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Biologischen Cannabisanbau
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Wie Man Zu Hause Biologisches Cannabis Anbaut

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Wenn Du Cannabis höchster Qualität genießen willst, dann ist Dir nach Bio. Aber Cannabis biologisch anzubauen kann eine Herausforderung sein. Wir haben uns über biologische Anbaumethoden kundig gemacht und eine Anleitung zusammengestellt.

Cannabisnutzer entwickeln ein immer größer werdendes Bewusstsein dafür, was sie in ihre Joints oder Bongs stopfen. Insbesondere auf dem legalen Markt gibt es eine steigende Nachfrage nach biologisch angebautem Cannabis – frei von Pestiziden, chemischen Nährstoffen und allem anderen, was für den menschlichen Körper und die Erde insgesamt unappetitlich sein könnte. Zum Glück kannst Du auch ganz einfach Dein eigenes biologisches Cannabis anbauen. Hier erfährst Du wie.

DEFINITION VON "BIOLOGISCH"

Bevor wir uns den Details des biologischen Anbaus widmen, ist es wichtig zu verstehen, was man unter "biologischem Cannabis" überhaupt versteht. Allgemein gesagt wurde ein biologisches Produkt aus "lebender Materie" gewonnen. Wenn es um Lebensmittel im Speziellen oder pflanzliche Produkte wie Cannabis geht, bezieht sich "biologisch" tatsächlich auf solche, die ohne den Einsatz von Pestiziden, Zusatzstoffen, chemischen Düngern oder anderen künstlichen Produkten hergestellt wurden.

In der Natur beziehen Pflanzen ihre Nährstoffe aus der reichhaltigen, obersten Erdschicht, die aus kompostiertem Tierkot und totem Pflanzen/Tiermaterial besteht, das von Bakterien, Pilzen, Insekten und anderen Organismen zersetzt wird. Biologen bezeichnen dies als "Bodennahrungsnetz", eine Art Ökosystem, das aus 5 trophischen Schichten besteht.

  1. Photosynthese betreibende Lebewesen (Pflanzen)
  2. Zersetzer wie Pilze, Bakterien und kleine Nematoden
  3. Zersetzer, kleine Raubtiere und Grasfresser
  4. Raubtiere höherer Ordnung wie große Insekten und Nematoden
  5. Raubtiere höherer Ordnung wie Vögel und andere größere Tiere

Dieses Ökosystem versorgt die Pflanzen auf natürliche Art und Weise mit allem, was sie zum Wachsen und Gedeihen benötigen. Beim biologischen Anbau wird dieser reichhaltige Boden mit organischem Material wie Kompost nachgebildet, anstatt ein "totes" Anbaumedium zu verwenden und dieses mit chemischem Dünger zu versetzen.

WARUM BIOLOGISCH ANBAUEN?

Es gibt zwei Hauptgründe, warum Du Cannabis biologisch anbauen solltest.

Erstens erhältst Du dadurch ein besseres Produkt. Sicher, Cannabispflanzen, die mit Kunstdüngern wie Top Grow angebaut werden, bringen große, dichte und potente Blüten hervor. Und wenn man die Pflanzen sachgemäß spült, schmecken und brennen diese Blüten auch gut. Allerdings werden die meisten Cannabis-Enthusiasten einen großen Unterschied beim Geschmack, Abbrennen und manchmal sogar in der Wirkung der Blüten feststellen können, die biologisch angebaut wurden.

Der zweite Grund, warum Du biologisch anbauen solltest, ist, um den Einfluss Deines Anbaus auf die lokale Umwelt zu reduzieren. Chemische Abwässer von landwirtschaftlichen Projekten jeglicher Art können der Umwelt Schaden zufügen, Flüsse, Bäche verschmutzen und Pflanzen sowie wild lebende Tiere schädigen/töten. Illegale Anbauer verwenden oftmals Pestizide, um ihre Pflanzen zu schützen und chemische Dünger, um einen höheren Ertrag zu erzielen. In beinahe allen Fällen gelangen diese Chemikalien in die umliegenden Gewässer, wo sie der lokale Umwelt schädigen.

Es sollte auch angemerkt werden, dass sich biologisch angebaute Cannabisprodukte hervorragend für medizinische Cannabiskonsumenten eignen, da sie alle therapeutischen Eigenschaften der Pflanze zur Verfügung stellen – ohne irgendwelche potentiell toxische Chemikalien.

WIE MAN IM FREIEN BIOLOGISCHES CANNABIS ANBAUT

Der Cannabisanbau im Freien ist ein wahres Vergnügen. Es empfiehlt sich jedoch, dass Du Deine Sämlinge drinnen vorziehst, da sie in diesem frühen Stadium noch sehr verletzlich sind. Sobald sie die ersten großen Blätter und einen etwas dickeren Stamm entwickelt haben, kannst Du Deine Pflanzen ins Freie bringen, damit sie ordentlich Sonne tanken können.

Für die besten Ergebnisse solltest Du Deine Pflanzen am Ende des Frühlings nach draußen pflanzen. Dadurch wird die Wachstumszeit Deiner Pflanzen maximiert, wodurch die Pflanzen größer werden und einen höheren Ertrag abwerfen. Sobald Du Deine Pflanzen ins Freie bringst, solltest Du sicherstellen, sie an einen möglichst sonnigen Ort zu bringen und sie auch angemessen zu bewässern.

Wenn Du in einer Region mit langen und warmen Sommern lebst, empfehlen wir Dir unbedingt den Anbau im Freien, da es einfach keinen Ersatz für natürliches Sonnenlicht gibt. Möglicherweise solltest Du Deine Pflanzen jedoch zumindest die ersten paar Wochen im Grow Room vorziehen, solange sie noch jung und verletzlich sind. Sobald sie die ersten großen Blätter entwickelt haben, kannst Du die Pflanzen nach draußen bringen und sie im Freien gedeihen lassen. Dies wird nicht nur den Pflanzen selbst nutzen, sondern es wird auch die Auswirkungen auf die Umwelt reduzieren!

WIE MAN BIOLOGISCHES CANNABIS IM GROW ROOM ANBAUT

Wenn Du biologisches Cannabis im Grow Room anbauen möchtest, hast Du zwei Möglichkeiten; Du kannst biologische Erde verwenden (unten beschrieben) oder Du kannst in ein hydroponisches System investieren. Wie Du wahrscheinlich weißt, sind Hydro-Systeme ziemlich teuer, geben Dir aber mehr Kontrolle über Deine Pflanzen und Du kannst damit exzellente Blüten produzieren, wenn Du es richtig anstellst. Man diskutiert, ob Hydro aufgrund der "künstlichen" Ausrüstung wirklich zum biologischen Anbau gezählt werden kann; nach unserer Definition gibt es jedoch Möglichkeiten hydroponisch anzubauen, um den Grundsätzen des biologischen Anbaus so gut wie möglich gerecht zu werden.

Wenn Du Dich für den Anbau in Hydrokultur entscheidest, musst Du Dir keine Gedanken um Erde machen. Stattdessen werden Deine Pflanzen in einem inaktiven Medium wie Perlit wachsen, wo sie alle Nährstoffe über die Wurzeln aus Flüssigdüngern aufnehmen. Natürlich müssen die von Dir verwendeten Dünger biologisch sein.

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Falls Du Deine Pflanzen im Grow Room anbauen möchtest, solltest Du mindestens eine 400-WattLampe verwenden. Nach Möglichkeit sollte es eine 600- oder 1000-WattLampe sein, um größere und feste Blüten zu erhalten. Denke ferner daran, dass Du für ausreichend Belüftung sorgst, damit Deine Pflanzen im Grow Room gedeihen und Krankheiten und Pilzinfektionen vorgebeugt werden kann.

Aquaponische Systeme stellen eine weitere Alternative zum hydroponischen Anbau dar. Hierbei erhalten Deine Pflanzen die nötigen Nährstoffe nicht aus Düngern oder Nährlösungen, sondern aus den Ausscheidungen der Fische, in die dem hydroponischen Wasser leben.

WIE MAN CANNABIS BIOLOGISCH ANBAUT: WIE DU DEINE ERDE VORBEREITEST

Cannabis Im Freien Anbauen: Die Beste Bodenmischung

Der vielleicht einfachste Weg, um Cannabis anzubauen, ist sie in 15–20L Töpfen aufzuziehen. Diese bieten ausreichend Platz für Deine Pflanzen, um eine ansprechende Größe zu erreichen und eine solide Ernte von ca. 100g pro Pflanze zu erzielen. Du kannst kleinere Töpfe verwenden, aber dadurch wirst Du entsprechend kleinere Pflanzen und einen geringeren Ertrag erzielen.

Sobald Du Dir Deine Töpfe besorgt hast (die Du in jeder Gärtnerei oder im Baumarkst bekommst), achte darauf, dass sie ausreichend Drainagelöcher im Boden haben. Cannabispflanzen benötigen eine gut durchlässige Erde, um ordentlich wachsen zu können.

Im nächsten Schritt fügst Du die Erde hinzu. Wir zeigen Dir zwei Möglichkeiten, wie Du Deine biologische Erde zusammenstellst: Die erste ist, dass Du Erde im Markt kaufst und sie mit Kokos, Perlit, Wurmkompost, Grünsand, Dolomitkalk-Pellets, Guano und vielem mehr aufwertest. Diese Möglichkeit ist zwar schneller, aber dieser äußerst nährstoffreiche Mix könnte für Sämlinge oder kleine Pflanzen zu stark sein. Um diesen Umstand auszugleichen, wirst Du Deine Erde 24 Stunden lang einweichen müssen.

Sobald Deine Pflanzen in der Erde sind, verwendest Du nur noch natürlichen, biologischen Dünger, um Deine Lieben während der Wachstums- und Blütephase zu düngen. Manche biologische Dünger enthalten flüssigen Seetang oder Guano. Bedenke, dass die Zusammenstellung der Erde dieselbe ist, egal, ob Du die Erde für den Indoor- oder Outdoor-Anbau benötigst.

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KOMPOST-GRUNDLAGEN

Wie Man Seinen Eigenen Kompost Herstellt

Alternativ dazu kannst Du Deinen eigenen Komposthaufen mit Gemüseresten, Teeblättern, Kaffeesatz, Eierschalen und anderen organischen Abfällen aus Deine Küche zu Hause anlegen. Diese Methode liefert hervorragende Ergebnisse und ist viel billiger, da Du Küchenabfälle zur Anreicherung Deiner Erde verwendest. Die Kompostierung benötigt jedoch Zeit und Du musst mit der Vorbereitung Deiner Erde bereits beginnen, lange bevor Du Deinen Anbau planst.

Um Deinen eigenen Kompost herzustellen, benötigst Du ein Kompostbeet oder einen Kompostbehälter, den Du entweder selber bauen oder in einem Baumarkt kaufen kannst. Es empfiehlt sich, dass Du Deinen Kompost mit einer guten Schicht biologischer Blumenerde und einigen Fadenwürmern beginnst, um das organische Material zu zersetzen und Deine Erde zu belüften.

Mit der Zeit solltest Du Deinem Kompost organisches Material hinzufügen. Hier siehst Du eine Liste gängiger Zutaten für Deinen Kompost, die Du zur Anreicherung Deiner Erde verwenden kannst:

Kohlenstoffreiche Inhaltsstoffe

  • Papier
  • Maiskolben
  • Gemüsestiele
  • Tannennadeln
  • Stroh
  • Holzspäne
  • Trockene Blätter und Gras

Stickstoffreiche Inhaltsstoffe

  • Eierschalen
  • Kaffeesatz
  • Obst- und Gemüsereste
  • Frisches Gras und Blätter
  • Seetang
  • Dung
  • Alfalfa-Mehl

Um die besten Ergebnisse zu erzielen, sollte Dein Kompost viele kohlenstoffreiche und wenig stickstoffreiche Inhaltsstoffe enthalten. Manche Gärtner empfehlen ein Verhältnis von ungefähr 3:1, um die Mikroorganismen in Deinem Kompost bestmöglich zu unterstützen.

Denke daran, dass Kompost Hitze entwickelt – dies ist eine natürliche Folge der Zersetzung der Kompostbestandteile. Wenn Du Deinen Kompost verwendest, bevor er vollkommen zersetzt ist, riskierst Du die Wurzeln Deiner Pflanzen damit zu verbrennen.

Es kann zwischen zwei Monaten und ein paar Jahren dauern, bis Dein Kompost fertig ist. Dies hängt natürlich von der Menge der Erde ab, die Du vorbereiten möchtest und von den Zutaten, die Du verwendest. Die Vorbereitung der Erde für Cannabispflanzen sollte jedoch nur einige Monate dauern. Du kannst den Kompost auch alle drei Tage oder so wenden, um diesen Vorgang etwas zu beschleunigen.

Solltest Du Dich dazu entscheiden zu kompostieren, solltest Du Deiner Erdmischung beim Pflanzen auf jeden Fall Perlit oder Vermiculit hinzufügen, um für eine bessere Drainage zu sorgen. Der Ablauf der Kompostherstellung ist immer derselbe, egal ob Du im Grow Room oder im Freien anbauen möchtest.

WIE DU DEN BIOLOGISCHEN ANBAU VERBESSERST

WIE DU DEN BIOLOGISCHEN ANBAU VERBESSERST

1. KOMPOSTTEE

Wie der Name schon andeutet, wird Komposttee durch einen Gärprozess von Kompost in Wasser gebraut, um einen nährstoffreichen Flüssigdünger für Deine Pflanzen herzustellen. Diese Methode ist super einfach und umfasst lediglich das Gären von Kompost und anderen organischen Stoffen für 1–3 Tage in chlorfreiem Wasser. Das Endresultat ist eine äußerst konzentrierte Flüssigkeit, mit der Du Deine Pflanzen düngen oder sie sogar als Spray verwenden kannst, um Deine Pflanzen vor Schädlingen und Krankheiten zu schützen.

2. MELASSE

Melasse ist ein Nebenprodukt der Raffinierung von Rohrzuckersaft. Melasse ist dunkel, dickflüssig und reich an allen möglichen Nährstoffen, die dem Zucker während dieses Prozesses entzogen werden. Obwohl Melasse oft zum Kochen verwendet wird, kann sie auch genutzt werden, um die Mikroorganismen in Deiner Erde zu füttern, um ein reichhaltigeres Anbaumedium für Deine Cannabispflanzen zu schaffen.

3. WIEDERVERWENDETE, BIOLOGISCHE MUTTERERDE (ROLS)

Wiederverwendeter, biologischer Mutterboden (engl. ROLS – Recycled organic living soil) zählt zu den besten Anbaumedien für Deine Pflanzen. Dazu kauft man Erde und reichert diese mit biologischen Düngern, Schutzmitteln zur Unterstützung des Wurzelsystems der Pflanzen, Komposttee und vielem mehr an. Die weiter oben angeführten Infos zur Herstellung Deiner eigenen Erdmischung bilden eine gute Grundlage, um Deine eigene ROLS herzustellen.

4. BIOLOGISCHE PFLANZENPFLEGE

Der beste Weg, um sicherzustellen, dass Deine Pflanzen ihre beste Leistung erbringen können, ist sie mit ein paar einfachen Techniken zu pflegen. Hierzu zählen:

• Die Verwendung von Begleitpflanzen: Wenn Du Cannabispflanzen neben anderen Pflanzen pflanzt, wirst Du dadurch Deinen Garten stärken. Ein paar großartige Pflanzenarten, die sich hierfür anbieten, wären Minze, Dill, Basilikum, Ringelblumen, Koriander und Schnittlauch.

BegleitpflanzenProdukten ansehen

• Freundliche Käfer und Insekten: Das Beste, womit Du Deinen biologischen Anbau unterstützen kannst, ist ein reichhaltiges Ökosystem in Deinem Garten zu schaffen. Neben Begleitpflanzen kannst Du auch freundliche Käfer und Insekten wie Marienkäfer, Florfliegen, Raubmilben und Raubwanzen in Deinen Garten einbringen. Alle diese nützlichen Tierchen werden Dir dabei helfen, Deine Pflanzen vor Schädlingen zu beschützen.

• Neemöl: Neemöl ist ein äußerst nützliches Werkzeug für jeden Cannabisgärtner. Aus dem Azadirachta-indica-Baum hergestellt, ist Neemöl ein starkes, biologisches Insektizid, das Deine Pflanzen vor den meisten räuberischen Insekten und Pilzen schützen kann.

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WAS MAN VOM BIOLOGISCHEN ANBAU ERWARTEN KANN

Wenn Du Dein Cannabis mithilfe der obigen Techniken biologisch anbaust, kannst Du am Ende mit wunderschönen Pflanzen und einem großartigen Ertrag rechnen. Sicher, Deine Pflanzen mögen zwar nicht so produktiv sein, als wenn Du chemische Dünger verwenden würdest, aber das machen sie mit erstklassiger Qualität und einem hervorragenden Endprodukt wieder wett.

Steven Voser

Geschrieben von: Steven Voser
Steven Voser ist ein Emmy Award nominierter Journalist mit viel Erfahrung auf dem Buckel. Dank seiner Leidenschaft zu allem, was mit Cannabis zu tun hat, widmet er jetzt viel von seiner Zeit der Erkundung der Weed-Welt.

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