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Was Bedeutet Crop Steering In Bezug Auf Cannabis?
7 min

Was Bedeutet Crop Steering In Bezug Auf Cannabis?

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Es gibt viele Möglichkeiten, Cannabis anzubauen, wer aber maximale Ergebnisse erzielen möchte, sollte Crop Steering in Betracht ziehen. Erfahre hier, was man darunter versteht und inwiefern Du von Crop Steering profitieren kannst. Außerdem vergleichen wir sie mit anderen Anbautechniken wie Low und High Stress Training.

Wir alle wollen das Beste aus unseren Cannabispflanzen herausholen, wobei es viele Möglichkeiten gibt, dies zu erreichen. Eine davon – Crop Steering – werden wir uns nun näher ansehen. Diese Methode wird angewandt, um den Ertrag und die Gesamtleistung der Pflanzen zu steigern. Aber wie funktioniert sie und kann man Crop Steering auch als Hobbygärtner erfolgreich anwenden? In diesem Artikel befassen wir uns mit allem Wissenswerten über Crop Steering.

Wie funktioniert Crop Steering bei Cannabis?

Wie funktioniert Crop Steering bei Cannabis?

Was steckt also hinter der Idee von Crop Steering? Im Wesentlichen handelt es sich dabei um eine Methode zur Anpassung der Umweltbedingungen beim Cannabisanbau, um eine bestimmte Reaktion der Pflanzen hervorzurufen. Dazu gehören Optimierungsfaktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Licht, Bewässerung, Düngung, CO₂ und mehr. Als Reaktion auf bestimmte Bedingungen und spezifische Formen von Stress setzen Pflanzen Hormone frei, die die Leistung steigern – und zwar sowohl in der Wachstums- als auch in der Blütephase.

Vegetatives Wachstum vs. generatives Wachstum

Was meinen wir, wenn wir von den "vegetativen" und "generativen" Phasen sprechen? Vegetatives Wachstum ist die Phase zwischen der Sämlingsphase und der späteren Blütephase der Pflanze. In dieser Phase produzieren die Pflanzen einen starken Stamm, Zweige und viele Fächerblätter. In der Phase des generativen Wachstums hingegen steckt die Pflanze ihre Energie in die Produktion von Blüten. Autoflowers wechseln automatisch von der vegetativen in die generative Phase, ohne dass eine Beeinflussung notwendig ist. Im Gegensatz dazu erfordern photoperiodische Sorten eine Änderung des Lichtzyklus, damit die Blüte eingeleitet wird.

Worin unterschiedet sich Crop Steering von Pflanzentraining?

Worin unterschiedet sich Crop Steering von Pflanzentraining?

Natürlich ist es nichts Neues, die Umgebung einer Pflanze zu beeinflussen und verschiedene Methoden anzuwenden, um die Leistung zu maximieren: Grower wenden seit langem Low- und High-Stress-Trainingstechniken an. Es gibt jedoch deutliche Unterschiede zwischen Crop Steering und Pflanzentraining, die beide Ansätze voneinander unterscheiden.

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Technik

Verglichen mit dem Training gibt es bei Crop Steering wahrscheinlich viel mehr Facetten, aber beide haben einen wichtigen Platz in der Arena des Cannabisanbaus. Das Training von Cannabis stützt sich oft stark darauf, Teile der Pflanze zu beschädigen oder zu entfernen oder Zweige zu biegen, um physischen Stress zu verursachen, der zu einem kräftigeren Wachstum führt. Crop Steering hingegen ist etwas entspannter und verursacht weniger physische Schäden an den Pflanzen.

Wie bereits erwähnt, wird Crop Steering durch Anpassung des Klimas (z. B. der Luftfeuchtigkeit, Beleuchtung und Temperatur) und/oder durch Beeinflussung von Faktoren im Zusammenhang mit Bewässerung und Nährstoffen, wie z. B. dem Wassergehalt des Substrats, seiner Trockenheit und elektrischen Leitfähigkeit, erzielt.

Timing

Timing

Wie bei vielen Dingen im Leben ist das Timing sowohl bei Crop Steering als auch beim Training enorm wichtig. Wenn man bedenkt, welchen übermäßigen Stress und mögliche physische Schäden durch das Biegen, Schneiden und Brechen von Ästen verursacht werden können, darf man als Grower nicht den Fehler begehen, seine Pflanzen zu früh zu trainieren, bevor sie es wirklich verkraften können. Ein verfrühtes Training kann zu irreparablen Schäden führen. Egal, für welche der vielen verschiedenen Trainingsmethoden man sich entscheidet, ist es in jedem Fall entscheidend, zu warten, bis die Pflanze sich wirklich in ihrem vegetativen Stadium befindet und etwa 5–6 Nodien gebildet hat, bevor man Low- oder High-Stress-Trainingstechniken anwendet.

Mit dem Crop Steering von Cannabis verhält es sich etwas anders, da es sowohl während der vegetativen als auch während der generativen Phase angewendet werden kann. Durch die Veränderung von Faktoren, die in Zusammenhang mit Klima und Bewässerung stehen, besteht nur eine geringe Gefahr, dass man seinen Pflanzen extremen Schaden zufügt – vorausgesetzt, man geht es richtig an. Dessen ungeachtet gilt ähnlich wie beim Training die Faustregel, abzuwarten, bis die Pflanze 5–6 Nodien entwickelt hat, bevor man mit Steering-Methoden beginnt.

Ergebnisse

Ergebnisse sind natürlich der treibende Faktor hinter der Anwendung von Techniken wie Crop Steering und Training. Wir möchten, dass unsere Pflanzen während ihres gesamten Lebenszyklus eine gute Leistung erbringen und eine große Menge gesunder, schmackhafter sowie praller Buds abliefern. Worin sollte sonst der Sinn liegen?

Auch wenn die Genetik der Pflanze eine große Rolle für den Endertrag spielt, haben sowohl Crop Steering als auch Training das Potenzial, die Produktion bis zum Maximum zu steigern, wenngleich mit unterschiedlichen Mitteln. Beim Training führt das Brechen, Schneiden und Manipulieren von Zweigen normalerweise dazu, dass mehr Haupt-Colas gebildet werden, oder es hilft, die Lichtenergie an allen Blütenständen zu maximieren. Durch Crop Steering, also durch die Feinabstimmung aller Elemente während der vegetativen und der generativen Phase, können Pflanzen gedeihen und beträchtliche Erträge produzieren.

Wie man Crop Steering bei Cannabis anwendet

Wie man Crop Steering bei Cannabis anwendet

Also, wie wendet man Crop Steering bei Cannabis an? Benötigt man mehrere Hektar Land oder einen Anbau in industrieller Größe? Glücklicherweise nicht!

Letztendlich beginnt der Steering-Vorgang in dem Moment, in dem man seine Sorte(n) auswählt. Tatsächlich spielt Deine Wahl der Genetik eine große Rolle dabei, wie Deine Pflanzen mit Crop Steering fertig werden. Eine Sorte auszuwählen, die dafür bekannt ist, robust und empfänglich zu sein, ist sicherlich der richtige Weg. Weitere Faktoren wie das Terpenprofil und der THC-Gehalt sind Geschmackssache, also finde einfach eine Sorte, die zu Dir passt.

Wie bereits erwähnt, kann der Steering-Vorgang in zwei verschiedene Phasen unterteilt werden: vegetativ und generativ. Schauen wir uns an, was jede Phase bringt mit sich.

Die vegetative Phase

Die vegetative Phase des Cannabis-Anbauzyklus legt im Wesentlichen die Grundlage für die letztendliche Leistung der Pflanze. Die Produktion vieler Blätter und Zweige sowie eines starken Stamms optimiert die Photosynthese und führt später zu mehr Buds.

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Beleuchtung

Die Beleuchtung spielt eine bedeutende Rolle beim Crop Steering von Cannabis. Während der vegetativen Phase ist es das Ziel, eine geringere Lichtintensität bereitzustellen, um Frühlingsbedingungen nachzuahmen. Wachsende Pflanzen bevorzugen blaues Licht und reagieren darauf mit robustem Wachstum. Dies kann erreicht werden, indem man sich für MH-Lampen entscheidet, die für die vegetative Phase geeignet sind, oder Vollspektrum-LEDs mit einer Wachstums-Einstellung. Man kann die Gesamtlichtintensität regulieren, indem man einen Sensor verwendet, der auf eventuelle Probleme hinweist.

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Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Dies sind zwei Faktoren, die in der vegetativen Phase genau kontrolliert werden müssen, unabhängig davon, ob man Crop Steering anwendet oder nicht. Die ideale Temperatur für das Crop Steering von Cannabispflanzen liegt gewöhnlich bei etwa 25–31°C, bei einer Luftfeuchtigkeit zwischen 65–80%. Dies bietet den Pflanzen die perfekte Umgebung, um während der vegetativen Phase zu gedeihen. Man sollte dies jedoch nicht komplett dem Zufall überlassen: Luftfeuchtigkeit und Temperatur können durch Überwachung des Sättigungsdefizits optimiert werden. Steigt der Wert an, müssen die Pflanzen mehr Wasser über ihre Wurzeln aufnehmen. Idealerweise sollte das Sättigungsdefizit etwa 0,8–1,1kPa betragen. Ein Feuchtigkeitsregler kann dies regulieren.

Nährstoffe und Bewässerung

Damit wachsende Pflanzen viele Blätter und Blütenstände bilden können, müssen sie in ausreichendem Umfang Nährstoffe erhalten. Natürlich muss dies stark reguliert werden, da auch ein Überschuss schädliche Auswirkungen haben kann. Die Verwendung eines EC-Messgeräts kann helfen, die Nährstoffe gemäß der jeweiligen Phase zu optimieren und eine robuste Pflanzengesundheit sicherzustellen. Die elektrische Leitfähigkeit (EC) ist ein System, das misst, inwieweit Wasser eine elektrische Ladung transportieren kann, die sich relativ zur Menge an Nährstoffen im Dünger verhält. In der vegetativen Phase sollte der EC-Wert bei etwa 2–4dS/m liegen.

Ebenso muss auch die Wasseraufnahme sorgfältig kontrolliert werden. Du solltest bei jeder Bewässerung etwa mit 1–3% des Substratvolumens gießen. Lass das Substrat etwa 10–15% austrocknen, bevor Du erneut gießt. Insgesamt sollte der Wassergehalt des Substrats bei etwa 55–70% liegen. Dies kann mit einem Feuchtigkeitsmessgerät leicht überprüft werden.

Die Blütephase

Die Blütephase

Nach der Optimierung der Umweltbedingungen der Wachstumsphase ist der Steering-Vorgang noch lange nicht abgeschlossen. Auch als "generative Phase" bekannt, ist die Blütephase ein entscheidender Abschnitt für Deinen endgültigen Ertrag. In dieser Phase erhöht man den Stress in der Hoffnung, damit das Wachstum einer Fülle an hochwertigen Blüten zu fördern. Schauen wir uns an, was es damit auf sich hat.

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Beleuchtung

Während in der Wachstumsphase eine geringere Lichtintensität und blaues Licht erwünscht sind, verlangt es blühende Pflanzen nach einer höheren Intensität und einem roten Lichtspektrum. Dies ahmt heiße, sommerliche Bedingungen nach und signalisiert der Pflanze, Blüten zu bilden. In dieser Phase sind NDL-Lampen oder LEDs mit einer Blüteeinstellung ideal. Auch hier kann die Lichtintensität durch die Verwendung eines speziellen Sensors sorgfältig überwacht werden. Natürlich besteht durchaus die Gefahr, die Pflanzen unter heißem Licht zu verbrennen, weshalb man vorsichtig sein sollte, damit die vorangegangene harte Arbeit nicht vergebens war!

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Wie bereits erwähnt, besteht die Idee des Crop Steering während der Blütephase darin, Stress zu verursachen. In Bezug auf die Temperatur kann dies erreicht werden, indem sie auf etwa 15–25°C gesenkt wird. Es mag nicht nach einem gewaltigen Sprung im Vergleich zur Wachstumsphase klingen, aber dies wird dazu führen, dass die Pflanze beginnt, anders zu reagieren und Blüten zu produzieren.

Auch die Luftfeuchtigkeit muss in dieser Phase geändert werden: Sie sollte bei 40–70% mit einem Sättigungsdefizit von 1,0–1,5kPa liegen. In den ersten Wochen der Blüte können die Werte am oberen Ende des Spektrums liegen (etwa 60–70%). Sobald die Blüten an Dichte zunehmen, reduziert man die Luftfeuchtigkeit jedoch auf 40–50%.

Nährstoffe und Bewässerung

Während der Blütephase sollte man versuchen, weniger häufig zu gießen, aber mit jeder Anwendung mehr Substrat zu tränken. Gieße mit 4–8% des Substratvolumens. Der Gesamtwassergehalt des Bodens sollte zwischen 25–70% liegen. Mit anderen Worten: Man kann das Substrat zwischen dem Gießen etwas stärker austrocknen lassen. Was die Nährstoffe betrifft, so sollte man einen EC-Wert von etwa 5–12dS/m anstreben.

Kontrollieren und anpassen

Crop Steering ist keine exakte Wissenschaft, weshalb jeder Grower seine eigenen Erfahrungen machen wird. Es erfordert ein scharfes Auge und viel Geduld. Die Möglichkeit, den Ablauf zu überwachen und als spontane Reaktion Anpassungen vorzunehmen, ist für Spitzenleistungen von größter Bedeutung. Wie im gesamten Artikel besprochen, gibt es viele Hilfsmittel, die Dir dabei helfen können, einen Eindruck davon zu bekommen, wie es Deinen Pflanzen geht. Halte in jedem Fall die Augen offen, unabhängig davon, in welcher Phase sich Deine Pflanzen gerade befinden.

Woher weiß man, ob Crop Steering funktioniert?

Woher weiß man, ob Crop Steering funktioniert?

Woher weiß man, ob man mit seinem Crop Steering auf dem richtigen Weg ist? Es kommt darauf an, den Fortschritt der Pflanzen im Auge zu behalten. Was aber sollte man beachten? Hier sind einige Eigenschaften, die Dich ganz sicher über den Fortschritt Deines Crop Steering informieren werden:

  • Höhe der Pflanze
  • Durchmesser des Stamms
  • Entwicklungsstand der Wurzeln
  • Internodienabstand
  • Stiel- und Blattfarbe
  • Trichome
  • Größe der von der Pflanze produzierten Blüten

Diese Eigenschaften sind der wichtigste Hinweis darauf, ob das Crop Steering funktioniert. Gut, wir meinen damit nicht, dass Du Deine Pflanze(n) pausenlos anstarren musst – kontrolliere sie einfach regelmäßig und notiere alle Änderungen in den gerade genannten Parametern. Während Du Dich immer besser in das Crop Steering Deiner Cannabispflanzen hineinfindest, werden die Ergebnisse für sich sprechen.

Wie lange kann man Crop Steering bei Cannabis durchführen?

Wie lange kann man Crop Steering bei Cannabis durchführen?

Da die Wachstumsphase von Cannabis normalerweise zwischen 4–8 Wochen (gelegentlich länger) und die Blütephase 6–12 Wochen dauert, gibt es keinen genauen Zeitrahmen für Crop Steering. Es geht wirklich in erster Linie um Überwachung und eine angemessene Reaktion, bis die Pflanzen erntereif sind. Typischerweise dauert es zwischen 4 und 8 Monate, um eine Cannabispflanze vollständig anzubauen; sei also bei Bedarf auf eine längere Wachstumsphase vorbereitet.

Crop Steering: Eine fortschrittliche Technik zur Maximierung des Pflanzenpotenzials

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Wie Du mittlerweile wahrscheinlich erkannt hast, gibt es keinen einheitlichen Ansatz für das Crop Steering von Cannabis. Der Vorgang braucht viel Zeit, Geduld und Feinabstimmung. Auch wenn diese Methode für Neulinge noch nicht geeignet sein könnte, ist sie sicherlich etwas, das jeder Liebhaber des Cannabisanbaus anstreben kann. Wir alle müssen jedoch klein anfangen, weshalb Du Dich nicht von einer möglicherweise kniffligen Aufgabe abschrecken lassen solltest. Wie man so schön sagt: "Dem Mutigen gehört die Welt" – warum also solltest Du Dich der atemberaubenden Erträge aromatischer und potenter Buds berauben, die mit "konventionelleren" Mitteln des Cannabisanbaus wahrscheinlich nicht zu erzielen sind?

Wie aber legst Du am besten los? Das lässt sich einfach beantworten: Schau im Zamnesia-Shop vorbei und such Dir eine oder mehrere der robustesten Sorten aus, die sich für Crop Steering mehr als eignen. Wir führen auch eine große Auswahl an Zubehör und Produkten, die ideal für die Aufgabe sind!

Adam Parsons
Adam Parsons
Der professionelle Cannabisjournalist, Texter und Autor Adam Parsons ist ein langjähriger Mitarbeiter von Zamnesia. Mit der Aufgabe, ein breites Themenspektrum von CBD bis Psychedelika und allem dazwischen abzudecken, erstellt Adam Blog-Posts, Leitfäden und erforscht eine ständig wachsende Produktpalette.
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