Kann Cannabis Die Gehirnfunktion Verbessern?


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Kann Cannabis Die Gehirnfunktion Verbessern?


Wurdest Du jemals als faul und antriebslos bezeichnet, weil Du ein Kiffer bist? Jetzt kannst Du gegen solche Aussagen argumentieren. Die Forschung belegt ganz entgegengesetzte Auswirkungen von Cannabis auf das menschliche Gehirn. Lies weiter, um zu verstehen, wie und warum dies geschieht.

Als Gesellschaft sind wir noch weit davon entfernt, das Klischee und Stigma des Kiffers hinter uns gelassen zu haben. Der durchschnittliche Cannabisnutzer wird immer noch als faul und antriebslos eingeschätzt. Viele Menschen glauben noch immer, dass Cannabis die Neuronenmenge im menschlichen Gehirn reduziert. Wir sind hier, um dies als falsch zu entlarven.

NEUROGENESE

Neurogenese im adulten menschlichen Gehirn zutage

Der Begriff Neurogenese beschreibt die Entwicklung und das Wachstum von Neuronen. Obwohl dieser Prozess während der Entwicklung im Mutterleib am aktivsten ist, tritt er noch bis ins Erwachsenenalter hinein auf. Dies entdeckte man erst in den 60er Jahren. Bis dahin nahm man an, dass die Neurogenese nach der Geburt stagniert.

Joseph Altman injizierte Ratten einen radioaktiven Marker, der sich an neu entstandene DNA-Stränge anlagert. Altmans Ergebnisse zeigten die Bildung neuer Neuronen im Gehirn. Diese waren auf bestimmte Bereiche wie den Hippocampus beschränkt. Allerdings schenkte man diesem Ergebnis seinerzeit nicht genug Beachtung.

Erst in den 1980er Jahren wurde das Experiment von Fernando Nottebohm wiederholt. Er kam zu demselben Schluss, konnte aber zusätzlich auch beweisen, dass die Zellen Strom leiten konnten. Das bedeutet, dass es sich um Nervenzellen handeln musste. Aufgrund der noch nicht ausgereiften Technologie konnte dies damals wieder nicht gründlich untersucht werden. Erst 1998 förderte man solide wissenschaftliche Erkenntnisse über die Neurogenese im adulten menschlichen Gehirn zutage.

Seitdem hat es viele neue Entdeckungen bezüglich der Neurogenese gegeben. Im Jahr 2005 belegte eine Studie, dass Bewegung dazu beiträgt, die Neurogenese anzukurbeln, was den Schluss nahelegt, dass sie durch externe Faktoren reguliert werden kann. Auftritt Cannabis, in all seiner ganzen Pracht!

DIE ROLLE VON CANNABIS

Cannabis beeinflusst tatsächlich die Neurogenese

Weil wir wissen, dass das Endocannabinoid-System brillanter und komplexer ist, als wir bisher verstehen können, hat die Forschung kontinuierlich die Grenzen dessen verschoben, was Cannabis für die Menschheit leisten kann.

In einer Studie aus dem Jahr 2007 stellte die Abteilung für Biochemie und Molekularbiologie der Universität Complutense in Madrid fest: "Jüngste Ergebnisse haben das Vorhandensein eines funktionellen Endocannabinoid-Systems in neuralen Vorläuferzellen belegt, die an der Regulation der Zellproliferation und -differenzierung beteiligt sind."

Dies führt uns zu der Schlussfolgerung, dass Cannabis tatsächlich die Neurogenese beeinflusst. Wenn THC an CB1-Rezeptoren im Gehirn und im zentralen Nervensystem bindet, geschieht etwas Außergewöhnliches: Dieser Prozess stoppt die Neuro-Entzündung und die Freisetzung von entzündlichen Chemikalien. Mit dieser großen Hilfe kann der Körper neurodegenerative Krankheiten effektiver bekämpfen.

Cannabinoide wirken auch als Anti-Aging-Moleküle und vermögen Areale zu triggern, die neuronale Aktivität modulieren können. Das Endocannabinoid-System ist in unserem Körper dafür verantwortlich, Gleichgewichte aufrecht zu erhalten. Wird dem Endocannabinoid-System ein Überschuss an neuronaler Aktivität signalisiert, wirkt es darauf hin, diesen zu reduzieren.

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EFFEKTE VON CANNABIS AUF DAS ALTERNDE GEHIRN

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Mit der Vorstellung, dass das Endocannabinoid-System die Kraft hat, stark verändernd in unsere Gehirnchemie einzugreifen, beginnen wir sein Potenzial zu erkennen. Die Forschung konzentriert sich zunehmend auf Cannabis und seine Nutzen. Eine Studie, die 2017 von Andreas Zimmer und seinem Team von der Universität Bonn veröffentlicht wurde, hat genau das getan. Das Team untersuchte die Wirkung von THC bei jungen, geschlechtsreifen und alten Mäusen. Sie untersuchten, wie das Cannabinoid das Gehirn im Verhältnis zum Alter beeinflusst. Was sie herausfanden, war revolutionär.

Zimmer verabreichte "älteren" Mäuse im Alter von 12-18 Monaten niedrige Dosen THC. Dies hob den altersbedingten Rückgang der kognitiven Leistung auf. Diese Idee ist vielleicht nur schwierig zu begreifen, aber wir haben es hier mit einem realen Benjamin-Button-Szenario zu tun, das im Gehirn dieser Mäuse vor sich geht. Neben der verbesserten kognitiven Leistung beobachteten die Forscher auch eine verstärkte Expression synaptischer Markerproteine. Dabei handelt es sich um die Kommunikationspunkte zwischen den Neuronen.

Darüber hinaus ließ sich auch eine erhöhte Dichte des Hippocampus feststellen. Dies wurde dadurch belegt, dass die älteren Mäuse, denen THC injiziert worden war, der Leistung der jungen, THC-freien Mäuse in nichts nachstanden. Zimmer und sein Team gaben an, dass das Genprofil der Hippocampus-Transkription dem von THC-freien, 2 Monate alten Mäusen sehr ähnlich sei.

Obwohl diese Ergebnisse sicher Spekulationen darüber anregen können, ob irgendwann Unsterblichkeit möglich ist, sind wir davon natürlich immer noch sehr weit entfernt. Es ist noch viel Forschung nötig. Was wir bis jetzt wissen, ist zu wenig, um bestimmen zu können, welche praktischen Auswirkungen dies auf jeden von uns haben könnte. Cannabinoide, Terpene und andere Moleküle werden weiterhin von der medizinischen Gemeinschaft erforscht und zeigen unter bestimmten Bedingungen großartige Ergebnisse. Lass uns tiefer in ein Beispiel eintauchen.

ALZHEIMER

CANNABIS & ALZHEIMER

Alzheimer ist eine fortschreitende Störung des Gehirns, die Gedächtnisverlust verursacht und die Fähigkeit normal zu funktionieren ernsthaft beeinträchtigen kann. Diese Erkrankung stellt eine der häufigsten Todesursachen dar, deren Prävalenz sich in den nächsten 50 Jahren verdreifachen wird. Betroffen sind allein in den USA mehr als fünf Millionen Menschen und nach Angaben des National Institutes of Health ist Alzheimer die Hauptursache für Demenz. Es handelt sich um eine beängstigende Krankheit, aber eine wissenschaftliche Arbeit, die von Autoren der Universität von Kalifornien in San Diego und dem Salk-Institut veröffentlicht wurde, berichtete von aufregenden Entdeckungen.

Verantwortlich für das Auftreten von Alzheimer-Symptomen ist Beta-Amyloid, ein toxisches Protein. Dieses Protein reichert sich in den alternden Nervenzellen im Gehirn an. Der volle Grad der Beteiligung von Beta-Amyloid ist noch nicht klar, wohingegen der eigentliche Zusammenhang aber als bewiesen gilt. Der Artikel untersuchte, wie THC die Ausbreitung dieses Proteins im Gehirn angeht. Der leitende Forscher David Schubert erklärte: "Obwohl andere Studien Evidenz dafür geliefert haben, dass Cannabinoide neuroprotektiv gegen die Symptome von Alzheimer wirken könnten, glauben wir, dass unsere Studie die erste ist, die zeigt, dass Cannabinoide sowohl die Entzündung als auch die Beta-Amyloid-Akkumulation in Nervenzellen beeinflussen."

Was die Verwendung von Cannabis angeht, um solch eine schreckliche Krankheit zu verhindern, handelt es sich hier um einen großartigen Fortschritt. Hoffentlich werden wir in naher Zukunft weitere Anwendungen entdecken.

WIE CANNABIS GEHIRNSCHÄDEN VERHINDERN KANN

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Ein Schädel-Hirn-Trauma (SHT) in der Folge eines Schlages von außen auf den Kopf kann schwere chronische Symptome verursachen. Traumatische Hirnverletzungen können auch durch eine Folge von Schlägen geringerer Intensität ausgelöst werden. Es hat sich gezeigt, dass Cannabis bei zahlreichen neurologischen Erkrankungen wirksam ist, zu denen eventuell auch SHT zählt.

Wir haben gesehen, dass Cannabis Entzündungen reduzieren kann, indem es die Anwesenheit von Beta-Amyloid reduziert. Aber auch die neuroprotektiven Antioxidantien in der Cannabispflanze helfen dabei. Eine Studie der Tel Aviv University ergab, dass niedrige THC-Dosen bei Mäusen tatsächlich gegen Entzündungen und Schwellungen im Gehirn wirken.

Im Jahr 2013 ging eine weitere wissenschaftliche Arbeitr der Hypothese nach, dass das Endocannabinoid-System eine sehr wichtige Rolle bei der Fähigkeit des Gehirns spielt, sich selbst zu reparieren. Sogar die US-Regierung hat ein Patent auf die Verwendung von CBD als Neuroprotektivum. Sie gibt damit zu, dass Cannabis tatsächlich dazu beitragen kann, die Schäden zu verringern, die durch Schädel-Hirn-Traumata, Schlaganfälle und sogar Sauerstoffmangel verursacht werden.

Es gibt ebenso Hinweise darauf, dass Marihuana sogar präventiv wirken kann. Ein wenig CBD über die Nahrung aufzunehmen kann daher eine kluge Entscheidung sein - vor allem, wenn Du Sport treibst oder mit anderen körperlich anstrengenden Aktivitäten zu tun hast. Menschen, auf die dies zutrifft, werden mit größerer Wahrscheinlichkeit Traumata erleiden, deren negative Auswirkungen CBD verringern könnte.

Es gibt viele Belege für den verbessernden Einfluss von Cannabis auf traumatische Hirnverletzungen, die allerdings meist anekdotischer Natur sind. Diejenigen, die es ausprobiert haben, setzen die Behandlung fort. Es sind allerdings weitere klinische Studien erforderlich, bevor ein im Großversuch getestetes Medikament auf den Markt kommen kann.

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Jetzt, da wir wissen, dass Cannabis keinen kognitiven Verfall verursacht, können wir beginnen, andere Klischees zu überdenken, von denen wir ganz fest überzeugt waren. Als Teil einer größeren Langzeitstudie bewertete die Harvard Medical School die Auswirkungen einer dreimonatigen Marihuana-Behandlung auf die Ausführungsfunktion. Man untersuchte, ob Cannabispatienten eine Verbesserung der kognitiven Funktionen bemerken.

24 Patienten der Basisstudie gaben eine abschließende Beurteilung ab. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die mit Cannabis behandelten Patienten Verbesserungen erlebten, was die Ausführungsfunktion angeht. Dazu gehörten der Stroop Color Word Test und der Trail Making Test. Die Testergebnisse spiegelten eine erhöhte Geschwindigkeit bei der Ausführung von Aufgaben wider – ohne Verlust der Genauigkeit.

Zusätzlich zur Beurteilung der Testergebnisse mussten die Patienten Selbstbeurteilungsfragebögen ausfüllen. Dort berichteten die Probanden von einer moderaten Verbesserung ihres klinischen Zustandes, besserer Schlafqualität, der Abnahme von depressiven Symptomen und sogar von positiven Veränderungen von einigen Aspekten ihrer Lebensqualität. Darüber hinaus wurde deutlich, dass die Patienten die Einnahme konventioneller Pharmazeutika signifikant reduzieren konnten. Vor allem der Opiatkonsum sank um mehr als 42%, was wirklich außergewöhnlich ist.

All diese Ergebnisse weisen uns in die richtige Richtung. Die steigende Zahl der veröffentlichten Beiträge und Studien ist bereits erstaunlich. Wir hoffen trotzdem, dass ihr Umfang mit der Zeit noch zunimmt und die Legalisierung noch weiterere Teile der Welt erreicht. Sicher bist Du jetzt besser darüber informiert, was Cannabis für uns als Spezies tun kann, denn es birgt ohne Zweifel reichlich Potenzial.

Francisco

Geschrieben von: Francisco
Francisco ist ein 20 Jahre alter Author und Photograph. Seine Liebe für Cannabis brachte ihn zu der Entscheidung, sein Hobby zum Beruf zu machen. Um das Kiffer-Stigma zu reduzieren, schreibt Francisco positive und aufklärende Artikel.

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