, die statt auf externe Lichtreize aus der Umgebung zu reagieren, basierend auf ihrem Alter von der Vegetationsperiode in die Blütephase wechseln. Dies steht im Gegensatz zu konventionellen photoperiodischen Pflanzen, die nur dann die Blütephase einleiten, wenn die Lichtstunden ausreichend abnehmen (sei es durch den Grower im Grow Room oder im Freien durch Mutter Natur).

Aber wie sind autoflowering Pflanzen entstanden? Während photoperiodische Pflanzen ein unterschiedliches Verhältnis von Indica- und Sativa-Genetik aufweisen, verfügen autoflowering Pflanzen über einen weiteren genetischen Einfluss, der ihnen die Fähigkeit verleiht, von sich aus die Blütephase einzuleiten – Cannabis ruderalis. Diese Unterart von Cannabis passte sich an die kurzen Sommer und die rauen Anbaubedingungen Zentralasiens und Sibiriens an, was es ihr ermöglichte, ihren Lebenszyklus aus eigenem Antrieb zu durchlaufen.

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Letztlich erkannten clevere Cannabiszüchter, dass Ruderalis genutzt werden kann, um herkömmliche Indica/Sativa-Hybriden einen autoflowering Vorteil zu verleihen. Cannabis ruderalis allein liefert nur einen geringen Ertrag mit wenig THC und so wurden die ersten Veröffentlichungen von autoflowering Sorten allgemein als minderwertig erachtet. Dennoch bereiteten sie den Weg für die leistungsstarken autoflowering Sorten von heute. Mittlerweile ist es Züchtern gelungen, die autoflowering Eigenschaft zu nutzen und gleichzeitig den Ruderalis-Anteil im Erbgut einer Sorte zu minimieren, was bedeutet, dass es möglich ist, gute Potenz und guten Ertrag bei Pflanzen zu erzielen, die schneller und kompakter sind und weniger Pflege erfordern.

Diese wünschenswerten Eigenschaften machen Autoflowers zur perfekten Wahl für Anfänger, die sich von photoperiodischem Cannabis eingeschüchtert fühlen könnten, aber auch erfahrene Grower, die das ganze Jahr über binnen kurzer Zeit einen respektablen Ertrag erzielen wollen, werden beim Anbau von autoflowering Pflanzen viele Vorteile finden.

Was ist beim Anbau von Autoflowers anders?

Obwohl der Anbau von Autoflowers dem von photoperiodischem Cannabis in vielerlei Hinsicht ähnelt, gibt es einige deutliche Unterschiede. Beide Pflanzenarten folgen denselben Stadien: Sämlingsphase, Vegetationsperiode, Blütephase und Ernte – doch wie sie sich entwickeln und was sie benötigen, kann variieren. Hier siehst Du, was Du darüber wissen musst.

Indoor oder outdoor

Indoor oder outdoor

Der Indoor-Anbau von Autoflowers hat seine Vorteile, da Du in einer kontrollierten Umgebung arbeitest. Hier kannst Du Deine Pflanzen optimalen Temperaturen, Feuchtigkeitsgraden und Lichtzyklen aussetzen, um den bestmöglichen Ertrag pro Quadratmeter zu erzielen. Wie beim Anbau jeder Art von Cannabispflanze, ist der Indoor-Anbau jedoch auch kostspieliger. Um die Umgebungsvariablen zu optimieren, musst Du in eine etwas aufwändigere Einrichtung investieren als beim Outdoor-Anbau.

Unter der Sonne ist der Anbau von Autoflowers so ziemlich ein Plug-and-Play-Prozess. Diese Pflanzen sind robust und können zu jeder Zeit des Jahres angebaut werden, in der es nicht zu kalt ist, dass es das Wachstum nachteilig beeinträchtigen würde. Aber auch wenn Autoflowers von selbst ihre Blütephase einleiten, brauchen sie für ein optimales Ergebnis gleichbleibend gute Bedingungen, was im Freien schwieriger zu erzielen sein kann.

Beleuchtungsplan

Was die Beleuchtung angeht, so haben wir bereits erwähnt, dass Autoflowers nicht an einen bestimmten Zeitplan gebunden sind. Bei photoperiodischen Pflanzen musst Du den Lichtzyklus im Grow Room auf 12 Stunden an und 12 Stunden aus reduzieren, um die Blütephase einzuleiten. Autoflowers hingegen werden gewöhnlich vom Sämlingsstadium bis zur Ernte unter 18–24 Stunden Licht angebaut. Der genaue Zeitplan variiert von Grower zu Grower, aber die meisten entscheiden sich dazu, die Pflanzen täglich 18 oder 20 Stunden auszusetzen. Dies trägt dazu bei, die Kosten etwas zu minimieren und gibt den Pflanzen eine kurze Pause von den Photonen.

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Ohne den Bedarf, Deine Beleuchtungseinstellung ständig zu ändern, kann es vor allem für Anfänger einfacher sein, eine befriedigende Ernte zu erzielen. Im Freien kommen Autoflowers praktisch mit jedem saisonalen Lichtzyklus zurecht, doch am besten gedeihen sie unter der heißen Sommersonne.

Nährstoffe

Nährstoffe

Nährstoffe sind wichtig für das Wachstum einer jeden Pflanze. Aber im Falle von Autoflowers musst Du aufgrund ihrer kleineren, kompakteren Größe ein wenig umsichtiger sein.

Achte zunächst auf die Erde, in der Du anbaust. Diese sind in der Regel vorgedüngt und enthalten ausreichend Nährstoffe, um die Pflanzen bis zu vier Wochen zu versorgen. Für Autoflowers ist dies im Grunde die gesamte Vegetationsperiode, was bedeutet, dass Du die Düngung während dieses Zeitraums komplett weglassen kannst. Gleichwohl sollte der Zusatz eines Wurzelstimulators nicht schaden.

Wenn Du während der Blütephase mit der Zugabe von Nährstoffen beginnst, verwende ½ bis ¾ der empfohlenen Düngerdosis. Dies hilft, eine Überdüngung und einen anschließenden Nährstoffbrand zu vermeiden, der die Entwicklung einer Autoflower stark beeinträchtigen kann.

pH-Wert

Die Nährstoffe gehen Hand in Hand mit dem pH-Wert – dem Säure- oder Alkaligehalt einer Substanz – da dieser darüber entscheidet, ob die Pflanzen die im Substrat vorhandenen Nährstoffe aufnehmen können oder nicht. in Erde ist sowohl für autoflowering als auch photoperiodische Pflanzen ein pH-Wert von 6,0–7,0 nötig, während für den Anbau in Hydrokultur ein Wert von 5,5–6,5 ideal ist. Um zu gewährleisten, dass Dein Grow reibungslos verläuft, überprüfe regelmäßig den pH-Wert Deines Substrats und Deiner Nährstofflösung/des abfließenden Wassers. Wenn die Werte nicht stimmen, können sich Deine Pflanzen nicht optimal ernähren und Du solltest in Erwägung ziehen, natürliche oder im Handel erhältliche Produkte zu verwenden, mit denen Du den pH-Wert heben oder senken kannst, um das Problem zu beheben.

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Trainingstechniken

Trainingstechniken

Hier liegt bei Autoflowers ein großer Unterschied: Die meisten Trainingsmethoden sind nicht empfehlenswert. Du kannst auf Beschneiden, Trimmen und Kappen verzichten, da autoflowering Pflanzen keine Zeit haben, um sich von dem Trauma zu erholen, bevor sie die Blütephase einleiten, was potenziell zu einem unbefriedigenden Ertrag führen kann.

Obwohl einige erfahrene Autoflower-Grower tatsächlich die oben erwähnten High-Stress-Training (HST)-Techniken anwenden, ist die einzige regelmäßig für Autoflowers empfohlene Methode Low-Stress-Training (LST). Bei dieser Methode werden der Hauptstamm und die Äste nach unten gebunden, um laterales Wachstum und eine bessere Lichtexposition zu fördern. Dennoch ist es wichtig zu beachten, dass Low-Stress-Training beim Anbau von Autoflowers früh in der Vegetationsperiode empfohlen wird.

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Der Anbau: Schritt für Schritt

Lass uns nun mit dem Anbauprozess weitermachen. Wir werden jeden Schritt besprechen, um Dir eine Vorstellung davon zu geben, was während jeder Phase geschieht, angefangen beim Keimen bis hin zur Erntezeit und was Du tun kannst, um die Anbaubedingungen zu optimieren.

Keimen und Sämlingsphase (1. Woche)

Keimen und Sämlingsphase
Woche 0

Keimen und Sämlingsphase
Woche 1

Das Keimen ist wohl die wichtigste Phase des gesamten Anbaus; in jedem Fall ist dies der Moment, in dem der Prozess beginnt. Hier reagieren die Samen auf Feuchtigkeit und Dunkelheit, indem sie eine Pfahlwurzel in die Erde und kleine Keimblätter an die Oberfläche schicken.

Bei Autoflowers empfiehlt es sich, die Samen direkt in ihre endgültigen Töpfe zu säen. Autoflowers reagieren nicht sehr gut auf Umtopfen, also sollte es vermieden werden. Auch Topfgröße und -typ spielen eine Rolle. Während manche Autoflowers nur ca. 60–80cm groß werden, können andere leicht die doppelte Größe erreichen. Informiere Dich über Deine spezielle(n) Sorte(n) und vergewissere Dich, dass die Topfgröße angemessen ist. Für kleinere Pflanzen reichen etwa 8,5l aus, während für mittelgroße Pflanzen 10–15l besser geeignet sind. In puncto Material eignen sich Stofftöpfe, auch Smart Pots genannt, hervorragend für Autoflowers – und übrigens alle Cannabispflanzen –, da sie die Wurzeln atmen und sich selbst beschneiden lassen.

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In der ersten Woche des Anbaus ist die Qualität der Erde sehr wichtig. Da Autoflowers nicht viele Nährstoffe benötigen, ist es gut, sie in leichter, luftiger Erde anzubauen.

Vegetationsperiode (2.–5. Woche)

Vegetationsperiode
Woche 2

Vegetationsperiode
Woche 3

Vegetationsperiode
Woche 4

Vegetationsperiode
Woche 5

Die gesamte Vegetationsperiode dauert bei den meisten Autoflowers nur 3–4 Wochen. Aus diesem Grund wachsen die Pflanzen während dieser Zeit kräftig und sind ziemlich autark, nehmen Licht und Nährstoffe auf und entwickeln kräftige Stängel und Blätter.

Dies ist auch die Phase, in der Du mit dem Low-Stress-Training anfangen solltest, falls Du Dich für diesen Weg entscheidest. Dadurch werden alle Buds besser mit Licht versorgt und als Zugabe bleibt die Höhe der Pflanze gering.

Achte in dieser Phase darauf, dass die Temperatur in einem Bereich von 20–25°C und die Luftfeuchtigkeit (RH) bei etwa 50% liegt. Gegen Ende der Vegetationsperiode solltest Du die Luftfeuchtigkeit geringfügig auf 45% reduzieren, um die Gefahr von Schimmel und Krankheitserregern zu minimieren. Auch wenn dies in Abhängigkeit der Sorte und Umgebung variiert, solltest Du den Pflanzen alle 24 Stunden etwa einen halben Liter Wasser verabreichen.

Blütephase (6.–11. Woche)

Blütephase
Woche 6

Blütephase
Woche 8

Blütephase
Woche 10

Blütephase
Woche 11

Für einen Grower ist die Blütephase am aufregendsten. Zum Glück werden Deine Pflanzen selbst entscheiden, wann sie ihre Blütephase einleiten. Obwohl Du den Lichtzyklus nicht ändern musst, kannst Du die Farbtemperatur des Lichts von einem kühleren Blau zu einem wärmeren Rot verändern, um den Prozess der Blütenbildung zu fördern.

An diesem Zeitpunkt beginnen sich an den Nodien (wo Stamm und Zweige aufeinandertreffen) kleine, weiße Härchen zu bilden, die auf die erste Anwesenheit von Blüten hinweisen. Langsam aber sicher entwickeln sich diese zu harzigen und klebrigen Buds. Einige Pflanzen können möglicherweise auch eine finale Phase des vertikalen Wachstums durchlaufen, bevor sie ihre Energie auf die Blütenproduktion fokussieren. Gegen Ende der Vegetationsperiode und Vorblüte kannst Du erwarten, dass Deine Pflanze eine Höhe von 50–100cm erreicht haben wird.

Was die Umweltfaktoren angeht, so kann die Luftfeuchtigkeit während der ersten Wochen der Blüte bei 45% bleiben, sollte jedoch auf 40% gesenkt werden, sobald die Blüten dichter werden. Auch die Temperatur kann auf 23°C eingestellt werden. Im Hinblick auf die Bewässerung sollten etwa 0,5–1l Wasser alle 24 Stunden ausreichen.

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Anders als die Vegetationsperiode kann die Dauer der Blütephase in Abhängigkeit der betreffenden autoflowering Sorte stark variieren. Tendenziell ist diese Phase noch immer kürzer als die von photoperiodischen Sorten, kann jedoch irgendetwas um die 5–10 Wochen dauern.

Ernte

Ernte

Du hast also alles richtig gemacht und jetzt ist es an der Zeit, die Früchte Deiner Arbeit zu ernten. Das beste Zeichen dafür, dass Deine Pflanze geerntet werden kann, ist, wenn Du etwa 70% milchige, 15% klare und 15% bernsteinfarbene Trichome sehen kannst. Dies signalisiert den höchsten THCA-Gehalt und wird häufig von vergilbenden Blättern und rötlich-braunen Stempeln begleitet. Die meisten Autoflowers werden in der zehnten Woche nach dem Keimen reif für die Gartenschere sein, obwohl auch dies von der Pflanze abhängen wird.

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Achte außerdem darauf, dass Du auch die wichtigen Phasen des Trimmens, Trocknens und Aushärtens nicht überspringst, da diese essentiell sind, um sicherzustellen, dass Du erstklassige Buds erhältst, die es wert sind, geteilt zu werden. Sobald Deine Buds von ihren Zuckerblättern befreit und so weit getrocknet sind, dass die Stängel brechen, kannst Du sie zu ¾ in Aushärtungsglas füllen, damit die Blüten mehrere Wochen lang reifen und aushärten können.

Autoflowers anbauen – ein Kinderspiel

Autoflowers anbauen – ein Kinderspiel

Wie Du sehen kannst, ist der Anbau von Autoflowers nicht besonders kompliziert. Indem Du einfach unsere Empfehlungen befolgst, bist Du weitaus besser gerüstet, um mit robusten Pflanzen einen hohen Ertrag erzielen. Egal, ob Du ein Einsteiger bist, der seine ersten Schritte im Cannabisanbau unternimmt, oder ein erfahrener Profi, der die Vorteile von Autoflowers nutzen möchte – gab es nie einen besseren Zeitpunkt als jetzt, um sich daran zu probieren!

Luke Sumpter
Luke Sumpter
Mit einem BSc (Hons) in klinischen Gesundheitswissenschaften und einer Leidenschaft für den Anbau von Pflanzen hat Luke Sumpter in den letzten 7 Jahren als professioneller Journalist und Autor an der Schnittstelle von Cannabis und Wissenschaft gearbeitet.