Phosphor Und Cannabis Pflanzen

Phosphor ist einer von drei Grundnährstoffen, die Cannabispflanzen für ein gesundes Wachstum benötigen. Erfahre mehr über die Aufgaben von Phosphor und wie Du Phosphormangel erkennst, behandelst und vermeidest.

Phosphor Und Cannabis Anbau

Phosphor ist einer von drei grundlegenden Cannabisnährstoffen, die in jeder Phase des Wachstums benötigt werden. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit der Aufgabe von Phosphor und zeigen Dir, wie Du Phosphormangel und -Toxizität erkennst, behandelst und vermeidest.

Was Ist Phosphor?

Was ist Phosphor?

Zusammen mit Stickstoff (N) und Kalium (K) ist Phosphor (P) einer des essentiellen Nährstoffe, die Cannabispflanzen für ein gesundes Wachstum benötigen. Aufgrund der wichtigen Bedeutung für verschiedene Funktionen der Pflanze, zählt er zu den grundlegendsten Makronährstoffen. Deine Cannabispflanze braucht Phosphor während jeder Entwicklungsphase und zwar in relativ großer Menge.

Verwandter Artikel

NPK-Dünger: Was Ist Es Und Wie Wichtig Ist Es?

Phosphor ist essenziell für Fotosynthese und Stoffwechsel der Pflanze sowie für die Nährstoffaufnahme. Er ist besonders wichtig für neues Wachstum sowie in der ersten Entwicklungsphase der Wurzeln und spielt auch für die Produktion von Blütenständen und Erträgen eine wichtige Rolle. Zu wenig des Minerals (oder zu viel) führt dazu, dass Deine Pflanzen krank werden.

Kommerziell erhältliche Cannabis-Nährstoffe, besonders alle, die speziell für die Blüte entwickelt wurden, enthalten in der Regel einen mehr als ausreichend hohen Gehalt an Phosphor. Trotzdem kann es zu Phosphormangel oder -Toxizität kommen. Meistens lässt sich das auf Probleme mit dem pH-Wert, schlechte Qualität der Erde, ungeeignete Nährstoffe oder bestimmte Umweltfaktoren zurückführen.

Der Phosphor-Zyklus

Der Phosphor-Zyklus

Der sogenannte Phosphor-Zyklus ist ein biochemischer Kreislauf, in dem sich Phosphor selbst wieder auffüllt. Pflanzen, die die Verbindung aus dem Boden aufgenommen haben, werden von Tieren gefressen. Durch Ausscheidungen der Tiere gelangt das Element wieder in den Unterboden. Mikroben verarbeiten den Phosphor, sodass er wieder für Pflanzen verfügbar ist und vollenden so den Zyklus.

Aufgrund von Erosion und Regenfall wird das Element auch aus der Erde ausgewaschen und ins Meer transportiert. Aus diesem Grund sind Meeresbewohner wie Fische und Algen besonders reich an Phosphor. Durch Meeresvögel oder Fischkot gelangt das Element wieder an Land. In manchen Gegenden geschieht dies auch durch einen natürlichen geologischen Vorgang, wenn Land aus dem Meer hervortritt.

Warum Brauchen Cannabispflanzen Phosphor?

Warum brauchen Cannabispflanzen Phosphor?

Phosphor spielt bei essenziellen biochemischen Vorgängen wie der Synthese von Proteinen und Kohlehydraten eine wichtige Rolle. Hier ist ein kurzer Überblick über einige der wichtigsten Funktionen:

  • Fördert das Wurzelwachstum

  • Stärkt Stämme

  • Verbessert die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Schädlinge

  • Verbessert die Widerstandsfähigkeit gegen Frost

  • Fördert eine optimale Wassernutzung im Substrat

  • Erhöht die Blütenqualität und den Ertrag

  • Hilft bei der Keimung der Samen

  • Durch die Unterstützung des Wurzelwachstums kann Phosphor zu einer kürzeren Wachstumsphase beitragen

  • Spielt eine wichtige Rolle für den Stoffwechsel der Pflanze, wo Phosphor bei der Produktion von Kohlehydraten behilflich ist

Phosphorbedarf Im Frühstadium

Direkt nach der Keimung können sich Cannabispflanzen von den Nährstoffen im Samen ernähren. Ebenso enthalten die meisten kommerziellen Erden bereits eine ausreichende Menge Phosphor. Bis zur dritten Woche musst Du sie nicht mit Nährstoffen versorgen, ehe die Pflanze eine Höhe von ungefähr 15cm erreicht hat. Andernfalls kann die Bereitstellung zusätzlicher Nährstoffen in einem zu frühen Stadium des Lebens negative Auswirkungen auf das Wurzelwachstum und die Gesundheit des Setzlings im Allgemeinen haben.

Phosphorbedarf Während Der Wachstumsphase

Wenn die Pflanze ungefähr ab der vierten Woche mit der Wachstumsphase begonnen hat, benötigt sie eine angemessene Versorgung mit Stickstoff, Phosphor und Kalium. Die empfohlene Nährstoffmenge in der vegetativen Phase beträgt 200ppm Stickstoff (N), 120ppm Phosphor und 200–500ppm Kalium. Die exakten Mengen können je nach Sorte, Topfgröße und Umweltfaktoren variieren. Bei der Verwendung kommerzieller Cannabisnährstoffe hältst Du Dich am besten an die empfohlene Dosierung.

Phosphorbedarf Während Der Vorstufe Zur Blüte

Zu Beginn der Blütephase benötigt Cannabis aufgrund des exzessiven Wachstums zusätzliche Nährstoffe. Erhöhe den Kalzium- und Magnesiumgehalt und gib ihr 200–250ppm N-P-K (Stickstoff-Phosphor-Kalium). An diesem Punkt sollten Anbauer als Vorbereitung auf die bevorstehende Blütephase damit beginnen, der Pflanze mehr Kalium als Stickstoff zu geben.

Phosphorbedarf Während Der Blütephase

Während der Blüte, wenn die Wachstumsphase zum Stillstand kommt, benötigt Cannabis einen erhöhten Gehalt an Phosphor sowie Kalium und nur wenig Stickstoff. Bei der Verwendung kommerzieller Cannabisnährstoffe, gibt es speziell für die Blütephase zusammengestellte Nährstofflösungen, um diese Anforderungen zu erfüllen. In Woche fünf der Blütephase (Spätblüte) gibst Du Deinen Pflanzen ungefähr 125ppm Stickstoff und eine angemessene Menge Phosphor, sobald sich Blütenkelche bilden.

Tipp: Kommerzielle Cannabisnährstoffe enthalten Nährstoffe in der Regel im optimalen Verhältnis für jede Phase des Lebenszyklus. Oftmals gibt es zwei Varianten, die entweder für die Wachstums-oder Blütephase zusammengestellt wurden. NPK-Dünger mit einem Verhältnis von 3-1-2 zählen zum industriellen Standard. Für die Blütephase spiegelt das empfohlene NPK-Verhältnis von 1-4-5 den Bedarf der Pflanze für weniger Stickstoff und mehr Phosphor (P) sowie Kalium (K) wider.

Phosphor In Chemischen Und Organischen Düngemitteln

Phosphor in chemischen und organischen Düngemitteln

Wenn man organisch anbaut und keine chemischen Cannabisnährstoffe verwenden will, gibt es viele natürliche Materialien, die reich an Phosphor sind. Viele davon können entweder direkt in die Erde gegeben werden, um den Phosphorgehalt zu verbessern, oder man gibt sie direkt auf den Komposthaufen.

Verwandter Artikel

Wie Man Zu Hause Biologisches Cannabis Anbaut
  • Kompost: Eine großartige Quelle für Phosphor und viele andere Nährstoffe, besonders wenn er Bananenschalen und andere Obst- und Gemüsereste enthält.

  • Phosphatgestein: Dabei handelt es sich um ein phosphorreiches Gestein, das zu feinen Partikeln zermahlen wird und Phosphor über viele Jahre hinweg langsam freisetzt. Nicht geeignet als Schnelllösung, aber ausgezeichnet als Bodenzusatz.

  • Kaffeesatz: Kaffeesatz wirkt als langsam freisetzender Dünger- und Kompostbestandteil. Er ist reich an Phosphor und enthält viele andere wertvolle Mineralien, darunter Kalium, Magnesium und Kupfer.

  • Knochenmehl: Gedämpftes Knochenmehl und Fischknochenmehl sind eine ausgezeichnete Quelle für mineralischen Phosphor.

  • Fledermausguano: Eine weitere ausgezeichnete Phosphorquelle für Topfpflanzen einschließlich Cannabis.

  • Dung: Tierischer Dung wie Hühnermist oder Schweinemist sind gute natürliche Phosphorquellen. Schweinemist kann jedoch Parasiten und Krankheitserreger enthalten und muss vor der Verwendung heiß kompostiert werden.

Phosphormangel

Phosphormangel

Da die meisten handelsüblichen Nährstoffe in der Regel ausreichende Mengen an Phosphor enthalten, liegt ein Mangel oft nicht an einem fehlenden Nährstoff, sondern ist auf Probleme mit dem pH-Wert ("Nährstoffsperre") oder Umweltprobleme zurückzuführen.

Was Verursacht Phosphormangel?

  • Falsche pH-Werte: Beim Anbau in Erde benötigt Phosphor einen pH-Wert von 6,2–7,0 (in Hydrokulturen: 5,5–6,2 pH). Liegt der pH-Wert außerhalb dieses Bereichs, ist Phosphor für die Pflanze nicht verfügbar.

  • Schlechte Erde: Schlechter Boden oder Erde aus unbekannten Quellen hat möglicherweise keinen angemessenen Phosphorgehalt.

  • Kühle Temperaturen: Wenn die Umgebungstemperaturen unter 15°C fallen oder es große Temperaturschwankungen gibt, kann es zu Phosphormangel kommen.

  • Wurzelprobleme durch Überwässerung, stagnierende Feuchtigkeit aufgrund schlechter Drainage oder zu feste Erde können auch zu Phosphormangel führen.

Wie Man Phosphormangel Erkennt

Wie man Phosphormangel erkennt

Wenn Pflanzen unter einem Phosphormangel leiden, zeigen sich die Anzeichen in der Regel in den unteren, älteren Blättern. Dies liegt daran, dass Phosphor innerhalb der Pflanze ein (mäßig) mobiler Nährstoff ist. Das bedeutet, die Pflanze kann ihn bei Knappheit von älteren zu neueren Trieben verlagern.

  • Die Symptome zeigen sich meist an älteren, unteren Blättern am Boden.

  • Die Blätter färben sich dunkelgrün, grau oder blau.

  • Die Stängel färben sich leuchtend rot. Anmerkung: Rote Stängel sind nicht immer ein Zeichen von Phosphormangel.

  • Kann auch zu Kalziummangel führen, mit ähnlichen Symptomen.

Spätere Stadien:

  • Die Blätter färben sich gelb. Anmerkung: Kann auch ein Anzeichen für andere Mangelzustände sein.

  • Die Blätter haben braune, bronzefarbene oder violette Flecken.

  • Die Blätter verdicken sich und fühlen sich steif und spröde an.

Tipp: Ein Überschuss an anderen Nährstoffen kann auch zu Symptomen eines Phosphormangels führen, da dadurch die Aufnahme von Phosphor verhindert wird. Eine häufige Ursache sind Nährsalze, die sich im Laufe der Zeit ansammeln und den pH-Wert in der Wurzelzone durcheinanderbringen.

Wenn Du vermutest, dass eine Anhäufung von Nährsalzen für den Phosphormangel verantwortlich ist, spüle Deine Pflanzen mit pH-neutralem Wasser, um den pH-Wert in der Wurzelzone zu korrigieren. Versorge die Pflanze nach dem Spülen mit der richtigen Menge an Nährstoffen. Beim Anbau in Hydrokultur spüle Dein System und/oder tausche das Wasser in Deinem Tank, um den pH-Wert wieder auf ein optimales Niveau zu bringen.

Wie Man Phosphormangel Behandelt

Wie man Phosphormangel behandelt

Wie Du Phosphormangel behandelst, hängt von der zugrundeliegenden Ursache und Deinem Anbaumedium/Deiner Anbaumethode ab. Wenn Du andere mögliche Ursachen ausschließen kannst, hängt der Grund dafür höchstwahrscheinlich mit dem pH-Wert zusammen.

  • In Erde

    Wenn zu niedrige Nährstoffmengen der Grund für Mangelerscheinungen sind, erhöhe bei ein paar „Düngungen" die Menge, die du Deinen Pflanzen gibst. Wenn Du organisch anbaust, gib Fledermausguano, Knochenmehl oder Kompost hinzu, um die Qualität der Erde sowie den Phosphorgehalt zu erhöhen. Stelle sicher, dass der pH-Wert Deiner Wasser-/Nährstofflösung bei 6,2–7,0 liegt.

  • In Hydrokulturen/Kokossubstrat

    Wenn Unterversorgung der vermutete Grund ist, erhöhe die verabreichte Menge/den EC-Wert. Das machst Du aber am besten schrittweise, indem Du den EC-Wert alle paar Tage um 0,2 Punkte erhöhst. Überwache die Gesundheit Deiner Pflanze und höre mit der Erhöhung auf, wenn Du bemerkst, dass sich die Gesundheit Deiner Pflanzen verbessert. Sorge für einen pH-Wert von 5,5–6,2. Wenn der pH-Wert zu niedrig (zu sauer) ist, wechsle das Wasser in Deinem Tank und spüle die Pflanze mit Wasser mit dem optimalen pH-Wert. Stelle danach Nährstoffe in der richtigen Menge zur Verfügung.

Phosphor-Toxizität

Phosphor-Toxizität

Phosphor-Toxizität (Überschuss) ist nicht leicht zu diagnostizieren, da es dabei in der Regel auch zu einer Sperre anderer Nährstoffe, wie Kalzium oder Magnesium, mit entsprechenden Symptomen kommt.

Wie Man Eine Phosphor-Toxizität Erkennt

Die häufigsten Anzeichen und Symptome einer Phosphor-Toxizität sind:

  • Die Blattspitzen zeigen „Verbrennungen" (ähnlich wie Nährstoffbrand oder Verbrennungen durch Licht).

  • Die unteren Blätter beginnen sich zu kräuseln und entwickeln Flecken.

  • Die Blätter an der Oberseite haben gelbe Adern.

  • Können einem Mangel an Kalzium oder Magnesium ähneln.

Wie Man Eine Phosphor-Toxizität Behandelt

Bei der Behandlung eines Phosphorüberschusses geht es meist darum, das Medium sicher zu spülen und die Düngung neu zu starten. So sieht das dann im jeweiligen Substrat aus.

  • In Erde

    Spüle Dein Medium mit pH-neutralem Wasser. Beim Anbau in Erde spülst Du am besten mit einer großen Menge Wasser – die ca. 2–3-fache Kapazität des Topfes. Unterbrich die Versorgung mit Nährstoffen für eine Woche und erlaube der Pflanze, den in ihrem Gewebe gespeicherten restlichen Phosphor zu verbrauchen.

  • In Hydrokulturen/Kokossubstrat

    Bei Hydrokulturen oder dem Anbau mit Kokossubstrat spüle und reduziere den EC-Wert in Deiner Lösung. Wechsle bei Bedarf das Wasser im Reservoir (zum Beispiel wenn der pH-Wert zu niedrig ist). In Kokossubstrat spülst Du zuerst und versorgst Deine Pflanzen dann bei einem niedrigerem EC-Wert.