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Harten Und Weichen Drogen
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Was Ist Der Unterschied Zwischen Harten Und Weichen Drogen?

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Wenn man jemanden fragt, ob er harte und weiche Drogen unterscheiden kann, wird er wahrscheinlich ja sagen. Doch wie effektiv sind die Begriffe für die Klassifizierung von Drogen und ihren Wirkungen? Wir schauen uns die Klassifizierungen genauer an und prüfen die Gültigkeit der aktueller Methoden, Substanzen voneinander zu unterscheiden.

"Hart" und "weich" sind vage Begriffe, die verwendet werden, um verschiedene Drogen basierend auf ihren wahrgenommenen gesundheitlichen Auswirkungen, Suchtpotential, Rausch und weiteres zu beschreiben. Aber geben uns diese Begriffe wirklich ein klares Verständnis von verschiedenen Drogen und ihren Auswirkungen auf unsere Gesundheit? Lies weiter, um es herauszufinden.

Die Klassifizierung von harten und weichen Drogen

Die Klassifizierung von harten und weichen Drogen

Ob in der Öffentlichkeit, in den Medien, in der Wissenschaft oder sogar von Regierungsvertretern – mit den Begriffen "hart" und "weich" wird viel um sich geworfen. Und obwohl die meisten von uns zu wissen glauben, was mit diesen Begriffen gemeint ist, ist es gar nicht so einfach, eine konkrete Unterscheidung zwischen den beiden zu treffen.

Nicht einmal globale Gesundheitsbehörden wie die International Classification of Diseases (ICD) oder das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM) treffen eine klare Unterscheidung zwischen harten und weichen Drogen. Eine der wenigen Institutionen, die eine klare Grenze zwischen harten und weichen Drogen ziehen, ist die niederländische Regierung, die in ihrem Betäubungsmittelgesetz die Begriffe "hart" und "weich" verwendet[1].

Nichtsdestotrotz würden die meisten Menschen zustimmen, dass sie zumindest eine gewisse Vorstellung davon haben, was als harte oder weiche Droge einzustufen ist, obwohl es keine formellen Definitionen gibt. Im Folgenden sehen wir uns genauer an, was harte und weiche Drogen unterscheidet, und untersuchen die Aussagekraft von Drogenklassifizierungen im Allgemeinen.

Was sind harte Drogen?

Was sind harte Drogen?

Fragt man jemanden, ob er weiß, was eine "harte Droge" ist, wird er wahrscheinlich zustimmend nicken. Jahrelang haben Regierungen und Medien die Vorstellung verbreitet, dass harte Drogen stärker, suchterzeugender und gefährlicher als ihre weichen Gegenstücke sind. In der Realität hängt die Einstufung einer Droge als hart oder weich jedoch vor allem von ihrem Potenzial ab, bei den Konsumenten körperlichen Schaden und Sucht/Abhängigkeit zu verursachen[2].

Obwohl die Einteilung in harte und weiche Drogen immer mehr als veraltet gilt, wird sie leider immer noch weltweit verwendet.

Beispiele für harte Drogen

  • Kokain und Crack
  • Heroin und Opium
  • Crystal Meth und Amphetamine
  • PCP
  • Ketamin
  • Opioide, Benzodiazepine und andere verschreibungspflichtige Drogen
  • Ecstasy
  • Alkohol und Tabak
  • LSD und Magic Mushrooms (werden vom Gesetzgeber oft als harte Drogen definiert, obwohl viele argumentieren, dies wäre ungerechtfertigt)

Was sind weiche Drogen?

Was sind weiche Drogen?

Während harte Drogen als extrem stark, gefährlich und suchterzeugend gelten, werden weiche Drogen als weit weniger schädlich angesehen. Im Allgemeinen betrachtet man weiche Substanzen als solche, die ein geringes Risiko auf körperlichen Schaden, Abhängigkeit oder Sucht darstellen. Die niederländische Regierung erwähnt in ihrem Opiumgesetz auch ganz deutlich einige weiche Drogen (vor allem Cannabis und Schlaftabletten/Beruhigungsmittel), aber was Menschen als weiche Drogen betrachten, variiert weltweit.

Beispiele für weiche Drogen

  • Cannabis und Cannabis-Derivate
  • Schlaftabletten und Beruhigungsmittel (in den Niederlanden)

Natürliche vs. synthetische Drogen

Natürliche vs. synthetische Drogen

Ebenso wie viele Menschen eine feste Meinung darüber haben, was eine harte oder weiche Droge ist, glauben auch viele Menschen, dass die Frage, ob eine Droge natürlich oder synthetisch ist, etwas über ihr Schadenspotenzial aussagt. Wenn eine Droge in der Erde wächst, ist sie wahrscheinlich in Ordnung, oder?

Leider ist die Annahme, dass eine Droge sei sicher, weil sie natürlich ist, kaum ein stichhaltiges Argument. Kokain und Opium (und ihre Varianten/Derivate) stammen beide aus natürlichen Quellen, nämlich aus der Kokapflanze bzw. dem Schlafmohn.

Beide Substanzen haben jedoch ein hohes Suchtpotenzial und können in hohen Dosen tödlich sein. Alkohol und Tabak sind ebenfalls harte Drogen, die (Überraschung, Überraschung) aus völlig natürlichen Inhaltsstoffen gewonnen werden. Wie wir später noch erörtern werden, sind Begriffe wie hart, weich, natürlich und synthetisch nicht wirklich geeignet, um Substanzen zu klassifizieren oder ihre Sicherheit und gesundheitlichen Auswirkungen zu beurteilen.

Der Unterschied zwischen harten und weichen Drogen

Abgesehen von ihrem Schadens- und Suchtpotenzial werden Drogen auch daran unterscheiden, wie sie konsumiert werden, welche Wirkungen sie haben, welche Gesetze ihren Konsum bzw. ihre Vermarktung regeln/verbieten und wie verfügbar sie sind.

Schauen wir uns in diesem Sinne also einige der Unterschiede zwischen harten und weichen Drogen genauer an. Behalte im Hinterkopf, dass diese Ideen nicht in Stein gemeißelt sind, sondern eher einen allgemeinen Denkansatz über die Unterschiede zwischen den Substanzen darstellen.

Konsum

Der Unterschied zwischen harten und weichen Drogen: Konsum

Da harte Drogen als schädlicher angesehen werden, unterscheidet sich ihr Konsum in der Wahrnehmung der Menschen oft drastisch von dem von weichen Drogen. Mehrere Internetressourcen sowie Meinungsumfragen zeigen, dass die Menschen dazu neigen, zu glauben, dass harte Drogen im Übermaß, mit weniger Kontrolle und einem höheren Risiko des Missbrauchs als weiche Drogen konsumiert werden.

Wenn sie an Cannabiskonsum denken, stellen sich Leute zum Beispiel oft jemanden vor, der, sei es zu Hause vor dem Fernseher, auf einer Party oder bei einem Treffen mit Freunden, zwanglos einen Joint raucht. Der Konsum harter Drogen wie Kokain oder Meth hingegen wird oft mit langen, unkontrollierten Gelagen in Verbindung gebracht, die bis in den nächsten Tag (oder mehrere Tage) andauern können.

Nun mag sich der Konsum verschiedener Drogen offensichtlich unterschiedlich gestalten, doch das hängt nicht unbedingt davon ab, ob es sich um harte oder weiche Substanzen handelt. Es ist wichtig, zu bedenken, dass unterschiedliche Drogen unterschiedliche Menschen ansprechen und daher von unterschiedlichen Kulturen begleitet werden. Die Cannabiskultur beispielsweise unterscheidet sich völlig von der Kultur, die mit dem Konsum von Alkohol, Kokain oder Partydrogen wie Amphetaminen und Ecstasy einhergeht.

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Wirkungen

Im Allgemeinen assoziieren Menschen harte Drogen im Vergleich zu weichen Drogen mit stärkeren, bewusstseinsverändernden Wirkungen. Doch auch dies ist eine Fehlannahme.

Es gibt zum Beispiel zahlreiche harte Drogen, die eher milde Wirkungen haben. Tabak ist sowohl eine hochgiftige als auch suchterzeugende Substanz, doch ihre Wirkung gilt als mild. Cannabis hingegen hat eine weitaus intensivere, bewusstseinsverändernde Wirkung, wird aber von einigen Regierungen und Institutionen als weiche Droge betrachtet.

Legalität

Der Unterschied zwischen harten und weichen Drogen: Legalität

Zahlreiche westliche Länder unterscheiden in ihrer Drogengesetzgebung zwischen harten und weichen Substanzen. In den meisten Fällen unterliegen Konsum oder Besitz von weichen Drogen laxeren Gesetzen als der von harten Drogen.

Nehmen wir unser früheres Beispiel, macht die niederländische Regierung ganz klare Unterscheidungen zwischen weichen Drogen (Cannabis, Schlaftabletten und Beruhigungsmittel) und harten Drogen (Kokain, Heroin, LSD, Magic Mushrooms, Ecstasy und verschreibungspflichtige Opiate/Benzodiazepine). Tatsächlich wird der Verkauf, Konsum und Besitz kleiner Mengen von Cannabis in Coffeeshops unter der niederländischen Toleranzpolitik toleriert und nicht strafrechtlich verfolgt, obwohl Cannabis nach niederländischem Recht immer noch als illegale Substanz gilt.

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Verfügbarkeit

So wie sich die Wahrnehmung der Drogenkultur ändert, beginnen auch viele andere Länder auf der ganzen Welt, ihre Politik in Bezug auf weiche Drogen zu ändern und ihren Konsum zu erlauben/tolerieren. Darunter sind zum Beispiel:

  • Uruguay, das den Konsum von Cannabis vollständig entkriminalisiert hat und den Verkauf an registrierte Bürger über Apotheken erlaubt.

  • Kanada, das den Konsum von Cannabis für Erwachsene vollständig legalisiert hat.

  • Die Vereinigten Staaten, in denen 19 Bundesstaaten (Tendenz steigend) Cannabis als Genussmittel legalisiert haben und viele andere die medizinische Nutzung zulassen.

  • Mexiko, wo der Besitz kleiner Mengen von Cannabis jetzt erlaubt ist.

Was sind Einstiegsdrogen?

Was sind Einstiegsdrogen?

Als Einstiegsdrogen gelten jene, die zum Konsum von härteren, gefährlicheren Drogen verleiten. Im Wesentlichen gibt es drei Substanzen, die als Einstiegsdrogen gelten: Alkohol, Nikotin und Marihuana. Obwohl sie sicherlich auf die ersten beiden Substanzen zutrifft, glauben viele, dass Cannabis diese Bezeichnung nicht verdient. Tatsächlich analysierte eine 2018 durchgeführte Überprüfung des National Institute of Justice 23 durch Fachleute geprüfte Human- und Tierstudien, die den Marihuanakonsum mit dem Konsum härterer Drogen später im Leben in Verbindung bringen. Letztendlich kamen sie zu dem Schluss, dass "es derzeit keine schlüssigen Beweise dafür gibt, dass der Konsum von Cannabis den späteren Konsum von härteren illegalen Drogen verursacht hat"[3].

Sollten wir Drogen auf diese Weise klassifizieren?

Die Einstufung von Drogen als hart oder weich ist alles andere als ideal. Wie wir in diesem Artikel gesehen haben und wie in einem im American Journal of Drug and Alcohol Abuse veröffentlichten wissenschaftlichen Bericht aus dem Jahr 2017 erörtert wurde[4], basiert diese Art der Klassifizierung eher auf unserer individuellen Wahrnehmung der verschiedenen Drogen als auf ihren tatsächlichen Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Alkohol und Zigaretten sind Paradebeispiele für harte Drogen, die in der westlichen Kultur tief verwurzelt und akzeptiert sind, während LSD und Psilocybin perfekte Beispiele für Drogen sind, die in bestimmten Gegenden als "hart" gelten, aber in Wirklichkeit nur sehr wenige Gesundheitsrisiken und ein geringes Suchtpotenzial haben.

Steven Voser
Steven Voser
Steven Voser ist ein unabhängiger Cannabisjournalist mit über 6 Jahren Schreiberfahrung über alle relevanten Cannabisthemen. Er schreibt darüber wie man es anbaut, wie man es am besten genießt und auch über die boomende Industrie und die undurchsichtige rechtliche Lage.
Haftungsausschluss:
Wir erheben keine medizinischen Ansprüche. Dieser Artikel wurde nur zu Informationszwecken verfasst und basiert auf Studien, die von anderen externen Quellen veröffentlicht wurden.

Externe Quellen:
  1. Government of The Netherlands. Difference between hard and soft drugs(s). https://www.government.nl/topics/drugs/difference-between-hard-and-soft-drugs. Accessed 5.11.2021. - https://www.government.nl
  2. McVean, Ada. Caffeine is considered a hard drug and cannabis a soft one? McGill Office for Science and Society: Separating Sense from Nonsense. Published 29.11.2017. https://www.mcgill.ca/oss/article/did-you-know/what-makes-hard-drugs-hard-and-soft-drugs-soft. Accessed 5.11.2021. - https://www.mcgill.ca
  3. Is Cannabis a Gateway Drug? Key Findings and Literature Review. National Institute of Justice. https://nij.ojp.gov/library/publications/cannabis-gateway-drug-key-findings-and-literature-review. Accessed November 10, 2021. - https://nij.ojp.gov
  4. Janik, Peter, Kosticova Michaela, Pecenak, Jan, & Turcek, Michal. Categorization of psychoactive substances into 'hard drugs' and 'soft drugs': a critical review of terminology used in current scientific literature. American Journal of Drug and Alcohol Abuse. 2017; Volume 43 (6): 636-646. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28650668/. 5.11.2012 - https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
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