Die Klassifizierung Von Harten Und Weichen Drogen


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Kategorien : BetäubungsmittelgesetzBlogDrogenbildung

Harten Und Weichen Drogen


Es ist einfach anzunehmen, dass die Begriffe "harte" und "weiche" Drogen sich auf die Sicherheit einer bestimmten Substanz beziehen. Allerdings kategorisieren manche wissenschaftliche Forschungen die Drogen mehr auf Basis des rechtlichen Status' anstatt ihrer Merkmale hinsichtlich Suchterzeugung und Toxizität.

Was die Klassifizierung und Einstufung von Drogen betrifft, kennen die meisten unter uns die Begriffe "harte Drogen" und "weiche Drogen". Diese Titel werden oft verwendet, um manche Aspekte einer Droge zu charakterisieren, z.B. ihre suchterzeugende Wirkung, die Toxizität und den Schweregrad der physiologischen und psychologischen Effekte.

Denkt man an harte Drogen, dann assoziiert man sie oft mit Heroin, Kokain, Meth und Opium. Weiche Drogen meinen normalerweise eher Cannabis, manche Arten von Alkohol und vielleicht auch niedrige Dosen von Schmerzmitteln und Nikotin. Die meiste Zeit ist die Charakterisierung dieser Drogen ganz subjektiv und von der Regierungspolitik stark beeinflusst, die oftmals die wissenschaftliche Forschung ignoriert. Was sind also die richtigen Definitionen und Unterschiede zwischen weichen und harten Drogen?

WAS SAGT DIE WISSENSCHAFT?

ForscherInnen haben die Unterschiede zwischen "harten" und "weichen" Drogen untersucht. Obwohl die Begriffe oftmals von den Nichtfachleuten und in Kreisen der WissenschaftlerInnen verwendet werden, scheint immer noch Verwirrung bezüglich der Begriffe vorzuherrschen. Eine Fachzeitschrift von The American Journal of Drug and Alcohol Abuse hat diese Klassifizierungen mal genauer unter die Lupe genommen.

Die Autoren dieser Zeitschrift erklären: "Präzise Terminologie und Definitionen sind wichtige Komponenten der wissenschaftlichen Sprache. Obwohl die Ausdrücke 'harte Drogen' und 'weiche Drogen' auch weitläufig von Experten benutzt werden, stufen weder die 'International Classification of Diseases' noch die 'Diagnostic and Statistical Manual' psychoaktive Substanzen in die Kategorien 'hart' und 'weich' ein."

Die Autoren hatten die Zielsetzung, die wissenschaftliche Literatur der Reihe nach nochmal zu überprüfen, um die Begriffe "harte Drogen" und "weiche Drogen" in den jüngsten Veröffentlichungen zu analysieren, um einen Konsens über die Bezeichnung von psychoaktiven Drogen ausfindig machen zu können. Die ForscherInnen recherchierten insgesamt 334 Artikel, die zwischen 2011 und 2015 publiziert wurden. Sie entschieden sich, eine Gesamtzahl von 132 Artikeln zu verwenden, die für die letzte Untersuchung als relevant angesehen wurden.

DIE VERWENDUNG DIESER BEGRIFFE

Die ForscherInnen fanden heraus, dass in insgesamt 124 Artikeln der Ausdruck "harte Drogen" verwendet wurde, wobei 84,7 Prozent Beispiele von Substanzen verwendeten, die als "hart" eingestuft werden. In insgesamt 40 Artikeln wurde der Begriff "weiche Drogen" genutzt, in denen 90,9 Prozent Beispiele von Substanzen verwendeten, die als "weich" angesehen werden. Bei näherer Betrachtung dieser Resultate wird ersichtlich, dass die definitive Bestimmung der beiden Klassifizierungen in der wissenschaftlichen Literatur immer noch unklar bleibt. Die Autoren der Abhandlung sind der Meinung, dass diese Bezeichnungen vermieden werden sollten, wenn sie nicht klar und präzise genutzt werden.

WELCHE DROGEN SIND WEICH?

Weiche Drogen

Trotz der logischen Schlussfolgerung der vorher erwähnten Forschung, ist es immer noch interessant zu beobachten, welche Drogen welchen Kategorien zugewiesen werden. Aus allen von den Forschern geprüften Artikeln, wurde Cannabis meistens den weichen Drogen zugewiesen. Das macht Sinn, wenn man bedenkt, dass das Potential für physische Abhängigkeit und die Toxizität bekanntlich ziemlich niedrig sind. Jedoch sind die Trennlinien unscharf, denn auch Alkohol und Tabak/Nikotin fallen größtenteils in die weiche Drogenkategorie. Das ist in der Tat ein Beispiel eines Drogenstatus', der aufgrund seines rechtlichen Status' extrem verfälscht wird, anstatt eine Klassifizierung bezüglich der Auswirkungen auf den Körper vorzunehmen.

WAS SIND HARTE DROGEN?

Harte Drogen

Während der Forschung stellte man fest, dass Kokain am öftesten als "harte Droge" gekennzeichnet wurde, gefolgt von Heroin, das den zweiten Platz einnimmt. Diese Klassifizierung ist nachzuvollziehen, da die Toxizität und das Potential der Abhängigkeit sehr hoch sind. Da diese Drogen in den meisten Ländern höchst illegal sind, könnte die Klassifizierung dieser Drogen auch mit der Wahrnehmung innerhalb der politischen Sphäre zu tun haben. Andere Drogen, die als "hart" beschrieben sind, umfassen Opioide generell, Amphetamine, MDMA, Stimulantien, Benzodiazepine und mehr.

Halluzinogene, wie psilocybinhaltige Mushrooms und auch LSD, wurden als "harte Drogen" eingestuft. Diese Klassifizierung sorgt erneut für problematische Grauzonen. In der Tat sind diese Substanzen in den meisten Regionen weltweit illegal und deshalb in den Augen von Regierungsmitarbeitern möglicherweise sogenannte "harte Drogen". Allerdings werden diesen Drogen weder ein hohes Abhängigkeitspotential, noch eine hohe Toxizität zugeschrieben. Vielmehr wird immer bekannter, dass Zauberpilze in der Tat zu den sichersten Freizeitdrogen gehören.

WAS DIE GIFTIGKEIT BETRIFFT

Weitere Forschungsarbeiten liefern Einsichten zu den Unschärfen, die in Bezug auf die Klassifizierungen präsent sind. Es scheint, dass Vorurteile vorliegen, wenn man die rechtliche Klassifizierung der Drogen und deren Wirkungen auf den Körper in Sachen Sucht und Giftigkeit vergleicht.

Zum Beispiel wurden im Journal Scientific Reports Forschungen veröffentlicht, die die Drogen und ihren Konsum anhand ihrem Mortalitätsrisiko klassifizierten. Diese Studie stimmt mit den bisherigen Forschungen überein, was die Einstufung von Cannabis als sicherste Substanz betrifft, was seinen Drogenstatus "weich" bestätigt. Jedoch steht diese Forschung in Kontrast zu den oben genannten, denn Alkohol und Nikotin wurden als tödlichste Drogen eingestuft. Heroin und Kokain wurden auch als zu den tödlichsten Drogen gehörend kategorisiert.

Dieser Studie zufolge ist es wichtig, diese Klassifizierung mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. Man müsste umfassendere Forschungen durchführen, um festzustellen, ob die Klassifizierung von Drogen auf wissenschaftlicher Basis oder eher anhand politischer Ideologie erfolgt.

 

         
  Luke Sumpter  

Geschrieben von: Luke Sumpter
Luke Sumpter ist ein im Vereinigten Königreich ansässiger Journalist, der auf Gesundheit, alternative Medizin, Kräuter und psychedelische Heilverfahren spezialisiert ist. Er hat bereits für "Reset.me", "Medical Daily" und "The Mind Unleashed" geschrieben und deckt dabei diese und noch weitere Bereiche ab.

 
 
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