Pflanzennahrung: Ein Blick auf Mikro- und Makronährstoffe

Published :
Categories : BlogCannabisHanfanbauWissenschaft

Pflanzennahrung: Ein Blick auf Mikro- und Makronährstoffe

Erfahre alle Einzelheiten der Hanfernährung, um zu gewährleisten, daß kein Zeichen jemals unbemerkt bleibt, das Dein Hanf Dir gibt.

Wenn es darum geht Hanf wie ein Profi aufzuziehen, sind verinnerlichte Kenntnisse über die benötigten Nährstoffe eine grundlegende Fähigkeit. Es wird Dir helfen die individuellen Bedürfnisse einer Hanfpflanze zu lesen und sicherzustellen, daß ihr nie etwas fehlt. Dies ist etwas, das mit der Praxis kommt und der erste Schritt ist etwas über die Nährstoffe zu lernen, so daß Du weisst, wofür sie benötigt werden und wie es aussieht, wenn Dein Hanf nicht genug von etwas bekommt.

Lass uns also loslegen und einen Blick auf die Makro- und Mikronährstoffe werfen, nach denen Deinen Hanf verlangt.

DIE PRIMÄREN MAKRONÄHRSTOFFE

Es gibt drei Hauptmakronährstoffe, die Deine Hanfpflanzen reichlich und in regelmäßigen Abständen benötigen:

Stickstoff (N)

Stickstoff ist von wesentlicher Bedeutung für ein ordnentliches Wachstum. 40 bis 50% der Trockenmasse der Zellen in Hanfpflanzen entfallen hierauf und Stickstoff ist an der Photosynthese, dem Wachstum, effizienter Absorption über die Wurzeln und der Produktion von Aminosäuren, Nukleinsäuren und Proteinen beteiligt.

Stickstoff ist besonders während der Vegetationsperiode wichtig, wenn eine Hanfpflanze all ihre Energie in den Wuchs und somit Vergrößerung ihrer Gestalt steckt. Er wird sehr schnell verbraucht, weswegen Stickstoffmangel der am häufigsten gesehene Nährstoffmangel in jedem Zuchtraum ist.

Ein Symptom von Stickstoffmangel ist eine Gelbfärbung der Blätter. Dies fängt gewöhnlich bei den unteren, älteren Blättern an und breitet sich von dort nach oben aus. Dies liegt daran, daß die Pflanze den wenigen verbliebenen Stickstoff aus den älteren Blättern abzieht, um ihn in jüngere, stärker gefährdete Teile zu leiten. Das Ergebnis ist Blattsterben und verlangsamtes Wachstum.

Zu viel Stickstoff hat den gegenteiligen Effekt - das Wachstum beschleunigt sich über die sichere Grenze hinaus. Es bewirkt, daß die Pflanze sich streckt, was ihre strukturelle Integrität unterminiert. Ein Überfluss an Stickstoff kann auch die Blütenbildung verlangsamen und verhindern, sowie die Aufnahme von Kalzium hemmen.

Phosphor (P)

Die Rolle von Phosphor im Hanf ist die Photosynthese zu unterstützen, bei der Blüte zu helfen und eine gesunde Wurzelentwicklung zu fördern. Er ist auch wichtig für die effiziente Aufnahme von Stickstoff und die Produktion von Nukleinsäure. Wegen seiner Fähigkeit die Blüte zu steigern, wird während der Blütephase oft mehr Phosphor verwendet.

Ein Mangel an Phosphor führt zu einer allgemeinen Verlangsamung der Effizienz der Pflanze. Da Phosphor auch wichtig für die Aufnahme von Stickstoff ist, kann sich ein Mangel als Stickstoffmangel manifestieren - also sei vorsichtig.

Zu viel Phosphor hemmt die Aufnahme von Eisen und Zink.

Kalium (K)

Kalium, der letzte Hauptmakronährstoff, wird für die Produktion von Kohlenhydraten und Protein, Reaktion des Immunsystems und für die Photosynthese verwendet. Es ist auch bei vielen Enzymreaktionen beteiligt, sowie verantwortlich für die "Rohrleitungen" einer Hanfpflanze - was sicherstellt, daß Flüssigkeiten sich in einer effizienten Weise bewegen

Kalium ist förderlich für die Absorption von Kieselsäure.

Ein Kaliummangel führt häufig dazu, daß sich die Blattränder braun/gelb verfärben, sowie möglicherweise dazu, daß die Blätter sich kräuseln. Danach beginnen sich innen am Blatt gelbe Flecken zu erscheinen, sowohl auf der Ober-, als auch Unterseite. Die Symptome zeigen sich in der Regel zuerst an den unteren Blättern. Ein längerer Mangel kann auch dazu führen, daß sich Anzeichen von Welken zeigen.

Zuviel Kalium kann Probleme mit der Absorption von Kalzium und Magnesium verursachen.

SEKUNDÄRE MAKRONÄHRSTOFFE

Die sekundären Nährstoffe sind oft bereits im Boden vorhanden und werden nur in kleinen Mengen benötigt. Sie sind aber trotzdem wichtig und zu einem bestimmten Zeitpunkt kann eine Ergänzung nötig werden. In einem Hydrokultursystem muss man sie natürlich immer zuführen.

Schwefel (S)

Schwefel, abgesehen davon, daß er schrecklich riecht, wird vom Hanf für die Produktion von Enzymen und Aminosäuren verwendet.

Schwefelmangel führt zu einer Gelbfärbung der Blätter, sehr ähnlich wie ein Stickstoffmangel es tut. Doch im Gegensatz zu einem Stickstoffmangel beginnt ein Schwefelmangel sich in den oberen Blättern und nicht den unteren zu zeigen.

Ein Überfluss an Schwefel wird von Hanf in der Regel recht gut toleriert werden. Er kann jedoch verhindern, daß Molybdän (und nützliche Bakterien) seine Aufgaben erfüllt.

Kalzium (Ca)

Kalzium wird vor allem für die Kreation von Zellwänden verwendet und spielt eine wichtige Rolle bei einigen Enzymreaktionen. Es wird auch angenommen, daß Kalzium bei der Schaffung von Wachstumspunkten hilft - vor allem an den Wurzelspitzen.

Wenn Hanf nicht genug Kalzium bekommt, kann es dazu führen, daß neue Blätter mit toten Zellen erscheinen. Dies führt oft dazu, daß Blätter sich nach unten wölben.

Wenn zu viel Kalzium vorhanden ist, kann dies die Absorption von Eisen hemmen.

Magnesium (Mg)

Die Hauptaufgabe von Magnesium ist es, Chlorophyll zu erzeugen, aber es wird auch für bestimmte Enzymreaktionen verwendet. Daher spielt Magnesium eine wichtige Rolle bei der Blattgesundheit und Instandhaltung der Blattadern.

Ein Magnesiummangel verursacht eine Vergilbung zwischen den Blattadern. Dieses Symptom tritt zuerst bei den älteren Blätter auf, bevor es auf die neuen übergreift. Es kann auch zu vorzeitiger Alterung führen.

Eine Überdosierung von Magnesium kann die Absorption von Kalzium hemmen.

MIKRONÄHRSTOFFE

Mikronährstoffe spielen eine wichtige Rolle beim gesunden Wachstum, werden aber nur in sehr geringen Mengen benötigt - und wir meinen wirklich gering. Wenn Du Deinen Hanf in Erde aufziehst, dann sind viele bereits darin vorhanden und es ist wahrscheinlich nicht erforderlich, daß Du welche zuführen musst. Nichtsdestotrotz kann Dir das Wissen wozu sie dienen und wie ein Mangel aussieht, helfen sicherzustellen, daß Deinem Hanf niemals etwas fehlt - nur für den Fall der Fälle.

Bor (B)

Bor wird für die Schaffung neuer Wurzelspitzen sowie zur Stabilisierung der Zellwände verwendet.

Ein Mangel an Bor kann dazu führen, daß die Blattspitzen sich kräuseln und dann schließlich absterben. Es kann auch dazu führen, daß die Hanfpflanze unter ihrem üblichen Potenzial wächst.

Zu viel Bor kann dazu führen, daß die Blätter anfangen zu glänzen.

Eisen (Fe)

Eisen wird benötigt, damit die Chlorophyllproduktion ordnungsgemäß abläuft. Zudem wird es für den Ablauf einiger Enzymreaktionen benötigt.

Eisenmangel bewirkt, daß neu wachsende Blätter blass wirken. Bereits gebildete Blätter werden gelb zwischen den Adern, was sie schließlich absterben lässt.

Eine Fülle von Eisen im Boden wird mit Zink und Kupfer um die Absorption konkurrieren und sie möglicherweise davon ausschließen.

Zink (Zn)

Zink wird verwendet, um Enzymreaktionen zu erleichtern.

Ein Zinkmangel kann zu Vergilbung zwischen den Adern der neuen Blätter führen und purpurne Flecken toter Zellen verursachen. Diese neigen dazu zunächst an den unteren Blätter aufzutreten, um sich dann schleichend ihren Weg zu suchen.

Zu viel Zink kann dazu führen, daß die Absorption von Eisen gehemmt wird.

Mangan (Mn)

Mangan ist für die Produktion von Chlorophyll und den Ablauf bestimmter Enzymreaktionen erforderlich.

Ein Manganmangel verursacht eine Vergilbung zwischen den Blattadern. Diese beginnt an der Spitze der Pflanze und breitet sich nach unten aus.

Eine Überdosierung von Mangan kann in Blättern den Zelltod verursachen und zudem zu einem Eisenmangel führen.

Kupfer (Cu)

Als letztes, aber nicht zu vergessen, haben wir Kupfer. Kupfer wird bei der Produktion von Proteinen verwendet und ist an der Stärkung der Stiele, Äste und Zweige beteiligt.

Ein Kupfermangel kann dazu führen, daß die Blätter dunkler werden, während die Ränder vergilben. Es kann den Blättern zudem ein glänzendes Aussehen verleihen und eine effiziente Knospenbildung verhindern.

Eine Kupfervergiftung ist extrem selten, aber sollte sie eintreten, kann sie schnell zum Zelltod führen.

Was für eine Liste! Aber sie zur Hand zu haben kann Dir helfen zu erkennen, was Dein Hanf Dir sagen möchte und ein angeborenes Wissen zu entwickeln, was er braucht. Du musst das alles nicht auswendig lernen, um Hanf erfolgreich aufzuziehen, aber behalte es im Hinterkopf und hab es zur Hand, wenn Du feststellen solltest, daß der aktuelle Ernährungsplan Mangelerscheinungen oder eine Vergiftung verursacht. Mit der Zeit wirst Du instinktiv wissen, was gebraucht wird und in der Lage sein, die Nährstoffgaben so einzustellen, daß sie der Situation entsprechen!

comments powered by Disqus