Die Drei Arten Von Cannabis: Sativa, Indica & Ruderalis

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Sativa, Indica & Ruderalis


Zeitgenössische Cannabis-Hybride verdanken ihre Vielfältigkeit und spektakuläre Wirkung der ausgefeilten Kreuzung verschiedener Arten von Marihuana. Die drei verschiedenen Arten, aus denen alle moderne Marihuana-Sorten gezüchtet werden sind Sativa, Indica und Ruderalis.

ES GIBT VERSCHIEDENE ARTEN VON CANNABIS

Die steigende Beliebtheit des Anbaus von Cannabis im Innenbereich und die Freiheit durch die Legalisierung in manchen Ländern bedeutet, dass es nun buchstäblich tausende Auswahlmöglichkeiten gibt, wenn man Cannabis kaufen oder anbauen möchte. Groß, klein, dicht, blau, lila oder als mutierter Klon - alle modernen Cannabispflanzen haben eines gemeinsam. Sie wurden ursprünglich aus Landrassen gezüchtet. Landrassen gibt es in drei verschiedenen Formen, je nachdem aus welchem Teil der Welt sie stammen. Diese drei verschiedenen Formen sind Sativa, Indica und Ruderalis.

SATIVA, INDICA & RUDERALIS

Die Menschheit hat seit mindestens zwölftausend Jahren eine innige Beziehung mit Cannabis. Als die Menschen sich auf dem gesamten Globus verteilten, breitete sich Cannabis mit aus und hat sich über tausende Jahre hinweg an viele verschiedene Klimazonen angepasst. Niemand weiß wirklich, welche Kreuzungen in der fernen Vergangenheit stattfanden und wie die ursprünglichen Pflanzen beschaffen waren. Es ist bekannt, dass Cannabis in altertümlichen Gesellschaften als Entheogen, Medizin und winterharte Quelle von Faserstoffen und Nahrung hoch angesehen war.

GEMEINSAME MERKMALE

Die drei bekannten Arten teilen sich gemeinsame Merkmale der Familie der Hanfgewächse. Sie sind generell zweihäusig, das heißt sie entwickeln männliche und weibliche Pflanzen. Sie sind schnell wachsende, einjährige Pflanzen mit einer vegetativen Phase und einer Blütephase. Sie haben handförmige Blätter mit einer ungeraden Anzahl gezackter Finger. Die Anzahl variiert im Bereich von 3 bis 13, je nach Alter und Sorte der Pflanze.

Sie weisen einzigartige Stoffe auf, die Cannabinoide genannt werden und deren Qualität und Quantität je nach Sorte variiert. Bleiben die weiblichen Blüten unbestäubt, produzieren sie eine beeindruckende Palette an Terpenen und Flavinoiden in ihren ätherischen Ölen. Werden sie bestäubt, entwickeln sie eine üppige Menge an vielseitig verwendbaren Samen, die oftmals bis zu 80% des Gewichts einer Pflanze ausmachen. Unter Stress werden sie oft zu Hermaphroditen, um eine Befruchtung sicherzustellen.

Cannabis kommt in einer seiner Formen in den Tropen, in Hochgebirgstälern oder entlang von Flüssen der nördlichen Tundra vor.

SATIVAS

Sativa-Sorten sind die archetypischen Cannabispflanzen. Die bekannte spindelförmige Weihnachstbaum-Silhouette und die langen dünnen Blätter, die sogar Laien erkennen, werden seit Jahrzehnten zur graphischen Darstellung von Cannabis verwendet. Du kannst Dir sicher sein, dass das ganze Marihuana, dass vor den frühen 80er Jahren im Westen geraucht wurde, irgendeine Art von Sativa war, die aus tropischen Ländern und Regionen wie Kolumbien, Thailand, Afrika oder Südostasien geschmuggelt wurde.

Sativa-Sorten entwickelten sich in den Tropen zwischen 30 Grad nördlicher Breite und 30 Grad südlicher Breite. Im Freien können sie bis zu fünf Meter hoch werden, mit Zuckerblättern so groß wie Essteller und Hauptcolas so groß wie ein menschlicher Arm. Im Innenbereich kommen sativadominierte Hybride, die gekreuzt wurden, um schneller zu reifen, häufiger vor, als reine Sorten, die zum Wachsen eine erhebliche Menge Licht und Zeit benötigen.

Sativa-Sorten haben einen hohen Gehalt des Cannabinoids THC, sowie eine ganze Reihe von Terpenen, die eine vornehmlich geistige Wirkung auslösen. Die Wirkung von Sativa-Sorten wird als erhebend, euphorisch und kreativ beschrieben und zieht jeden Mundwinkel nach oben. Manchmal kann die Wirkung richtig verblüffend sein, wenn die Welt und ihr Verlangen vor der ablenkenden Optik und der absoluten Zufriedenheit eines unglaublichen Highs verblassen.

THC ist eines der sechzig bislang entdeckten Cannabinoide, die für Menschen einen therapeutischen Nutzen haben. Inmitten einer Vielzahl praktischer medizinischer Anwendungsfelder hilft die anregende und stimulierende mentale Wirkung von THC-reichem Sativa-Marihuana nachweislich unter anderem bei der Bekämpfung von mit Angstzuständen und Depressionen verbundenen chronischen Schmerzen.

Cannabis Sativa

INDICAS

Exemplare großartiger Indica-Landrassen entwickelten sich zwischen dem 30. und 50. Breitengrad. Abseits der Tropen und in höheren Lagen musste die Pflanze auf kürzere Sommer und härtere, schnell eintretende Winter reagieren. Die Indica-Sorten werden selten höher als zwei Meter und sind eher untersetzt, was ihre Erscheinung betrifft, mit nah beieinander liegenden Internodien.

Die handförmigen Blätter bestehen aus abgeflachten, stark gezackten Blattfingern, die sich überlappen. Neben den ausgeprägten kantigen Maserungen und einem satteren grün, haben Indica-Blätter eine rundere Silhouette. Indicas haben nur minimal Seitenzweige und eine dominante zentrale Cola, die dicht mit Blütenkelchen voller Trichomen bepackt ist. Das zusätzliche Harz und die Kompaktheit fungieren als Isolierung vor der Kälte in den Bergen, obwohl es zweifelhaft ist, ob Sinsemilla wild wachsen würde.

Es gibt einige Ausdrücke, die in der Cannabis-Kultur spezifisch für Indicas und indicadominierte Hybride verwendet werden. "Couchlock" ("an die Couch gefesselt/bewegungsunwillig") beschreibt zum Beispiel die analgetisch körperliche Empfindung, die einen überkommen kann, wenn man eine starke Indica genossen hat. Dieses Gefühl in den Stuhl gepresst zu werden, als hätte die Luft auf einmal ein Gewicht bekommen. Die Indica-Erfahrung ist eher sedierend und die Augenlider werden schwer, ideal zum Entspannen und Filme gucken.

Aufgrund der wohltuenden körperlichen Wirkung eignen sich indicadominierte Marihuana-Sorten ideal zur Behandlung von körperlichen Leiden wie Schmerzen bei Arthritis und Chemotherapien. Wird eine höhere Prozentzahl anderer Cannabinoide ausgewiesen, bedeutet dies, dass THC im Gehirn reguliert wird, aber CBD und CBN im Körper vollständig aktiv sind. Bei frühen Versuchen hat sich gezeigt, dass Indica-Extrakte bei der Kontrolle von Krämpfen bei Epilepsie-Patienten von Nutzen sind.

Cannabis Indica

RUDERALIS

Während einer Exkursion ins südliche Sibirien im Jahr 1942, hat der russische Botaniker Janischewski Cannabis ruderalis entdeckt, die dritte Art Cannabis. Die Art ruderalis, abgeleitet von dem lateinischen Wort "rudera", ist eine Spezies, die als erste gerodete Flächen kolonisiert, nachdem konkurrierende Pflanzen entfernt wurden. Die unkrautartige, dickstielige, jedoch spärliche, untersetzte und schnell wachsende Ruderalis ist eine sehr widerstandsfähige Spezies. Die Pflanze ist zu klein, um als Textilhanf Verwendung finden zu können. Sie hat einen minimalen THC-Gehalt, wurde in der mongolischen und russischen Volksmedizin aber seit Jahrhunderten als Antidepressivum verwendet.

Im Gegensatz zu den anderen Cannabissorten ist Ruderalis nicht photoperiodisch und absolut nicht jahreszeitenabhängig. Sie wird durch ihre eigene innere Uhr angeleitet nach der Vegetationsperiode automatisch in die Blütephase eintreten. Normalerweise dauert die Vegetationsperiode lediglich kurze 21 bis 30 Tage und 70 bis 110 Tage nach der Keimung schließt sie ihren Lebenszyklus ab. Dies wird autoflowering genannt.

Der wahre Wert der Ruderalis liegt in dem autoflowering Merkmal. Wird sie fachmännisch mit potenten Sorten gekreuzt und rückgekreuzt, werden die autoflowering-Fähigkeiten mit einer kleinen Reduzierung des THC-Gehalts weitergegeben.

So können Sativas, die einst eine Anbauzeit von bis zu 8 Monaten hatten, nun in 11 Wochen vom Samen bis zur Reife heranwachsen. Ohnehin schnell reifende Indicas können nun schon 60 Tage nach der Keimung fertig sein. Wenn man medizinisches Cannabis mit hohem CBD-Gehalt züchtet, können die Ruderalis-Gene die CBD-Produktion sogar noch verstärken und entwickeln die hochwertigsten Blüten für die Extraktion therapeutischer Öle.

Cannabis Ruderalis

AUSGEZEICHNETES ZEITGENÖSSISCHES MARIHUANA

Zeitgenösisches Marihuana wird im Allgemeinen so gut angebaut und ist so hybridisiert und wirkungsstark, dass die Unterscheidung zwischen Indica und Sativa immer schwerer fällt.

Eine meisterhaft angebaute Indica wird Deine Neuronen genauso zum Taumeln bringen wie eine ebenso fantastische Sativa. Das einzigartige Terpen- und Cannabinoid-Profil jeder Sorte macht die Erfahrung bei jeder einzelnen unterschiedlich und spielt eine deutliche Rolle hinsichtlich der therapeutischen Wirksamkeit.

 

         
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