Zum Verständnis Des Unterscheids Zwischen Rohen Und Aktivierten Cannabinoiden

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Kategorien : BlogCannabisCBDWissenschaft

Zum Verständnis Des Unterscheids Zwischen Rohen Und Aktivierten Cannabinoiden

Bevor sie aktiviert werden, sind Cannabinoide nicht psychoaktiv. Könnten rohe Cannabinoide medizinischen Cannabisnutzern erhöhte therapeutische Nutzen bieten, die eine wirksame Behandlung ohne Rausch wollen?

Die meisten von uns sind vertraut mit dem "ernten, trocknen, rauchen"-Ansatz, wenn es um Cannabis geht, aber das ist nicht das, worauf medizinische Nutzer unbedingt aus sind. Für manche ist das Hauptziel nicht etwa high zu werden; das ist jedes letzte kleine Bisschen an therapeutischer Kraft aus dem Cannabis herauszuquetschen, in der sichersten und effektivsten Weise, wie für ihre spezielle Krankheit nur möglich.

Mit dem im Sinn, vergleichen sowohl Forscher, als auch einzelne Patienten, die Auswirkungen von rohen mit denen von aktivierten Cannabinoiden, um unter ihnen diejenigen mit dem höchsten therapeutischen Wert zu finden. Bevor Du Deine eigenen persönlichen Experimente durchführst, sind hier sind ein paar Dinge, die Du wissen solltest:

Wodurch unterscheiden sich rohe und aktivierte Cannabinoide?

Entgegen der landläufigen Meinung enthält frisches Cannabis fast kein THC (Delta-9 Tetrahydrocannabinol). Stattdessen sind all diese pilzförmigen Harzdrüsen mit THCA (Delta-9 Tetrahydrocannabinolige Säure) gefüllt. THCA kann man als rohes THC ansehen und es muss eine chemische Umwandlung durchlaufen, in der Regel durch Hitze bewirkt, um es in aktives THC umzuwandeln, die psychotrope Form, die high oder berauscht fühlen lässt.

Wenn Du Cannabis rauchst oder verdampfst, aktiviert die Hitze das THCA sofort und es wird zu THC. Das gleiche passiert, wenn Du Dein Cannabis im Ofen bei der richtigen Temperatur für den richtigen Zeitraum backst oder es langsam in Butter oder Öl einkochst. Der Aktivierungsprozess ist allgemein bekannt als "Decarboxylierung".

In genau der gleichen Weise verwandelt sich das rohe CBDA (Cannabidiolsäure) in das aktivierte CBD (Cananbidiol). Weder CBDA, noch CBD sind für sich psychotrop, so dass man trotzdem nicht berauscht wird. Allerdings tritt CBD mit THC in Wechselwirkung, wobei es die psychoaktive Wirkung mildert, was zu einem ruhigeren, entspannteren Gefühl führt und es hat im Vergleich zu CBDA eine anderen Reihe von medizinischen Wirkungen.

Bringen rohe Cannabinoide bessere medizinische Leistungen, als aktivierte?

Für medizinische Zwecke könnten rohe Cannabinoide aus zwei Gründen besser als aktivierte sein.

Zunächst einmal sollten Patienten, ganz einfach weil sie nicht psychoaktiv sind, insgesamt mehr rohe, als aktivierte Cannabinoide konsumieren dürfen, um den therapeutischen Nutzen zu erhöhen; unter der Annahme, dass THCA und CBDA zumindest ebenso viel Heilkraft wie THC und CBD haben. Allerdings ist die Forschung bisher nicht in der Lage gewesen, diese Theorie zu beweisen. In Krebsstudien fanden Wissenschaftler heraus, dass CBD zweifelsfrei effektiver gegen Brustkrebs war, als CBDA.

Einzelne Patienten hingegen stimmen dem nicht zu. Anekdotischen Berichten einiger Nutzer zufolge, die an Autismus, ALS, Fibromyalgie, neurologischen Schmerzen und Multipler Sklerose leiden, verspürten innerhalb von Tagen bis Wochen einen deutlichen Rückgang der Symptome, nachdem sie rohe Cannabinoide in ihr Behandlungsprogramm aufgenommen hatten. Einmal abgesetzt, kehrten die Symptome schnell zurück.

Ausserdem arbeiten rohe Cannabinoide im Vergleich zu aktivierten anders. Aktivierte Cannabinoide sind in der Regel besser für die sofortige Verringerung von akuten Schmerzen, Übelkeit und Appetitmangel geeignet. Rohe Cannabinoide sind in der Regel effektiver für die langfristige Behandlung von chronischen Erkrankungen wie Schlaflosigkeit, Entzündungen und bei der Verlangsamung von Krebs.

Dies liegt daran, dass rohe und aktivierte Cannabinoide mit verschiedenen Rezeptoren und Enzymen im menschlichen Körper in Wechselwirkung treten. THC aktiviert in erster Linie die CB1 (Cannabinoid) Rezeptoren im Endocannabinoid-System des Körpers. THCA andererseits wirkt hauptsächlich über die 5HT-1A (Serotonin) Rezeptoren. CBD und CBDA sind sich viel ähnlicher. Wie THCA, wirken sie beide über die 5-HT-1A Rezeptoren, aber CBDA scheint viel stärker zu sein, als CBD.

Rohe Cannabinoide blockieren auch COX-1 und COX-2-Enzyme, die Entzündungen und dadurch verursachte Schmerzen steuern. Das ist vielversprechend, da Entzündungen die Ursache für viele Krankheiten sind und andere NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika), die die gleichen Enzyme blockieren, bei einigen Patienten für Herzinfarkt und Schlaganfall verantwortlich gemacht wurden.

Ob rohe oder aktivierte Cannabinoide muss keine entweder/oder Aussage sein. Laborberichte zeigen, dass beim Rauchen ausgehärteter Knospen nur etwa 30% der THCA in THC umwandelt werden. Extrakte sind ein wenig effizienter, kommen aber auch nur auf etwa 70 bis 90% Umwandlungsate. Und manche Menschen decarboxylieren ihr Cannabis nur zu einem Teil, wenn sie es für ein breiteres Spektrum an medizinischen Leistungen für Esswaren, Öle oder Cremes zubereiten.

Bisher wissen wir nicht sicher, ob für die medizinische Verwendung rohe Cannabinoide besser als ihre aktiven Pendants sind. Die Studien sind vielversprechend, aber die Ergebnisse waren gemischt. Mit einem besseren Verständnis hoffen wir, dass zukünftige Patienten einen besseren Zugang zu sicheren, gezielt entwickelten medizinischen Cannabistherapien haben werden, um ihre spezifischen Symptome zu lindern. So oder so, sind Cannabinoide leistungsstarke Verbindungen; sowohl roh, als auch aktiviert haben sie ein großes Potenzial, also lass uns hoffen, dass die Forschung auch weiterhin ihre sinnvollen Nutzungsmöglichkeiten untersuchen wird.

 

         
  Laura  

Geschrieben von: Laura
Bei uns als regelmäßige Gastautorin auftauchend, lebt Laura im wilden Herzen der amerikanischen Ostküste. Auf ihrem Familienbauernhof wohnend, hat sie einen tiefen Respekt für Cannabis entwickelt und arbeitet daran den Anbau zu beherrschen und zu verbessern.

 
 
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