Das MDMA-Kiefermahlen: Was es ist und wie man es stoppen kann

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Das MDMA-Kiefermahlen: Was es ist und wie man es stoppen kann

Um das MDMA-Kiefermahlen zu reduzieren, ist eine Kombination von präventiver Planung und Nahrungsergänzungsmitteln nötig.

Herzlich willkommen zum Grundkurs der Rave Medizin; die heutigen Themen sind Trismus, Bruxismus, Xerostomie und Karies. Bevor Du Dich jetzt fragst, „was haben der Brexit und Astrologie mit Rave zu tun?"- dies sind einfach nur ausgefallene Bezeichnungen für „trockener Mund" und „Kiefermahlen". Nun, falls Du erst 12 Jahre alt bist oder aus Nordkorea stammst und gerade erst Deinen Internetanschluss bekommen hast, dann wirst Du dich vielleicht wundern, was ein trockener Mund oder Kiefersperre mit Rave zu tun hat? „Und was zur Hölle ist eigentlich 'Rave', wo wir schon dabei sind?". Dann lies hier weiter und lerne ein, zwei Dinge über Abfeiern und verantwortungsvolles Abfeiern.

MOLLY TANZT GERNE

Die Rave-Kultur ist ein soziales Phänomen, das nun schon seit gut 30 und noch was Jahren existiert. Damals in den 1980ern wurde in den USA ein Musikgenre namens House Music geboren. Als die Musik ins Rollen kam und sich über den großen Teich hinweg ausbreitete, entwickelte sich nach und nach die Rave-Kultur (oder eher Gegenkultur). Elektronische Tanzmusik hat sich dann während der 90er in ganz Europa ausgebreitet, und wie ein treuer Hund, der seinem Herrchen oder Frauchen folgt, so folgte auch MDMA der Szene.

3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin, gewöhnlich eher unter dem Namen Ecstasy bekannt, ist schon seit langer Zeit im Umlauf. Es wurde bereits im Jahr 1914 entdeckt und zwar von einem deutschen Pharmaunternehmen namens Merck. Es wurde damals patentiert, aber in der Zeit zwischen der Entdeckung und den 1960er Jahren findet das Medikament kaum Erwähnung. Irgendwann in der goldenen Hippie-Ära wurde es von Alexander Shulgin wiederentdeckt. Es wurde dann kurz in der Psychotherapie eingesetzt, aber populär wurde es erst, als es während der 70er und 80er Jahre auf die Straßen gelangte.

Augenscheinlich passte die Wirkung von MDMA sehr gut zu dem, was die Partygänger von Partys erwarteten. Vor allem das fast zwanghafte Bedürfnis zu tanzen und das Gefühl von Offenheit und Verbundenheit mit der Umgebung des Konsumenten waren die Effekte, von denen die junge Szene eingenommen war. Man kann es zwar nicht mit Sicherheit sagen, aber es ist schon sehr wahrscheinlich, dass MDMA dazu beigetragen hat, die Rave-Szene zu dem was sie heute ist zu formen und zu pushen. Es klingt nach viel Spaß, an einem unersättlichen Verlangen zu tanzen zu „leiden“ und alle Menschen zu umarmen, aber eine andere Wirkung dieser Droge ist weitaus weniger populär und begehrt. Wir werden sie im Folgenden diskutieren - diese Nebenwirkung ist das Mahlen der Zähne.

KIEFERBRECHER

Sobald man MDMA eingenommen hat, wird das Hormonsystem des Konsumenten anfangen, chemische Stoffe im Körper freizusetzen. Einer dieser Stoffe ist Serotonin, welcher Freude und Glücksgefühle auslöst, und in kleinerem Ausmaß Dopamin, Norepinephrin und Noradrenalin. Das letztere ist wohl am wahrscheinlichsten der Auslöser für zwanghaftes Mahlen mit den Zähnen und Anspannen der Kaumuskulatur, es ist allerdings umstritten, ob dies der einzige Auslöser dieses Phänomens ist. Du kannst jede erfahrene Raverin nach der Party fragen und sie wird Dir von einem schmerzenden Kiefer berichten, von Verletzungen innerhalb der Backen und einer wunden Zunge. Direkt nachdem sie Dir von dem Gefühl absoluter Leere und dem fehlenden Sinn des Lebens erzählt hat.

Gibt es also einen Weg, diese ungewollten Auswirkungen zu vermeiden? Glücklicherweise gibt es einen. Es ist allerdings keine einfache Lösung. Die meisten Molly liebenden Partygänger hatten bereits mit diesen Problemen zu kämpfen, manche aber auch nicht. Dies könnte mehrere Sachen bedeuten. Und zwar eine unterschiedliche Dosierung und unterschiedlicher Level von Magnesium im Körper.

Magnesiummangel ist nichts, was man leicht feststellen kann, aber es kann sehr leicht vorkommen, gerade wenn man die Essgewohnheiten von vielen Bürgern der westlichen Welt in Betracht zieht. Einige Nahrungsmittel mit mit hohem Gehalt an Magnesium sind Mandeln, Kürbiskerne, Cashewnüsse, Spinat, schwarze Bohnen, Sesamsamen, Avocados, dunkle Schokolade und Bananen. Schon bei einem kurzen Blick auf die Liste fällt auf, dass eine Durchschnittsperson dies nicht täglich zu sich nimmt. Auf der anderen Seit gibt es Lebensmittel, die den Magnesiumgehalt im Körper reduzieren. Einige der Lebensmittel dieser Kategorie haben einen hohen Gehalt an raffiniertem Zucker, wie Softdrinks und Süßigkeiten, koffeinhaltige und alkoholische Getränke. Alle die oben genannten Nahrungsmittel zwingen Deinen Körper zur Absonderung von zusätzlichem Magnesium, welcher oft absolut nicht im Überschuss vorhanden ist.

Magnesium ist ein wichtiges Mineral, das Dein Körper unbedingt braucht. Es wirkt sich auf die Stimmung und den Verdauungstrakt aus und verbessert die Gesundheit des Nervensystems, welches maßgeblich zur Vorbeugung einer Kiefersperre ist. Magnesium ist nicht nur wichtig, um solche Nischenprobleme zu vermeiden, es ist ein Mineral, auf das Du besonders achten solltest, da ein Mangel daran zu schlechtem Gedächtnis, Müdigkeit, Muskelkrämpfen und sogar Angstzuständen und Depressionen führen kann.

DARAN, WIE ICH MEINEN KIEFER VERWENDE, KANNST DU SEHEN, DASS ICH VOLL DRAUF BIN, FALSCHE ZEIT ZUM REDEN

Bruxismus ist ein ausgefallener, medizinischer Fachbegriff für das was die Älteren unter uns Kiefersperre oder Zähneknirschen nennen. Die Kaumuskulatur verkrampft sich und der Leidtragende hat das unbewusste Bedürfnis seinen Mund zusammenzupressen, den Kiefer anzuspannen und mit den Zähnen zu knirschen. Wie bereits vorher erwähnt, ist die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Bruxismus bei der Einnahme von MDMA für Personen mit Magnesiummangel höher. Dies vermittelt eine logische Lösung: Die Einnahme von Magnesium als Nahrungsergänzungsmittel. Aber so einfach ist das nicht.

Die Magnesium-Ergänzungsmittel sind schon ein Schritt in die richtige Richtung, aber die Art der Einnahme und der Typ des verwendeten Ergänzungsmittels bedarf darüber hinaus hoher Aufmerksamkeit. Die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittel am selben Tag, an dem Du planst auf Molly feiern zu gehen, bringt wahrscheinlich überhaupt nichts. Die Einnahme von Ergänzungsmitteln sollte systematisch erfolgen, d.h. Du solltest eine Routine entwickeln. Falls Du gedenkst dies zu tun, solltest Du am Besten einmal mit Deinem Arzt darüber reden. Die Einnahme von Magnesium als Ergänzungsmittel wird nicht als gefährlich angesehen, aber Deinen Arzt zu konsultieren, um die beste Herangehensweise zu erörtern, ist immer eine gute Idee. Als generelle Faustregel kann gelten, jede Nacht vor dem Schlafengehen etwas davon einzunehmen.

Magnesiumpräparate, nach denen Du als Ersatzmittel Ausschau halten solltest, sind Magnesiumchlorid, -sulfat, -malat und -taurat. Diese können Dich zudem mit Nährstoffen für das Herz und den Verdauungstrakt versorgen. Sie zeichnen sich durch verschiedene Eigenschaften der Bioverfügbarkeit aus und sind gute, in manchen Fällen sogar perfekte, Ergänzungsmittel. Vermeiden solltest Du Magnesium-Hefechelat, Magnesiumaspartat, Magnesiumpidolat, Magnesiumhydroxit, Magnesiumoxid, Magnesiumglycerophosphat und Magnesiumlactat, da diese sehr schlecht von Deinem Körper absorbiert werden können.

Magnesium ist mit Sicherheit der gesündeste Weg diese Probleme anzugehen, es gibt jedoch noch andere, praktische Lösungsmöglichkeiten. Zum Beispiel Kaugummi oder einfach etwas zum darauf rumkauen, vielleicht auch einfach ein Schnuller sind wirksame Mittel, um die Anspannung innerhalb Deines Mundes zu lösen. Die Einnahme von zusätzlichen Vitaminen ist eine gute Idee, genauso wie Dich hydriert zu halten. Achte darauf, dass Du Deinen Wasserkonsum kontrollierst, vor allem da Ecstasy dafür bekannt ist, die Absonderung eines antidiuretischen Hormons zu verursachen, das unter dem Namen ADH bekannt ist und die Körpertemperatur erhöht. Dies, in Kombination mit der Hitze in den Clubs, kann leicht zu exzessivem Konsum von Wasser führen. Dies birgt die Gefahr, ein Nierenversagen auszulösen.

Es gibt auch eine Technik, die Dir dabei hilft, Deinen Mund einfacher zu öffnen, solltest Du damit Probleme haben. Hierbei drückt man die Zunge gegen die Innenseite der oberen, mittleren Zähne. Deine Zunge kann bei dieser Technik allerdings Kollateralschäden erleiden.

Und falls das alles nicht klappt ... nun, dann versuch einfach weniger einzuschmeißen, Du gieriges Tier.

IGNORIERE ES NICHT

Wir sind uns einig, dass eine temporäre Kiefersperre ein eher triviales Problem darstellt, verglichen mit Leber- oder Nierenversagen - alles mögliche Nebenwirkungen des MDMA-Konsums. Auch wenn eine Kiefersperre zunächst als witziges Detail einer Partynacht wahrgenommen wird und für viel Gelächter unter Freunden sorgt, so kann jedoch häufiger MDMA-Konsum und eine Nichtbeachtung der einhergehenden Nebenwirkungen zu schwerwiegenden Problemen mit den Zähnen führen. Was die ganze Sache noch schlimmer macht, ist die Tatsache, dass die Behandlung dieser Angelegenheit zu Komplikationen führen kann, da MDMA sich nicht gut mit auf Epinephrin basierenden Betäubungsmitteln und einigen Medikamenten zu Behandlung von Kiefermuskelverspannungen verträgt. Es wird sich Karies bilden und Zähne werden brechen.

Also, mach vernünftig Party und achte darauf, diese Mg-Ergänzungsmittel zu nehmen.

 

         
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