Cannabiskonsum läßt das Gehirn schrumpfen? Nun mal nicht so hastig ...

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Kategorien : BlogCannabis

Cannabiskonsum läßt das Gehirn schrumpfen? Nun mal nicht so hastig ...

Hast Du die neuesten Nachrichten gehört, daß Cannabiskonsum das Gehirn schrumpfen läßt? Fürchte Dich nicht - die Dinge stehen nicht so schlecht, wie die Medien Dich glauben lassen möchten.

Es sieht so aus, als hätten die Anti-Cannabis Medien wieder einmal einen großen Tag! Eine neue Studie legt nahe, daß dauerhafter Cannabiskonsum die graue Substanz des Gehirns schrumpfen lassen kann, bei gleichzeitiger Steigerung von Verbindungen - was den Medien ermöglicht fehlgeleitete Schlussfolgerungen zu ziehen.

Man kann es ihnen wirklich nicht verübeln. In letzter Zeit gab es so viel positive Nachrichten rund um Cannabis, daß diejenigen, die wollen, daß es illegal bleibt auf jede Chance anzuspringen, um den Namen von Gras in den Dreck zu ziehen, egal wie absurd sie ist.

Die Studie

Vom Davis Zentrum für Neurowissenschaften an der University of California durchgeführt, wurde in dieser Studie MRT Technologie verwendet, um die Hirnbilder von regelmäßigen Cannabiskonsumenten (die dreimal am Tag zu rauchen) mit denen zu vergleichen, die es in ihrem Leben nie benutzt haben. Es wurde festgestellt, daß bei Rauchern der orbitale frontale Kortex des Gehirns, einem Bereich, der mit der Entscheidungsfähigkeit verbunden ist, weniger graue Masse aufzuweisen scheint, aber auch viele weitere Verbindungen zu anderen Bereichen des Gehirns geschaffen hat. Du kannst Dir die Studie hier selbst ansehen.

Geniess die Ergebnisse mit Vorsicht

Obwohl interessant, sagen die Ergebnisse uns nicht wirklich viel. Da diese Studie keine Langzeitstudie ist und einfach nur eine schnelle "Momentaufnahme" der Unterschiede zwischen den Gruppen darstellt, ist es nicht möglich zu sehen, welche Auswirkungen diese Veränderungen auf lange Sicht haben, zum Besseren oder Schlechteren. Zudem ist es nicht möglich Schlüsse zu ziehen oder festzustellen, ob diese Veränderungen durch andere Faktoren im Leben der Cannabiskonsumenten verursacht werden.

Tatsache ist, daß, bis entscheidende Schlussfolgerungen gezogen werden können, diese Studie sehr wenig reale Anwendung im täglichen Leben findet. Es kann sein, daß der Unterschied in der täglichen kognitiven Leistungsfähigkeit und Lebensqualität bei den beiden Gruppen gar nicht zum Tragen kommt - etwas, das der Autor mit den Worten "Dauerkonsumenten scheinen wohlauf zu sein" einräumt. Es könnte sehr gut sein, daß diese erhöhte Konnektivität tatsächlich von Vorteil sein könnte.

Wie sieht es mit dem IQ aus?

Ein weiterer Punkt, den die Forscher festgestellt haben, ist, daß die Cannabis verwendende Gruppe scheinbar einen niedrigeren durchschnittlichen IQ hat als die Gruppe, die es nicht verwendete. Wieder einmal sollte dies mit gesunder Skepsis aufgenommen werden. In einer hoch angesehene Überprüfung von 2012 wurde herausgefunden, daß, sobald andere Faktoren, wie zum Beispiel ökonomische Variablen berücksichtigt wurden (etwas das diese aktuelle Studie nicht tut), die Auswirkung von Cannabis auf die Intelligenz wahrscheinlich "Null" war. Dies wird durch eine Langzeitstudie aus Kanada gestützt, die eine Gruppe von Cannabiskonsumenten und Nichtnutzern von der Geburt an begleitete. Hierbei wurde festgestellt, daß der Cannabiskonsum "keine langfristigen negativen Auswirkungen auf die globale Intelligenz" hat.

Es ist nicht nur Cannabis

Das Gehirn ist ein äußerst kompliziertes Organ und zu schlußfolgern, daß Cannabis das Gehirn schrumpfen läßt bewirkt sehr wenig, außer zu sensationslüsternen Schlagzeilen zu ermutigen. Tatsächlich ist es nicht nur Cannabis, von dem die Wissenschaft festgestellt hat, daß es sich auf die Verdrahtung des Gehirns auswirkt. Das Rauchen von Tabak scheint ebenfalls die Menge der vorhandenen grauen und weißen Masse in MEHREREN Bereichen des Gehirns zu beeinflussen, trotzdem ist Tabak eine gebräuchliche und völlig legale Droge. Könnte es sein, dass die in jedem Rauch enthaltenen Schadstoffe für den Rückgang der garuen Masse verantwortlich sind? Interessant wird es, dies mit verdampften oder gegessenem Cannabis zu vergleichen.

Das ist noch nicht alles, Dinge wie Bewegung, Alter, Schlaf, Meditation und sogar Teilen der Aufmerksamkeit zwischen dem Telefon und einer anderen Aufgabe können allesamt Auswirkungen auf die Dichte der grauen Masse im Gehirn haben - manchmal wirkt sich dies erhöhend, manchmal verringernd aus. Das Gehirn ist so komplex, daß man fast davon ausgehen kann, daß fast alles, was wir tun, das Gehirn zu dem formt und prägt, was es ist - als Anpassung an unsere Art zu leben. Einfach davon auszugehen, daß, weil Cannabis das Gehirn scheinbar beeinflusst und daß es schlecht sein muss, ohne empirische Belege über die Auswirkungen auf die reale Welt zu haben, ist eine äußerst irregeleitete Praxis - was dem Ansehen der Medien schadet, die Sensationsschlagzeilen über die Möglichkeit stellen, glaubwürdige und ausgewogene Nachrichten zu verbreiten.