Cannabis Als Behandlungsmethode Für Zwangsstörungen?


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Cannabis Behandlungsmethode Zwangsstörungen?


Es steht außer Frage, dass Cannabis bei vielerlei Leiden zu Linderung führen kann. Patienten mit chronischen Schmerzen, Angstzuständen und Depressionen nutzen diese Pflanze schon lange - mit oftmals unglaublichen Erfolgen. Aber wie steht es mit Zwangsstörungen? Kann Cannabis auch bei dieser Erkrankung zu Linderung führen? Lass es uns herausfinden!

Während die wissenschaftlichen Studien zu dem therapeutischen Nutzen von Cannabis weiter auf dem Vormarsch sind, sind sich nun mittlerweile selbst Mainstream-Wissenschaftler darüber einig, dass diese Pflanze vielerlei Gesundheitsvorteile birgt. Cannabis birgt aber nicht nur das Potential physische Beschwerden zu lindern, wie beispielsweise chronische Schmerzen, es ist allem Anschein nach auch bei der Behandlung vielerlei psychischer Störungen effektiv, wie beispielsweise bei Depressionen, Angstzuständen und posttraumatischen Belastungsstörungen. Aber wie steht es mit Zwangsstörungen? Können diese auch mit Cannabis behandelt werden?

PSYCHEDELIKA FÜR DIE BEHANDLUNG VON PSYCHISCHEN ERKRANKUNGEN

Der Einsatz von Betäubungsmitteln und Psychedelika für die Behandlung von psychischen Erkrankungen, wie beispielsweise Zwangsstörungen, ist nichts Neues. Psylocybin, der Wirkstoff in Zauberpilzen, wurde vor kurzem genauer auf seine Wirksamkeit für die Behandlung der Sympote von Zwangsstörungen untersucht.

Bereits mehrere Studien haben sich mit der Effektivität von Psylocybin bei der Behandlung von Zwangsstörungen befasst, größtenteils mit positiven Resultaten. Bei einer dieser Studien, die von der University of Arizona durchgeführt wurde, wurde Patienten mit Zwangsstörungen in regelmäßigen Abständen Psylocybin verabreicht. Die Behandlung erwies sich nicht nur als harmlos, sie führte auch zu einer klar messbaren Minderung der Symptome der Zwangsstörungen bei den Teilnehmern.

Das führt uns nun zu der Frage, ob auch Cannabis eine wirksame Behandlungsmethode für Zwangsstörungen darstellen könnte. Bevor wir dem aber weiter auf den Grund gehen, sollten wir zuerst genauer betrachten, was Zwangsstörungen überhaupt sind.

WAS SIND ZWANGSSTÖRUNGEN?

Was SInd Zwangsstörungen

Heutzutage ist es nichts Außergewöhnliches, wenn jemand behauptet, er hätte eine Zwangsstörung. In der Regel beziehen sich diese Menschen aber lediglich auf einen übertriebenen Ordnungswahn oder dem überdurchschnittlichen Wunsch nach Sauberkeit. Wahre Zwangsstörungen sind nicht bloß ein derartiger Charakterzug. Tatsächlich ist es eine Erkrankung, die den Betroffenen in seinem alltäglichen Leben in großem Maße einschränken kann.

Zwangsstörungen werden oftmals von Symptomen wie obsessives Verhalten, zwanghaftes Handeln und schweren Angstzuständen begleitet. Für eine betroffene Person sind die Obsessionen (wiederauftretende und nicht unterdrückbare Zwangsgedanken) derartig schwerwiegend, dass es ihnen die Ausübung eines Berufes und den Aufbau von gesunden sozialen Beziehungen so gut wie unmöglich macht.

Die Zwangsgedanken sind die eine Sache, die darauf folgenden Zwangshandlungen sind aber wohl der charakteristischste Teil dieser Erkrankung. Diese Zwänge sind oftmals sich wiederholende Handlungen, die, der Vermutung nach, als Flucht vor den obsessiven Gedanken ausgeübt werden. Oftmals ist der Auslöser einer Zwangsstörung Angst, oder besser gesagt, Angst vor gewissen Konsequenzen. Ein Beispiel: Jemand entwickelt eine Obsession in Bezug auf Keime und damit in Verbindung stehende Erkrankungen. Er fürchtet sich davor, dass er selbst oder einer seiner Liebsten eine Erkrankung erleidet und entwickelt dadurch den Zwang, sich immer und immer wieder die Hände zu waschen und auch Türknöpfe kann er durch seine Angst nicht mehr anfassen (weil daran Keime sind).

Ein anderes Beispiel sind Betroffene, die unter Zwangsgedanken leiden und dadurch die Angst entwickeln, dass sie sich selbst oder anderen Schaden zufügen könnten. Derartige sich wiederholende Gedanken könnten der Lebensqualität des Betroffenen viel abverlangen. Aktuell werden Zwangsstörungen in der Regel mit einer Kombination aus kognitiver Verhaltenstherapie, Psychotherapie und Medikamenten behandelt. Die behandelnden Ärzte verschreiben für gewöhnlich Anxiolytika und Antidepressiva, da Zwangsstörungen, technisch betrachtet, als Angststörungen einzustufen sind.

WIE KANN CANNABIS BEI ZWANGSSTÖRUNGEN EINGESETZT WERDEN?

Wie Kann Cannabis Eingesetzt Werden?

Eines vorweg: Nicht alle Menschen, die unter Zwangsstörungen leiden, finden Cannabis hilfreich. Zwangsstörungen sind von Person zu Person unterschiedlich. Einige Betroffene berichten, dass Cannabis ihnen dabei hilft, sich zu entspannen und zu einem Abklingen ihrer Obsessionen führt. Andere aber berichten, dass die Symptome unverändert bleiben oder sich sogar noch verschlimmern.

Es gilt zu beachten, dass persönliche Erfahrungswerte und Geduld bei jeglicher medizinischen Behandlung durch verschreibungspflichtige Pillen oder Cannabis eine gewisse Rolle spielen. Einige Cannabissorten unterscheiden sich in ihrer Wirkungsart vollkommen von wiederum anderen Sorten. Wenn man also eine Behandlung mit Cannabis anstrebt, wird man erstmal ein wenig herumprobieren müssen, um die für einen selbst geeignete Kombination aus THC und CBD überhaupt festlegen zu können.

INDICA VS. SATIVA SORTEN FÜR DIE BEHANDLUNG VON ZWANGSSTÖRUNGEN

Indica Vs. Sativa

Die Wurzel dieser Erkrankung sind Unbehagen und Angst. Diese Gefühle werden bei Zwangsstörungen allerdings nicht durch eine tatsächliche Gefahr oder eine körperliche Erkrankung ausgelöst - sie entspringen oftmals irrationalen Gedanken, die dem Betroffenen von keinerlei Nutzen sind. So kommt es auch, dass die Zwangsgedanken so individuell wie die betroffene Person selbst sein können. Bei einer derartigen Entfaltung der Krankheit sollte man zu Indica-Sorten greifen, da diese durch die entspannenden Wirkungen möglicherweise zu Linderung führen können.

UND WAS IST MIT SATIVAS?

Sativas bewirken einen stark kopflastigen Rausch, der durchaus auch mal zu Angst oder Paranoia führen kann. Aus diesem Grund wird Menschen mit Angststörungen auch von dem Konsum von Sativas abgeraten.

Im Vergleich zu Sativas bewirken Indicas andere Wirkungen. Indicas haben eine beruhigende Wirkung, die man im ganzen Körper spüren kann und oftmals als entschleunigend beschrieben wird. Sativas bringen den Kopf eher auf Hochtouren.

Aber auch die Indicas sind nicht immer die perfekte Wahl. Stark wirksame Sorten machen oft schläfrig und sind somit nicht immer gut für diejenigen geeignet, die im Laufe des Tages Linderung benötigen.

CBD VS. THC

THC Vs. CBD

Ein weiterer Unterschied zwischen den Cannabissorten ist der THC- und CBD-Gehalt. THC ist der psychoaktive Wirkstoff in Cannabis und sorgt für den Rauschzustand. CBD wiederum, ein Cannabinoid, das ebenso effektiv, aber nicht psychoaktiv ist, kann im Zusammenspiel mit THC zu einer veränderten Wirksamkeit führen. CBD hat viele medizinische Eigenschaften und wirkt nicht psychoaktiv. Es wird in der Regel aus medizinischen Zwecken und nicht zum Spaß konsumiert.

Es könnte für Menschen mit Zwangsstörungen ratsam sein, eine CBD-dominierte Sorte einer THC-dominierten Sorte vorzuziehen. Es muss aber auch erwähnt werden, dass es Patienten gibt, die darauf schwören, dass THC ihre Angstzustände stark lindert. Diese Berichte sind zwar nur Erfahrungswerte, beachtet man aber die anfängliche Euphorie, die nach der Einnahme von THC bewirkt wird, so könnte man vermuten, dass diese sich durchaus positiv auf die depressiven Verstimmungen auswirken könnte, die die Zwangsstörungen oft begleiten.

THC

THC ist der psychoaktive Wirkstoff in Cannabis und das von den Pflanzen meisterzeugte Cannabinoid (zumindest wenn es sich um nicht-medizinische Sorten handelt). THC ist für das typische „High“ verantwortlich, dass man nach dem Graskonsum erlebt. Wie genau aber THC mit Angstzuständen in Verbindung steht, ist noch nicht vollkommen klar. Einige Menschen berichten, dass THC sich positiv auf ihre Ängste auswirkt, wohingegen andere berichten, dass ihre Symptome sich verschlimmern. Wie auch bei verschreibungspflichtigen Medikamenten, ist wohl nicht jede Behandlungsmethode für jeden individuellen Patienten geeignet.

Es gab bereits einige Studien, die die anxiolytischen Effekte von THC untersucht haben – diese Studien haben aber zu keinen klaren Ergebnissen geführt. Bei einer dieser Studien hat ungefähr die Hälfte der Teilnehmer angegeben, dass ihre Angstzustände gelindert wurden, während die andere Hälfte angab, dass sich die Angstzustände durch die Einnahme von THC verschlimmerten.

CBD

Wenn Deiner Erfahrung nach die Sorten mit einem hohen THC-Gehalt einen unerwünschten Effekt bewirkt haben, solltest Du es mal mit einer Sorte mit einem hohen CBD-Gehalt probieren. CBD wirkt leicht entspannend, viel wichtiger ist aber, dass ihm anxiolytische und antipsychotische Eigenschaften zugesprochen werden. Aus diesem Grund sind nun auch die großen Pharmaunternehmen in vielerlei Forschungen mit CBD involviert.

Weitere Studien weisen darauf hin, dass CBD effektiv gegen Zwänge eingesetzt werden kann und somit ideal für die Behandlung von Zwangsstörungen sein könnte. Wie die meisten der aktuellen CBD-Studien, wurden diese allerdings bis dato nur an Tieren (Mäusen und Ratten) durchgeführt. Weitere Studien an Menschen, die unter Zwangsstörungen leiden, werden hier vonnöten sein, um zu klaren Schlüssen zu kommen.

Was aber ein kleiner Lichtblick ist, ist, dass Du nicht jahrelang auf neue Studien warten musst, sondern CBD selbst ausprobieren kannst! Dieses Cannabinoid ist zwar reguliert, aber in sehr vielen Ländern ist es legal und kann als Nahrungsergänzungsmittel erworben werden.

BEGINNE MIT NIEDRIGEN THC-DOSIERUNGEN

Der altbekannte Ratschlag, erstmal mit niedrigen THC-Dosierungen anzufangen, gilt nicht nur für diejenigen, die zum erstem Mal zu Cannabis greifen. Viele der Studienergebnisse über die Zusammenhänge von THC und Angstzuständen weisen darauf hin, dass viel mit der Dosierung zu tun hat. Niedrige THC-Dosierungen scheinen überwiegend angstlindernd zu wirken, hohe Dosierungen hingegen steigern Angst eher.

Die Einnahme von hohen oder häufigen THC-Dosen kann die Empfindlichkeit der Cannabinoidrezeptoren schwächen und somit dazu führen, dass die entspannenden Wirkungen nicht so ausgeprägt empfunden werden. Wenn Du also anstrebst, Deine Zwangsstörung mit Cannabis zu behandeln, solltest Du nicht gleich zu einer der „Hardcore-Sorten“ greifen und erstmal mit etwas geringeren Dosierungen anfangen.

WIE STEHT ES MIT DEN ESSWAREN?

Den Esswaren

Für diejenigen, die Cannabis aus medizinischen Gründen konsumieren, birgt die orale Einnahme gegenüber dem Rauchen einige Vorteile. Die Wirkungen der oralen Einnahme führen zu länger andauernden Effekten und sind somit vor allem praktisch, da man nicht ständig erneut etwas konsumieren muss. Das Rauchen führt zwar zu schnellerer Linderung, die Cannabinoide wirken bei dieser Art des Konsums aber nur für eine bis maximal zwei Stunden. Um also nicht mehrmals am Tag einen Joint rauchen zu müssen, empfiehlt sich für medizinische Cannabispatienten die orale Einnahme.

WELCHE SORTEN SIND AM BESTEN FÜR DIE BEHANDLUNG VON ZWANGSSTÖRUNGEN?

Bevor wir unsere Empfehlungen aussprechen, möchten wir noch darauf hinweisen, dass die folgenden Sorten allesamt ziemlich potent sind. Es gibt Berichte, dass sie bei Zwangsstörungen geholfen haben, da sie aber sehr wirksam sind, sollte man mit äußerst kleinen Dosierungen anfangen! Und ebenfalls zu beachten gilt, dass durch den individuellen Charakter dieser Erkrankung auch individuell unterschiedliche Wirkungen zu erwarten sind.

QUERKLE

Querkle ist eine indicadominierte Sorte mit einem sehr hohen THC-Gehalt, der bis zu 26% erreichen kann. Diese Sorte hat ein robustes Erscheinungsbild und wird denjenigen empfohlen, die auf der Suche nach einer Sorte mit einem überdurchschnittlichen THC-Gehalt sind.

WHITE RHINO

White Rhino ist ein Hybrid, der mit reichlich THC und CBD punkten kann – eine Sorte, die ein hohes medizinisches Potential birgt!

CRITICAL KUSH

Critical Kush ist eine indicadominierte Sorte mit reichlich THC (ca. 25%) - sie bewirkt einen äußerst entspannendes Stoned-Gefühl, dass für Patienten mit Zwangsstörungen, die mit starken Sorten umgehen können, genau das Richtige sein könnte!

Es gibt noch immer viele unerforschte Gewässer bei der Behandlung von Zwangsstörungen und Angststörungen mit Cannabis. Da es aber unheimlich viele verschiedene Sorten mit unterschiedlichen THC- und CBD-Werten gibt, ist es den Patienten auch jetzt schon möglich, die für sie persönlich am besten geeignete Cannabissorte zu finden.

 

         
  Georg  

Geschrieben von: Georg
Wohnhaft in Spanien, verbringt Georg nicht nur viel von seiner Zeit an seinem Computer, sondern auch in seinem Garten. Mit einer brennenden Leidenschaft für den Cannabisanbau und die Erforschung von Psychedelika, ist Georg in allem gut bewandert, was psychoaktiv ist.

 
 
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